.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Interviews mit Wintersun
Reviews von Wintersun
CD Review: Wintersun - Wintersun

Wintersun
Wintersun


Melodic Death Metal
6.5 von 7 Punkten
"Da ist er, der Grund warum Jari Mäenpäa von ENSIFERUM gefeuert wurde. Na da kann man nur s... [mehr]"
Live-Berichte über Wintersun
Mehr aus den Genres
CD Review: Kaipa - Angling Feelings

Kaipa
Angling Feelings


Folk, Progressive, Rock
3 von 7 Punkten
"32 Jahre alt, 12 Jahre Erfahrung"
CD Review: Gonin-Ish - Naishikyo-Sekai

Gonin-Ish
Naishikyo-Sekai


Avantgarde, Death Metal, Progressive
6 von 7 Punkten
"Schwindelanfälle inklusive"
CD Review: Byrdi - Eventyr

Byrdi
Eventyr


Akustik, Folk
Keine Wertung
"Mit Byrdi durch die Hardangervidda"
CD Review: Steve Von Till - A Life Unto Itself

Steve Von Till
A Life Unto Itself


Akustik, Experimental, Folk
6 von 7 Punkten
"Nachdenklich, persönlich, packend!"
CD Review: Saga - Trust

Saga
Trust


Progressive, Rock
4.5 von 7 Punkten
"Bombastische Holzfäller"
CD Review: Thy Art Is Murder - Holy War

Thy Art Is Murder
Holy War


Deathcore
5 von 7 Punkten
""Hate" 2"
CD Review: Dew-Scented - Intermination

Dew-Scented
Intermination


Thrash Metal
5.5 von 7 Punkten
"Mit Qualität in die Fresse"
CD Review: Burning Point - Burning Point

Burning Point
Burning Point


Power Metal
3 von 7 Punkten
"Halbe neue Band – halbes neues Album"
CD Review: Luca Turilli's Rhapsody - Prometheus, Symphonia Ignis Divinus

Luca Turilli's Rhapsody
Prometheus, Symphonia Ignis Divinus


Symphonic / Epic Metal
5 von 7 Punkten
"Klassik VS Film = Metal?"
CD Review: Perzonal War - The Last Sunset

Perzonal War
The Last Sunset


Heavy Metal, Thrash Metal
4 von 7 Punkten
"Durchschnittliche Weltverbesserer"
Cover von Wintersun -- Time I
Band: Wintersun Homepage Wintersun bei MySpace.com Metalnews nach 'Wintersun' durchsuchenWintersun
Album:Time I
Genre:Folk, Melodic Death Metal, Progressive
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:19.10.12
CD kaufen:'Wintersun - Time I' bei amazon.de kaufen
Share:

"Der Ursprung des finnischen Trauerspiels"

Der Ursprung des finnischen Trauerspiels im Jahre 2004 legte einen scheinbar zum Frosttode verurteilten Samen in die Erde, die sonst nur austauschbare Paganbands gebar. Dass eine traurige Melange, in der Gespenster Tuberkulosetoter unter Mitternachtssonnen und frostigen klaren Firmamenten sich im Reigen vereinten, zu einer der erfolgreichsten und besten Metalveröffentlichungen der letzten Jahre werden sollte, war keineswegs abzusehen. Erhabene Virtuosität und bombastische Kompositionen, die mit den Mitteln des Metals den Rahmen des selben um Welten sprengten waren aber Garant für den bis heute anhaltenden Erfolg des Debütalbums “Wintersun”. Unnötig zu erwähnen, welch Erbe dieser lange acht Winterschlafjahre später veröffentlichten Nachfolger anzutreten hat und wie groß die Lücke zum Vorgänger wirkt.

“Time I” ist ein Metalalbum, das keines sein will und das Charakteristikum dieser Art von Album ist natürlich der Riss. Sei es zwischen Metalband und Orchester oder dem lyrischen Ich und was auch immer diesem speziell nun fehlen mag (eben grad nicht nur Bier). Sei es zwischen dem unübertreffbaren Vorgänger und dem sehnsüchtig erwarteten Nachfolger (sogar im Titel ist dies bei “Time I” angelegt).
Der Riss zieht sich durch die fünf Tracks des Albums, die nur drei eigentliche Songs sind, wobei auch der Begriff des Songs als Popsongs (was die meisten Metal-’Songs’ sind, auch wenn sie es vehement verleugnen) nicht greift. Die fünf Tracks lassen sich vielmehr eher in drei Sinnabschnitte einteilen, bestehend aus den ersten beiden, dem dritten Track und den beiden letzten, wobei die rahmenden Couplets je eine Form aus folkloristischem Intro und folgendem Fortführen in Metalinstrumentation bilden. Dass der Riss Funktion des Albums ist und das Album dafür nichts kann, dass es verdammt ist zur primitiven Allegorie auf seinen Vorgänger, liegt in der Natur der Sache. Der Riss zieht sich durch die Gegenüberstellung von Orchester und Metal, wie es seit METALLICAS “S/M” zur Unsitte dieser Szene wurde. Der Riss geht durch den schon mit dem letzten Album verbrauchten Symbolschatzes, der den Umfang des von MANOWAR gebrauchten Wortschatzes in keinem Moment übersteigt. “Die Allegorie ist die Form der Melancholie”, wurde vor langer Zeit von Walter Benjamin geschrieben und wenn sich die Toten der Metal-Ästhetik auch als Emblem der selben entpuppen, trifft die barocke Melancholie WINTERSUNs den Kern der Sache. Das Album, trotz seiner kurzen Spielzeit und teils auffallender Schwächen im direkten Vergleich zum Vorgänger, macht nicht nur in seiner immensen Vielschichtigkeit und kompositorischen Ignoranz jeglichen Metaltrends gegenüber, sondern in seiner erhabenen Melancholie, die in der Form mehr als Motiv wird, alles richtig.

“Time I” ist nur ein halbes Album, das aber eine auch nach Dutzenden Durchläufen kaum zu durchschauende Tiefe bietet, die zwischen virtuosen Gitarren und japanisch anmutenden Soundtracks changiert und den Zuhörer konstant zur Rekonstruktion dieser seit jeher zur Unvereinbarkeit verurteilten Stile zwingt. “Joyful sorrow” ist die Formel für WINTERSUN. Der Bruch ist Programm und WINTERSUN betrauern diesen auf ihrem neuen Album in von wenigen anderen Bands ebenso gemeisterter Weise.

Trackliste:
01. When Time Fades Away
02. Sons of Winter and Stars
03. Land of Snow and Sorrow
04. Darkness and Frost
05. Time
Spielzeit: 00:40:07

Line-Up:
Jari Mäenpää - Gesang, E-Gitarre
Jukka Koskinen - Bass
Teemu Mäntysaari - Gitarre
Kai Hahto - Schlagzeug
Nicolas Freund [Nicki]
17.10.2012 | 22:30
Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin