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Video / DVD Titel:Rohstoff
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:20.07.2007
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"20 Jahre ohne die ersten 10"

Den Aussagen der Bandmitlgieder zufolge, nähern sich OOMPH! gewaltig der magischen Altersgrenze von 20 Lenzen. Über den Zeitraum dieser beiden Dekaden wurde den Fans jedoch lediglich Futter in Form von Studioalben, Musikvideos, Best Of-Compilations und Live Konzerten vorgeworfen. Mit „Rohstoff“ ist es nun jedoch endlich so weit und die Wolfsburger feiern ihre DVD-Premiere mit einer voll gepackten DVD 9 Disc. Über 4 Stunden Material gibt es hier in Form der 2006er Liveshow der Band in der Berliner Columbiahalle, neun Making Ofs der Musikvideos, 15 Videoclips und eines ausführlichen Interviews mit den drei Protagonisten.

DIE INHALTE IM DETAIL

DAS SET ZUM LIVEPART:
Fragment, Träumst Du, Unsere Rettung, Keine Luft mehr, Du willst es doch auch, Fieber, Wenn Du weinst, Die Schlinge, Supernova, Sex hat keine Macht, Mitten ins Herz, Das letzte Streichholz, Dein Feuer, Das Weiße Licht, Mein Schatz, Dein Weg, Gekreuzigt, Niemand, Augen Auf!, Brennende Liebe, Gott ist ein Popstar, Menschsein, Burn Your Eyes

DIE MAKING OFS:
Träumst Du, Gekreuzigt 2006, Die Schlinge, Das letzte Streichholz, Gott ist ein Popstar, Sex hat keine Macht, Brennende Liebe, Augen Auf!, Supernova

DIE MUSIKVIDEOS:
Träumst Du, The Power Of Love, Gekreuzigt 2006, Die Schlinge, Das letzte Streichholz, Gott ist ein Popstar, God Is A Popstar, Sex hat keine Macht, Brennende Liebe, Augen Auf!, Niemand, Supernova, Fieber, Das Weiße Licht, Gekreuzigt

SPEZIFIKATIONEN:
Datenträger: DVD 9 Video
Audio: AC3 Stereo
Video: PAL 4:3 & 16:9
Regioncode: 0
Laufzeit: 267 min.
FSK: ab 16 Jahren

Zweifelsohne bietet „Rohstoff“ wirklich eine Menge interessantes Material. Was allerdings über die vier Stunden übel aufstößt ist das Fehlen jeglicher Klassiker der Band. Anscheinend widmet man sich wirklich ausnahmslos den Fans der Band ab dem Ende der 90er Jahre und lässt die vorangegangenen zehn Jahre völlig außen vor. Ich will hier einfach mal unvergessene Tracks wie „Krüppel“, „Wunschkind“ oder „Der neue Gott“ nennen, die scheinbar nicht mehr den Weg in die Setlist der Band finden. Auch in der Videosektion wäre ein „Ice-Coffin“ mehr als willkommen gewesen. Die ältesten zu hörenden/sehenden Tracks stammen mit „Unsere Rettung“ und „Gekreuzigt“ vom Album „Unrein“. Hier also ein herber Schlag ins Gesicht der Fans aus alter Zeit.

Ansonsten gibt es bis auf den dürftigen Stereosound nicht viel zu meckern. Im Zeitalter modernster Aufnahme- und Wiedergabetechnik darf man zumindest einen satten 5.1 Surround Sound erwarten, wie ich finde.
Die Interview- und Making Of-Parts beleuchten die Band ein wenig und zeigen, dass OOMPH! neben düsteren Neue Deutsche Härte-Rockern vor allem eines sind: absolute Sympathieträger. Es darf gescherzt und gelacht werden. Nichtsdestotrotz gibt man sich natürlich auch ernsteren Themen hin, wie beispielsweise dem Umgang mit Depressionen von Fans, Hintergründe der düsteren Themen etc.
Einen Gastkommentar gibt es von den Festival- und Musikerkollegen L'AME IMMORTELLE obendrein.
Alles in Allem eine informative und unterhaltsame Sache, die man sich gern auch weitere Male anschaut.

Zum Konzert auf der DVD lässt sich so viel sagen, dass es mehr im klassischen Gewand daherkommt. Auf aufwendige Special Effects wie Feuerwerk oder Fontänen wird beispielsweise komplett verzichtet, wobei man vermuten könnte, dass diese Entscheidung lediglich zum Schutze Deros fiel, denn der charismatische Hobbypsychopath springt stets wie ein tollwütiger Gummiball über die Bühne. Ansonsten springt der Funke bereits ab dem ersten Song auf das überwiegend junge Publikum über und eine eineinhalbstündige Show nimmt ihren Lauf, worauf zwei Zugaben folgen. Wie gesagt vermisst man leider altbekannte OOMPH!-Klassiker komplett.

Als Fazit lässt sich sagen, dass die erste DVD in knapp 20 Jahren leider den Eindruck hinterlässt, als seien OOMPH! gerade mal seit 1997 auf den Bühnen unterwegs und verleugneten ihre weitaus düsterere Vergangenheit. Der heutige Erfolg sei ihnen zwar mehr als gegönnt, jedoch hätte man gerade mit dieser DVD die Möglichkeit nutzen können, auch das alte Material wieder einmal aufleben zu lassen. Dieser bittere Beigeschmack lässt die ansonsten fast tadellose und edel aufgemachte DVD leider nur im oberen Mittelfeld unserer Wertungsskala erscheinen.

Inhalt:

Glaube Liebe Tod Live [Berliner Columbiahalle, 23.05.2006]
9 Making Ofs zu verschiedenen Videoclips der Band
15 Video Clips
Interviews


Patrick "Border" Franken
25.07.2007 | 01:29 Uhr
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