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Cover von Wobbler -- Rites At Dawn
Band: Wobbler Homepage Wobbler bei MySpace.com Metalnews nach 'Wobbler' durchsuchenWobbler
Album:Rites At Dawn
Genre:Prog Rock
Label:Termo Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:16.05.11
CD kaufen:'Wobbler - Rites At Dawn' bei amazon.de kaufen
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"Surreale Wundertüte"

Ihrem Namen machen diese norwegischen Progger schon lange keine Ehre mehr: Anstatt unkontrolliert mit ihren Köpfen hin- und herzuwackeln, gehen WOBBLER mit eiskalter mathematischer Genauigkeit auf Anhängerjagd. In einem geeichten Oszillographen käme den gemessenen Schwingungen mit Sicherheit eine dermaßen harmonische Intervallfrequenz zu, dass dem Betrachter spontan die Tränen aus den Augen hinausschießen würden. Die beiden Vorgänger "Hinterland" und "Afterglow" zumindest gehören zu den umwerfendsten, bewusst zeitgenössischen Regeln unterworfenen Symphonie-Prog-Orgasmen, die der Welt in den letzten Jahren zugänglich gemacht wurde. Seit Mai dieses Jahres steht der Hattrick - "Rites At Dawn" gilt jetzt schon als bislang beliebtestes Album der Truppe, was angesichts des vorgelegten Materials nicht weiter verwundert.

Das Image einer YES-Coverband, die ausschließlich eigene Lieder zum Besten gibt, streifen die Jungs auch mit diesem Album nicht ab; je nach Geschmack nähern sie sich ihrem Idol sogar immer weiter heran, um das Gefühl zu vermitteln, WOBBLER grüben die verloren geglaubten Alben der Jahre 1973 bis 1975 aus. Doch wie heißt es so schön: Besser gut geklaut als schlecht erfunden. Wobei sogleich eine Ergänzung vorgenommen werden muss: "Rites At Dawn" kupfert dermaßen beängstigend gut vom Original ab, dass man langsam, aber sicher mit sich selbst zu hadern anfängt. Ob nicht gerade eine Wachablöse in der eigenen Playlist stattfindet? Steve Howe hat scheinbar aus der Distanz Kinder aufgezogen, von denen er wahrscheinlich nichts weiß. Diese Vermutung bekommt über die gesamte Spiellänge Rückendeckung: Das komplexe Zusammenspiel aller Instrumente - vom tanzenden Rickenbacker-Bass über die vielen fantastischen Akustik- sowie E-Gitarren-Läufe bis hin zu den teilweise hochdramatisch agierenden Mellotron-Verzierungen - läuft Song für Song zu artistischer Höchstform auf, die nicht unweit eines Meilensteines der Marke "Closer To The Edge" oder - um nun endgültig weiter auszuholen - den frühen GENESIS-Wohltaten anzusiedeln wäre. So hätten enorm abwechslungsreiche Hymnen wie "In Orbit" keine schlechte Figur auf einem der eben erwähnten Referenzen abgegeben; insbesondere auch deswegen, weil hier nicht krampfhafte Kopisten, sondern von purer Leidenschaft angetriebene Vollblut-Musiker am Schaffen sind, denen nichts ferner als das Darbieten uninspirierter, geschweige denn unglaubwürdiger Arrangements läge.

Die zweifellos größte Stärke dieses Albums besteht darin, welche natürlichen Wege es beschreitet. Faszinierend sitzt man vor der Anlage, wird wiederholt Zeuge wundersamer Wechsel, Soli-Einlagen ["This Past Presence"!] und einer zu jeder Zeit heraushörbaren, von nichts und niemandem aufhaltbaren Spielfreude, die einem rasch ein dämliches Dauergrinsen ins Gesicht zaubert. Danke dafür, WOBBLER!

Trackliste:
01 - Lucid
02 - La Bealtaine
03 - In Orbit
04 - The Last Presence
05 - A Faerie's Play
06 - The River
07 - Lucid Dreams
Spielzeit: 00:45:57

Line-Up:
Andreas Wettergreen Strømman Prestmo - Gesang
Morten Andreas Eriksen - Gitarre
Lars Fredrik Frøislie - Keyboards
Kristian Karl Hultgren - Bass
Martin Nordrum Kneppen - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha] | 21.12.2011 | 17:15

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