Die teutonischen Metal-Veteranen GRAVE DIGGER haben jüngst ein Video zu ihrem Song "Zombie Dance", in dem ihre Label-Kollegen RUSSKAJA als Gastmusiker auftreten, veröffentlicht.

Die um den legendären Gitarrenhelden Michael Schenker [UFO, SCORPIONS] versammelten MICHAEL SCHENKER FEST haben ein Video zu ihrem Song "Take Me To The Church" veröffentlicht.

SLASH FEATURING MYLES KENNEDY & THE CONSPIRATORS haben mit „Mind Your Manners“ einen Song von ihrem kommenden Album "Living The Dream" vorgestellt.

Die schwedischen Progressive Metal-Veteranen OPETH haben ein neues Live-Album mit dem Titel "Garden Of The Titans: Live At Red Rocks Amphitheater" angekündigt.

[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text] 17.08.2018   Die New Yorker Hardcore-Urgesteine SICK OF IT ALL haben ein neues Album mit dem Titel "Wake The Sleeping Dragon!" angekündigt. Der Nachfolger zum 2014 erschienenen "The Last Act Of Defiance" wird hierzulande am 2. November über Century Media Records in die Geschäfte kommen.   Das neue

Die aus Ohio stammenden Hardcore-Formation BEARTOOTH hat mit "You Never Know" einen neuen Song ins Netz gestellt.

HomeInterviewsDimmu Borgir – Silenoz über das erste Album in acht Jahren: „Eonian“
Ein Bild von Dimmu Borgir 2018

Dimmu Borgir – Silenoz über das erste Album in acht Jahren: „Eonian“

Ein Bild von Dimmu Borgir 2018Foto: Per Haimly

 

Sieht man mal vom Live-Album „Forces Of The Northern Nights“ ab, welches 2017 erschien, war es viele Jahre still um die drei Herren von DIMMU BORGIR. Nun steht das zehnte Album „Eonian“ in den Startlöchern. Wir fragten mal bei Gitarrist Silenoz nach, was es denn damit auf sich hat.

 

Hallo Sven. Für alle Fans von DIMMU BORGIR endet eine sehr lange Zeit, in der sie auf ein neues Album warten mussten. Wie sind die bisherigen Reaktionen der Fanbase auf das neue Material? Zwei Songs sind ja bereits veröffentlicht.

Ich finde es irre, dass unsere Hardcore-Fans diese Zeit mitgemacht haben. Jahr für Jahr machten sie sich Hoffnungen, es würde ein neues DIMMU BORGIR-Album geben. Es ist für uns gut wissen, dass wir nach all den Jahren noch eine gewisse Relevanz haben und hoffe, dass wir all ihre Erwartungen erfüllen können. 

 

Wenn eine Band über acht Jahre außer Reichweite ist, können zwei Dinge passieren. Man liefert ein Album ab, dass alle erwarten oder man bringt die ganz eigene Entwicklung der letzten Jahre in die Musik ein. Ich denke, bei euch ist es Letzteres…

Wenn man die ganze Bandhistorie betrachtet, haben wir uns von Album zu Album weiter entwickelt. Es ist doch nur natürlich, dass eine Weiterentwicklung stattfindet. Ganz egal, ob zwischen zwei Platten zwei oder sieben Jahre liegen. Dieses Mal wollten wir uns besonders für das Songwriting soviel Zeit nehmen, wie es eben dauert. Wir wollten hundertprozentig zufrieden sein. Denn wenn wir es nicht sind, dann sind es die Fans auch nicht. 

 

In meinen Augen ist „Eonian“ nicht einfach ein Haufen Songs, es ist quasi eine komplexe und faszinierende Story. Man bekommt sowohl typische Trademarks als auch fremde Einflüsse, die man so bis dato noch nicht von euch kannte. War das geplant oder hat sich das alles irgendwie ergeben?

Wir machen uns keinen bestimmten Plan, wenn wir uns an die Arbeit für ein neues Album machen. Wie ich sagte, es dauert seine Zeit, bis alles fertig ist. Einige Songs sind aus den Jahren 2012 / 2013. Nachdem wir unsere Tour 2014 beendet hatten, nahm die Sache wieder Fahrt auf und wir schrieben weiter an neuen Songs. Es war also eine größere Pause dazwischen, aber ich denke, das hat der Sache gut getan und wir bekamen genügend Abstand vom letzten Album. Die erste Single „Interdimensional Summit“ ist zum Beispiel einer der älteren Songs. Die Nummer ist stilistisch dichter an „Abrahadabra“ dran als eben manch anderer Song. Eigentlich könnte man jeden Titel auskoppeln, aber das war die einzige Deadline, die wir hatten, nämlich die erste Single zu benennen. 

 

„Unsere Energie wird auch dann noch da sein, wenn wir selbst diese Welt bereits verlassen haben.“

 

„Interdimensional Summit“ ist auch meiner Favoriten auf dem Album. Das hängt eben auch mit der Kombination Metal und Klassik zusammen. Was kannst du über diesen Song sagen? Ich habe gelesen, Francesco Ferrini von FLESHGOD APOCALYPSE war involviert?

