.: SUCHE
The Pirate Ship Quintet
Rope For No-Hopers
Experimental, Instrumental, Post Rock
5.5 von 7 Punkten
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
King Fear
King Fear [ EP ]
Black Metal, Black/Death Metal
4.5 von 7 Punkten
"Schwarzmetall von der Waterkant"
The Murder Of My Sweet
Bye Bye Lullabye
Female Fronted, Gothic Rock, Pop
3.5 von 7 Punkten
"Zucker bei die Fische!"
Kill Devil Hill
Kill Devil Hill
Doom Metal, Heavy Metal, Stoner Rock
5.5 von 7 Punkten bzw. 4 von 7 Punkten
"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
.: NICHT EINGELOGGT
Share: Band: Fallujah | ||||
| Interviewpartner: Alex Hofmann | ||||
Die US-amerikanischen Progressive-Deather FALLUJAH haben kürzlich über Unique Leader Records ihr vielversprechendes Debut „The Harvest Wombs“ veröffentlicht, das vor allem aufgrund seiner Vielschichtigkeit zu überzeugen vermag. Sänger Alex Hofmann meldet sich im Interview zu Wort.
Hi Alex und FALLUJAH! Da Ihr zumindest für uns Europäer noch ein relativ unbeschriebenes Blatt seid, , wäre es schön, wenn Du uns ausnahmsweise einen kurzen Einblick in die Bandgeschichte geben könntest. Die Band startete 2007 und setzte sich aus Freunden aus High-School-Zeiten zusammen; die Band fußte auf einer starken politischen sowie antireligiösen Basis. Wir haben uns über die Zeit hinweg aufgrund einer Anzahl von Einflüssen aus unterschiedlichen Genres weiterentwickelt. Wir spielen seit 2009 Konzerte und werden auch in Zukunft Touren absolvieren. „The Harvest Wombs“, Euer Debut, ist kürzlich auf Unique Leader Records erschienen: Wie sieht es bislang mit den Rückmeldungen und Eurer Zufriedenheit diesbezüglich aus? Wir freuen uns sehr darüber, wie viel Aufmerksamkeit das Album bislang erhalten hat. Wir haben immer noch keine negative Rezension für die Scheibe gefunden, auch wenn ich mir sicher bin, dass das bald mal der Fall sein wird, haha. Momentan hoffen wir vor allem, dass mehr Leute zu den Konzerten kommen werden und die Zuschauer das neue Material mögen. Was sind eigentlich diese „Harvest Wombs“, die Ihr als Titel gewählt habt und die auch im Artwork auftauchen? Gibt es eine Art Konzept hierzu? Das Album ist kein Konzeptalbum, aber es gibt einige kleinere, artverwandte Themen, die sich durch das Album ziehen. „The Harvest Wombs“ repräsentiert die Unfähigkeit der Menschen als Spezies, das zu verstehen oder zu akzeptieren, was sich außerhalb ihrer eigenen psychologischen Wahrnehmungsmöglichkeiten befindet. Die Gebärmutter ist der Beginn der mentalen Funktion und der Wahrnehmung, und auf der Basis als Spezies betrachtet werden unsere kognitiven Fähigkeiten im Sinne einer Massenproduktion mittels Reproduktion abgeerntet. Was sind Eure musikalischen Haupteinflüsse? Ihr agiert ja ziemlich variabel, sodass hier ein bisschen DECREPIT BIRTH, aber auch Post-Black-Metal-Sachen wie ALTARS OF PLAGUES bzw. Jazz-Einflüsse zu erkennen sind? Was meinst Du? Unsere Einflüsse sind vielschichtig; normalerweise beziehen sich diese Einflüsse eher auf Songstrukturen als auf den Sound an sich. Wir haben natürlich jede Menge Einflüsse aus dem Death-Metal-Bereich [PSYCROPTIC, BEYOND CREATION, HATE ETERNAL] und auch von Progressive/Fusion-Bands [CYNIC, ALAN HOLDSWORTH, BLOTTED SCIENCE]. Dazu kommen dann Ambient-Bands [HELIOS, TYCHO, ULRICH SCHNAUSS] und die erwähnten, eher Black-Metal-lastigen Projekte wie BLUT AUS NORD, LANTLOS und ALTAR OF PLAGUES.
