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Band: Lacuna Coil Homepage Metalnews nach 'Lacuna Coil' durchsuchen Lacuna Coil
Interviewpartner: Andrea Ferro

Wie man aus Dortmund hört, gibt es schon ein sehr großes Hallo, als sich mit LACUNA COIL eines der zugkräftigsten Pferde von Century Media in deren Büroräumen einfindet, um den Promo-Marathon zu “Dark Adrenaline”, ihrem ersten Album nach knapp drei Jahren, zu absolvieren. Doch trotz des immensen Aufwands, der um seine Band betrieben wird, gibt sich Andrea Ferro, der männliche Gesangspart von LACUNA COIL, sehr offen, bodenständig und sympathisch, als Metalnews.de zum Telefon-Interview bittet.




Hey Andrea, schön, dass Du anrufst. Wie geht es Dir?

Ach weißt Du, wir haben heute seit 11 Uhr schon so einige Interviews absolviert und es stehen nachher auch noch weitere an [zum Zeitpunkt des Interviews ist es gerade 19 Uhr]. Gestern lief es genau so.


Klingt anstrengend. Aber es gehört eben auch einfach dazu, nicht wahr?

Ja, es ist auch gut so. Ich rede wirklich gerne über das neue Album.


Bestens, ich hätte da auch ein paar Fragen für Dich. Mich würde zunächst mal interessieren, was ihr in den letzten drei Jahren seit der Veröffentlichung von „Shallow Life“ die ganze Zeit so gemacht habt?

Den Großteil der Zeit waren wir auf Tour und haben überall auf der Welt Shows gespielt. Wir waren in Nordamerika, in Europa, in Südamerika, in Indien und auch in Osteuropa. Wir waren wirklich viel unterwegs. Dann haben wir eine Pause von sechs oder sieben Monaten gemacht, in der wir die neuen Songs geschrieben haben und haben dann noch ein paar weitere Monate benötigt, um das neue Album aufzunehmen. Nachdem wir dann eine Zeit lang nicht live gespielt haben, waren wir gerade erst auf einer kleinen Warmup-Tour, die uns nach Italien und Großbritannien, sowie für je eine Show nach Holland und Belgien geführt hat und die wir vor zwei Tagen pünktlich zu diesem Promo-Trip beendet haben. Im Grunde genommen waren wir aber nun für längere Zeit zu Hause und versuchen nun wieder in Form zu kommen für die größeren Tourneen, die anstehen, nachdem das Album im Januar veröffentlicht wird.


Wann genau habt ihr denn dann mit dem Songwriting angefangen?

Das müsste so ungefähr im Dezember oder Januar gewesen sein, jedenfalls um den Jahreswechsel. Unser Bassist Marco war aufgrund einer Schulterverletzung gezwungen, auf ein paar Shows zu verzichten und hat die Zeit genutzt, um ein paar neue Ideen zu sammeln und als wir dann schließlich alle zusammen kamen, um neue Songs zu schreiben, konnte er bereits drei, vier Songideen einbringen, für die Cristina und ich dann nur noch die Gesangslinien ausarbeiten mussten.


Und dann habt ihr trotzdem noch so viel Zeit gebraucht, um die Platte letztendlich rauszubringen?

Naja, wir waren eigentlich im August fertig und ursprünglich war die Veröffentlichung auch für Oktober vorgesehen, aber dann fragte unser Label, ob wir den Albumrelease nicht auf Januar verschieben können, da die Leute von Century Media zu diesem Zeitpunkt sehr viel zu tun hatten und sie uns nicht ihre volle Unterstützung zusagen konnten. Da das für uns wenig Sinn gemacht hätte, entschieden wir uns, ihrem Vorschlag zuzustimmen.


Das leuchtet ein. Ich muss übrigens gestehen, dass ich, nachdem ich mir „Dark Adrenaline“ gestern vier Mal angehört habe, längst nicht so euphorisch bin, wie das bei „Shallow Life“ der Fall war. Ich finde zwar, dass es ein ganz typisches LACUNA COIL-Album ist, aber ich fand die Songs vom letzten Album griffiger und einfach mit besseren Melodien ausgestattet.