Nun, das ist total aus dem Kontext gerissen. Wir haben den Mann nie persönlich kennen gelernt. Unser Produzent Jens Bogren lagert hin und wieder einige Produktionsprozesse aus, in diesem Falle hat er sich Francesco als Hilfe dazu geholt. Es ist aber nicht wahr, wie Francesco in einer eigenen Pressemitteilung geschrieben hat, dass er an der Entstehung dieses Songs oder an der Orchestration mitgewirkt hat. Ich glaube, damit hat er sich keinen Gefallen getan. 

 

Zurück zum Album. Was bedeutet der Albumtitel „Eonian“?

Ursprünglich bedeutet es ewig oder die Ewigkeit. Ich persönlich interpretiere den Albumtitel mit „Alles was war, alles was ist und alles was sein wird“. Das bezieht sich in erster Linie auf unsere persönliche Energie. Sie kann nicht geschaffen oder zerstört werden, sie ist einfach immer da. Wir ändern nur hin und wieder die Form. Der Titel hat viel mit den Illusionen zu tun, an die wir Menschen uns gern klammern. Unsere Energie wird auch dann noch da sein, wenn wir selbst diese Welt bereits verlassen haben. Das geht schon in Richtung Schamanismus, womit ich mich sehr beschäftige. 

 

Da kommen wir zum Song „Council Of The Wolves and Snakes“. Wenn man genau hinhört, kann man Sequenzen entdecken, die eher auf indianische Einflüsse hindeuten. Wo siehst du eine Beziehung zwischen Black Metal und Weltmusik?

Wir als DIMMU BORGIR haben noch nie im kulturellen Sinne limitiert gedacht. Manche Bands und Künstler besinnen sich auf das, was sie können und schon immer gemacht haben. Es ist für uns ganz natürlich, dass wie uns, auch wegen der langen Zeit nach dem letzten Album, verändern und entwickeln. Es gibt im Norden Skandinaviens ein altes indigenes Volk, die Samen. Wir haben uns einen populären Künstler dieser Volksgruppe, den Schauspieler Mikkel Gaup, dazu geholt. Er war bereits bei vorherigen Alben dabei, aber bei diesem Titel hat er zum ersten Mal den für die Samen typischen Gesang beigesteuert. Da ist dann wieder der schamanistische Einfluss zu spüren. 

 

„Es wurde viel Blut, Schweiss und Tränen vergossen.“

 

Ein anderer Song nennt sich „Lightbringer“. Wenn du dir die Welt um dich herum anschaust, was du im Fernsehen, bei Facebook, Twitter oder in den Zeitungen liest, es passieren ständig fürchterliche Dinge. Ist deiner Meinung nach ein Lichtbringer in Sicht und wer oder was könnte das sein?

Nun, offensichtlich kannst du selbst ein Lichtbringer sein. Du selbst kannst die Fackel tragen. Wie der Läufer mit der olympischen Fackel. Er findet seinen Weg selbst und leuchtet den Weg für viele andere Menschen aus. Das ist in etwa die Metapher dahinter. Du gehst deinen eigenen Weg und musst dafür auch aus deiner Komfortzone heraus. Erst wenn du den Komfort und den Kommerz aufgibst, kannst du Wissen erlangen. 

 

Album #10 und 25 Jahre DIMMU BORGIR. Das ist doch mehr als nur ein Grund zum Feiern, oder?

Das kann man wohl sagen, hahaha. Für mich fühlt es sich nicht wie 25 Jahre an. Das ist immerhin ein Vierteljahrhundert, verdammt hahaha. Ich bin wirklich stolz und glücklich darüber, was wir in der Zeit geschaffen haben. Es war harte Arbeit, über all die Jahre auf dem Level zu bleiben. Es wurde viel Blut, Schweiss und Tränen vergossen. Talent hat daran nur einen sehr geringen Anteil, vielleicht zwei bis drei Prozent. Der Rest ist harte Arbeit. Es ist, als stündest du auf der Planke eines Schiffes. Du musst dich entscheiden zu springen, obwohl Haie im Wasser sind oder du gehst zurück und tust es nicht. Es gibt kein „dazwischen“. Wenn ich die Wahl hätte, ich würde es wieder tun. 

 

Anderes Thema. Viele Fans wollen euch gern wieder auf der Bühne sehen. Ist eine Tour in Deutschland geplant?

Na klar sicher. Wir werden demnächst die Daten unserer Europa-Tour veröffentlichen. Die Tour wird im November und Dezember stattfinden. Dazu kommen noch ein paar ausgewählte Festivalauftritte in diesem Sommer sowie Auftritte in Südamerika, Japan, Australien und Neuseeland. Wir freuen uns, wieder auf die Bühnen zu kommen. 

 

Im letzten Jahr wurde das Live-Album „Forces Of The Northern Nights“ veröffentlicht. Kannst du dir jetzt vorstellen, so etwas noch einmal zu machen?

Wenn die Umstände es zulassen, habe ich nichts dagegen. Wir legen zwar momentan nicht den Fokus auf die Orchester-Sache. Aber wenn das Opernhaus Sydney anfragt, sagst du nicht einfach nein. Sollte sich also die Möglichkeit ergeben, machen wir das natürlich. Zunächst hat aber dir reguläre Tour Vorrang.

 

Frank Wilkens / 23.05.2018

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