.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Interviews mit Life Of Agony
Reviews von Life Of Agony
CD Review: Life Of Agony - A Place Where There's No More Pain

Life Of Agony
A Place Where There's No More Pain


Alternative, Groove Metal, Hardcore
6 von 7 Punkten
"Ein musikalischer und düsterer Befreiungsschlag."
CD Review: Life Of Agony - 20 Years Strong - River Runs Red: Live In Brussels [Live]

Life Of Agony
20 Years Strong - River Runs Red: Live In Brussels [Live]


Alternative, Hardcore, Rock
Keine Wertung
"Cooles Jubiläumspackage"
DVD: Review: Life Of Agony - Life Of Agony – River Runs Again Live 2003 DVD

Life Of Agony
Life Of Agony – River Runs Again Live 2003 DVD


5 von 7 Punkten
DVD "Wie schon im Review zur gleichnamigen ... [mehr]"
CD Review: Life Of Agony - River Runs Again Live 2003

Life Of Agony
River Runs Again Live 2003


Metalcore / Neo-Thrash / Nu-Metal / Hardcore
Keine Wertung
"Nach den langen Jahren für alle LIVE OF AGONY-Fans war es natürlich um so erfreulicher, da... [mehr]"
Live-Berichte über Life Of Agony
Mehr aus den Genres
CD Review: Endstand - Spark

Endstand
Spark


Hardcore
5 von 7 Punkten
"Scheinbar unscheinbar!"
CD Review: Magnum - On The Thirteenth Day

Magnum
On The Thirteenth Day


AOR, Classic Rock, Rock
5 von 7 Punkten
"Ein Strauß bunter Melodien"
CD Review: Kongo Skulls - Perfect Suicide

Kongo Skulls
Perfect Suicide


Hard Rock, Rock, Rock'n'Roll
5 von 7 Punkten
"Einfach Bock auf Rock'n'Roll!"
CD Review: Frei.Wild - Hart Am Wind

Frei.Wild
Hart Am Wind


Rock
1 von 7 Punkten
"Zum Abschuss freigegeben!"
CD Review: The Greenery - Spit And Argue

The Greenery
Spit And Argue


Hardcore, Punk
4 von 7 Punkten
"Immer lauter, immer heiserer!"
CD Review: Eisregen - Fleischfilm

Eisregen
Fleischfilm


Dark Metal
3 von 7 Punkten
"Auch Horrormeister wie Fulci oder Deodato hätten etwas vermisst."
CD Review: Wolfpakk - Wolves Reign

Wolfpakk
Wolves Reign


Hard Rock, Heavy Metal
5.5 von 7 Punkten
"Allstar-Metal abseits des Mainstream"
CD Review: Night Demon - Darkness Remains

Night Demon
Darkness Remains


Heavy Metal
4.5 von 7 Punkten
"Opfer des Hypes"
CD Review: Mammoth Mammoth - Mount The Mountain

Mammoth Mammoth
Mount The Mountain


Hard Rock, Rock, Stoner Rock
4.5 von 7 Punkten
"Im Frühtau zu Berge..."
CD Review: Harpyie - Anima

Harpyie
Anima


Folk Metal, Symphonic / Epic Metal
3.5 von 7 Punkten
"Das Durchhaltevermögen hat sich gelohnt"
Share:
Band: Life Of Agony Homepage Metalnews nach 'Life Of Agony' durchsuchen Life Of Agony
Interviewpartner: Alan Robert

XXL-Interview mit Alan Robert von LIFE OF AGONY über das neue Album "A Place Where There's No More Pain" (VÖ 28.04.2017), den Entstehungsprozess, Minas Coming-Out, neue gewonnene Energie, das Leben, persönliche Tiefschläge, alte Label-Probleme, Phil Anselmo, ALICE IN CHAINS, TYPE O NEGATIVE, enthauptete Zombies und Malbücher für Erwachsene. Was? Da hilft nur: lesen.

