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Interviewpartner: Aðalbjörn Tryggvason

SÓLSTAFIR-Interview per Mail? Gunnar, Promoter bei Season of Mist, rät ab. Addi hasse Mailer, sagt er. Das würde dann ewig dauern, bis etwas zurückkäme. Gut, dann mal wieder die Oldschool-Variante fahren und ein Telefonat ansetzen. Und feststellen, dass es auch so herum ewig dauern kann. Telefonieren kann man nämlich mit Sänger und Gitarrist Aðalbjörn Tryggvason sehr gut und lange. Genug der langen Vorrede also – legt „Berdreyminn“ auf und dann viel Spaß mit dem ungekürzten Gespräch über das neue Album, Tourpläne, Aufnahmen, schlimme Trennungen und das Gegenteil von Rock‘n‘Roll.








Zunächst mal Glückwunsch zu eurem neuen Album...

Danke!


…ein paar Songs waren vor der Veröffentlichung schon online. Gab‘s da schon Feedback und wenn ja, wie sah das aus?

Ja...wir sind gerade in einer etwas seltsamen Situation. Wir hatte einiges an schlechtem Feedback von einer gewissen Gruppe von Leuten und ich verwette meinen Arsch drauf: Wenn diese Songs auf „Ótta“ veröffentlicht worden wären, hätte keiner von denen ein Sterbenswörtchen gesagt. Sie haben die Sachen von unserem Schlagzeuger gelesen und für sich entschieden, dass wir die Bösen sind und ihn hintergangen haben… [Die Ausführungen von Ex-Schlagzeuger Pálmason findet ihr hier. Anm. d. Verf.]
Und ich verstehe das. Ich bin seit langer Zeit Musikfan und wenn jemand eine Band verlassen hat, war das immer komisch. Aber, wie soll ich das sagen...diese Gruppe von Leuten kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Und wenn wir „Dark Side Of The Moon“ gemacht hätten würden die sagen, dass es scheisse ist.
Andererseits haben wir auch wirklich großartiges Feedback bekommen. Ich möchte fast sagen: intellektuelleres Feedback, von Leuten, die sich keiner der beiden Seiten angeschlossen haben. Alle Reviews die ich gelesen habe waren gut. Also, alles in allem würde ich sagen von den Medien war die Rückmeldung bisher wirklich gut. Andererseits haben wir „Ísafold“ vorab veröffentlicht, der wirklich aus dem Rahmen fällt. Der ist sehr ungewöhnlich für uns und anders als alles, was wir vorher gemacht haben. Man könnte also auch sagen, dass wir ein wenig damit gespielt haben, indem wir den als erstes rausgebracht haben. Eine Art Sneak Preview das man nicht weiß, was kommen wird, da alle Songs unterschiedlich sind…


Das stimmt. Die Leute denen‘s nicht gefallen hat – ich dachte zuerst, das wären vielleicht Oldschool-Metaller, die sich seit „Masterpiece of Bitterness“ beklagen...

Ach, ich weiß nicht, es ist halt...vieles ist so überschattet durch die schwierige Entscheidung, die wir getroffen haben und es war klar, dass da was nachkommen würde. Ob es nun zehn Leute sind oder hundert Leute – es wird immer nach mehr aussehen, weil das die lautesten Leute im Netz sind. Und es sind auch etliche gefälschte Profile dabei und das macht es sehr schwierig zu sehen, ob das Leute sind, die uns schon länger begleiten. Außerdem: Oldschool-Leute, die unsere Musik schon längere Zeit verfolgen, wissen, dass sie nie zweimal das gleiche Album kriegen werden. Alle unsere Alben klingen unterschiedlich. Warum sollten sie also auf einmal „Ótta“-Teil zwei erwarten?


Ich denke, die meisten, die euch schon länger hören, kennen euren Stil mittlerweile gut genug. Und der ist immer noch da, es ist absolut SÓLSTAFIR. Und es ist ein tolles Album, ich mag es sehr. Aber wie bei den meisten eurer Alben hab ich es einige Male hören müssen, um es zu erfassen. Es ist nicht kompliziert in der Art und Weise wie bei, sagen wir, technischem Death Metal, aber es gehört meiner Meinung nach gewissermaßen etwas Arbeit dazu. Man braucht einfach etwas Zeit dafür...


Ich nehme das wirklich als Kompliment! So wie ich es in Erinnung habe, die Zeit als ich in meinen frühen Teenagerjahren angefangen habe, Alben zu hören...da gab es wie du sagst Alben, die man einfach öfter hören musste. Aber auf lange Sicht haben die tiefere Eindrücke hinterlassen. Die Alben, die man beim ersten Hören schon geliebt hat – da ging der Schnitt einfach nicht so tief. So habe ich das empfunden und empfinde ich es heute noch. Wie du schon sagst: das hier ist kein technisches Album, aber wenn du mir sagst, dass du es zehnmal hören musst, verstehe ich das vollkommen.


