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"Zurück in der Königsklasse"
Cover von Zero Degree -- Surreal World [Re-Release]
Band: Zero Degree Homepage Zero Degree bei Facebook Metalnews nach 'Zero Degree' durchsuchenZero Degree
Album:Surreal World [Re-Release]
Genre:Melodic Death Metal
Label:Massacre Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:23.03.12
CD kaufen:'Zero Degree - Surreal World [Re-Release]' bei amazon.de kaufen
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"Fetter Melodeath Made in Germany"

Lang haben sie auf sich warten lassen, doch DARK TRANQUILLITY schmeißen jetzt nach zwei Jahren endlich den Nachfolger zu „We Are The Void“ auf den Markt, tarnen sich aber geschickt als frisch gesignte Newcomer-Band und sorgen damit für große Münder bei … ach, halt, ZERO DEGREE sind nicht die schwedischen Melodeather? Und „Surreal World“ ist nicht der Nachfolger vom 2010er Album, sondern das neuveröffentlichte Debüt einer aus Nordhausen stammenden Truppe? Wenn man sich die Scheibe so anhört, kann man die mit ihren großen Vorbildern allerdings schon mal verwechseln … so gut, wie sie ihre Sache machen.

Ähnlich wie die Göteborger in ihrer aktuellen Phase verschreiben sich die Thüringer modernen Melodic Death Metal, ohne ihren Stil mit Metalcore zu verschwuchtelisieren. Arschtretende Riffs, Twin-Guitar-Breitseiten und kraftvoll-eingängige Melodien wechseln sich mit Doublebass-Einlagen und langen Soli ab. Überhaupt gewähren ZERO DEGREE ihren drei Gitarristen viel Platz zur Entfaltung, in denen Songs gut und gerne mal zur Hälfte ihrer Spielzeit nur aus Leads oder Soli bestehen. Dies ist beileibe nicht als Kritik aufzufassen, denn die Jungs wissen einfach wie man im Mid-Tempo die Melodie-Bögen aufbauen muss, um den Zuhörer nicht nur in den siebten Himmel zu schießen, sondern auch die Spannung hochzuhalten. Man höre sich nur mal „Disease“ oder den Rausschmeißer „The Fog“ an, die mit einigen verschlafenen Melodeath-Größen den Boden aufwischen. Ab und an zieht man das mittlere Tempo auch gehörig an, wie etwa in den kurzen Doublebass-Einschüben in „Frozen Alive“, an der sich die nächste Parallele ziehen lassen kann: Sänger Thomas hat sich vom Gesangsstil von Anders Fridén inspirieren lassen, dementsprechend gibt’s gut verständliche Screams ohne klare Clean-Vocals auf den Pelz. Für das heraus stechende „Virus“ stand klar AT THE GATES Pate, das mit klassischen Heavy Metal- und Thrash-Anleihen noch fetter auftrumpft und für kleinere Synth-Passagen im famosen Titeltrack sind naja, eben DARK TRANQUILLITY verantwortlich. Damit gewinnen ZERO DEGREE mit Sicherheit keinen Originalitätspreis und das Rad bleibt nach wie vor das Gleiche, aber das wollten sie auch nicht erreichen. Stattdessen liefert man hier ein cooles Werk von erfrischendem Melodic Death Metal ab, dem es bislang nur an zwei Dingen fehlt: Hits, deren Refrains und Melodien den Punkterahmen sprengen und etwas mehr Eigenständigkeit, der Musik muss noch diese gewisse, einprägsame Note verliehen werden, an der man die Handschrift des Sextetts erkennen kann. Das Potenzial dazu hätten sie.

Damit ist ZERO DEGREE gleich die nächste deutsche Melodeath-Band, die in den letzten Monaten ordentlich Eindruck schinden konnte, dieses Mal eben mit ihrer Interpretation der DARK TRANQUILLITY´schen Gattung. Wer Fan dieser oder überhaupt irgendeiner Göteborger Death Metal Band ist, mit strengem Fokus auf Melodie, hat hiermit ein wunderbares Übergangswerk bis zur nächsten DT-Scheibe gefunden. Da es sich hier um ein Re-Release einer Eigenproduktion handelt [das darüber hinaus einen schönen, direkten Gitarren-Sound aufweist], muss ich leider von einer Wertung absehen. Ich stünde zwischen 5 und 5,5 Punkten, mit starker Tendenz zur höheren Punktzahl. Ich bin überzeugt, dass bei der nächsten CD [„Surreal World“´s erste Fassung ist schließlich 1 ½ Jahre alt] eine noch höhere Punktevergabe möglich ist.

Trackliste:
01. The Door To The Unknown
02. Tomorrow Dies Today
03. Frozen Alive
04. The Storm And The Silence
05. Grapes Of Wrath
06. Whispering Age
07. Virus
08. Disease
09. Surreal World
10. Where Angels Die
11. The Fog
Spielzeit: 00:50:33

Line-Up:
Thomas - Vocals
Pascal - Guitar
Maik - Guitar
Tobias - Drums
André - Bass
Sebastian - Guitar
Nico Carvalho [Champ]
23.03.2012 | 17:15
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