Alan, bist du entspannt, oder läuft der Interview-Marathon bereits auf Hochtouren?

Es wird ein langer Tag für mich. Erstes Interview, also bekommst du mich ganz frisch.


Sehr schön. Lass uns über LIFE OF AGONY anno 2017 sprechen. Ihr bringt ein neues Album raus. "A Place Where There's No More Pain". Im Vorfeld habt ihr angekündigt: "We're not fucking around!". Nun durfte ich das Album schon vorab hören, und ich glaube zu wissen, was ihr meint.

Yeah! (lacht)


Ziemlich energiegeladen und von Anfang bis Ende (für mich) unerwartet heftig. Ihr Jungs scheint mit dem Ergebnis zufrieden zu sein?

Durch und durch. Weißt du, wir sind gesegnet, weil wir in unserer Karriere einige Höhen und Tiefen hatten, du weißt das. Aber wir waren uns immer einig, dass wir kein neues Album machen, wenn wir nicht glücklich sind oder nichts zu sagen haben. Und nun, nach so viel positiven Reaktionen auf Minas Comingout in 2014, sind wir mit so viel Feuer in uns zurück. Die Fans umarmen uns und Mina, sie loben ihre Unerschrockenheit, nicht nur als Künstlerin, sondern als Person. Und für mich, als einer ihrer engsten Freunde, ist es ein überwältigendes Gefühl hinter ihr zu stehen und zu sehen, wie sie in ihrem Potential als Künstlerin voll aufblüht. Wir haben diese positive Energie genommen und sie in das neue Album übersetzt. Nicht, dass das Album super positiv ist (lacht). Wir haben damit etwas gemacht, was wir lieben. Und ich muss sagen, dass Napalm Records uns absolute künstlerische Freiheit überlassen hat, so dass wir das Album machen konnten, was wir wollen. Ohne Ablenkungen oder Unterbrechungen. Das ist heutzutage ziemlich selten geworden. Mit "Broken Valley" und dem Majorlabel.


Epic, oder?

Ja. Das war ein absolutes Desaster. Sie wollten so eine Art autoritären, detailorientierten Führungsstil durchziehen, damit am Ende eine Standard-Platte rauskommt. Es gab andauernd Unterbrechungen, um zu checken, ob wir auf Kurs bleiben. Auf diese Weise ist es nicht leicht Musik zu machen. Es fühlte sich an, als zweifelten sie an uns und unseren Bemühungen. Das hat wirklich einen Dämpfer auf diesen ganzen Zeitabschnitt gelegt, denke ich. Wir haben lange Zeit gebraucht, um uns von dieser Erfahrung zu erholen. Darum haben wir 12 Jahre für dieses Album gebraucht (lacht). Nach "Broken Valley" gab es eine Zeit, in der wir keine neue Musik machen wollten. Es war so entmutigend eine Platte veröffentlicht zu haben - ich weiß nicht, ob du die Geschichte kennst: Sony hat in dem Jahr eine ganze Menge Alben mit illegaler Spyware auf den CD's rausgebracht, zum Beispiel Neil Diamond, also Pop-Künstler, und wir waren auch dabei. Drei Monate nach der Veröffentlichung haben sie uns aus den Regalen genommen, weil Sony gegen eine Sammelklage verloren hat. Wir haben 1,5 Jahre gebraucht, um das Album zu schreiben und aufzunehmen, nur um es für drei Monate im Laden zu haben. Absolut demotivierend. So schrieben wir für eine lange Zeit erstmal überhaupt keine Musik. Als wir dann das Angebot von Napalm Records bekommen haben, fragten sie nicht einmal Demomaterial an, tatsächlich wollten sie nicht von einem einzigen Song etwas vorab hören.


Keine Snippets, gar nichts?

Gar nichts. Das ganze Album wurde gemastert und fertiggestellt. Das zeigt eine Menge Glauben ihrerseits und ist ihnen hoch anzurechnen.