Wo wir gerade beim Feedback waren: Season of Mist haben die Vorabsongs auf Youtube hochgeladen und du hast die lautesten Leute im Internet erwähnt...ihr lest nicht etwa die Kommentare, oder?

Klar mach ich das!


Das ist immer eine schlechte Idee, haha...


Jaaa, weißt du...alle machen das. Ich habe natürlich anderes vor mit meiner Zeit. Klar lese ich nicht alle Kommentare, ich werde aber auch nicht behaupten, dass ich gar keine lese. Natürlich mache ich das! Ich habe ein Profil bei Facebook und einen Computer und ich verbringe jeden Tag zeit im Netz. Ich könnte natürlich lügen, aber natürlich mach ich das.


Schön, dass du die Wahrheit sagst. Wo sollten die Kommentare auch herkommen, wenn niemand sie lesen oder schreiben würde. Und in eurem Fall sind die auch einigermaßen okay, denke ich. Aber wenn du etwas Zeit damit verbringst, dir verschiedene Youtube-Kommentarbereiche anzuschauen...

Aaah...die Youtube-Kommentare spare ich mir. Das ist einfach zuviel Dreck.


Ah, alles klar. Um die ging‘s mir auch vor allem...

Ah, ne...das ist einfach zuviel. Ich meine, bei dem was wir erleben...Wenn jemand sich wirklich genötigt fühlt, zehn oder zwanzig Mailadressen zu erstellen und zu versuchen, einen Shitstorm loszutreten...und echt jetzt, man braucht nur einen Klick um zu sehen: neues Profil, keine Videos hochgeladen und so weiter. Wie soll man sowas ernst nehmen?


Am besten gar nicht!

Genau. Vor allem, wenn man genau weiß, dass gewisse Leute Fake-Accounts verwenden, ob das nun bei Youtube, Facebook, Metal-Archives oder wo auch immer ist, um sozusagen ihre negative Propaganda loszuwerden… Leute, die nichts besseres zu tun haben, tun mir irgendwie leid.


Anders kann man damit vermutlich auch nicht umgehen. Ich frage mich auch, ob die Leute die Energie dafür aufbringen könnten, den ganzen Mist auch in Briefen zu schreiben. Das würde mir irgendwie dann auch schon wieder Respekt abnötigen...

Keiner davon würde einen Ton sagen, wenn man sich persönlich begegnet. Und das sagt eigentlich schon alles!


Ja! Lass uns von Youtube-Kommentaren mal wieder zur Musik zurückfinden. Eine Sache, die ich interessant fand: Neben Metal, der immer noch da ist, und Psychedelic Rock, der auch schon länger da ist – wenigstens einige von euch scheinen Achtziger-Pop echt zu mögen, stimmt das?

Ääähm...nein? Also gut, ja. Aber ich finde nicht, dass viel davon auf diesem Album zu hören ist. Mit Sicherheit ist da was in „Ísafold“. Ein bisschen. Ich find‘s cool. Auf DURAN DURAN steh ich! Aber wir haben kein Stück versucht, etwas achtziger-mäßiges zu machen. Das ist einfach passiert. Ich habe Orgel gespielt und das durch ein Distortion-Pedal geschickt und an den Reverb-Einstellungen rumgefummelt und dann kam einfach diese Melodie dabei raus. Sowas passiert halt einfach, und wir fanden, dass es ziemlich cool klingt. Ich glaube, das sind weniger als zehn Sekunden. Oder vielleicht zwanzig? Ich weiß nicht genau.


Ich auch nicht. Würde eher zwanzig sagen, aber gemessen habe ich es nicht und ihr habt den Song schließlich geschrieben...

Oh, und dann gegen Ende ist da noch ein anderer Part. Svavar kam damit an als der Track fast fertig war, und wir waren alle: das ist jetzt sowas von Achtziger! Haha.! Bands wie FOREIGNER liebe ich auch. Aber SÓLSTAFIR stehen jetzt nicht allgemein auf DURAN DURAN oder FOREIGNER, obwohl ich persönlich die toll finde. Ich könnte sagen, welche Bands unmittelbaren Einfluss auf uns gehabt haben. Dann gibt es aber natürlich noch die ganzen Sachen die keinen direkten Einfluss haben, die aber irgendwo in deinem Unterbewusstsein herumgeistern und die einen beeinflussen. Okay, in „Ísafold“ gibt es auf jeden Fall diese zwei Sachen aber...ich glaube wirklich nicht, dass da noch mehr ist. Die Achtziger waren sonst immer ein großes Pfui, wegen, du weißt ja - sind halt die Achtziger. Es sei denn, es ist brasilianischer Achtziger-Blackmetal, das ist ist erlaubt, haha! Aber sonst…


Haha, ja. Ne, echt, ich finde es ziemlich cool. Immer wenn es heißt „Heutzutage gibt es so viel Scheißmusik, damals war die die Musik viel besser“ denke ich eigentlich nur, dass der ganze Schrott aus der Zeit vergessen ist und nur die guten Sachen noch im Gedächtnis sind...

