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Die U.S.-amerikanische Metalcore-Band ALL THAT REMAINS hat mit dem brutal "Fuck Love" betitelten Song eine neue Nummer ins Netz gestellt.

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Die finnischen Power Metal-Pioniere STRATOVARIUS haben ein Lyric-Video zur orchestrierten Version ihres Songs "Unbreakable" vorgestellt.

HomeReviewCor Scorpii – Ruin

Cor Scorpii – Ruin

Wertung
6.0/7 Punkten


Info
VÖ: 15.06.2018
Label: Dark Essence Records
Spielzeit: 00:53:50


Line-Up
Inge Jonny Lomheim – Bass
Stian Bakketeig – Guitar
Ole Nordsve – Drums
Thomas S. Øvstedal – Vocals
Gaute Refsnes – Vocals, Keyboard
Rune Sjøthun – Guitar


Tracklist
Svart Blod (Hovmod star for fall)
Hjarteorm
Skuggevandrar
Fotefar
Helveteskap
Ri di Mare
Ærelaus
Siste Dans

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Selbst knapp fünfzehn Jahre nach dem Ableben des WINDIR-Masterminds und Sognametal-Initiators Valfar ist das Interesse an melodisch-folkigem Black Metal aus der Gegend um das verschlafene norwegische Städtchen Sogndal ungebrochen. Auch wenn VREID nach furiosem Start etwas auf dem absteigenden Ast sind, gibt es trotzdem regelmäßigen Nachschub aus der Riege der WINDIR-Nachfolgebands, zuletzt mit dem zweiten MISTUR-Album „In Memoriam“. Auch COR SCORPII, von den drei genannten sicherlich die am wenigsten bekannte Band, haben zehn Jahre nach ihrem fantastischen Debüt endlich ein zweites Album zusammenbekommen.

 

Ein Zweitwerk, das COR SCORPII im melodischen Black Metal weit nach vorne katapultieren sollte.

 

„Ruin“ ist eines von den Alben, bei denen sich das jahrelange Warten lohnt – eines von denen, wo die jahrelange Arbeit in Qualität gipfelt und nicht daraus resultiert, dass den Musikern nichts mehr einfallen mag. Von Minute eins an ist „Svart Blod“ der Opener, der einem mit sehnsüchtigen Keyboards, voranpreschendem Schlagzeug und den stiltypisch über allem singenden Leadgitarren die Freudentränen ins Gesicht treibt. Das Stück bewegt sich, wie 75% des Albums, im sicheren Rahmen dessen, was Sognametal seit jeher ausgemacht hat, mit all seiner majestätischen Aura, dem cleanen Gesang (hier durch Gastsänger eingebracht), den Dynamikwechseln, den wunderschönen mehrstimmigen Melodieläufen und dem unverwechselbaren Gespür dafür, Bilder von Fjorden und Wäldern mit Musik zu malen. In gewissem Maß fühlt sich „Ruin“ tatsächlich, deutlich mehr als die letzten Werke MISTURs oder VREIDs, wie eine stilistische Fortführung von „1184“ an – COR SCORPII belassen ihre Musik rein von Einflüssen aus dem Death oder Thrash Metal und wollen auch nicht unbedingt krampfhaft so klingen, als sei es 2018. Auch „Hjarteorm“, „Skuggevandrar“ oder das im Vorfeld veröffentlichte „Fotefar“ mit einer zu Tränen rührenden Leadmelodie schlagen klar in diese Kerbe.

 

Teile des Albums gehen trotz der Tatsache, dass man „Ruin“ streckenweise nicht von den letzten beiden WINDIR-Alben unterscheiden kann, über den Horizont des späten Valfar hinaus, wagen sich in langsamere und rhythmischere Gefilde vor, arbeiten dezenten weiblichen Folkgesang ein oder unterstützen durch Orchestrierungen Teile, in denen Gitarren und Keyboards nicht dick genug auftragen. Vor allem kurz vor Ende des Albums experimentieren COR SCORPII in den etwas blassen „Helveteskap“ und „Ri di Mare“ und vor allem dem sehr folkig startenden „Æerelaus“, das sich im Verlauf von fünf Minuten nicht recht zwischen heavy Riffing, Orchester und Folkmetal entscheiden mag. Erst auf der Zielgeraden fahren die Musiker mit „Siste dans“ noch einmal ganz groß auf – Orgeln, Akkordeon, verschiedene Gesänge und ein letztes Mal zehn Minuten lang Vollgas vor einem wunderbaren Schlussriff fassen ein überaus gelungenes, wunderbar ausgearbeitetes und emotional ergreifendes Album perfekt zusammen. Es erweist sich mal wieder als richtig, dass es unbezahlbar ist, ein Album so lange reifen zu lassen, bis es das ist, was es sein muss – in diesem Fall ein Zweitwerk, das COR SCORPII im melodischen Black Metal weit nach vorne katapultieren sollte.

 

PS: Ein Wort noch zu dem Cover. Der einzige echte Schwachpunkt von „Ruin“ – stilistisch passt dieses Photoshopmonster aus dem PS4-Kosmos so gar nicht zu dem, was die Platte emotional transportiert. Finde ich jedenfalls.

Florian Dammasch / 15.07.2018

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