„Shallow Life“ war definitiv ein unmittelbareres, ein rockigeres Album. Aber ich glaube, dass wir auch auf der neuen Scheibe wieder einige sehr eingängige Stücke haben, wie „Trip The Darkness“, „Intoxicated“ oder auch das Cover, das wir gemacht haben, die sind eigentlich alle sehr direkt und unterscheiden sich auch nicht sehr von denen auf dem letzten Album. Es gibt aber auch andere Songs, die heavier oder vielschichtiger arrangiert sind und die man sich vielleicht noch häufiger anhören muss.


Ich finde das Album ja auch nicht wirklich schlecht und wie gesagt ist es für mich auch ein typisches LACUNA COIL-Album, es konnte nur bislang eben nicht die selbe Euphorie bei mir auslösen, wie „Shallow Life“.

Also um ehrlich zu sein, haben mir bislang die meisten Leute, die das Album gehört haben gesagt, dass man die Band zwar schon erkennen könne, sei es an der Atmosphäre oder ein paar typischen Melodien, aber sie sind auch der Meinung, dass es ein sehr frisches und unverbrauchtes Album ist, auch wenn es Elemente aus unserer Vergangenheit aufgreift. Es sei eben nicht einfach ein weiteres Album.


OK ...

Natürlich hat jeder eine andere Meinung dazu und das respektiere ich auch vollkommen, aber das war eben so das Feedback, dass wir im Laufe dieser Interviews bislang am häufigsten bekommen haben.


Also bin ich der Erste, der eine andere Meinung vertritt?

Um ehrlich zu sein: ja! Aber das ist cool. Es ist gut, dass jeder seinen eigenen Standpunkt hat. Manche Leute mochten „Shallow Life“ nicht, weil es zu simpel und direkt war … andere mögen es genau deswegen.


Das letzte Wort ist hier ja auch noch nicht gesprochen. Ich werde mir „Dark Adrenaline“ sicher noch ein paar mal anhören und vielleicht wächst es ja auch noch.

Ja, vielleicht. Aber das muss es ja gar nicht, es ist ja auch einfach eine Geschmacksfrage. Zum Glück hat ja jeder einen anderen Geschmack.



Sehr richtig. Auf jeden Fall habt ihr wie schon bei „Shallow Life“ wieder mit dem renommierten Produzenten Don Gilmore zusammengearbeitet, trotzdem hat sich euer Sound im Vergleich zu den beiden letzten Alben, die sehr amerikanisch klangen, wieder etwas geändert. Siehst Du das auch so?

Ich denke, da gibt es ein Gleichgewicht. Es gibt schon Songs auf dem Album, die eher nach den traditionellen LACUNA COIL klingen, aber das Album wurde auch größtenteils in unserer Heimatstadt Mailand in unserem alten Studio - mit Don - aufgenommen, der Gesang und die letzten Keyboard-Arrangements wurden hingegen in Don's Studio in Los Angeles hinzugefügt und abgemischt wurde es dann wieder in Mailand. Das Album hat also im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Europa und Amerika Form angenommen und enthält eben traditionellere Stücke, aber auch härteres, moderneres, eher amerikanisches Material.


Wie beurteilst Du persönlich denn „Shallow Life“ von Deinem heutigen Standpunkt aus?

Ich mag immer noch einige Sachen von dem Album. Es hat uns einige neue Fans beschert und war auch ziemlich erfolgreich im US-Radio gelaufen. Es war wirklich wichtig, ein Album in dieser Art zu machen, um alles ein bisschen aufzurütteln, um uns ein wenig von unserem normalen Sound zu entfernen. Wir haben viel durch dieses Album gelernt und es gibt eben Leute, die es lieben und es gibt Leute, die es hassen und es waren Sachen auf dem Album, die wir immer noch so gut finden, dass wir auf „Dark Adrenaline“ versucht haben, etwas ähnliches zu machen und es gab aber auch Dinge darauf, die wir im Nachhinein für unnötig hielten und eben nicht mehr so machen wollten. Wir haben versucht, dass Beste aus mindestens den letzten drei Alben zu kombinieren und Don hat dabei einen großartigen Job gemacht. Es war ja das zweite Mal, dass wir mit ihm zusammengearbeitet haben und so waren wir alle gleich viel vertrauter und haben uns sehr wohl gefühlt. Vorher haben wir immer nur mit Waldemar [Sorychta; Anm. d. Verf.] gearbeitet, was auch toll war und wir haben auch viel von Waldemar gelernt, aber nach vier Alben war es eben Zeit für etwas anderes.


