Manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Nachdem ich zum ersten Mal in den Song „Fallen One“ aus dem 2014er Album „Blood Leads to Glory“ der Heavy Metal-Formation ELVENSTORM rein gehört hatte, verortete ich die Band zunächst in den Bereich Power Metal mit leichter

SCARS ON BROADWAY, das lange im Winterschlaf befindliche Projekt von SYSTEM OF A DOWN-Gitarrist Daron Malakian, gibt ein neues Lebenszeichen von sich.

Die um die beiden GODSMACK-Musiker Shannon Larkin [Schlagzeug] und Tony Rambola [Gitarre] versammelte Blues-Formation THE APOCALYPSE BLUES REVUE hat mit "Nobody Rides For Free" einen neuen Song veröffentlicht.

Die aus Florida stammenden Death Metal-Urgesteine DEICIDE haben ein Lyric-Video zu ihrem neuesten Song "Excommunicated" vorgestellt.

Die teutonischen Metal-Urgesteine GRAVE DIGGER haben jüngst ein Lyric-Video zu ihrem Song "Fear Of The Living Dead" im Internet veröffentlicht.

Die bayrischen Technical Death Metaller OBSCURA haben ein Video zu ihrem Song "Mortification Of The Vulgar Sun" ins Netz gestellt.

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Der Weg einer Freiheit – Nikita Kamprad, Nico Ziska

Zu den größten Gewinnern der nun auch nicht mehr ganz so frischen Welle des deutschen Black Metal zählen zweifellos DER WEG EINER FREIHEIT. Die rief 2009 der einstige Metalcore-Gitarrist Nikita Kamprad ins Leben und führte sie durch alle Irrungen und Wirrungen zu einem mittlerweile mehr als respektablen Szenestatus. Dafür verantwortlich waren nicht nur starke Alben wie „Unstille“, „Stellar“ oder das aktuelle „Finisterre“, sondern auch ständige Touren und eine klare linkspolitische Grundhaltung, die im gewohnt rustikalen Genre Black Metal natürlich nicht vorbehaltslos begrüßt wurde. Wir hockten uns in Wien mit Nikita und seinem brandneuen Bassisten Nico für eine knappe Stunde gemütlich in den Tourbus, um Einstellung und Wesen der Band, das einstige Dahinsiechen der deutschen Black-Metal-Szene, die Gefährlichkeiten von Politik in der Musik und die gewiss spezielle Liebe zu SCOOTER im Backstage-Bereich zu diskutieren.

Nikita, euer aktuelles Album „Finisterre“ kam bei Kritikern und Fans gleichermaßen gut an, war euer bislang wohl größter Erfolg. Schlug sich dieser Erfolg auch auf eurer vergangenen Europatour mit REGARDES LES HOMMES TOMBER nieder?

Nikita Kamprad: Auf jeden Fall. Allein die Besucherzahlen als Hauptkriterium sprechen eine klare Sprache. Es ist ein Level Up zum letzten Jahr und wir spielen oft in größeren Locations. Die Leute, die mit uns vor und nach den Konzerten reden, zeigen sich im direkten Gespräch sehr begeistert. Derzeit können wir auf gar keinen Fall meckern.

Ihr seid in den letzten Jahren an die Speerspitze des deutschen Black Metal gekommen. Eine Szene, die gerade in eurer Heimat über viele Jahre lang brachlag. Wie fühlt es sich an, bei dieser Revitalisierung ganz vorne zu stehen?

Kamprad: Das ist schwer zu sagen. Ich persönlich merke, dass viele jüngere Leute teils auch durch uns in diese Richtung reingezogen werden und von der Musik angetan sind. Das ehrt mich natürlich, denn als ich selbst jünger war, hatte ich auch meine Idole und Lieblingsbands, die mich inspirierten. Wir werden immer mehr zu einer Lieblingsband von Personen, die 10-15 Jahre jünger sind als ich. Man fühlt sich dadurch geehrt und auch etwas verantwortlich gegenüber dem ganzen Genre. Ich will mich da aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn es gibt noch unzählige andere tolle Bands im deutschen Black Metal. Dass hier jahrelang nichts passierte, stimmt nur teilweise. In den 2000ern ging mit Bands wie NAGELFAR, NOCTE OBDUCTA, ORLOCK, DRAUTRAN oder HELRUNAR sehr viel. Dann gab es ein Riesenloch und ich habe das auf einen Schlag vermisst. Das war ein ausschlaggebender Grund, dass ich diese Musik machen wollte. Ich wollte nicht das Loch füllen, aber etwas zu dieser Szene beitragen. Manche betrachten mich als Spinner, andere finden das gut. Insgesamt kommt es aber ganz gut an und wir haben eine solide Fanbase aufgebaut, für die wir sehr dankbar sind.