Das muss nach dem "Broken-Valley"-Desaster, welches euch ja auch auf persönlicher Ebene sehr an die Nieren ging, erleichternd gewesen sein. Euer neues Album klingt, als hättet ihr es innerhalb kürzester Zeit geschrieben und aufgenommen, wie aus einem Guss, mit einem super Draht zueinander.

Yeah. Es ist das erste Album in unserer Geschichte, welches wir als Band, direkt mit dem Produzenten koproduziert haben. In über zwei Dekaden als Künstler wissen wir natürlich, wie diese Band klingen soll und wie man das erreicht. Weißt du, auf dem Weg lernt man so einiges, und jedes Bandmitglied hat bereits eigene Alben mit Nebenprojekten herausgebracht. Sal mit A PALE HORSE NAMED DEATH. Joey produziert viele Bands. Mina hat unzählige Solo-Sachen gemacht. Ich mit SPOILER NYC und AMONG THIEVES. Unseren Produzenten Matt Brown kennen wir schon aus unseren Teenagertagen in Brooklyn. Mit ihm hatten wir eine sehr starke und persönliche Verbindung. Er konnte uns anspornen und das Beste aus uns rausholen, weil er uns und die Stärken jedes einzelnen kennt. Verglichen mit allen anderen Alben, war dieses das einfachste, weil wir alle endlich auf demselben Level waren, wussten was wir wollten - und kein Reingerede von außerhalb. Sal schlug eine C-Stimmung vor, also die klassische Black-Sabbath-Stimmung. Von Anfang an waren wir uns in vielen Sachen einig. "Aus einem Guss", wie du meintest. Außerdem haben wir beim Abmischen einen größeren und weiteren Sound beabsichtigt. Wir wollten lautere Gitarren, mehr Energie, mehr Lautstärke. Dies ist das erste Album, welches ich selbst als Fan hören kann.


Das überrascht mich.

Selbst nachdem ich ein Jahr lang, unzählige Stunden dran gearbeitet habe, mach ich es im Auto oder Kopfhörer an und genieße es, weil es für mich einfach ein gutes Album ist.


Der scharfe und laute Sound ist mir auch aufgefallen, allein wie Sals Bassdrum reinkickt. Doch die größte "Veränderung" war für mich tatsächlich Minas Stimme, die über einige Strecken an Layne Stayley von ALICE IN CHAINS erinnert. Steht euch super, finde ich.

ALICE IN CHAINS hatten schon immer einen großen Einfluss auf uns, insbesondere das Album "Dirt", wie düster es war, der gesättigte Gitarrensound. Wir hatten denselben Mastering-Engineer wie ALICE IN CHAINS.


Auf diesem Album?

Ja. Ted Jansen. Wir haben ihm gesagt, was für eine Dynamik wir haben wollen. Das sind bewusste Entscheidungen gewesen und ich stimme dir zu. Wir wollten diese Dunkelheit.


Die ihr schon immer hattet. Allein in euren Texten.

Ja. Aber auch das ganze Artwork des Albums. Es ist äußerst düster. Du hast es bis jetzt nicht gesehen. Mit der gesamten Bildsprache wollten wir ein einheitliches Paket kreieren, welches zusätzlich zum Hörer spricht. Wir haben realisiert, dass LIFE OF AGONY viele Leute auf einer anderen Ebene als "Lass uns in den Moshpit gehen" ansprechen, nämlich auf einer sehr emotionalen Ebene. Wir haben eine Menge Leben dort draußen gerettet. Unzählige Male sind auf unseren Konzerten Leute auf uns zugekommen, teilten uns mit, dass unsere Musik ihr Leben gerettet hat. Und diese Platte ist eine Ode an sie. "Song For The Abused" spricht unsere Fans direkt an, ohne Barriere.


Das echte Leben, mit dem jeder irgendwann mal umgehen muss. Manchmal sogar täglich.