Was kannst Du uns zum Artwork von „The Harvest Wombs“ berichten, das unter anderem solche Zitate wie „You are a slave“ und solche von Nietzsche, La Vey sowie ein römisches Sprichwort zur Verblendung der Menschheit beinhaltet. Wie wichtig sind Euch philosophische Herangehensweisen? Für eine Band wie die unsere wäre die Musik ohne die Aussage hinter der Band nicht erfüllend genug. Die Zitate im Booklet dienen dazu, um eine Vielzahl der Konzepte, die wir entweder unterstützen oder mit denen wir uns identifizieren können, darzustellen. Wir rufen normalerweise Diskussionen und Debatten zu philosophischen Themen, zur Politik oder zur Religion auf unserer Facebook-Seite ins Leben. Ich finde, dass an uns interessant ist, dass man nur die Musik für sich genießen kann, wenn man das so möchte, man aber bei FALLUJAH auch Philosophie erhalten kann – eine über die Musik hinausgehende Aussage und ein soziales Bewusstsein. Wie zufrieden seid Ihr mit den Aufnahmen? Würdet Ihr im Nachhinein etwas ändern wollen? Mir ist z.B. der „Loudness“-Aspekt aufgefallen und dass der Sound manchmal etwas klinisch ist, was aber gut zu den Songs passt. Wir hatten auf unserer „Leper Colony“-EP einen organischeren Sound, was zur damaligen Zeit gut war, aber wir wollten dieses Album mit einem sehr modernen Sound ausgestattet haben, der richtig knallt. Das nächste Mal werden wir die Dinge auf jeden Fall ganz anders angehen; vielleicht wird das so eine Art Mittelweg zwischen den bisherigen Aufnahmen und einem natürlicher und organischer klingenden Sound. Wir sind diese Sorte von Band, die alles, was sie macht, danach auseinanderpflückt und ganz schnell unzufrieden damit ist, sodass das nächste Album ganz anders klingen wird. Francesco Artusato von ALL SHALL PERISH hat ein Gastsolo auf „Become One“ beigesteuert – wie hat sich das ergeben? Wir sind schon seit einigen Jahren gut mit den Jungs von ALL SHALL PERISH befreundet, sodass wir Fran einfach gefragt haben, ob er Bock darauf hat, und das hatte er! Übrigens: Da Fallujah eine Stadt im Irak ist, würde mich mal interessieren, wie Ihr als US-Amerikaner auf diese Wahl gekommen seid und ob Ihr bislang schon mal Probleme deswegen bekommen habt? Die Wahl des Bandnamens ist immer noch ein Thema, das oft auftaucht, auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt schon ziemlich irrelevant ist. Es gibt hierzu eine tiefere Bedeutung, die ich auf unserer Facebook-Seite erläutert habe. Die Leute geben gerne vor, wegen unseres Bandnamens verärgert zu sein, aber wenn sie sich nur drei Sekunden ihres miesen Lebens nehmen würden, um ein bisschen nachzuforschen, dann würden sie herausfinden, dass es eigentlich nichts gibt, woran sie sich hochzuziehen bräuchten. Meistens ist das ein Verwandter oder Freund eines Soldaten, der völlig grundlos total durchdreht, und wir lachen normalerweise nur über deren Unvernunft. Momentan steht Ihr bei Unique Leader unter Vertrag, die hauptsächlich Brutal Death Metal veröffentlichen. Stellt das Label das ideale Zuhause für eine Band wie FALLUJAH dar? Für uns war es das ideale Label, da uns dies erlaubte, ein Album auf den Markt zu bringen, dabei aber die völlige Kontrolle über unsere Pläne bezüglich der Touren und unserer musikalischen Richtung behalten zu können. Die anderen Bands auf dem Label jucken uns dabei eher wenig. Wir mögen aber DEEDS OF FLESH, VOMIT THE SOUL, CONDEMNED und BEHEADED, auch wenn wir uns von diesen Bands etwas abheben. Gibt es eventuell schon Pläne für eine Europatour? Was würde Dich daran besonders reizen? Ja, wir arbeiten gerade an den Plänen für eine Europatour im Sommer 2012. Wir sind uns nicht sicher, welche anderen Bands hierfür als Option infrage kommen, aber das wird sich schon bald klären. Wir würden am liebsten nach Deutschland und Tschechien kommen, da