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Album:Rise Of The Empress
Genre:Dark Metal, Symphonic / Epic Metal
Label:Peaceville Records
Bewertung:3 von 7
Releasedatum:29.09.14
CD kaufen:'White Empress - Rise Of The Empress' bei amazon.de kaufen
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"Verwirrendes Debüt"

Wenn sich von großen Bands Kreativköpfe verabschieden [die Gründe seien dahingestellt], kann dies – im Idealfall – dazu führen, dass nicht nur die alte Band der Metal-Welt erhalten bleibt, sondern auch eine neue interessante Truppe entsteht. So geschehen zum Beispiel bei NEGURA BUNGET und DORDEDUH. Etwas Ähnliches hätte auch passieren können, als dieses Jahr bekannt wurde, dass Paul Allender, Langzeit-Songwriter und Gitarrist von CRADLE OF FILTH, die Band verlassen hatte. Denn tatsächlich fackelt Herr Allender nicht lange, macht sein seit 2013 bestehendes Nebenprojekt WHITE EMPRESS zur Hauptband und wirft [nach einer EP] sofort ein Album namens „Rise Of The Empress“ auf den Markt, welches via Peaceville Records veröffentlicht wird [das Label und Herr Allender kennen sich ja noch von CRADLE OF FILTH].

Nun sei dahingestellt, ob Mastermind Allender die Songs für WHITE EMPRESS schon vor seinem Split mit CRADLE OF FILTH fertig hatte oder nicht, aber das Album „Rise Of The Empress“ klingt doch verdächtig nach einem Schnellschuss. Dass Allender dabei im Großen und Ganzen seinen Leisten treu bleibt, scheint zunächst verständlich zu sein – so ist auch das Debütalbum von WHITE EMPRESS irgendwo zwischen Symphonic und Extreme Metal anzusiedeln. Allerdings versuchen WHITE EMPRESS diese Musik mit allerhand zusätzlichen Sounds anzureichen und so entsteht im Wesentlichen ein wildes Sammelsurium von Einflüssen und Songstrukturen, die nur in seltenen Fällen wirklich zueinander finden und einen packenden Song abgeben. Auf „Rise Of The Empress“ gibt es nämlich schwarzmetallisches Gekreische, Death Metal Growls, Klargesang, typische Symphonic-Synthies, Industrial-Momente, Disko-Passagen, Groove-Attacken, Pop-Intros – muss man noch mehr sagen? Prinzipiell kann das sehr interessant und spannend sein, aber es muss in ein vernünftiges und wirklich packendes Songwriting eingebettet sein, ansonsten geht diese Ideenbombe nach hinten los und führt dazu, dass einen die Explosion schlicht überfordert und im Endeffekt kalt lässt. So kommt es auch bei „Rise Of The Empress“ – trotz professionellen handwerklichen Könnens [Bassistin Chela spielt immerhin auch bei COAL CHAMBER und Herr Allender kann eigentlich Songs schreiben] ist das hier einfach zu viel des Guten. Außerdem wird man das Gefühl nicht los, als hätte man einfach viel mehr Zeit gebraucht, um die Songs ordentlich und spannend zu arrangieren. Eine Scheibe mit so vielen Soundebenen und Einflüssen schreibt man nun mal nicht über Nacht, wir sprechen hier schließlich nicht vom klassischen Black Metal, in welchem es nur einen Riff pro Song gibt. Beeindruckend ist immerhin die Bandbreite in welcher Sängerin White Empress agieren kann und dabei eigentlich immer eine gute Figur abliefert. Aber das ist wiederum symptomatisch für das ganze Album – die Damen und Herren liefern ja technisch eine gute Leistung ab, aber das hilft alles nichts, wenn die Songs auf der Scheibe nicht clever und packend gestaltet sind.

Es ist unklar, was Schuld daran ist, dass „Rise Of The Empress“ ein schwacher Start in die Zweitkarriere von Mastermind Allende geworden ist. Vielleicht wollte man einfach möglichst schnell ein ausführliches Lebenszeichen von sich geben und hat die Songs zu früh auf die Welt losgelassen. Vielleicht muss man sich zuerst etwas eingrooven und sollte nicht jede Idee, die jemand in der Band hat, auch einbauen. Auf jeden Fall muss auf der nächsten Scheibe besseres Songmaterial her, denn beim Debütalbum rettet die Damen und Herren tatsächlich nur ihr handwerkliches Können von einer noch schlechteren Note.

Trackliste:
01. Rise of the Empress
02. The Congregation
03. A Prisoner Unleashed
04. Darkness Encroaching
05. Sven's Tower
06. Erased and Rewritten
07. The Ecstatic and the Sorrow
08. Dethroned
09. Obsession with the Empress [Human To Divine]
10. Ours to Burn
Spielzeit: 00:53:55

Line-Up:
White Empress - Gesang
Zac M - Drums
Paul A - Gitarre
Jeremy K - Gitarre
Will G - Keyboard
Chela R - Bass
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
28.10.2014 | 14:22
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