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Obituary -- Live Xecution – Party.San 2008
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Video / DVD Titel:Live Xecution – Party.San 2008
Bewertung:3 von 7
Releasedatum:18.12.2009
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"Wenig durchdachter Schnellschuss"

Da war es nur noch einer. DEATH, DEICIDE, MALEVOLENT CREATION traten bereits mit audiovisuellen Releases in Erscheinung und die Riege der Florida-Todesbleirecken ohne DVD in der eigenen Diskographie dünnt weiter aus. OBITUARY lassen MORBID ANGEL nun allein auf weiter Flur zurück – deren neuntes, momentan in der Entstehung begriffene Studioalbum dürfte aber bei Band als auch Fans wohl eher Prio Nummer eins sein. Premierenstimmung also momentan nur bei den Tardy-Brüdern & Co., die mit „Live Xecution – Party.San 2008“ Release-Neuland betreten.

Die ersten Schritte medialer Vollbedienung der Bandgeschichte erscheinen jedoch mehr als nur wacklig und die Pluspunkte sind schnell abgearbeitet. Mit dem Party.San als letzter Station auf ihrer 2008er Festival-Tour präsentieren sich OBITUARY an diesem Abend entsprechend tight aufeinander abgespielt, was durch einen gut abgemischten Sound mit kräftigen Drums und ausdifferenziertem Klangbild eingefangen wird. Fürs Auge gibt es dagegen deutlich weniger. Der Schnitt setzt fast ausschließlich John und Donald Tardy als auch Ralph Santolla in den Fokus und ist relativ eintönig und vorhersehbar gehalten. Aufnahmen aus der Totalen kommen nur während der Songpausen zum Zuge, ebenso wie Impressionen des Publikums. Close-Ups, fliegende Mähnen, sichtbare Publikumsreaktionen? Fehlanzeige. Zudem ist ein deutlicher Qualitätsabfall zwischen den fokussierten und größtenteils gut geführten Bühnenkameras und der Krankamera bzw. dem Objektiv am FOH mit grobkörnigem und teils unscharfem Bild zu spüren. Der Eindruck eines professionellen Festivalmitschnitts wird so durch Fetzen einer semi-professionellen Club-Aufnahme zersetzt – wohlgemerkt, ohne künstlerisch motiviert zu wirken. Ebenfalls lässt die Tracklist zu wünschen übrig: 11 der 15 gespielten Songs stammen aus der Zeit nach der Reunion, wobei „Frozen In Time“ und „Xecutioner’s Return“ den Löwenanteil abgreifen. Während die CELTIC FROST-Hommage „Dethroned Emperor“ von der 2008er EP „Left To Die“ noch als Schmankerl durchgeht, enttäuscht die fehlende Dichte an klassischem Material: lediglich „Find The Arise“, „Chopped In Half“, „Turned Inside Out“ und „Slowly We Rot“ repräsentieren die Zeit, als OBITUARY maßgeblich zur Entwicklung des Death Metal beitrugen. Für eine DER Bands aus der Death Metal Gründerzeit hätte man vielleicht doch ein mit mehr altem Material gespicktes Konzert auswählen sollen? Leider lässt man den für solch historische Rückblicke prädestinierten Platz in der Bonus-Ecke ungenutzt und verliert sich stattdessen in ziel- und konzeptlosem Stückwerk. Das halbstündige Extra besteht aus einem achtminütigen Fragment eines vom hinteren Bühnenrand aus gefilmten Club-Gigs mit dürftiger Bild- und Tonqualität und einem 22-minütigen Proberaummitschnitt, in dem OBITUARY tun, was eine Band halt in einem Proberaum tut – proben. Unterkapitel wurden anscheinend nicht für nötig gehalten, die einzelnen Teile faden kommentarlos ineinander über und wo und wann der Club-Gig stattgefunden hat, weiß nur die Band, der Produktionsleiter und der liebe Herrgott.

„Live Xecution – Party.San 2008“ wirkt wie ein wenig durchdachter Schnellschuss. Wer beim Party.San-Auftritt nicht anwesend war und somit Befriedigung von Nostalgiebedürfnissen als triftigen Kaufgrund nicht aufweisen kann, wird eine verdammt gute Ausrede bitter nötig haben. Komplettisten und Die Hard Fans könnten sich angesprochen fühlen, der Rest wartet lieber auf etwaige Lerneffekte bei der nächsten DVD – oder hofft auf MORBID ANGELs erste Gehversuche.


01. Find The Arise
02. On The Floor
03. Chopped In Half
04. Turned Inside Out
05. Forces Realign
06. Insane
07. Face Your God
08. Dethroned Emperor [CELTIC FROST Cover]
09. Evil Wars
10. Drop Dead
11. Contrast The Dead
12. Second Chance
13. Stand Alone
14. Slow Death
15. Slowly We Rot
Peter "Nekropoleon" Mildner
24.01.2010 | 10:19 Uhr
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