wir große Freunde von Bier sind, haha. Gibt es bereits Ideen und Pläne für das nächste Album und dessen Ausrichtung? Wie sieht die Zukunft von FALLUJAH aus? Wird es vielleicht so progressiv wie die beiden Instrumentalstücke? Momentan planen wir, eine 7“ mit Songs zu machen, die tatsächlich in die Richtung der beiden Instrumentals gehen, aber noch mehr Ambient-Elemente beinhalten. Das wird dann vor der nächsten Full Length erscheinen, die immer noch aggressiv sein wird, aber wir wollen eine zusätzliche Veröffentlichung, mit der wir die ganzen Fähigkeiten der Band zeigen und unseren Sound noch erweitern können. Während die meisten Bands das in Form eines Nebenprojektes ausleben, dachten wir uns: „Warum sollten wir nicht einfach ein ganz anderes Album veröffentlichen und das aber immer noch FALLUJAH nennen?“ Ich freue mich schon auf das Resultat. Bonusfrage 1: Was waren Deine fünf Lieblingsalben des Jahres 2011? Das ist echt schwer, aber ich würde mal sagen: 1. LANTLOS – „Agape“: Ich finde alles klasse, was die Band bislang veröffentlicht hat. Andere Mitglieder unserer Band waren von diesem Album nicht so angetan, aber es unterscheidet sich so sehr von dem Vorgänger, beinhaltet aber dennoch alle Elemente, die ich an ihnen so mag. Es ist atmosphärisch, melodisch und geschmackvoll. 2. INTO IT OVER IT – „Proper“: Dieses Album ist wahnsinnig eingängig und beinhaltet exzellentes Songwriting aus der Feder ihres Frontmanns Evan Thomas Weiss. Ich hatte diese Scheibe für einige Wochen auf Repeat, und es ist aber immer noch umwerfend: solch gelungene Melodien und ein überragendes Gesangstalent. 3. TYCHO – „Drive“: Das ist ziemlich wahrscheinlich eines der besten Ambient/Electronic-Alben, die ich jemals gehört habe. Es ist so atmosphärisch; die Melodien sind so erhebend und gleichzeitig manchmal so traurig. Das ist eine perfekte Band, um einen Beginn mit Ambient-Musik zu machen. 4. ALTAR OF PLAGUES – „Mammal“: Während mich ihre letzte EP, „Tides“, nicht gerade aus den Socken gehauen hatte, hat die Band mit „Mammal“ wirklich das nächste Level erreicht. Die Produktion ist perfekt, es ist dunkel, obskur und atmosphärisch, während es gleichermaßen die Intensität aufrecht erhalten kann. 5. BROOKES BROTHERS – „Self Titled“: Ich werde oft belächelt, weil ich ein Fan von elektronischer Musik bin, aber ich höre mir schon viel länger Elektronik-Künstler an als Metal. Das hier ist ein faszinierendes Drum 'n' Bass-Album, das ziemlich flott unterwegs ist und sehr eingängige Melodien sowie exzellenten Gesang beinhaltet. Ein wirklich progressives Album mit sehr viel Crossover-Anspruch für diejenigen, die elektronischer Musik gegenüber aufgeschlossen sind. Bonusfrage 2: Welcher Film oder welches Genre müsste das sein, wenn man die Musik von FALLUJAH verfilmen würde? Vielleicht etwas Futuristisches oder Dystopisches? Das wäre „Der Herr der Ringe“, klare Sache. Ich danke Dir für das Interview und wünsche Dir sowie FALLUJAH alles Gute! Hört Euch mal „The Harvest Wombs“ an, kommt zu einem Konzert, redet mit uns, befreit Eure Gedanken.
soulsatzero | ||||
| Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 24.12.2011 | 16:08 Uhr | ||||
Weiteres zu Fallujah bei Metalnews
CD-Reviews
| 15.01.12 | ![]() | Fallujah The Harvest Wombs 6 von 7 Punkten |
Kommentar abgeben
Du musst Dich Einloggen oder Registrieren, um einen Kommentar abzugeben.













![CD Review: King Fear - King Fear [ EP ]](/images/cdcovers/cdcover_1076982353.jpg)
![CD Review: Havok - Point Of No Return [EP]](/images/cdcovers/cdcover_821995499.jpg)









dass es eigentlich nichts gibt, woran sie sich hochzuziehen bräuchten. Meistens ist das ein Verwandter oder Freund eines Soldaten, der völlig grundlos total durchdreht, und wir lachen normalerweise nur über deren Unvernunft. 