Wie sieht es denn mit eurem Debütalbum „In A Reverie“ aus? Hörst Du Dir die Platte noch manchmal an und wie stehst du mittlerweile zu ihr?

Gelegentlich höre ich sie mir noch an, aber nicht sehr häufig. Ich finde, dass jedes Album ein gutes Porträt der Zeit ist, in der es gemacht wurde. Wir waren damals andere Menschen mit einer anderen Einstellung, anderen Ideen und einer anderen Perspektive, schließlich standen wir ja auch gerade erst am Anfang unserer Karriere. Wir mögen die alten Alben immer noch, da sie ein Teil unserer Geschichte, unseres Lebens sind und ich denke, dass es die besten Alben sind, die wir zum Zeitpunkt ihrer Entstehung machen konnten. Heute schreiben wir zwar etwas andere Sachen, es sind aber auch andere Zeiten. Deshalb würde ich auch nie sagen, dass unser neues Album das beste ist. Es ist das beste für den Moment, zu diesem Zeitpunkt unserer Karriere, während die anderen Alben die besten waren, die wir zum jeweiligen Zeitpunkt machen konnten.


Eine tolle Definition! Finde ich wirklich gut, dass Du das so siehst. Ist mal was anderes, als das ewige „unser neues Album ist das beste Album, das wir je gemacht haben“-Gequatsche.

Ich denke, es ist ein sehr reifes Album, weil es eben unsere Bandgeschichte mit einem neuen Sound verbindet, aber es macht für mich keinen Sinn, es als DAS beste Album zu bezeichnen. Es könnte für Dich als Hörer das beste Album sein, weil es Dir vielleicht etwas bestimmtes vermittelt, woran Du Dich immer erinnern wirst, einfach weil es vielleicht gerade eine gute Zeit war und Du es mit positiven Dingen verbindest. Aber darum ist es ja trotzdem nicht unbedingt das beste Album. Das ist einfach etwas, was ich nicht sagen würde.


Finde ich auch echt gut! Mir ist aufgefallen, dass „Shallow Life“ von der Chartplatzierung her euer bislang erfolgreichstes Werk in Nordamerika war, wohingegen ihr in Europa – speziell in Deutschland und Italien – verglichen mit „Karmacode“ einen Rückschritt gemacht habt. Hast Du eine Erklärung dafür und denkst Du, dass ihr dem mit „Dark Adrenaline“ entgegenwirken könnt?

Hmmm, ich weiß es nicht wirklich. Man weiß ja nie, wie die Leute auf ein neues Album reagieren. Wir sind uns darüber einig, dass „Shallow Life“ ein etwas anderes Album war, mit dem sich uns neue Chancen offenbart haben, wobei manche Dinge funktioniert haben und andere nicht. Nun haben wir an dem Album gearbeitet, dass unserer Meinung nach das beste ist, was wir momentan machen konnten, ein Album, das wir live spielen können und mit dem wir in den nächsten zwei Jahren auf Tour gehen werden. Dann werden wir wissen, was die Leute darüber denken. Aber wie wir ja schon besprochen haben, hat ja sowieso jeder eine andere Meinung und man kann den Erfolg eines Albums einfach nicht vorhersagen. Natürlich ist Nordamerika eines unserer wichtigsten Gebiete geworden, wie auch Großbritannien in Europa. Warum das so ist, kann ich auch nicht sagen, aber vermutlich liegt es an dem moderneren Sound der letzten Alben, der dort besser ankommt.


Ich habe gelesen, dass es eine Special Edition von „Dark Adrenaline“ geben wird, die eine DVD enthält, auf der es sechs kleine Filme gibt, die jeweils von einem anderen Bandmitglied inspiriert sind ...

