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Interviewpartner: Alan Nemtheanga

PRIMORDIAL meldeten sich im November mit ihrem aktuellen Output „To The Nameless Dead“ eindrucksvoll zurück und sorgten nahezu überall für begeisterte Reaktionen. Das neue Album stellt jedoch keine zufällige Ausnahme dar, denn schließlich stehen die fünf Iren seit Jahren für qualitativ hochwertige Veröffentlichungen jenseits gängiger Trends. Grund genug also, um beim charismatischen Sänger der Truppe, Alan Nemtheanga, etwas genauer nachzuhaken und ihn zu den Hintergründen des neuen Albums und der momentanen Situation in der Guinness-Hauptstadt Dublin zu befragen.




Hallo Alan! Hallo PRIMORDIAL! Wie geht’s euch auf der grünen Insel derzeit? Ihr seid sicherlich ziemlich glücklich über die überwältigenden Rückmeldungen in Bezug auf euer neues Album „To The Nameless Dead“?

Hallo. Ja, bis ist jetzt ist das alles sehr zufrieden stellend und alles scheint prima zu laufen.


Mit der neuen Scheibe seid ihr dem bereits auf „The Gathering Wilderness“ eingeschlagenen Weg weiter gefolgt, auf einen sehr organischen und erdigen Sound zu setzen, als der fast schon überall üblichen Vorgehensweise, einen sterilen und klinischen Sound mit viel technischem Schnickschnack zu folgen. Kannst du eure Gedanken diesbezüglich etwas genauer erläutern? Wie nehmt ihr die Fortschritte der digitalen Aufnahmeverfahren im Vergleich zum analogen Verfahren war? NEUROSIS scheinen da ja Brüder im Geiste zu sein.

Dieser ganze moderne, klinische und digitale Metal-Sound interessiert mich nicht. Meiner Meinung nach nimmt das einfach jeder Aufnahme sowohl Herz als auch Seele. Ich bevorzuge eher diesen organischen Klang der 70er und 80er. Wir wollten zwar kein Album, das klingt, als hätte man es 1981 aufgenommen, aber wir ließen uns von diesen alten Produktionen inspirieren. Daher ist es dann so eine Art Old School mit ein wenig modernem Anteil. Ich verstehe aber, dass einfach die Bedürfnisse der Grund für neue Wege und Erfindungen sind, dass die Bands sehr oft weniger und weniger Geld bekommen und dass die Studios beinahe überflüssig werden, da die meisten Leute das einfach selbst machen, da es Geld einspart. Das finde ich einleuchtend, aber ich kann es einfach bei denjenigen nicht nachvollziehen, die diesen seelenlosen Computer-Sound anstreben. Hört euch mal lieber „Mob Rules“ an!


Da wir gerade schon den Bezug zwischen dem Vorgänger „The Gathering Wilderness“ und „To The Nameless Dead“ haben: Worin bestehen denn deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen den Alben? Beim ersten Hören schien mir das Tempo höher zu sein, verbunden mit mehr Aggression, während die Songs mehr auf den Punkt gespielt sind, wobei sie natürlich immer noch sehr düster und stimmungsvoll sind? Der Gesang ist beispielsweise auch intensiver und eindrucksvoller ausgefallen.

Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich glaube, dass das neue Album viel fokussierter und weniger ausufernd ist. Die Songs sind ein wenig kürzer und kommen viel deutlicher auf den Punkt, während „The Gathering Wilderness“ deutlich dunkler klingt und viel schwerer zu erfassen ist. Die Gesangs-Parts sind deutlich kraftvoller und vielleicht deutlich mehr auf Metal-Art gesungen, als es bisher der Fall war. Ich denke, dass beide Alben recht gute musikalische Weggefährten darstellen.


Dieses Mal seid ihr beim Cover-Artwork andere Wege gegangen, wobei es auch zwei verschiedene Versionen gibt – die reguläre Fassung und die die limitierte CD inklusive Bonus-Live-CD vom Rock Hard Festival. Wie seid ihr auf diese Bilder gekommen und bezieht sich der Titel auf die Menschen, die im Laufe der Geschichte Irlands zu Tode kamen?

