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Cover von Whitesnake -- The Purple Album
Band: Whitesnake Homepage  Metalnews nach 'Whitesnake' durchsuchenWhitesnake
Album:The Purple Album
Genre:Hard Rock, Heavy Metal
Label:Frontiers Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:15.05.15
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"Wo sind die Zeiten dahin?"

Ehe er mit WHITESNAKE das Erbe einer der größten Bands dieses Planeten weiterführte, sang David Coverdale von 1974 bis 1975 bei DEEP PURPLE und nahm in dieser Zeit stolze drei Alben mit den Briten auf. Nun lässt der Mann seine Vergangenheit Revue passieren, weshalb WHITESNAKE mit ihrer passenderweise „The Purple Album“ betitelten neuen Platte eine Reihe an neu aufgenommenen Songs der Coverdale-Ära von DEEP PURPLE veröffentlichen.

Zynisch betrachtet kochen die Herren WHITESNAKE also für ihr neues Album allerhand olle Kamellen auf: Das Über-Album „Burn“ ist auf „The Purple Album“ mit stolzen sechs Songs, „Stormbringer“ mit vier und „Come Taste The Band“, das wahrscheinlich zu Recht unbekannteste Album der Coverdale-Ära, mit immerhin zwei Nummern vertreten. Neuigkeitswert gleich null? Nicht so ganz: „Burn“ und „Stormbringer“ haben die Briten bereits seit etlichen Jahren in ihrem regulären Live-Programm, allerdings lohnt es sich durchaus, mal in die hier vertretenen Fassungen reinzuhören. Das liegt vornehmlich wenn nicht gar überhaupt an der neuerlichen Beteiligung von Gitarrist Joel Heokstra [ehemals NIGHT RANGER]. Anders als Doug Aldrich klingt der Mann weit mehr nach Richie Blackmore und nicht annähern so modern wie sein Vorgänger, weshalb sich sein Spiel hervorragend für die erneute Interpretation von DEEP PURPLE-Klassikern anbietet. Weniger Metal, mehr Hard Rock also. So klingen die erwähnten Nummern auch deutlich filigraner und weniger wuchtig als zu Aldrich-Zeiten, was gar nicht unpassend ist. Natürlich haben WHITESNAKE keinerlei Interesse daran, altbacken zu klingen und so kommen die auf „The Purple Album“ enthaltenen Songs zeitgemäß fett daher – das steht etwa Nummern wie „Lady Double Dealer“ oder groovenden Stampfern wie „Love Child“ und „Lay Down Stay Down“ gut zu Gesicht, wirkt aber im Falle von Songs wie „You Fool No One“ oder einer im Original grandiosen Nummer wie „Mistreated“ unpassend und ein bisschen geschmacklos. David Coverdale geriet in der jüngeren Vergangenheit nicht selten in die Kritik, weil seine Stimme nicht mehr ganz mit den Anforderungen manch älterer WHITESAKE-Songs mithalten kann, was etwa bei seiner unsäglichen, auf „Made In Japan“ festgehaltenen Performance deutlich wird. Ob die hier neu eingespielten DEEP PURPLE-Klassiker im Live-Betrieb ein Problem für den Mann darstellen, lässt sich schwer absehen, aber zumindest im Studio macht der Sänger eine hervorragende Figur – auch bei gefühlvollen Balladen wie eben „Mistreated“ oder „Soldier Of Fortune“. Insgesamt ist „The Purple Album“ ein nettes Cover-Album geworden, das über weite Strecken großen Spaß macht und vor allem das superbe Spiel des neuen Axtmannes Joel Hoekstra umfassend vorstellt. Jedoch kann man sich beim Hören des Gefühls nicht ganz erwehren, dass sich Mr. Coverdale und Co. hier an lange vergangene Zeiten klammern.

DEEP PURPLE waren und sind eine der größten Rockbands aller Zeiten und auch mit David Coverdale haben die Briten mindestens zwei überragende Alben eingespielt. „The Purple Album“ enthält die besten Songs aus jener Ära in zeitgemäß aufbereiteter Fassung. Das ist nicht immer wirklich passend, macht aber durchweg großen Spaß. Zwingend ist der Erwerb dieses Cover-Albums daher sicher nicht, aber wer wissen möchte, wie sich Neu-Gitarrist Joel Hoekstra bei WHITESNAKE macht, sollte unbedingt mal reinhören.

Trackliste:
01. Burn
02. You Fool No One
03. Love Child
04. Sail Away
05. The Gypsy
06. Lady Double Dealer
07. Mistreated
08. Holy Man
09. Might Just Take Your Life
10. You Keep On Moving
11. Soldier Of Fortune
12. Lay Down Stay Down
13. Stormbringer
Spielzeit: 00:54:33

Line-Up:
David Coverdale - Vocals
Joel Hoekstra - Guitar
Reb Beach - Guitar
Michael Devin - Bass
Brian Ruedi - Keyboard
Tommy Aldrich - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
22.05.2015 | 13:21
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