Ja, natürlich, auf jeden Fall. Es kommt immer viel Mist raus. Ich meine, es gibt sogar viel 80er Thrash Metal den ich mag, den ich heute aber einfach nicht mehr hören kann. Ich halte „Extreme Agression“ immer noch für ein verdammtes Meisterwerk, aber es gibt sehr viele Sachen, die ich mir einfach nicht mehr anhören kann, weil sie nicht gut gealtert sind. Klar, „Reign In Blood“ ist immer noch fucking „Reign In Blood“. Gilt auch für „Master of Puppets“ und so weiter. Aber ich hatte neulich eine Unterhaltung über JUDAS PRIEST und mein Gegenüber sagte, sein Lieblingaslbum von Priest wäre „Turbo“! Im Ernst jetzt? Okay, den Song „Turbo Lover“ mag ich, ist ein guter Song. Also hab ich beschlossen, dem Album eine Chance zu geben – es ist so unfassbar verseucht mit 80er-Sound, ich konnte es nicht hören. Das ist so ein Album, das sich nicht gut gehalten hat…



Okay, lass uns aus den 80ern wieder in die Gegenwart zurückkehren. Ihr habt euer neues Album „Berdreyminn“ wiederum im „Schwimmbad“ aufgenommen wenn ich nicht falsch liege. Habt ihr überhaupt erwogen, irgendwo anders aufzunehmen?

Nun, lass mich kurz durchgehen: „Masterpiece of Bitterness“ haben wir im Keller unter einer Werkstatt außerhalb von Reykjavík aufgenommen, keine Heizung, kein fließend Wasser, kein Klo...danach sind wir fürs nächste Album nach Schweden gefahren, in ein richtig cooles Studio in Göteborg. Das war ein Meilenstein für uns. Beim nächsten Mal wollten wir aber in einem richtigen Studio in Reykjavík aufnehmen, also gingen wir ins Sundlaugin und blieben da einen Monat lang und fanden es großartig. Da fanden wir natürlich, dass wir das nächste Album auch da aufnehmen könnten. Es ist schön, da zu sein, man kommt schnell nach Hause wenn der Tag vorbei ist...wir haben tatsächlich nach „Ótta“ überlegt, ob wir nicht anderswo aufnehmen sollen. Aber nach dem ganzen Drama und dem ganzen Scheiß der auf uns zukam dachten wir: wir bleiben einfach zu Haus. Wir fühlen uns wohl dort, es ist eine tolle Atmosphäre, Biggi [Tontechniker des Studios, Anm. d. Verf.] ist ein guter Freund von uns...es fühlt sich einfach so gut an da, das man es wirklich fast Zuhause nennen könnte.
Ich weiß nicht, ob wir das nächste Album in einem Jahr oder in drei Jahren machen. Oder in zehn Jahren, keine Ahnung, wer kann das sagen… Ich bin mir sicher, dass wir noch ein Album im Sundlaugin aufnehmen werden und ich bin mir auch sicher, dass wir noch ein Album in einem anderen Land aufnehmen werden.


Okay! Ist auf jeden Fall immer gut, so einen Ort zu haben an dem man gut arbeiten kann. Aber ihr habt mit anderen Leuten gearbeitet diesmal, oder?

Wir haben überlegt, ob wir nicht mit Siggi Bemm vom Woodhouse Studios arbeiten sollen, das wollte ich immer schon. Er hat Germany‘s Finest aufgenommen, MORGOTH. Da siehst du mal, was ich für ein Nerd bin, ich lese immer die Dankeslisten und da taucht er dann immer wieder auf… Aber du hast Recht, wir haben mit Gomez von Orgone Studios gearbeitet. Wir kannten ihn seit drei Jahren und haben immer mal drüber gesprochen, irgendwann ein Album zu machen. Wir wollten gern zu Hause bleiben und trotzdem etwas neues ausprobieren und Biggi ist wirklich gut mit allem, was mit Gesang zu tun hat und mit Streichern...Gomez hat neue, frische Ideen beigesteuert und einen Blick fürs Detail, während Biggi eher der Typ fürs Große Ganze ist. Das war sehr gut, etwas neues zu testen und trotzdem daheimbleiben zu können.


Und eine Islandreise hat er ja auch bekommen. Gibt‘s irgendwelche lustigen Geschichten aus dem Studio?