Sagen wir so – es gab mal eine Phase, da schien der deutsche Black Metal fast nur aus MYSTIC CIRCLE zu bestehen. Diese Zeiten sind nun endgültig vorbei.

Kamprad: [lacht] Das stimmt.

Der Black Metal ist in Europa trotzdem noch sehr zentriert auf das eiskalte Skandinavien, das progressive Frankreich oder die kompromisslosen Südländer. War es für euch schwieriger, von Anfang an den nötigen Respekt in der Szene zu kriegen?

Kamprad: Das stimmt schon. In den ersten drei bis vier Jahren waren wir ausschließlich in Deutschland unterwegs und auch das Feedback war sehr national. Mit der „Unstille“ 2012 ging es langsam internationaler und vor allem Frankreich hat einen Narren an uns gefressen. Das ist mittlerweile fast ein ebenbürtiger Markt zum deutschsprachigen Raum. Es stellt uns immer noch vor ein Rätsel, weil die Leute dort meist nichts von den Texten verstehen und wir es komisch finden, dass wir dort so gut aufgenommen werden. Auf der letzten Tour hatten wir im Endeffekt mehr Publikum als in Deutschland, das war schon krass.

Abseits der Texte ist das aber ein schönes Kompliment für eure Melodien und die Instrumentierung, die dort offenbar einen Nerv getroffen haben.

Kamprad: Die Lyrics sind ihnen gar nicht so wichtig. Manchmal übersetzen sie es sich auf eigene Faust, aber die Musik an sich ist ihnen wesentlich wichtiger. Für mich selbst sind die Melodien in der Musik auch das Wichtigste, weil sie dich packen müssen.

Dass die Texte auf „Finisterre“ von Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ inspiriert wurden, konnte man schon überall lesen. Mich würde interessieren, welchen Stellenwert Literatur im Allgemeinen für dich als Texter für die Band hat?

Kamprad: Für dieses Album war es sehr wichtig, aber es war schon ein Novum, denn bislang spielte Literatur kaum eine Rolle für DER WEG EINER FREIHEIT. Ich wollte das nun aber ausprobieren und neue Territorien erforschen. Der Roman hat mich sehr stark inspiriert und ich wollte das Album auf dieser Thematik aufbauen – es klang einfach zu interessant.

Es ist dann oft ein schmaler Grat zwischen Kopie und Eigeninterpretation. Also dazwischen, dass du den „Steppenwolf“ nur runterbetest oder doch eigene Schlüsse daraus ziehst. Hat dich das vor ein Problem gestellt?

Kamprad: Das könnte man meinen, aber ich konnte das Problem gut umschiffen. „Der Steppenwolf“ ist so komplex und bietet so viel Interpretationsspielraum, dass ich nicht Gefahr lief, mich da zu verrennen. Wir geben den Hörern ja auch kein perfektes und vollkommenes Bild, es muss immer noch jeder seine eigenen Schlüsse daraus ziehen können. Popmusik funktioniert in der breiten Masse deshalb so gut, weil einem ein Sound vorgesetzt wird und man nicht viel darüber nachdenken muss – genau das wollen wir mit unserer Band eben nicht verfolgen. Ich finde es interessant, wenn man sich mit den Songs auseinandersetzen muss, um sie allgemein oder für sich selbst zu verstehen. Man muss seiner Fantasie freien Lauf lassen und das passierte mir auch beim „Steppenwolf“. Ich habe das Buch mehrmals gelesen und immer mehr Dinge entdeckt, die für mich Sinn machten.

