Die U.S. Metaller WAR OF THRONES haben einen Videoclip zu ihrem Song "Say What" von ihrem Debüt-Album "Conflict In Creation" veröffentlicht.

Die aus Québec stammenden Melodic Death Metal-Legenden KATAKLYSM haben ein Video zu ihrem Song "

Die einheimischen Death Metaller OBSCENITY haben mit "Summoning The Circle" ein neues Album für den 7. Dezember 2018 in Aussicht gestellt.

Die um den gleichnamigen Musiker formierte THE NEAL MORSE-Band hat mit "The Great Adventure" den Titel ihres nächsten Albums bekannt gegeben.

Die kanadischen Thrash Metal-Urgesteine EXCITER haben mit Daniel Dekay [DIEMONDS] einen neuen Gitarristen in ihre Reihen aufgenommen.

Die walisischen Modern Metaller BULLET FOR MY VALENTINE haben ein Video zu ihrem Song "Not Dead Yet" ins Netz gestellt.

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Coalesce – Jes Steineger

Mit „Ox“ legen die reformierten Mathcore-Pioniere COALESCE definitiv keinen halbgaren Reunion-Output vor, sondern ein Krachmanifest, das sich qualitativ durchaus mit der legendären Vergangenheit der Amis messen lassen kann. „Ox“ ist anders und spannend, wird aber jeden Zweifler verstummen lassen. Es ist schlicht faszinierend, wie geschickt und originell die Band zehn Jahre nach ihrem letzten Album „0:12 Revolution In Just Listening“ vorgeht. Gründungsmitglied und Gitarrist Jes Steineger redet über den damaligen Split, die Zukunft und natürlich über „Ox“.

Was waren die Gründe für den Split nach, bzw. während des Entstehungsprozesses von „0:12 Revolution In Just Listening“ und wie ist die Band wieder zusammengekommen?

Nun, viele der Gründe, warum es zum Split kam, hatten damit zu tun, dass ich zu dem Zeitpunkt andere Dinge in meinem Leben machen wollte. Ich hatte die Schnauze voll vom Musikmachen. Für jede Tour musstest du dein Leben völlig umkrempeln und das mit der Erwartung, dass COALESCE niemals eine wesentliche Einnahmequelle sein wird. Das deckte sich mit der Tatsache, dass auch die anderen in der Band neue Projekte, neue Firmen und neue Familien gründeten. Zwischen 1999 und 2005 haben wir alle quasi Dinge getan, die geholfen haben, unser Leben so weit zu stabilisieren, dass wir es uns leisten könnten, COALESCE als Hobby möglich zu machen. Unbewusst natürlich. Wir sind alle Ende 20, Anfang 30, jeder von uns ist seit einer Weile verheiratet und wir haben gelernt, mit dem kreativen Input und den persönlichen Macken eines jeden diplomatischer und bedachter umzugehen. Außerdem müssen wir uns jetzt, wo COALESCE nur ein Teilzeit-Job sind, keine Gedanken mehr um die Kohle machen. Solange sich die Einnahmen mit den Kosten decken und die Band keinen Ärger für unser Privatleben mit sich bringt, haben wir eine verdammt gute Zeit. Außerdem ist es cool, dass es uns die Band ermöglicht, von Zeit zu Zeit Cowboy spielen zu können. Wir können immer mal wieder weg von Zuhause und den dortigen Verpflichtungen und das ein oder andere Tanzbein schwingen.

Hattet ihr von Anfang an den Plan, ein neues Album einzuspielen oder wolltet ihr nur ein paar Gigs spielen?

Eigentlich wollten wir nur die Reunion-Show auf dem Hellfest Festival 2005 spielen. Irgendwann kamen Nathan Ellis [Bass – d. Verf.] und ich auf neue Songideen zu sprechen. Ende des Sommers 2005 hatten wir die „Salt And Passage“-7″ geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt fühlte es sich für mich ein wenig komisch an, COALESCE ohne unseren alten Drummer James Dewees weiterzuführen, also haben wir uns dazu entschlossen, uns einen anderen Namen zu suchen. Nach einigen Shows war der alte Spirit wieder da und es wäre dumm gewesen, nicht unter dem Namen COALESCE weiterzumachen. James gab uns seinen Segen, von da an fühlte ich mich sicherer. Zumal es mit Jr. [der „neue“ Drummer Nathan Richardson – d. Verf.] wirklich Spaß macht, Musik zu machen. Außerdem: Wir hatten noch nie so ein stabiles Line-Up, haha. Jr. ist inzwischen also ein vollwertiges Mitglied. Jedenfalls, nach der 7″ begannen wir sofort mit dem Songwriting für „Ox“. Ich hatte noch drei Songs für ein Side-Projekt geschrieben, die ich dann aber für „Ox“ verwendet habe. Da ich neun Stunden entfernt vom Rest der Band wohne, war es etwas schwierig zusammenzukommen und Demotracks zu schreiben, bzw. aufzunehmen. Dazu kamen noch die logistischen Aspekte der Produktion und Labelverhandlungen. Es dauerte also ziemlich lange, bis „Ox“ fertig war. Aber jetzt wird es endlich veröffentlicht und wird sind völlig begeistert!