Ach, nicht wirklich. Unsere Rock‘n‘Roll-Zeiten, in denen wir einem Monat lang Drogen genommen haben während wir im Studio ein Album aufgenommen haben, sind so ziemlich vorbei. Diesmal hat Gomez hier bei mir, meiner Freundin und ihrer Tochter gewohnt. Also ist er einen Monat lang morgens um sieben Uhr mit mir aufgestanden, wir haben das Kind zur Schule gefahren – sie geht in eine Schule, die beim Studio in der Nähe ist. Das war natürlich im Stockdunkeln, schließlich war November. Ich glaube, Gomez hat die Sonne einen Monat lang nicht gesehen. Wir sind im Dunkeln gefahren, sind dann ins Studio und abends gegen sieben wieder zurückgefahren. Nein, er hat die Sonne die ganze Zeit nicht gesehen, und er stammt aus Kolumbien…


Haha. Hat er sich beklagt?

Haha, nein, natürlich nicht. Er ist ein Arbeitstier. Ein kolumbianischer Ackergaul.


Das ist gut, die brauchen kein Sonnenlicht! Lass uns über das Cover reden. Das Artwork wurde von Adam Burke gemacht. Nicht der Adam Burke, der für Mattel und Disney gearbeitet hat, oder doch?

Disney?


Bin halt über so eine Homepage gestolpert und manchmal gibt es ja lustige Verbindungen zwischen der Metal-Welt und irgendwelchem Mainstream-Entertainment und großen Firmen...


Ich habe echt keine Ahnung. Ne, nicht dass ich wüsste. Mir ist er zuerst aufgefallen, weil er ein Cover für HEXVESSEL gemacht hat und ich nur dachte: Mann, was für ein unglaublich geiles Albumcover! Wie mir das auch manchmal mit Songs geht die ich höre wo ich dann denke: Was für ein Song, ich wünschte der wäre mir eingefallen! Als ich das Cover also gesehen habe hab ich mir sofort gewünscht, dass wir das verwendet hätten. Das war für uns die erste Begegnung mit Adam Burke und ich habe dann mit ihm gesprochen; er kannte die Band und hat uns ein paar Sachen geschickt die er hatte und das, was wir jetzt als Cover haben, haben wir wirklich geliebt. Dann hat er noch eines für uns gemacht, dass auf der Innenseite vom Gatefold ist. Eins war also schon fertig, eines hat er noch designt. Es ist verträumt, düster...ich finde, es trifft die Stimmung wirklich gut.




Habt ihr ihm Anweisungen gegeben in welche Richtung es gehen sollte?

Für das, was er für uns entworfen hat, ja. Das mit dem Berg. Wir haben einander ein paar Ideen zugespielt. Das andere, dass war komplett seins. Er hatte das Bild schon gemalt, ehe wir Kontakt hatten.


Anfangs dachte ich ja kurz, dass es ein isländischer See sein sollte, aber dann ist mir der Hirsch aufgefallen...

Nicht wirklich isländisch, nein! Aber lustig: Gerade kürzlich hat mich jemand gefragt, warum wir ein Albumcover verwenden, das nicht isländisch ist. Und ich hab gefragt, warum wir denn bitte ein Cover brauchen, das mit Island zu tun hat? Brauchen wir nicht, wo soll das festgelegt sein? Weißt du, „Ótta“ hat ein brilliantes Albumcover! Mir ist noch keiner begegnet, der das Cover von „Ótta“ nicht mochte, und für die Band war es ein großer Erfolg. Klar war es ein bisschen schwierig, da mitzuhalten. Wir wussten also, dass wir in eine ganz andere Richtung gehen müssten. Und das hier hatte einfach so etwas Verträumtes...für mich auch sehr unrealistisch. Man geht nicht einfach vor die Tür und sieht sowas. Sehr verträumt, sehr düster. Und es ist ein bisschen mehr skandinavisch als isländisch, und obwohl wir nicht in Skandinavien leben sind wir sehr mit Skandinavien verbunden. Dänemark und Norwegen haben uns jahrhundertelang regiert, wir haben die gleichen Ursprünge.


Für „Ótta“ hattet ihr ein Konzept. Gibt es auch ein Konzept oder ein gemeinsames Thema in den Texten von „Berdreyminn“?