In dem Roman geht es viel um Angst, Hass und das Aufwiegeln der Gesellschaft – Österreicher und Deutsche kennen das aus der Historie sehr gut. Derzeit hat man das Gefühl, dass sich vieles – auch politisch – wieder in diese Richtung dreht. Ist das eine Angst, die du auch selbst verspürst und die Einzug auf „Finisterre“ hielt?

Kamprad: Auf jeden Fall. „Der Steppenwolf“ hat mir gezeigt, dass vor ca. 100 Jahren, als das Buch entstand, die Gesellschaft mit aufstrebendem Fremdenhass und Waffenaufrüstung vor den gleichen Problemen stand wie heute. Es ist eine gespannte Stimmung in der Luft und man hat Angst vor dem Kommenden, weil man nicht weiß, was passiert. Damals standen dann die beiden Weltkriege vor der Tür, wo alles, auch wirtschaftlich, in sich zusammenfiel. Das hat mich schockiert und alarmiert, dass so etwas wieder passieren könnte. Sämtliche Entwicklungen laufen zyklisch ab, das ist bei Kriegen und auch Wirtschaftskrisen so. „Finisterre“ sollte einen dazu anregen, darüber nachzudenken und zu versuchen, die Welt einmal vor seiner eigenen Haustür zu verbessern.

Es ist schon mal löblich, dass du nicht über Drachen und Teufel singst. Hat Black Metal deiner Ansicht nach einen Bildungsauftrag?

Kamprad: Bildungsauftrag ist etwas weit gegriffen, aber mir persönlich ist es wichtig, gehaltvolle Texte zu schreiben. Drachen und Feuer sind bei anderen Bands im Mittelalter-Metal besser aufgehoben, ich setze mich lieber mit Dingen auseinander, die einen Realitätsbezug haben. Die alten Alben waren eher naturbezogen, aber ich reflektierte immer das reale Leben. Ich gehe beim Schreiben nicht nach irgendwelchen Trends.

Du hast in Interviews oft betont, dass ihr innerhalb der Band privat keine politischen Menschen seid und euch auch in der Musik nicht politisch artikuliert. Aber wenn du dich an den „Steppenwolf“ anlehnst, ist das doch ein Widerspruch in sich. Du kannst ihn unmöglich unpolitisch interpretieren.

Kamprad: Das stimmt schon, das kam auch oft zur Sprache. Ich bin immer noch der Meinung, dass unsere Musik überhaupt nicht von Politik beeinflusst ist. Wenn man aber die Texte auf so einem Werk aufbaut und man weiß, dass Hesse entschiedener Kriegsgegner war und die Nazis sehr kritisch gesehen hat, bringt man sich natürlich selbst in einen Zwiespalt. Nach wie vor würde ich aber auf jeden Fall sagen, dass wir keine politische Band sind. Wir machen auch auf der Bühne keine Ansagen. Es sollte schon jeder Bescheid wissen, wie wir ticken, ohne das konkret auszusprechen. Uns wird manchmal angekreidet, dass wir zu viel Interpretationsspielraum lassen, aber im Endeffekt kommt es nur darauf an, wie wir unsere Überzeugung sehen und ob wir uns so wohlfühlen. Wir haben aber niemals irgendwo angeeckt. Ein bisschen sauer stößt aber auf, wenn auf YouTube unsere Songs von Leuten mit Nicknames wie „Hitler88“ hochgeladen werden. Oder rechtsradikale Kommentare darunter stehen, das ist verdammt schade. Die Leute verstehen offenbar nicht, wie wir gesinnt sind.

Eure Landeskollegen von ULTHA konnten 2017 mehrmals ein Lied davon singen, wie schnell man falsch interpretiert oder unabsichtlich in eine Richtung gelenkt wird, in die man nicht hinwill. Wie genau achtet ihr darauf, mit welchen Bands ihr tourt oder auf welchen Festivals ihr spielt?

Kamprad: Es gibt schon Bands, mit denen würden wir nie die Bühne teilen und da fragen wir vorher auch bei den Festivals nach, ob diese oder jene Bands dort spielen oder nicht. Bei Touren checken wir vorher ab, wie die Bands aussehen. Wir recherchieren jetzt nicht penibel, aber wir setzen uns vorher mit ihnen auseinander und reden auch mit den Musikern. Man muss das ein Stück weit machen, um nicht an die falschen Leute zu geraten. Wir bewegen uns – trotz Black Metal – aber in einem Umfeld, wo wir selbst kaum Kontakte zu schwierigen Personen oder Bands haben. Die ULTHA-Geschichte war wirklich lächerlich und die Jungs tun mir heute noch dafür leid. Man muss natürlich aufpassen.