Wie würdest du „Ox“ selbst beschreiben?

Mein persönliches Ochsengebrülle! COALESCE in ihrer „Ox“-Phase sind die Cowboy-COALESCE. Die COALESCE, die die Freundschaft lieben, die die Band bildet. Ein Ausbruch aus der Routine und wenn es nur für ein Wochenende ist. „Ox“ wirklich ein wichtiger Punkt in meinem Leben und ich habe viel Gefühl in das Album gesteckt.

Wie ist „Ox“ im Detail entstanden?

Der Entstehungsprozess war nicht wirklich anders als früher, außer, dass Nathan inzwischen viel mehr Einfluss im Frühstadium der Dinge hat. Wir schreiben die Grundsachen, also Riffs, Strukturen, etc. und geben das Zeug an Jr. weiter und schauen, wie die Drums die Ideen verändern. Dann machen wir ein paar kleine Änderungen und nehmen Demos auf, wenn es sich gut anfühlt. Dieses Demo bekommt dann Sean [Ingram, Sänger – d. Verf.], der Änderungsvorschläge einbringen darf, was er aber selten macht. Sobald alle mit dem Demo zufrieden sind, gehen wir ins Studio. Die Vocals von Sean hören wir meistens erst einen Monat, bevor es an die Gesangsaufnahmen geht. So war zumindest der Prozess für die Aufnahmen von „Ox“ und der neuen EP, die Ende dieses Jahres erscheinen wird [„OXEP“ – d. Verf.]. Es kann vorkommen, dass wir einen Song erst ein, zweimal gespielt haben, bevor es an die Aufnahmen geht. Mindestens einen Song von „Ox“ haben wir sogar erst im Studio geschrieben.

Was bedeutet „Ox“ [Das Wort kann sowohl Ochse als auch Klinge heißen – d. Verf.] im Albumkontext und auch in Verbindung zum Artwork? Gibt es einen tieferen Sinn hinter dem Ganzen oder gar eine Art Konzept?

Es gibt immer eine gewisse Ausnutzung des Sinns eines jeden Produktes, es gibt also immer mehr Bedeutungen als ein Künstler überhaupt artikulieren kann. Dieser abschweifende Aspekt von COALESCE war noch nie mein Ding. Ich denke, dass die anderen Jungs in der Band mir zustimmen, wenn ich sage, dass sich jeder, der sich für COALESCE interessiert, seine eigene Meinung bilden kann, ob es nun Bedeutung oder Sinn in COALESCE-Alben gibt oder nicht, bzw. wenn ja, welche. Ich muss mich in der Schule genug mit dem Sinn oder der Bedeutung von Dingen herumschlagen, deswegen will ich COALESCE da raus halten. Ich achte mehr auf die Texturen und Strukturen in Seans Stimme als auf den Inhalt seiner Texte. Aber es muss auf jeden Fall erwähnt werden, dass Sean einen verdammt harten Job hat, Lyrics für so unterschiedliche Typen wie wir es sind, zu schreiben.

Sehr viele Bands berufen sich auf euch, wenn es um ihre Einflüsse geht. Wie fühlt sich das an? Bedeutet dir das etwas? Und welche Bands haben dich inspiriert?