Sie sind ein wenig düsterer, es geht um Themen wie gewisse psychische Krankheiten, schwere Depressionen, Alkoholismus, Narzissmus...alles mögliche, weißt du, Selbstmordgefährdung, häusliche Gewalt…
Einen Song gibt es, der in gewisser Weise heraussticht, der handelt nicht wirklich von den düsteren Seiten des Menschen. Er heißt „Hvít sæng“ und handelt von Lawinen. Vor etwas über zwanzig Jahren, 1995, wurden zwei verschiedene kleine Dörfer in den Westfjorden von Lawinen getroffen. Die Dörfer wurden zerstört, viele Leute wurden getötet, darunter auch Kinder. Eine tragische Angelegenheit, und das geschah gleich zweimal in jenem Jahr. Ich bin quasi im Nachbarort aufgewachsen und es sah dort ähnlich aus, es gab ebenfalls diese Bedrohung durch Lawinen. Während ich als Kind dort lebte ist nie etwas passiert, einige Jahre später kam es aber dazu.
Davon zu hören hat wirklich etwas in mir ausgelöst. Ich habe ein Interview mit einem Freund von mir gelesen, der es überlebt hat. Er war zu dem Zeitpunkt nur ein kleines Kind. Es gab wohl ein paar Sekunden lang dieses erdbebenartige Geräusch und dann gingen die Lichter aus. Er war im Keller und es war dort, als wäre er in Beton eingegossen. Der Druck der Schneemassen hatte ihn im Keller eingesperrrt. Er konnte nichts tun, aber ein paar Sekunden später hörte er Schreie…
Der Song ist also etwas anders – es geht darum, das jemand etwas grauenvolles erlebt hat und dir dann die Geschichte erzählt. Es wird oft nicht viel darüber geredet, vieles ist mit Scham verbunden. Auch wenn es um häusliche Gewalt oder psychische Krankheiten geht. Es ist viel Dunkelheit in den Texten. Etwas davon handelt von mir, einiges von anderen…


Okay, das ist schon starker Tobak...ich hoffe ihr seid alle einigermaßen okay!

Nein, wir sind komplett im Arsch,haha. Aber im Ernst, wenn man mich fragt ob ich okay bin, das ist so eine Sache: Ich weiß, dass ich nicht vollkommen okay bin. Ich gebe das zu, ich bin mir dessen bewusst. Aber ich arbeite immer dran. Ist ein bisschen wie beim Autofahren: Von der Straße abkommen kann man immer, aber man versucht natürlich, draufzubleiben. Heutzutage lebe ich ein sehr einfaches und glückliches Leben. Ich bin ein glücklicher Mensch. Aber die Dunkelheit ist immer im Hintergrund und versucht, einen zurückzuholen. So ist es halt mit Alkoholismus. Schau dir Chris Cornell an. Er war 15 Jahre nüchtern. Es lauert immer in einem dunklen Winkel deines Gehirns und versucht, dich wieder zu kriegen.


Es freut mich dass es dir gut geht und das war auch nicht als Fangfrage gemeint...

Ach, es stimmt schon: Ich hab auch echt schlechte Tage, klar, aber ingesamt ging es mir nie besser als heute. Ich lüge nicht, ich stehle nicht, ich bin seit drei Jahren nüchtern. Ich betrüge niemanden und ich habe gute Freunde, die mir immer sagen, wenn ich Mist baue. Ich habe ein sehr gutes Leben und das sehe ich nicht als selbstverständlich und garantiert an.


Ich glaube ich weiß was du meinst...Sachen wie die, von denen du gesprochen hast, die muss man lange aufarbeiten. Auch wenn man gleichzeitig ein glückliches Leben führt – sowas ist halt nie weg. Und ich glaube es ist wichtig, so etwas nicht zu ignorieren oder zu verdrängen sondern einfach akzeptieren, dass es da ist...

Natürlich nicht! Aber es kann sehr schwer sein, darüber zu sprechen. Die Magie liegt darin, darüber zu reden. Du brauchst Leute, mit denen du drüber reden kannst. Mit Depressionen wirst du nicht fertig, indem du deinen Dealer anrufst oder in eine Kneipe gehst und mit den Säufern abhängst.


Ja. Und dann gibt‘s natürlich immer auch noch Musik, in der man seine Emotionen lassen kann. Zumindest ihr habt diese Möglichkeit...

Musik ist großartig. Allein wird sie es nicht bringen. Aber ein Freund von mir, der mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte, hat kürzlich zu mir gesagt, dass ich so glücklich sein kann dass ich die Band hatte, als ich aufgehört habe. Ich konnte immer noch um die Welt reisen, mit meinen Freunden zusammensein und tun was ich liebe. Dafür bin ich wirklich dankbar. Ich mache immer noch das, was ich liebe. Es ist vieles in Bewegung, ich meine, wir haben ein Mitglied verloren. Und das ist nicht über Nacht passiert, sondern hat sich über Jahre hinweg aufgebaut. Nun, es kann nicht immer Sonnenschein geben…


Wo du es sowieso schon ins Gespräch bringst, ich hätte sowieso nach eurem Ex-Drummer fragen müssen...lauft ihr euch eigentlich über den Weg? Habt ihr irgendwelchen Kontakt?