Ich mochte die Idee, aus dem Digibook etwas wirklich Spezielles zu machen. Nicht in dem Sinne, dass man einfach eine Hülle nimmt und noch eine andere CD mit dazu packt, sondern etwas Schönes, das man sich gerne in den Schrank stellt. Der Titel bezieht sich tatsächlich auf die Menschen, die während der Jahrhunderte große Opfer begangen und die vergessen wurden oder bald der Vergessenheit anheim fallen werden. Das bezieht sich aber nicht nur auf die irischen Leute, sondern ist ein universelles Konzept.


In den Liner Notes steht, wenn es ein allgemeines Thema auf „To The Nameless Dead“ zu finden gibt, dann ist es das der Nationen und was die Menschen dazu veranlasst, für ihre Nation zu kämpfen und zu sterben. Sind dies die namenlosen Toten, auf die ihr euch im Titel bezieht? Wie seid ihr auf diesen Bereich gekommen?

Sie könnten es sein; ich bin sehr fasziniert von alten Landkarten, und das war der Ausgangspunkt der ganzen Sache. Länder, die im achtzehnten und im neunzehnten Jahrhundert bestanden, existieren heute nicht mehr. Was ist mit ihren Sprachen, ihren Kulturen, ihren Traditionen passiert? So begann ich dann, auf diese Theorie aufzubauen und bezog noch die aktuelle Politik sowie die Frage danach, was die Leute veranlasst zu glauben, dass ein Land ihnen gehört, mit ein. Ich wähle eigentlich nichts absichtlich, es passiert einfach so, und dann lassen sich einzelne Songs miteinander verbinden.


Worum geht es denn in den jeweiligen Texten auf der Scheibe? Wie steht es zum Beispiel mit „Gallows Hymn“, „As Rome Burns“, „Heathen Tribes“ – vielleicht eine Hymne über und ein Statement über das Heidentum? – und „No Nation On This Earth“?

„Gallows Hymn“ beschäftigt sich grundsätzlich damit, keinen Glauben zu haben und betrachtet den Glauben anderer Menschen. Man weiß, dass es keinen Sinn ergibt, aber man sieht, was es bei den Leuten bewirkt. Ist es eine ehrbare Sache, am eigenen Mangel an Glauben bis ins Grab festzuhalten. „As Rome Burns“ dreht sich um das westliche Europa und wie wir jegliche Form von Spiritualität durch den Kapitalismus ersetzt haben. „Heathen Tribes“ ist einfach ein simpler und geradliniger Heavy-Metal-Song. Wir wollten eine moderne Pagan-Metal-Hymne schreiben, was wir dann auch umsetzten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. „No Nation On This Earth“ ist eine Hymne für die all die kleinen Nationen auf dieser Erde, die sich gegen die Tyrannei und gegen die mächtigen Länder auflehnen.




Ihr bezieht euch öfters auf die irische Geschichte, auf die keltische Mythologie und euren kulturellen Hintergrund. Auf „The Gathering Wilderness“ war „The Coffin Shops“ vertreten, das sich auf die Great Famine, die große Hungersnot, und die folgende Auswanderung beschäftigte. Auf der neuen CD selbst befinden sich drei skelettierte Hunde, die sich gegenseitig nachjagen – eine im Keltischen häufig gebrauchte Symbolik. Wie wichtig ist dieser Themenbereich für euch und bis zu welchem Grad glaubt ihr, dass ihr die Hörer auf euer Heimatland und dessen Geschichte aufmerksam macht? Habt ihr schon mal über komplett gälische Texte nachgedacht?

Nun ja, der erste Song unseres ersten Albums „Imrama“ war sogar auf Irisch. Aber so oft beziehen wir uns eigentlich gar nicht auf die irische Mythologie. Von den letzten drei Alben hat eigentlich nur „Sons Of The Morrigan“ einen direkten Bezug zur keltischen Mythologie. Die Leute nehmen dies oft einfach an, ohne die Texte gelesen zu haben. „The Coffin Ships“ behandelt hingegen natürlich Irland, aber nicht im mythologischen Sinne. Da besteht der Unterschied. Alles mit einer historischen Prägung, über das ich singe, steht in einem modernen Kontext. Wir sind keine Romantiker. Aber es ist natürlich sehr wichtig in dem Sinne, dass wir so eine Art kulturelle Botschafter Irlands sind, wenn wir im Ausland sind und den Zuschauern etwas von unserer Kultur mitbringen.


