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Video / DVD Titel:Harvest Bloody Harvest
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:22.09.2006
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"Solide visuelle Apokalypse der Norweger"

RED HARVEST legen nach etlichen Alben mit der DVD „Harvest Bloody Harvest“ ihre erste visuelle Veröffentlichung vor. Die Apocalyptic-Cyber-Metaller ließen daher ihren Auftritt auf dem Sonic Solstice Festival 2005 im heimatlichen Oslo aufzeichnen und vermitteln, angereichert durch brauchbares, aber etwas zu kurz kommendes Bonus Material, somit einen guten Eindruck, wie die zelebrierte Apokalypse bei den Norwegern aussieht.

Geboten werden elf Songs aus der kompletten Schaffensphase der Band, sodass neben den Liedern des damals aktuellen Albums „Internal Punishment Programs“ – die DVD erschien im September letzten Jahres, daher sind keine Lieder des neuen Krachers „A Greater Darkness“ vertreten – auch ein paar alte Klassiker zum Zuge kommen. Visuell perfekt in Szene gesetzt, passiert zwar nicht allzu viel auf der Bühne, aber die mechanische Präzision der Band, gepaart mit dem in giftigem Rot angestrahlten Backdrop, wirkt durchdacht und passt sehr gut und stimmungsvoll zur Mucke des Quintetts. Allen voran gilt es natürlich, Rampensau Ofu Kahn zu erwähnen, der abgeht wie von der Tarantel gestochen, und besonders die winzige Kamera am Mikrofonständer ist eine witzige Idee, da somit einige Frontalaufnahmen des Hünen integriert werden konnten. Das Publikum im Rockefeller Club – jeder, der schon einmal in Oslo war, sollten diesen Club mit dem benachbarten John Dee an und für sich kennen – scheint das mit der Stimmung ähnlich zu sehen, denn die oft eher reservierten Nordländer gehen für ihre Verhältnisse richtig gut ab, auch wenn gerne noch mehr Kameraausflüge in Richtung Zuschauerraum hätten eingebaut werden können. An dem Sound gibt es nichts auszusetzen, da er schön druckvoll und klar abgemischt wurde, sodass alle Instrumente gut zur Geltung kommen und solche Granaten wie „GodTech“, „Mekanizm“ oder der abschließende Brecher „Beyond The End“ sehr gut zünden. Nach etwa 55 Minuten ist der Spaß dann vorbei, sodass dem Käufer der DVD noch das Bonus Material bleibt. Prinzipiell ist das keine schlechte Sache, zumal deutlich wird, wie sich die Band im Laufe der Jahre verändert hat, aber schon damals Ansätze ihres unverwechselbaren Stils vorhanden waren. Die Videos sind ganz okay, aber wenig spektakulär, während die mitgeschnittenen Live-Songs sowieso als Bootlegs angekündigt werden, und demnach ist dann auch die Qualität eher mittel, geht aber durchaus noch in Ordnung. Gut ist auch die Aufnahme aus dem Proberaum, wo RED HARVEST alles andere als druckvoll und massiv klingen, während mit eingeblendeten Szenen aus dem Konzert gut verdeutlicht wird, wie viel Druck die Band mit der entsprechenden Technik live erzeugen kann. Wünschenswert wären im Bonus-Bereich aber auf jeden Fall Interviews oder ähnliche Geschichten gewesen, die mehr Einblick in die Band selbst gewähren und die DVD spannender gemacht hätten.

„Harvest Bloody Harvest“ ist also eine Veröffentlichung, die in Ordnung geht, da das enthaltene Konzert keine Wünsche offen lässt; beim Bonus-Material wäre aber noch einiges mehr zu holen gewesen. Fans von RED HARVEST können sich das Teil jedenfalls bedenkenlos ins Regal stellen, während Neulinge lieber erst die CDs antesten sollten. Und prinzipiell dürfte auch in diesem Fall klar sein, dass Live-DVDs meistens auf Dauer nicht so spektakulär sind, daher muss an dieser Stelle noch die Empfehlung ausgesprochen werden, sich die Band unbedingt live anzuschauen.

01. Fall Of Fate
02. Mekanizm
03. GodTech
04. Cybernaut
05. Absolut Dunkelheit
06. Junk-O-Rama
07. Teknocrate
08. Internal Punishment Programs
09. Cold Dark Matter
10. A.E.P.
11. Beyond The End

Extras:
- Proberaumaufnahmen vor dem aufgezeichneten Auftritt
- „Wounds” [Video 1994]
- „The Burning Wheel” [Video 1996]
- „Sick Transit Gloria Mundi” [Video 2003]

Bootleg section:
- „Dead Men Don’t Rape” [GGFH Cover Version]
- „Death In Cyborg Jam” [„Sick Transit Gloria Mundi” Release Party, Oslo 2002]
- „Acid” [Jessheim 1990]
- „Mekanizm” [With Full Force Festival 2005]

Alexander "soulsatzero" Eitner
14.07.2007 | 10:15 Uhr
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