Yeah. Alltagskämpfe in sehr echten Geschichten, verpackt in Musik, in Worte gefasst, die mehr allgemein entfremdet sind, so dass jeder seine eigene Geschichte darin finden kann. Ich meine, ein Song wie "Dead Speak Kindly" als Beispiel, wurde geschrieben, als meine Cousine an einem Gehirntumor gestorben ist. Sie hat zwei kleine Kinder hinterlassen. Es gibt nichts niederschmetterndes, als ein dreizehn jähriges Kind zu sehen, welches nie wieder seine Mama sehen wird. Und da kommen diese Texte her: "I will never see your face again". Genau da kommen diese Texte her. Aber es ist ein gemeinsamer Nenner, den Menschen, die Verlust kennen, nachempfinden können.


Jeder. Zumindest irgendwann mal.

Ja. Das sind bewusste Entscheidungen. Und sie kommen von einem ehrlichen Ort.


Und trotz der Tragödien, der Hoffnungslosigkeit, der Dunkelheit und der Zerrissenheit in eurer Musik, ist der Titel "A Place Where There's No More Pain" doch irgendwie hoffnungsvoll. Stimmst du zu?

Das ist interessant. Viele Leute haben mich gefragt: gibt es einen Ort, an dem es keinen Schmerz mehr gibt? Und ich sage: Diese Zeile kommt aus dem Titelstück, und wenn man an dieser Zeile ein kleines Stück zurückgeht, heißt es "FIND a place where there's no more pain". Ich denke, wir sind alle auf dieser Reise, auf der Suche nach etwas Frieden in unserer Welt, in unserer eigenen, kleinen Welt. Die Herausforderung für ein wenig Frieden im Herzen. Ich weiß nicht, ob so ein Ort, so ein Zustand existiert, und sicher ist er für jeden anders, aber ich denke, so lange man auf diesem Pfad ist, kann man versuchen, ein paar positive Veränderung im Leben vorzunehmen. Und ja, da ist eine unterstrichene Hoffnung unterhalb dieser Dunkelheit. Das ist die Bindung, die wir haben, wenn wir im selben Raum mit unseren Zuhörern sind und dieses persönliche, erlösende Erlebnis teilen, dadurch entsteht diese Energie. Deswegen sind unsere Shows auch so besonders. Da ist keine Barriere zwischen der Band und den Zuhörern. Es ist eine Kraft. Errinnerungswürdig. Errinnerungswürdig für uns. Jede Show ist einzigartig, als wäre es unsere letzte, es gibt kein Schema F. Wir packen 110% rein. Völlig egal, ob es 1.000 oder 80.000 Leute sind. Oft nähren wir uns an der Menge. Wenn Sie positive Schwingungen überträgt, verstärkt sich das, ist sie eher verhalten, siehst du uns vielleicht auch mehr verhalten. Ein sehr organisches Geben und Nehmen.


Im Dezember letzten Jahres habe ich euch in der Hamburger Markthalle gesehen.

Daran erinnere ich mich gut.


Das glaube ich dir, denn es war eine sehr besondere Stimmung. Unfassbar herzlich, positiv und natürlich extrem energiegeladen. Ihr habt selbst gesagt: Unfuckingbelievable! All das, was du über eure Liveshows erzählt hast, habe ich an dem Abend genau so empfunden. Außerdem ist mir dort ein großer, mutiger Mann mit großer Kamera aufgefallen, der unter anderem mitten im Pit draufgehalten hat und ordentlich einstecken musste. Für was wurde das Material verwendet?

Das Material wurde für unser aktuelles Video "A Place Where There's No More Pain" verwendet. In Schwarz/Weiß aufgenommen. Vielleicht siehst du dich ja.


Ach was! Das muss ich mir im Anschluss an dieses Interview gleich mal reinziehen. Super Info! (Anm. d. Red.: Das Video findet Ihr am Ende des Interviews.)