Zum Teil habt ihr auch auf traditionelle irische Musikinstrumente wie Fiddle oder Bodhran zurückgegriffen und ein paar traditionelle Melodien in eure Musik mit eingebaut, wie beispielsweise in „The Cruel Sea“ von „Spirit The Earth Aflame“. Wie seid ihr da dieses Mal vorgegangen oder dachtet ihr, dass diese Instrumente beim neuen Material nicht so gut passen?

An und für sich nichts im Vorhinein geplant. Wenn es passiert, dann passiert es. Das nächste Album könnte eine traditionelle CD allein mit Folk-Instrumenten sein. Wenn ein Lied eine Violine benötigt, wie bei „The Gathering Wilderness“, dann benötigt dieses Lied genau das. Wenn Ciaran zum Beispiel mit einer Idee kommt, wie es bei „The Cruel Sea“ der Fall war, und das funktioniert, dann nutzen wir dies. Manchmal ist es einfach nur Metal. Regeln gibt es aber nicht.


Dieses Mal wart ihr nicht in Dublin im Studio, sondern habt in den nordwalisischen Foel Studios mit Dave Fielding aufgenommen. Wie kamt ihr auf dieses Studio und worin seht ihr die Unterschiede darin, nicht einfach abends nach Hause gehen zu können? Welche positiven und negativen Aspekte habt ihr erfahren, mal davon abgesehen, dass es dort wohl in Sturzbächen geregnet hat?

Wir wollten etwas Abgeschiedenheit, um die Möglichkeit zu haben, uns ohne Ablenkungen auf das zu konzentrieren, was wir machen, und um unsere Gedanken sammeln zu können und mit Abstand von der Großstadt als Gruppe hart an uns zu arbeiten. Es war eine sehr positive Erfahrung. Wir haben alles in dreizehn Tagen aufgenommen und abgemischt, ohne großen Firlefanz.


Zusammen mit MOONSORROW und MOURNING BELOVETH habt ihr die „Heathen Crusade Tour“ gespielt. Wie seht ihr das denn im Nachhinein? Wart ihr zufrieden mit der Tour? Wird es vielleicht sogar eine zweite Ausgabe des Heathen Crusade geben und mit wem könntet ihr euch das vorstellen?

Wieder einmal, wie eigentlich üblich, wurden uns Ende 2005 verschiedene Touren versprochen, aber da ist nichts passiert. Irgendwie haben wir ziemliches Pech, wenn es darum geht, in das richtige Billing zu gelangen, also war diese kleine Tour mehr oder wenige das Beste, was wir in Anbetracht der Umstände machen konnten. Es war die Frage, entweder dies zu tun oder überhaupt nichts. Die Zuschauerzahlen waren insgesamt gut. Aber es ist schwierig, die Leute heutzutage auf Konzerte zu bekommen, da diese ihr Geld und ihre Kraft für die Festivals sparen. Natürlich war es eine klasse Sache, mit sowohl MOONSORROW als auch MOURNING BELOVETH zu touren, und wir würden dies auch gerne noch einmal machen. Es ist wirklich schade, dass wir als Band nicht groß genug sind, um vor vielen Zuschauern in ganz Europa jeden Abend ein langes Set spielen zu können. Je älter man wird, desto schwieriger wird alles… Vielleicht machen wir es noch mal. Ich bin mir nicht sicher. Der Plan war eigentlich, eine große Band zu supporten, aber derzeit sieht es nicht so, als ob das klappen würde…


Ihr seid sehr kurzfristig beim Party.San Open Air eingesprungen, was für euch einiges an Aufwand, jede Menge Matsch, Flügen in aller Frühe und extrem wenig Schlaf bedeutet hat. Hattet ihr trotzdem eine gute Zeit? Die Frage bezieht sich auf den ersten Metal Cruise, dessen Headliner ihr wart. Klingt jedenfalls nach einer coolen Idee, um mal etwas anderes als Festivals und normale Konzerte zu haben, oder?