Es geht immer darum, wo man die Grenze zieht. Geht es um die Ideologie einer Band? Eines einzelnen Musikers? Um die Vergangenheit, die vielleicht entschuldigt ist…

Kamprad: BEHEMOTH haben unlängst ein Konzert veröffentlicht mit INFERNAL WAR als Vorband. Dann gibt es wieder Fotos von Nergal mit Rob Darken, aber BEHEMOTH sind mittlerweile weltweit die größte Extreme-Metalband. Es ist schwierig, die Grenze zu ziehen, was man macht und was nicht. In Polen kann man auch andere Konzerte veranstalten als in Deutschland oder Österreich. Die Herangehensweise von der deutschen Antifa ist viel krasser und strikter als im Ausland, speziell in Osteuropa. Es gibt aber eben Bands, mit denen würden wir nicht spielen.

Dann gib doch mal ein konkretes Beispiel.

Kamprad: NARGAROTH. [lacht] Aber der will mit uns sicher auch nicht spielen. Wir kennen uns nicht persönlich, aber das geht sich nicht aus.

Ihr habt alle eine Vergangenheit in Metalcore- oder Hardcore-Gefilden. Dich habe ich noch live mit deiner alten Band FUCK YOUR SHADOWS FROM BEHIND gesehen, die mit Black Metal noch gar nichts zu tun hatte. Ist dir der Black Metal an sich oft zu engstirnig und elitär?

Kamprad: Die Szene hat sich mittlerweile sehr geöffnet. Es gibt immer noch die Elitären, die uns nicht hören wollen und was gegen uns haben, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass fast alle älter und offener geworden sind. Vielleicht bin ich in 30 Jahren selbst wieder engstirniger, wer weiß? Es hat eben jeder seine Ideale und die kann man nie ganz abschalten. Am Ende gibt es wichtigere Probleme, um die man sich kümmern sollte.

Geht man im Laufe der Zeit mit der „Szenepolizei“ besser um als früher. Wird es dir zunehmend egaler, was die Trve-Black-Metal-Szene von DER WEG EINER FREIHEIT hält?

Kamprad: Wir haben von vornherein wenig darauf gegeben. Wir haben das immer verfolgt, um up to date zu sein, uns aber immer rausgehalten. Es wäre das Allerdümmste, wenn man sich da noch in sinnlose Diskussionen verstrickt – meist steckt ja überhaupt nichts dahinter. Diese Zeit stecke ich lieber in meine Musik. Wir haben darauf geschissen, was die Trolle sagen, ich kann es ohnehin nicht ändern. Es kam auch nie vor, dass wir persönlich angegangen wurden – es spielte sich alles immer nur im Internet ab.

Dafür, dass der Black Metal Rebellion und Ausbrechen aus dem System als Grundprinzipien hatte, ist er über die Jahre ziemlich langweilig und redundant geworden. Mit Projekten wie IGORRR oder ZEAL & ARDOR wird er jetzt aber wieder spannender und erkundet neue Territorien. Sind wir in einem Zeitalter, wo solche Experimente bedenkenlos gewagt werden können?

Kamprad: Das glaube ich schon. Ich weiß nicht, ob man das so festmachen kann, aber Bands wie ZEAL & ARDOR oder MYRKUR sind extrem krass gespalten. Entweder todbringender Hass oder völlige Ergebenheit. MYRKUR mag ich musikalisch nicht so gern, aber sie hat eine Wahnsinnsstimme und ich finde es allgemein cool, dass die Experimentierfreudigkeit zunehmend steigt.

Welche Rolle spielt DER WEG EINER FREIHEIT in dieser Szene?