Der Gentleman, der das Video gefilmt und gemacht hat, ist Lee Brooks aus England. Er ist ein freier und sehr talentierter Filmemacher. Über das Internet kontaktierte er mich, sagte, dass er ein Fan ist und gern die Show in London mitfilmen würde. Ich habe mir seine Arbeit angesehen und war ziemlich beeindruckt. Wir haben uns getroffen, ein paar Pints getrunken und nun ist er unser Video-Regisseur, auch für das kommende Video zu "World Gone Mad", welches wirklich brillant und für LIFE OF AGONY total anders geworden ist. Sehr düster, sehr beängstigend. Elemente aus Hellraiser und The Ring sind mit eingeflossen. Fantastische Arbeit. Das Video müsste am 18.04. rauskommen.


Schöne Geschichte. Besonders für ihn als Fan.

Ja. Seine Leidenschaft kommt durch. Wenn einer versteht, worum es in dieser Band geht, dann ist es Lee. Allein wie er die Atmosphäre des ersten Videos eingefangen hat, ist erstaunlich. Ich meine, du hast ihn gesehen. Du weißt wovon ich rede.


Ja. Er tat mir ein bisschen leid, denn er wurde im Pit ordentlich durchgeschüttelt, aber ich musste auch richtig hart lachen. Dieser große, wackelnde Mensch sah einfach lustig und sympathisch aus. Voller Einsatz.

(Lacht) Wir können ihm nicht genug danken.


Wer kam mit der Idee zum Albumtitel?

Das war ich, als ich den Song geschrieben habe.


Als ich den Titel zum ersten Mal gehört habe, musste ich unweigerlich an Mina und ihre Geschichte denken. Als wenn sie nach allem endlich einen Ort ohne Schmerz gefunden hat, wie eine Art Befreiung.

Um ehrlich mit dir zu sein. Daran habe ich nicht gedacht. Mit den Texten zu diesem Album wollten wir ans Eingemachte gehen, an genau das, was LIFE OF AGONY ausmacht. Wir hatten es vorhin schon kurz angerissen, viele unserer Zuhörer bekommen durch die teils negativen Texte einen positiven Schub, so dass sie mit vielen negativen Dingen in ihrem Leben umgehen können und sich damit nicht alleine fühlen. Das ist wahrscheinlich der Kern des Titels. Vielleicht hilft es Ihnen, an diesen Ort zu gelangen.


Gab oder gibt es nach Minas Coming-Out spürbar negative Reaktionen aus der Szene, der Metal Community oder sogar von Bands aus eurem Umfeld?

Ja, gab es. Auch online gingen ein paar Sachen ab. Da wird die LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender-Community) schlecht gemacht, egal wer das war, das spielt keine Rolle. Aber du würdest überrascht sein: Freunde, besonders aus der New Yorker Szene, Cro Mags, Sick Of It All, Madball, Agnostic Front, alle waren über alle Maßen unterstützend, gegenüber Mina und auch der Band. Letztes Jahr haben wir mit Madball ein paar Dates in Holland gespielt und hatten eine großartige Zeit. Vor kurzem habe ich Phil Anselmo von Pantera getroffen.


Wie war er drauf?!

Er war so voller Support! Er wünschte uns nur all das Beste. Wir haben viel geredet. Und jemand wie Phil, weißt du, sehr taffer Typ, bei dem man vielleicht denken könnte, dass einer wie er so etwas nicht akzeptiert, war absolut over the top! Einfach nur herzlich und aufrichtig. Ich weiß, dass einige Leute Sachen über ihn sagen, aber ich habe ausschließlich gute Erfahrungen mit Phil. Ich wünsche ihm auch nur das Beste.


Trotz der Sachen, die über Phil gesagt werden, wozu er sicherlich einen Teil beigetragen hat, überrascht es mich nicht, dass gerade er locker war und so reagiert hat. Der Mann hat bestimmt ein großes Herz.

Das sehe ich auch so.


Und mit so viel positivem Feedback ist es für euch leicht, drüber zu stehen und zu sagen: "Fuck you!"?