Um ganz ehrlich zu sein: Nein, das Party.San hat keinen Spaß gemacht. Das war einer der wenigen Momente, wo ich mich wirklich gefragt habe, ob es das alles eigentlich wert ist. Stunden um Stunden auf Achse und exakt null Schlaf. Man kann dann einfach nicht erwarten, auf der Bühne zu stehen und sein Bestes zu geben, wenn man schon seit gut dreißig Stunden oder so unterwegs ist… Das ist nicht möglich. Das Wetter war auch beschissen und das war auch nicht gerade meiner Laune zuträglich. Weißt Du, es ist kein Spaß, um vier Uhr morgens ohne eine Minute Schlaf am Dubliner Flughafen zu sein. Aber solche Tage gehören einfach dazu, wenn man sich dazu entscheidet, Metal zu spielen, also schauen wir nach vorne. Der Metal Cruise war cool und viel entspannter. Es war schon komisch, da aufzutreten, und für die Leute war es auch schwierig, etwas zu sehen, aber es war eine interessante Idee.


Am 19. Januar wird eine exklusive Release Show in eurer Heimatstadt Dublin stattfinden. Klingt nach einer schönen Belohnung, die Veröffentlichung des neuen Silberlings mit Freunden zu feiern und dann nach Hause gehen/kriechen zu können? Wie sieht es denn bezüglich einer kompletten Europatour aus? Ihr werdet derzeit doch sicher von Angeboten ziemlich überhäuft? Könnt ihr die eigentlich alle annehmen?

Ja, im Moment saufen wir in den Festival-Angeboten regelrecht ab, und jede Woche kommt noch eine Anfrage für eine Tour rein. Es ist verdammt schade, dass all das nicht vor zehn Jahren passiert, als wir alle noch Anfang zwanzig waren und fast alles hätten machen können. Im Moment verschaffen wir uns einen Überblick und schauen, was wir machen können und was nicht. Es wird komplizierter und ich habe manchmal das Gefühl, eine Sekretärin zu brauchen. Man wird uns aber 2008 auf einigen der großen Festivals zu sehen bekommen. Was die Europatour betrifft, kannst Du mir glauben, dass ich nichts lieber machen würde, als für sechs Wochen oder so auf Achse zu sein, aber wir können das einfach nicht mehr machen. Wir werden schlichtweg sehen müssen, was machbar ist. Hoffentlich irgendetwas…




Wie erfolgreich war eigentlich „The Gathering Wilderness“, was die Verkaufszahlen betrifft, und wie zufrieden seid ihr mit der Arbeit eures Labels Metal Blade? Gibt es da irgendeine Art von Druck im Hinblick auf den Erfolg des neuen Albums, der auf euch lastet? Metal Blade sind im Metal-Bereich ja alles andere als ein kleines Label.

„The Gathering Wilderness“ hat sich ganz gut gehalten, vielleicht waren es knapp 15.000 Einheiten, aber ich hatte Metal Blade vorgewarnt, dass PRIMORDIAL keine leichte Band ist, wenn es darum geht, sie den Leuten nahe zu bringen. Wir sind schwer zu kategorisieren und der durchschnittliche Metal Fan will oft keine düstere oder anspruchsvolle Musik oder daran erinnert werden, wie düster die Welt ist. Sie wollen Ausflüchte und Fantasy. Ich werde noch nicht mal auf die Download-Thematik eingehen und auf das, was damit zusammenhängt. Wir haben beispielsweise mit „To The Nameless Dead“ die wahrscheinlich besten Pressereaktionen in Deutschland der vielleicht letzten zehn Jahre oder noch mehr von allen Bands bekommen und trotzdem sind wir nicht in den Charts eingestiegen. Bei Bands, die durchschnittliche Rezensionen erhalten, aber viel zugänglicher für die Leute sind und „trendy“ sind, ist das hingegen der Fall… Metal Blade saßen da und haben sich die Köpfe gekratzt. Es war niemals unsere Absicht, eine total große Band zu werden, aber wenn wir größer wären, dann könnten wir mehr Vorteile haben. Ich sehe das aber realistisch und wenn „To The Nameless Dead“ das nicht bewirkt, dann wird nichts das jemals ausrichten und wir werden halt die größte Kult-Band der letzten fünfzehn Jahre bleiben. :-)


