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.: CD-REVIEWS :: Wintersun - Time I
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"Der Ursprung des finnischen Trauerspiels" | ||||||||||||||||||
| Der Ursprung des finnischen Trauerspiels im Jahre 2004 legte einen scheinbar zum Frosttode verurteilten Samen in die Erde, die sonst nur austauschbare Paganbands gebar. Dass eine traurige Melange, in der Gespenster Tuberkulosetoter unter Mitternachtssonnen und frostigen klaren Firmamenten sich im Reigen vereinten, zu einer der erfolgreichsten und besten Metalveröffentlichungen der letzten Jahre werden sollte, war keineswegs abzusehen. Erhabene Virtuosität und bombastische Kompositionen, die mit den Mitteln des Metals den Rahmen des selben um Welten sprengten waren aber Garant für den bis heute anhaltenden Erfolg des Debütalbums “Wintersun”. Unnötig zu erwähnen, welch Erbe dieser lange acht Winterschlafjahre später veröffentlichten Nachfolger anzutreten hat und wie groß die Lücke zum Vorgänger wirkt. “Time I” ist ein Metalalbum, das keines sein will und das Charakteristikum dieser Art von Album ist natürlich der Riss. Sei es zwischen Metalband und Orchester oder dem lyrischen Ich und was auch immer diesem speziell nun fehlen mag (eben grad nicht nur Bier). Sei es zwischen dem unübertreffbaren Vorgänger und dem sehnsüchtig erwarteten Nachfolger (sogar im Titel ist dies bei “Time I” angelegt). Der Riss zieht sich durch die fünf Tracks des Albums, die nur drei eigentliche Songs sind, wobei auch der Begriff des Songs als Popsongs (was die meisten Metal-’Songs’ sind, auch wenn sie es vehement verleugnen) nicht greift. Die fünf Tracks lassen sich vielmehr eher in drei Sinnabschnitte einteilen, bestehend aus den ersten beiden, dem dritten Track und den beiden letzten, wobei die rahmenden Couplets je eine Form aus folkloristischem Intro und folgendem Fortführen in Metalinstrumentation bilden. Dass der Riss Funktion des Albums ist und das Album dafür nichts kann, dass es verdammt ist zur primitiven Allegorie auf seinen Vorgänger, liegt in der Natur der Sache. Der Riss zieht sich durch die Gegenüberstellung von Orchester und Metal, wie es seit METALLICAS “S/M” zur Unsitte dieser Szene wurde. Der Riss geht durch den schon mit dem letzten Album verbrauchten Symbolschatzes, der den Umfang des von MANOWAR gebrauchten Wortschatzes in keinem Moment übersteigt. “Die Allegorie ist die Form der Melancholie”, wurde vor langer Zeit von Walter Benjamin geschrieben und wenn sich die Toten der Metal-Ästhetik auch als Emblem der selben entpuppen, trifft die barocke Melancholie WINTERSUNs den Kern der Sache. Das Album, trotz seiner kurzen Spielzeit und teils auffallender Schwächen im direkten Vergleich zum Vorgänger, macht nicht nur in seiner immensen Vielschichtigkeit und kompositorischen Ignoranz jeglichen Metaltrends gegenüber, sondern in seiner erhabenen Melancholie, die in der Form mehr als Motiv wird, alles richtig. “Time I” ist nur ein halbes Album, das aber eine auch nach Dutzenden Durchläufen kaum zu durchschauende Tiefe bietet, die zwischen virtuosen Gitarren und japanisch anmutenden Soundtracks changiert und den Zuhörer konstant zur Rekonstruktion dieser seit jeher zur Unvereinbarkeit verurteilten Stile zwingt. “Joyful sorrow” ist die Formel für WINTERSUN. Der Bruch ist Programm und WINTERSUN betrauern diesen auf ihrem neuen Album in von wenigen anderen Bands ebenso gemeisterter Weise. | ||||||||||||||||||
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![CD Review: Last Grain In The Hourglass - Following The River, Finding The Sea [EP]](/images/cdcovers/cdcover_494831471.jpg)