Kamprad: Das ist eine Frage, die ich oft höre und die ich niemals beantworten kann. Ich weiche immer aus, aber wir sind keine Musiksoziologen, die Musik verorten. Es ist schwierig, sich zu beurteilen ohne arrogant zu klingen. Ich habe ehrlich keine Ahnung. Es gab in den letzten Jahren eine Art dritter Welle des Black Metal mit Bands wie LANTLOS, HERETOIR oder AGRYPNIE – wir verorten uns am ehesten in diesem Bereich.

Anders gefragt – womit könnte man auch am besten beleidigen?

Nico Ziska: [lacht] Manche Leute sagen, dass es kein Black Metal ist, weil wir nicht true genug wären. Für mich ist das aber nicht beleidigend, denn von mir aus sind wir halt Blackened Extreme Metal oder so etwas. Das wird dann halt affig, aber es kränkt mich nicht. [lacht]

Kamprad: Wenn sich Leute mit uns nicht auseinandergesetzt haben, dann ist das in gewisser Weise beleidigend, weil die Kritik nicht fundiert ist. Oder wenn es eben nur um Äußerlichkeiten geht.

Ziska: Da sehen Leute alte Bilder, wo Nikita und unser Ex-Sänger kurze Haare hatten und das MAYHEM-Shirt fehlt und schon wird dir jede Berechtigung abgestritten, diese Musik zu spielen. [lacht] Aber das ist eigentlich alles egal.

Wenn wir schon bei untrue sind – die Tourreportage des „Metal Hammer“ teilte uns mit, dass auf eurer letzten Tour backstage fleißig SCOOTER gehört wurde. Was ist denn euer SCOOTER-Lieblingssong?

Kamprad: Das waren nicht wir beide, das waren die Franzosen. [lacht]

Ja klar, wenn man vor vollendete Tatsachen gestellt wird, findet man noch schnell Ausreden.

Ziska: Okay, ich war dabei, weiß aber nicht, wie der Song heißt. Es dürfte „Always Hardcore“ oder „Move Your Ass“ gewesen sein. Mit dem kultigen Spruch „It’s nice to be important, but it’s more important to be nice“. [lacht] Die Franzosen stehen total auf diese Beats, das hat mich selbst überrascht.

Welche musikalischen Leichen habt ihr sonst so im Keller?

Ziska: Leichen ist der falsche Ausdruck. Ich höre gerne 2000er-Hip-Hop aus den USA, grungigen Pop/Punk, 70s Rock, auch Stoner und Doom. Ich bin sehr stark in der Rock-Ecke und kann mit elektronischer Musik fast nichts anfangen.

Kamprad: Mir gefällt elektronische Musik teilweise sehr gut und ich würde die auch nicht als „Leiche im Keller“ betiteln. Diesen französischen Synth-Wave von CARPENTER BRUT oder PERTUBATOR find ich ziemlich cool. Am ehesten eine Leiche ist noch der Song „Helena“ von MY CHEMICAL ROMANCE. [lacht] Den fand ich früher geil und ich mag ihn immer noch. Jetzt will mich wahrscheinlich jemand dafür umbringen. [lacht] Aber egal, wir haben eh schon verloren.

Was steht bei euch in näherer Zukunft an, wie sehen die weiteren Pläne aus?

Kamprad: Im April ist für unsere Verhältnisse Großes geplant. Wir werden als Support von PRIMORDIAL und MOONSORROW in Europa touren. Am ganz weiten Horizont sind Südamerika, die USA oder auch Russland geplant. Da muss man vieles im Voraus checken, ob sich das überhaupt lohnt. Profitabel ist es nie, aber wir wollen nicht zu viel draufzahlen. Außerdem haben wir alle normale Jobs und müssen uns alles genau einteilen. Für das nächste Album will ich mir jedenfalls viel mehr Zeit lassen. Für das ganze Songwriting, die Ideen, das Artwork und das Konzept sind mir die Zwei- bis Dreijahressprünge einfach zu kurz. Die Qualität sollte am Ende nicht leiden. Deshalb lösen sich auch viele Bands auf. Sie werden unzufrieden und haben kein Privatleben bzw. können gar keines aufbauen. Dazu habe ich keinen Bock und deshalb ziehe ich lieber alles in die Länge.

Fotocredits: Sophia Weißberg (2), Vincent Grundke (2)

Robert Fröwein / 15.01.2018

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