Eure Herangehensweise scheint auch darauf zu fußen, dass ihr unabhängig vom kommerziellen Erfolg nicht auf Kompromisse einlassen wollt. In den Danksagungen steht nun auch deine Äußerung „No compromise. Not then. Not now. Not ever…“ Du hast auch geschrieben, dass viele Leute jetzt erst so richtig auf PRIMORDIAL aufmerksam werden und dass es eigentlich schade ist, dass diese die Tatsache außer Acht lassen, dass ihr ja bereits einige sehr starke Alben veröffentlicht habt. Kannst du das vielleicht noch genauer erläutern? Wie fühlt sich die derzeitige Situation an, vielleicht auch im eben erwähnten Hinblick, einen Durchbruch geschafft zu haben, der für erhöhte Aufmerksamkeit sorgt?

Ich weiß nicht, ein Teil der Antwort auf diese Frage liegt in der Antwort auf die letzte Frage. Jedes Mal, wenn ich mit der Presse spreche, wird mir gesagt, dass wir so eine Art Durchbruch vollziehen. Ich kann den Bekanntheitsgrad der Band zwar langsam ansteigen sehen, aber das bewegt sich nicht auf der Ebene eines Durchbruchs. Ich finde einfach nicht, dass wir so eine Art Band sind. Wir werden einfach das weitermachen, was wir bisher gemacht haben, und die Leute mögen uns genau deswegen. Wir werden niemanden enttäuschen und an dem Tag, an dem wir dies machen, hören wir vielleicht auf.


Was macht ihr denn noch neben der Band? Simon spielt ja beispielsweise noch bei GEASA und du fertigst Banner und Backdrops an. Könnt ihr von der Musik eigentlich leben?

Nein, wir konnten uns niemals allein von der Band ernähren und wir werden das auch nie. Das war niemals unsere Absicht. Das ist in diesem Zusammenhang auch der Grund, warum PRIMORDIAL niemals Kompromisse schließen mussten. Wir müssen nichts für niemanden außer für uns selbst tun. Ich studiere derzeit, aber das ist insgesamt nicht wirklich wichtig.


Welche CDs stehen denn bei dir derzeit hoch im Kurs und warum? Welche aktuellen Black-Metal-, Pagan-Metal- oder sonstige Bands, vielleicht NEUROSIS, könntest du momentan empfehlen?

Oh ja, ich finde NEUROSIS klasse, aber ich war vom neuen Album ziemlich enttäuscht. Die besten Alben in diesem Jahr waren meiner Meinung nach: ROTTING CHRIST – „Theogonia“, DEATHSPELL OMEGA – „Fas“, WARNING – „Watching From A Distance“, ROSE TATTOO – „Blood Brothers“, SHINING – „V“, WITCHCRAFT – „Witchcraft“, JEX THOTH – „Totem“, MARDUK – „Rom 5:12“, MELECHESH – „Emissaries“, WATAIN – „Sworn To The Dark“, ZEMIAL – „Monumentum“, NEGURA BUNGET – „Om“, SECRETS OF THE MOON – „Antithesis“, DESASTER – „Satan’s Soldiers Syndicate“, TROUBLE – „Simple Mind Condition“, DIVINE EVE „Upon These Ashes“, SLOUGH FEG – „Hardworlder“. Ich mag aber auch solche Sachen wie CONVERGE, ISIS, HIGH ON FIRE, WOLVES IN THE THRONE ROOM oder THE DILLINGER ESCAPE PLAN.


Dann bedanke ich mich bei dir für das Interview und wünsche euch viel Erfolg mit „To The Nameless Dead“ und den anstehenden Konzerten. Sláinte!

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 02.01.2008 | 12:50 Uhr

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