Nein, ich habe ihn seit zwei Jahren nicht gesehen. Er hat den Kontakt zu allen unseren gemeinsamen Freunden abgebrochen. Allen echten Freunden die ihm gesagt haben das er das Falsche tut hat er die Freundschaft gekündigt. Es ist beinahe komisch wie es schon fast eine Art Nachrichtenwert hat, wenn einer meiner Freunde ihn irgendwo sieht. Aber unsere Wege kreuzen sich nicht. Wie gesagt, ich führe ein recht einfaches Leben. Ich gehe dahin wo es mir passt und ich bin sicher, er tut das gleiche. Aber wir bewegen uns einfach nicht in den gleichen Kreisen. Ich weiß nicht...er wird das hier wahrscheinlich lesen, das macht es etwas seltsam darüber zu reden…


Ich kann‘s auch rausnehmen wenn du möchtest...

Nein, für mich geht das klar. Du kannst mich alles fragen. Es gibt da wirklich keine Themen, die tabu sind. Also nein, wir haben uns nicht getroffen. Seinen Vater habe ich getroffen. Den kenne ich seit 25 Jahren, ein prima Kerl. Es war wirklich eine peinliche Situation. Unser Gitarrist hat seine Mutter getroffen, im Schwimmbad...wir kennen die seit 25 Jahren, es ist wirklich schräg. Sie waren immer gut zu uns, haben uns sehr geholfen. Und wir haben ein paar gemeinsame Freunde, denen er gesagt hat, dass sie sich für eine Seite entscheiden müssen. Wenn sie jemals wieder mit uns sprechen würde er nicht mehr mit ihnen befreundet sein. Es ist eine schlimme Scheidung.


Das erinnert wirklich daran was manchmal passiert, wenn sich ein Paar nach langer Zeit trennt und man sich für eine Seite entscheiden soll. Manchmal sogar dann, wenn die das eigentlich gar nicht wollen, alles hat dann diese seltsame Qualität...

Das ist haargenau das, was passiert ist. Wir waren 20 Jahre lang zusammen in einer Band, wir kannten uns seit 25 Jahren. Aber das ist auch der Grund dafür, warum es so geendet hat. In einer Band sein ist eine Ehe. Und wenn irgendjemand glaubt, dass wir eines Tages aus heiterem Himmel entschieden hätten, wir schmeißen ihn raus - dann spinnt ihr einfach. Entweder du bist sechs Jahre alt oder du hast Wahrnehmungsstörungen. Denn das hat sich über Jahre entwickelt. Viele Jahre lang ging es abwärts, abwärts, abwärts. Und man ist in einer Band und man sieht über Dinge hinweg, zum 900sten Mal, weil man halt in einer Band ist und es weitergehen soll.
Dann wurde es persönlich und zwar so persönlich, dass keiner mehr Spaß an der Sache hatte. Keiner hat mehr geredet, die Crew verzog sich, das Management verzog sich, es gab keinen Blickkontakt mehr auf der Bühne, es hat die Leute angekotzt zusammen im Auto zu sitzen. Und drei von uns waren sich einig, dass es so nicht funktionieren würde. Es gab Gespräche, es gab Krisensitzungen, es gab Zoff. Wodkaflaschen flogen durch die Gegend, das war schon normal. Es gab Handgreiflichkeiten. Leute verließen die Band, dann hieß es ‚Bitte verlass die Band nicht‘. Jahrelang ging das so. Aber alles hat seine Belastungsgrenze. Und die letzten 18 Monate…Svabbi [Svavar Austmann, Bass. Anm. d. Verf.] und Gummi [Guðmundur Pálmason, Ex-Drummer. Anm. d. Verf.] hatten eine Auseinandersetzung, eine sehr persönliche Auseinandersetzung. Und wir haben es 18 Monate lang weiter versucht, aber es wurde immer nur schlimmer. Unser Gitarrist rief mich jeden Tag an und sagte, dass er es nicht mehr aushält, das er so nicht weitermachen kann. Wie gesagt, alles hat seine Belastungsgrenze.
Wir hatten die Wahl, entweder die Band aufzulösen, was wir nicht wollten, weil wir drei keine Probleme hatten und wirklich gern zusammen Musik machen wollten, oder uns von ihm zu trennen. Und das haben wir getan. Es war eine harte Entscheidung und von denen kommt immer was zurück. Nicht jeder wird zufrieden sein, das macht schwierige Entscheidungen aus. Und so eine haben wir getroffen.


Hört sich an als hättet ihr keinen anderen Weg gesehen, die Band noch weiterzuführen...

Gab es nicht. Ich meine, es gab Bandmeetings und es gab stundenlange Diskussionen, einmal haben wir vier Stunden lang darüber geredet, dass sich was ändern muss oder wir getrennte Wege gehen müssen. Aber es fühlte sich an als ob wir in drei Monaten wieder reden können, oder in sechs, neun, zwölf oder 24 Monaten, ganz egal. Zu dieser Veränderung war er nicht bereit. Keiner hatte Spaß an der Sache, keiner verdiente Geld.
Dann waren wir zwei Monate auf Tour, und es waren schreckliche zwei Monate, keiner hat mit dem anderen gesprochen. Wir kamen nach Hause, nach vier Wochen Tour durch Amerika in einem Van und die Stimmung war, als ob da so ein von Krebsgeschwüren übersäter Elefant im Raum steht, über den keiner spricht, und jemand erinnerte mich dran, dass noch ein weiterer Monat Tour geplant war. Und wir sagten uns: scheiße, das halten wir nicht mehr aus. Und sowas passiert die ganze Zeit, schau dir andere Bands an.