Ich versuche nicht über diese Dinge nachzudenken. Wenn mir Leute sagen, dass sie COALESCE mochten, als sie jünger waren oder uns als Einfluss bezeichnen, dann bin ich dankbar, aber ich versuche darüber hinwegzusehen und auf einer anderen Ebene Verbindung zu diesen Leuten zu finden. Ich selbst würde COALESCE nie als einflussreich oder innovativ ansehen. Manche Leute sagen das, ich nicht. Letztlich lässt sich das auch kaum belegen. Wenn ich jemanden von einer Band treffe, die mich früher beeinflusst hat, habe ich kein Problem damit, die Person auf eine besondere Art zu behandeln, hauptsächlich, weil Einflüsse eine sehr gefühlsbetonte Sache für jedermann ist. Ich sehr dankbar, dass es Bands wie TOOL, THE JESUS LIZARD, METALLICA, BAD BRAINS, PANTERA oder QUICKSAND gibt oder gab. Ich meine Bands, die sehr viele Leute als Einfluss ansehen. Für mich sind diese Bands Erfinder von Genres und haben ihren ganz eigenen Sound. Aber ich würde COALESCE nicht in diese Schublade stecken. Wir sind einfach nur eine Garagenband, die einfach nicht verschwinden will, haha. Ich habe nie rausgefunden, wie ich mich richtig verhalten soll, wenn mir jemand sagt, dass COALESCE in irgendeiner Form Einfluss auf ihn, bzw. sie hatten. Ich sollte noch erwähnen, dass COALESCE, zumindest meine Rolle, von Bands beeinflusst wurden, die es nie wirklich geschafft haben, aus dem Underground auszubrechen: DAZZLING KILLMEN, CRAWLPAPPY, RITUAL DEVICE, ED HALL, SLACKJAW, GERMBOX und so weiter. Alles mehr oder weniger lokale Bands aus dem mittleren Westen als ich noch ein Kind war. Verdammt großartige Bands, die meinen Ethos genauso geprägt haben wie meine musikalische Entwicklung. In gewisser Weise glaube ich, dass sich der Bekanntheitsgrad von COALESCE niemals ändern wird, bzw. immer klein bleiben wird. Die Bands, bei denen wir als Referenz angegeben werden, sind größer und besser als wir. Und in gewisser Weise mag ich das. Das gibt mir Sicherheit. COALESCE ist der Gegensatz zu „The Band To Rule All Bands“. Je abgeschotteter COALESCE sind, desto mehr Freiheit fühle ich. Je mehr ich das Gefühl habe, dass es Leute gibt, die etwas von mir erwarten, ich also verpflichtet bin, etwas abzuliefern, was ihnen gefällt, desto weniger Spaß habe ich an COALESCE.

Wenn du auf die Karriere der Band zurückblickst: Gibt es Dinge, die du bereust? Hättest du gerne Dinge anders gemacht?

Klar, ich bereue einige Dinge. Aber ein Teil davon das Ganze hier nochmal zu machen, ist von dem Verlangen motiviert, die Dinge, die ich damals als ich noch jünger war, verbockt habe, wieder in Einklang zu bringen. Und ich denke, dass wir es nicht mehr nötig haben, die Dinge von den früheren COALESCE-Jahren, die wir bereuen, zu reflektieren. Jetzt geht es darum zu versuchen, dass die Dinge auf Tour nicht außer Kontrolle geraten, so dass es nichts gibt, was wir bereuen, wenn wir wieder in die Routine unseres Nicht-Cowboy-Lebens zurückkehren.

Ihr plant eine Headliner-Tour durch Europa. Wer werden die Support-Acts sein und was sind eure Erwartungen an die Shows?

Ich bin mir nicht sicher, ob wir bei allen Shows Headliner sein werden. Wir waren noch nie in Europa, also denke ich, dass wir eher für die Bands eröffnen sollten, die dauernd bei euch touren. Ich könnte mir vorstellen, dass eine große Zahl lokaler Acts von denen ich noch nie etwas gehört habe, für uns eröffnen werden. Eine Band, auf die ich mich sehr freue, sind STUNTMAN aus Frankreich. Ihr Gitarrist Flo und ich sind sehr gute Freunde geworden und ich freue mich, ihn persönlich treffen zu können. Wir spielen noch Shows mit KYLESA und TORCHE, aber da werden wir bestimmt Opener sein. Wir werden auch nicht das Hellfest in Frankreich oder anderes Festival auf denen wir spielen headlinen. Es ist nun mal so: COALESCE sind eine Keller-Band. Wir spielen lieber auf dem Boden. Wir müssen uns immer noch daran gewöhnen, in Clubs zu spielen, die eine Bühne und eine professionelle P.A. haben. Letztlich ist es mir egal, ob wir headlinen oder nicht, solange wir spielen können. Und außerdem freue ich mich sehr auf Europa! Vor allem auf Deutschland! Ahha.

Wie sieht die Zukunft von COALESCE aus?

Darüber reden wir nicht wirklich. Unsere Planung ist recht prompt. Wir sind bereit, in Europa zu touren. Wir freuen uns, dass „Ox“ bald erscheint. Wir sind bereit für die „OXEP“, die Ende des Jahres veröffentlicht wird. Wir würden gerne noch in den USA touren und zum ersten Mal in Japan spielen. So weit reicht unsere Zukunft: 12 Monate. Wir haben noch nicht darüber geredet, ob noch ein weiteres Album in uns steckt. Das werden wir dann sehen, wenn es soweit ist.

nnnon / 06.06.2009

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