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Cover von Yes -- Heaven & Earth
Band: Yes Homepage Yes bei Facebook Metalnews nach 'Yes' durchsuchenYes
Album:Heaven & Earth
Genre:AOR, Prog Rock
Label:Frontiers Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:18.07.14
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"Mit gebremstem Schaum"

Was ist nur mit YES los? Hatte man sich nach dessen krankheitsbedingter Tourpause im Vorfeld des 2011er-Albums „Fly From Here“ nicht gerade auf die feine Art von Jon Anderson – DER Stimme überhaupt von YES – getrennt, war auch sein Nachfolger Benoit David bereits ein Jahr nach dessen Erscheinen wieder seinen Job los. Und als hätten die anderen Bandmitglieder daraufhin einen Frontmann gesucht, der wie eine Mischung aus seinen beiden Vorgängern klingt [zumindest was den Namen angeht] heißt der neue Mann am Mikro – kein Witz – Jon Davison. Dieser ist jetzt auf dem [die „Keys To Ascension“-Alben nicht mitgerechnet] neunzehnten Studioalbum der Briten erstmals zu hören.

Nun ist Davison nicht irgendein dahergelaufener Hampelmann, sondern ein durchaus gestandener Musiker, der seit 2009 auch bei GLASS HAMMER für den Gesang zuständig ist. Auffällig ist aber vor allen Dingen seine stimmliche Nähe zu seinem Vor-Vorgänger. Scheinbar wollen YES zwar nicht mehr mit Anderson zusammen arbeiten, aber dennoch so klingen, als sei dieser noch an Bord. Aber genug des Gossip und der Mutmaßungen, widmen wir uns nun den acht neuen Tracks, die mit einer Spielzeit von knapp über 50 Minuten zusammen das neue Album „Heaven & Earth“ ergeben. Da wäre zunächst mal der Opener „Believe Again“, der zwar schon deutlich nach YES klingt und auch mit einem netten Refrain durchaus zu gefallen weiß, trotzdem aber auch einen recht zahnlosen und gebremsten Eindruck macht. Diesen Eindruck wird man leider auch auf den folgenden Stücken nicht los: Dabei ist auch „The Game“ kein banduntypischer Song und hat ein paar hübsche Melodien in petto und auch die Ballade „To Ascend“ hat auf gewisse Weise durchaus ihren Reiz, kann aber dann doch nicht restlos überzeugen. „Step Beyond“ klingt zwar nicht unbedingt nach klassischen YES, hätte aber so oder ähnlich durchaus schon auf den letzten Alben stehen können. Wirklich nötig war der Song aber nicht. „In A World Of Our Own“ ist dann tatsächlich mal ein Stück, dass man mit seinen BEATLES und BEACH BOYS-Reminiszenzen wirklich nicht unbedingt gleich als YES-Komposition erkennen würde. Trotzdem zählt der Refrain des Stückes eindeutig zu den Highlights auf „Heaven & Earth“ - wovon das ziemlich ziellose „Light Of The Ages“ allerdings weit entfernt ist. Dann doch lieber das von Steve Howe komplett allein geschriebene, angenehm beschwingte „It Was All We Knew“. Das abschließende „Subway Walls“ macht schließlich das Dilemma von „Heaven & Earth“ noch mal ganz deutlich: Die Nummer weiß zwar durchaus, verschiedene Band-Trademarks gekonnt einzusetzen, schafft es aber dennoch nicht, die Magie zu erzeugen, die man schon so oft von YES gehört hat. Als hätte jemand einen Modellbaukasten mit Anleitung vor sich, schafft es aber trotzdem nicht, die Teile richtig zusammenzufügen.

Der erneute Wechsel auf dem Sängerposten ist zwar eine kleine Farce, die – aus der Distanz – darauf schließen lässt, dass YES nur ein Haufen divenhafter Musiker sind, dennoch liegt hier nicht der Hund begraben. Die Songs von „Heaven & Earth“ sind seltsam zahn- und orientierungslos und lassen – mit ein paar Ausnahmen – die ganz großen Melodien vermissen, die die Musik von YES über Jahrzehnte immer ausgezeichnet haben. Es ist ein bisschen so, als hätten sich ein paar absolute Ausnahmemusiker [das sind sie fraglos] zum Kaffeekränzchen getroffen und da dabei zufällig ein Aufnahmegerät mitgelaufen ist, habe man das Resultat nun als Album veröffentlicht. Auch wenn die Songs hier und da aufhorchen lassen, „Heaven & Earth“ ist das schwächste YES-Studioalbum mindestens seit „Open Your Eyes“ von 1997. Daran ändert leider auch das einmal mehr wunderschöne Artwork von Haus- und Hofdesigner Roger Dean nichts.

Trackliste:
01. Believe Again
02. The Game
03. Step Beyond
04. To Ascend
05. In A World Of Our Own
06. Light Of The Ages
07. It Was All We Knew
08. Subway Walls
Spielzeit: 00:51:31

Line-Up:
Jon Davison – Vocals
Steve Howe – Guitars
Chris Squire – Bass
Geoff Downes – Keyboards
Alan White – Drums
Timo Beisel [kaamos]
18.08.2014 | 00:33
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