Ich glaube, in vielen Fällen bekommt man gar nichts davon mit. SÓLSTAFIR sind eine große Band, die international tourt und eine breite Fanbasis hat. Da kriegen die Leute das natürlich mit. Kleinere Bands lösen sich wahrscheinlich sang- und klanglos auf...

Ach, nicht unbedingt. Guck was mit GORGOROTH passiert ist, oder mit ENTOMBED, MORBID ANGEL, CYNIC… so etwas kommt oft vor. IMMORTAL sind auch so ein Fall. Eine Band ist halt wie ein Eisberg. Als Fan sieht man nur die Spitze, aber es passiert so viel hinter den Kulissen. Die Reisen, der Streit, die Writingsessions. Und all das hätte man nie auf einer Blogseite oder auf Facebook diskutieren sollen, es gehört da einfach nicht hin…einfach eine traurige Angelegenheit.


Ja, eine traurige Angelegenheit, eine Scheidung mit Schlammschlacht… Ihr habt allerding neu geheiratet, um im Bild zu bleiben. Hallgrímur Jón Hallgrímsson ist neu am Schlagzeug. Er scheint keinen Metal-Hintergrund zu haben, oder? Ich meine, er spielt bei JEFF WHO? Und TENDERFOOT. Soweit ich weiß habt ihr schon auf „Svartir Sandar“ ein wenig mit ihm zusammengearbeitet, oder?

Ja, er hat beim Stück „Fjara“ Hintergrundgesang gemacht. Er war der dritte der sich vorgestellt hat, nachdem Gummi raus war. Wir hatten einfach nicht die geringste Lust auf Stress und er ist ein guter Typ. Wir hatten ihn noch nie in einer Rock- oder Metalband spielen sehen. Ich meine, er war als Junge IRON MAIDEN-Fan und alles, er hat also ein bisschen Metal-Background. Seine erste Band an die ich mich erinnere war die Band, aus der später SÍGUR RÓS wurde. Dann war er in einer Art Low-Fi-Band namend TENDERFOOT, so Low-Fi-Zeug und sanftes Zeug. Wir sind seit Jahren befreundet und er hat seine eigene Karriere als Liedermacher, er ist ein sehr talentierter Sänger und Gitarrist. Wie gesagt, ich kannte ihn schon lange und mochte ihn und dachte mir, versuchen wir es einfach. Wir brauchten einfach jemanden, mit dem nicht ein Sack voll Drama in die Band kam. Die Liste ist eigentlich nicht wirklich lang. Kann er mit uns zwei Monate im Jahr auf Tour sein? Hat er die Zeit und die Erfahrung? Wie viele Kinder hast du? Hast du einen festen Job? Es ist keine lange Liste.


Ist er ein richtiges Bandmitglied oder eher ein Söldner?

Er ist Mitglied der Band, ja. Natürlich ist es komisch wenn jemand neu in eine Band kommt, in der wir anderen schon seit siebzehn Jahren oder so zusammen spielen. Aber er ist jetzt seit etwa zwei Jahren dabei und hat ein Album mit uns geschrieben.


Auf dem er seine Sache auch ziemlich gut macht. Er hat einen anderen Stil als Guðmundur. Nicht so, dass es den Charakter der Band wirklich verändert, aber es hat ein anderes Feeling. Etwas mehr auf den Punkt, wenn man so will.

Ich meine, er ist technisch gesehen ein viel besserer Schlagzeuger. Das war aber nie in irgendeiner Weise das Problem bei uns, wer jetzt wie gut spielt. Er ist natürlich ein viel besserer Drummer, aber darum ging es dabei nie.


Ich wollte auch noch nach euren Tourplänen fragen. Festivals, Clubs, alles – was liegt an?

Nun, im Juni haben wir drei Wochenenden, an denen wir auf Festivals sind. Und wir füllen die zwei Wochen dazwischen mit Clubshows auf, die wir zwischen den Festivalshows im Juni spielen. Im Sommer geht‘s dann noch weiter mit den Festivals und später im Jahr werden wir dann die große Tour spielen. Wir haben also zwei Touren geplant dieses Jahr. Und wir werden im September nach Brasilien fahren!


Nach Brasilien! Wart ihr da schonmal?

Niemals!Jetzt müssen wir natürlich MOTÖRHEAD covern, „Going To Brazil“!



Schick! Wo werdet ihr spielen?

Sao Paulo glaub ich. Weit weg von hier!


