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Cover von Yes -- Fly From Here
Band: Yes Homepage Yes bei MySpace.com Metalnews nach 'Yes' durchsuchenYes
Album:Fly From Here
Genre:Prog Rock
Label:Frontiers Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:01.07.11
CD kaufen:'Yes - Fly From Here' bei amazon.de kaufen
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"Mehr als solide, trotz Beigeschmack"

„Fly From Here“ ist das erste Studioalbum von YES seit dem vor zehn Jahren erschienenen „Magnification“ und mit dem, was sich in der Zwischenzeit im Bandcamp ereignete, ließen sich problemlos ein paar Bücher füllen. Der langjährige Sänger Jon Anderson war aufgrund von Stimmproblemen zwischenzeitlich zu einer Pause gezwungen, woraufhin der Rest der Band mit dem vormals in einer YES-Tributecombo agierenden Kanadier Benoît David [sowie Keyboarder Oliver Wakeman, dem Sohn des legendären Tastenwizards und ebenfalls langjährigen YES-Mitglieds Rick Wakeman] zunächst nur eine Tour bestreiten wollte. Warum genau Davids Visum verlängert wurde und er nun auf der neuen Studioeinspielung zu hören ist, weiß außer den direkt Beteiligten vermutlich kaum jemand. Fakt ist, dass „Fly From Here“ somit das zweite Werk in der YES-Historie darstellt, auf dem nicht Jon Anderson zu hören ist. Das erste seiner Art war „Drama“ aus dem Jahre 1980. Damals war Anderson [mitsamt Rick Wakeman] kurz zuvor aufgrund musikalischer Differenzen ausgestiegen und die verbliebenen Mitglieder holten sich Verstärkung in Form der erfolgreichen Synthypopband THE BUGGLES – sprich Geoff Downes und Trevor Horn.

Und irgendwie scheint sich die ganze Geschichte nun, gute 30 Jahre später geradezu zu wiederholen. Wakeman Senior war zwischenzeitlich schon diverse Male wieder ein- und ausgestiegen, aber als es dann wirklich Ernst wurde und man zurück ins Studio ging, landete auch sein Sohn Oliver schnell auf dem Abstellgleis. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Nummern, für die er noch die Keyboards einspielen durfte, bediente erneut der mittlerweile wieder fest zur Band gehörende Geoff Downes die Tasten. Als Produzent fiel die Wahl zudem schon sehr früh auf dessen alten Kompagnon Horn, weshalb die Platte tatsächlich mit annähernd der selben Mannschaft eingespielt wurde, wie „Drama“ seinerzeit. Und als wäre das alles nicht schon abstrus genug, ist das sechsteilige Titelstück [rechnet man die „Fly From Here – Overture“ mit ein] nichts anderes als eine Variation eines im Jahre 1981 für die zweite Platte von THE BUGGLES aufgenommenen [und damals noch zweiteiligen] Stückes namens „We Can Fly From Here“. Was die neuen YES aus diesem – schon in seiner Ursprungsfassung interessanten – Werk herausgeholt haben, kann sich aber unbestritten hören lassen. Zwar ist es nicht wirklich überraschend, klingt es doch im Grunde genommen wie eine modernisierte und deutlich symphonischere Version der bekannten Motive, in jedem Fall ist es aber sehr gut umgesetzt worden. Genau so wenig überrascht die Tatsache, dass Benoît David seinem legendären Vorgänger über weite Strecken sehr ähnlich klingt, schließlich hat er ihn ja viele Jahre lang in seiner Coverband gemimt. Ein Grund zum Meckern ist das aber auch nicht, denn auch der mangelnden individuellen Note zum Trotz macht David einen wirklich guten Job. Neben dem Kernstück gibt es übrigens noch fünf weitere, neue Songs zu hören, die größtenteils das hohe – wenngleich nicht überragende – Niveau halten können, ohne das einer davon besonders hervorstechen würde.

Die Umstände, unter denen „Fly From Here“ entstanden sind, haben schon mehr als einen kleinen Beigeschmack, dennoch kann man einfach nicht abstreiten, dass die Platte musikalisch nahezu perfekt das abliefert, was man sich als YES-Fan von einem neuen Album erhofft. Einen absoluten Klassiker im Bandschaffen dürften ohnehin die wenigsten ernsthaft erwartet haben, trotzdem ist ihnen ein mehr als solides Alterswerk gelungen, was auch den größten Kritikern zumindest etwas Respekt abringen sollte. Sie haben immer noch ein Händchen für die großen, begeisternden Melodien und wissen diese auch exzellent umzusetzen.

Trackliste:
01. Fly From Here - Overture
02. Fly From Here - Pt I - We Can Fly
03. Fly From Here - Pt II - Sad Night At The Airfield
04. Fly From Here - Pt III - Madman At The Screens
05. Fly From Here - Pt IV - Bumpy Ride
06. Fly From Here - Pt V - We Can Fly (reprise)
07. The Man You Always Wanted Me To Be
08. Life On A Film Set
09. Hour Of Need
10. Solitaire
11. Into The Storm
Spielzeit: 00:47:35

Line-Up:
Benoît David – Vocals
Chris Squire – Bass, Vocals
Steve Howe – Guitars
Alan White – Drums
Geoff Downes – Keyboards
Timo Beisel [kaamos] | 01.07.2011 | 13:16

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