Es ist uns sowieso egal, was die Leute denken. Wir tun das für uns. Ich kenne Mina, seitdem ich ein Kind bin und ich würde alles für sie tun, ich könnte nicht stolzer sein, neben ihr auf der Bühne zu stehen.


Auf dem Album ist auch ein Song, und zwar "Bag Of Bones", mit einem Type-O-Negative-mäßigem Riff.

YEAH! Für Peter! Definitiv.


Haben ihn die restlichen Type-O-Jungs schon gehört? Wenn ja, wie finden sie ihn?

Ich glaube, bis jetzt hat das Album noch niemand gehört, bis auf ein paar Journalisten. In diesem Zeitalter digitaler Raubkopie sind wir sehr vorsichtig, dass es nirgends durchsickert.


So freue ich mich umso mehr. Und ich denke, den Type-O-Jungs wird's gefallen. Ihr seid ja auch Freunde und macht teilweise gemeinsame Sache. Sal mit Johnny, A PALE HORSE NAMED DEATH zum Beispiel.

Genau. Und du hast absolut recht! Der Song, das Riff ist definitiv eine Hommage an Peter Steele, unser gefallener Bruder. Diese Band würde ohne Peter Steele nicht existieren. Als Jugendliche waren wir im L'Amour in Brooklyn bei Carnivore im Pit. Carnivore hatten so eine gewaltige Auswirkung auf jeden von uns. Dann ist Sal bei Type O Negative eingestiegen und hat bei den ersten zwei Alben Schlagzeug gespielt. Sie waren ihrer Zeit voraus. Und Joey ist dann ja bei der Reinkarnation von Carnivore eingestiegen und stand mit ihm, Peter, auf der Bühne. Das waren alles große Momente für uns. Nicht nur als Freunde, sondern auch als Fans von Peters Arbeit. Das Riff in "Bag Of Bones" ist ein Tribut an sein unglaubliches musikalisches Können. Die Erinnerung an ihn am Leben halten. Ja, ich liebe diesen Teil.


Generell finde ich, dass die Songs auf dem neuen Album, Ausnahme vielleicht "Little Spots Of You", perfekte Livesongs sind. Ihr könntet das Ding so runterspielen.

Genau das hatten wir im Sinn. Songs, die wir live spielen können.


Apropos Live. Was läuft nach 25 Jahren Tourleben, im Vergleich zu damals, anders bei euch?

Ich erzähl dir was: In den letzten Jahren haben wir die Art, wie wir Touren, auf jeden Fall verbessert. Wir waren es gewohnt, mit einem relativ großen Team unterwegs zu sein. Crew-Mitglieder, Licht-, Ton- und Musiktechniker. Wir haben einige Sachen runtergeschraubt, wollten die Dinge lieber selber machen, mehr Punk Rock, und wir sind definitiv glücklicher damit, viel weniger Drama (lacht). Es ist was ganz anderes, wenn wir mit 13, 14 Leuten rumreisen oder ausschließlich als Band plus einen Fahrer. Dadurch entsteht eine ganz andere Verbindung zwischen den Bandmitgliedern. Natürlich bedeutet das, dass wir selbst viel mehr mit anfassen müssen. Ich baue z. B. mein Equipment selbst auf, Pedale, Kabel, und das in Front von manchmal 80.000 Leuten. Das stört mich nicht. Es ist Punk Rock. Es ist echt. Keine Protzigkeit und auch keine Rock-Star-Mentalität. Wir wollen unsere Musik machen, für die, die sie hören wollen, danach fahren wir nach Hause zu unseren Familien. Das ist es. Und wir nehmen nichts für selbstverständlich. Weißt du, diese Band könnte morgen auseinanderbrechen. Wir sind des öfteren von der Bildfläche verschwunden, wollen fürs erste aber natürlich weitermachen, weil es uns Spaß macht. Das ist die Idee. Aber da ist auch die Realität, die dieser Band schon manchmal im Weg gestanden hat. Wir geben unser Bestes.