Cool. Ich wünschte, ich könnte mir das angucken. Aber ich werde mich wohl eher an Norddeutschland halten...

Hamburg?


Ja, in meinem Fall wäre das vermutlich Hamburg...wobei ihr natürlich gern mal in Kiel spielen könnt!

Ah, ja. In Kiel war ich auch mal.


Warst du? Was hat dich hergeführt?

Ja, ich war als Kind mal mit meinen Eltern da. Ich weiß nur noch, das wir in Kiel waren. Wir waren in Sønderborg in Süddänemark und sind durch Kiel gekommen.


Auf der Kieler Woche warst du also nicht, oder?

Neeein, ich war zwölf Jahre alt oder so. Ich glaube, meine Eltern haben mir dort meine Nintendo NES Konsole gekauft. Ich glaube, das war in Kiel.


Ah, gute Erinnerungen an Kiel! Sollen die Hamburger doch zur Abwechslung mal hierher fahren! Wobei Hamburg wahrscheinlich für euch einfacher zu erreichen ist und überhaupt...

Es ist die BEATLES-Stadt, Mann! Wenn‘s für die BEATLES gut war, dann ist es auch für uns gut! Was hast du denn gegen Hamburg?

<


Gar nichts! Ist mir nur „zu weit weg“, ich bin da etwas faul geworden. Wenn ich erst um drei wieder zurück bin und das Kind um sechs aufstehen will wird der Tag immer so sehr, sehr lang...

Wie alt ist dein Kind?


Etwas über drei.

Ah, okay. Die haben viel Energie...


Ja, und das schon sehr früh am Tag. Hast du eigene Kinder?

Nein, keine von denen ich wüsste. Aber ich lebe wie gesagt mit meiner Freundin und ihrer achtjährigen Tochter zusammen, ich habe also eine kleine Familie hier.


Also bist du schon sowas wie ein Stiefvater.

Ja. Das ist eine ziemlich neue Sache für mich und es gefällt mir sehr gut.


Und, hilfst du bei den Hausaufgaben?

Natürlich! Wir lesen, üben Handschrift, Mathe…solche Sachen.


Was ist dein Lieblingsfach?

Um dem Kind dabei zu helfen? Ich weiß nicht...Lesen mag ich. Es ist einfach so seltsam, einem Kind ein Kinderbuch vorzulesen. Es ist einfach so weit weg von allem, was man im „echten Leben“ sonst so macht, im erwachsenen Leben. Und es ist so weit entfernt von allem, was mit Rock‘n‘Roll oder der Band zu tun hat, oder vom Berufsleben…Es ist einfach sehr unverfälscht und friedlich, im Bett zu liegen und ein Kinderbuch zu lesen. Wenn man zwanzig Jahre lang dauernd besoffen war und auf einmal ist das Leben so anders – man liegt im Bett und liest einem Kind das gerade Schlafen geht etwas vor. Als ich das zum ersten Mal gemacht habe dachte ich nur: Wie zum Teufel komm ich denn jetzt dazu?


Haha, ist doch super!

Auf jeden Fall. Besser als alles andere im Leben. Und auch so ziemlich das einzige, was übrig ist…


Das ist es wert. Sieh‘s mal so: Es ist ja ohnehin nur für eine gewisse Zeit und ehe du dich versiehst ist Vorlesen nicht mehr interessant...

Exakt! Und in ein paar Jahren wird sie mich wahrscheinlich hassen. Jetzt sind wir gut befreundet…


Ich bin mit meinen Fragen so ziemlich durch und will dich auch nicht den ganzen Abend mit Beschlag belegen. Ich habe hier aber noch meine Bonusfragen. Normalerweise stelle ich die Filmfrage zuerst, aber die hatte ich bei SÓLSTAFIR schonmal. Hier also noch eine Variation: Wenn SÓLSTAFIR ein isländischer Sagenheld wäre, wer wäre das und warum?

Hmmm...das ist gut! Oh, wow...ich weiß echt nicht. Das ist zu schwierig!


Such dir einfach einen aus!

Ein Sagenheld! Du willst vielleicht Sachen wissen...ääähm...Grettir!


Grettir? Gute Wahl! Dann kann ich hier schön die Grettis saga empfehlen! Einen habe ich hier gerade noch: Was liest du, wenn du auf Klo sitzt?

Ich lese alte Ausgaben von Terrorizer Magazine und Metal Hammer, in Englisch und Deutsch. Ich übe mein Deutsch mit alten Metal Hammer Zeitschriften. Deutscher Heavy Metal auf dem Klo!


Ausgezeichnet! Dann will ich dich nicht länger vom Lesen abhalten!

Danke fürs Interview, das war gut!


Find ich auch! Danke für deine Zeit und Geduld, ich hoffe man sieht sich.

Alles klar, mach‘s gut! Bye bye!


grim_rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 12.07.2017 | 22:35 Uhr

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