Neben LIFE OF AGONY hast du dich in den letzten Jahren vermehrt auf grafische Kunst verlegt, richtig? Horror-Comics?

Ja, letztes Jahr habe ich ein Malbuch für Erwachsene herausgebracht.


Beauty Of Horror.

Ganz genau. Es wurde ein Riesenhit. Es ging bei Amazon auf Platz eins. Ich arbeite gerade am zweiten Teil. Es wird im September erscheinen.


Ich wusste das nicht, bis ich im Buchladen drüber gestolpert bin. Alan Robert’s Beauty Of Horror. Und tatsächlich, das warst du. Außerdem hast du Killogy gemacht, ein deftiger Horror-Comic mit großartigen, echten Charakteren wie z. B. Marky Ramone, Frank Vincent aus den Sopranos, Brea Grant aus Dexter sowie Doyle von den Misfits. Das scheint alles durch die Decke zu gehen. Einer Menge Leuten hier drüben würde das sicher gefallen. Gibt es für deine Comics Übersetzungspläne für den deutschen oder europäischen Markt?

Killogy wurde ins Portugiesische übersetzt. Das wird euch leider nicht helfen (lacht). Bis jetzt nur auf Englisch für euch. Aber euer Englisch ist viel besser als mein Deutsch (lacht). Hast du gesehen, dass Killogy jetzt auch als animierte Serie realisiert wurde?


Ja.

Das hat eine Menge Spaß gemacht. Der Plan ist, viel von meinem Comic-Zeug für Film und Fernsehen zu adaptieren. ‚Crawl To Me‘, ein psychologischer Comic-Thriller, den ich gemacht habe, ist in Planung für einen Live-Action-Feature-Film. Außerdem hat der Regisseur der Teen-Wolf-TV-Serie, Robert Hall, ein paar Werbespots für Beauty Of Horror Teil 2 gemacht. Die kommen bald und das war ebenfalls eine Menge Spaß. Eine großartige Erfahrung, als Horror-Fan auf einem echten Horror-Set zu sein.


Ist das, neben der Musik, ein beruhigender Ausgleich und eine andere Art des Ausdrucks für dich?

Ja, absolut. Allein, dass Erwachsene die Malbücher ausmalen, ist eine Art Therapie, in der sie ein bisschen Stress ablassen können. Ich sage gerne, dass es eine Kunst-Therapie für Abnormale ist. Es ist anders, als das, was es da draußen auf dem Markt gibt. Und die Leute haben es satt, Blumen, Tiere und Wälder auszumalen. Nun können sie ihren enthaupteten Lieblingszombie ausmalen.


Was war der letzte gute Horrorfilm, den du gesehen hast?

(Überlegt lange) Ich gehe eher zu den alten Universal-Horrorfilmen zurück. The Wolfman, The Mummy, Dracula. Die Originale. Ich mag keine Remakes.


Bevor wir zum Schluss kommen: Kannst du ein bisschen Deutsch?

Nur ‚Danke‘.


Und ‚Prost!‘, nehme ich an.

Was?


Beim Anstoßen, z.B. mit Bier. Prost!

Das kenne ich nicht. Aber: ‚Hefeweizen‘ (lacht).


Das ist doch schon mal was. Alan, kommen wir zum Ende. Ich wünsche euch alles Gute und Danke für diesen Interview-Marathon. Die letzten Worte gehören dir.

Danke dir. Ja, wir werden im Mai zurück in Deutschland sein, weitere Termine für August sollen folgen. Wir hoffen, dass die Leute unsere neue Platte mit offenem Geist und Herzen hören werden. Wir sind gespannt, wie es ihnen gefällt.



P. Lugosi

Autor: Jan Termath [P³Hamburg] | 09.04.2017 | 14:51 Uhr

Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
Benutzername:
Passwort:
Team-Login

METALNEWS.DE - Metal-Magazin