Naja, nicht wirklich von den einzelnen Bandmitgliedern „inspiriert“. Wir haben alle ein bisschen geschauspielert und in jedem Clip ist ein anderes LACUNA COIL-Mitglied zu sehen, die Filme sind aber alle von „Dark Adrenaline“ inspiriert. Im Grunde geht es in der Story darum, dass Cristina die „Dark Adrenaline“-Substanz, die man auf dem Cover sehen kann, injiziert bekommt und daraufhin bekommt sie dann Visionen. Diese sind in den einzelnen Clips zu sehen. Es basiert alles auf Horrorfilmen und ist eine ziemlich witzige Angelegenheit geworden. Wir hatten eine Menge Spaß dabei, die Clips aufzunehmen.


Wie lange habt ihr daran gearbeitet?

Ach, eigentlich nur ein paar Tage. Wir haben die Filme in Rom gedreht, mit dem selben Regisseur, der auch die Videos zu „Spellbound“ und „I Won't Tell You“ gemacht hat.



Ich bin wirklich gespannt darauf, wie das Ergebnis aussehen wird.

Es ist wirklich lustig und interessant und ich denke es ist ein cooler Bonus. Meistens besteht das Bonusmaterial doch nur aus einem Live-Track oder einem „Making Of“ und das haben wir auch alles schon gemacht, aber dieses Mal wollten wir eben mal etwas ganz anderes machen. Und man kommt ja gar nicht mehr drum herum, Bonusmaterial anzubieten, weil sich CDs ja nur noch auf dieser Art und Weise verkaufen lassen. Aber wir hatten wirklich eine Superzeit und ich denke, dass die Clips die Stimmung des Albums und des Covers gut widerspiegeln.


Wessen Idee war es denn eigentlich, eine Coverversion von „Losing My Religion“ aufzunehmen?

Wir hatten das eigentlich schon länger im Sinn, der Titel kam ziemlich unmittelbar auf, nachdem wir „Enjoy The Silence“ gecovert hatten. Und wir wollten dieses Mal unbedingt wieder eine Coverversion auf das Album packen, weil wir gemerkt haben, dass es speziell bei Festivals, wo oftmals viele Leute mit unserem Repertoire nicht so vertraut sind, hilft, die Leute in die richtige Stimmung zu bringen und möglicherweise auch deren Interesse für unsere Musik zu wecken. Also haben wir versucht, die Nummer zu covern und waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wir sind der Meinung, dass R.E.M. - ähnlich wie DEPECHE MODE - eine sehr zu respektierende Band sind, die immer sehr populär und erfolgreich war und die eine Menge Alben verkauft haben, ohne sich selbst zu verkaufen oder an irgendwelche Trends anzubiedern. Und wir wollten auf jeden Fall einen Song einer Band covern, die wir respektieren und für die wir ein besonderes Faible haben und deren Songs wir mögen. Wir haben es versucht und es hat gut geklappt, sodass es sich am Ende angehört hat, als sei es einer unserer Songs.


Ich mag die Band auch sehr und finde auch den Song toll, habe mich aber trotzdem gefragt, ob es einen speziellen Grund gibt, warum ihr genau diesen Song ausgewählt habt. Dachtet ihr nicht auch, dass es schon genügend Coverversionen von „Losing My Religion“ gab?

Ich weiß nicht. So viele Versionen gibt es nicht davon und vor allen Dingen keine, die man wirklich kennt. Denk zum Beispiel mal an MARILYN MANSON und „Tainted Love“, das kommt Dir doch wirklich unmittelbar in den Sinn. Wer hat denn schon ein Cover von „Losing My Religion“ gemacht, an das sich jemand erinnern kann?


Okay, da sind wir in Deutschland vielleicht ein wenig vorbelastet, weil es hier vor ein paar Jahren mal eine Castingband gab, die den Song gecovert hat, was mir gleich in den Sinn kommt und eure Landsmänner von GRAVEWORM haben den Song ja auch schon aufgenommen ...

Ja, aber das wurde ja nie im Radio oder Fernsehen gespielt. Das ist ja doch eine Underground-Geschichte. Mit „Enjoy The Silence“ war das damals eigentlich genauso: da gab es schon ein paar Coverversionen, HIM haben es zum Beispiel live gespielt, aber niemand hat den Song wirklich erfolgreich als Single veröffentlicht.


Trotzdem würde mich noch interessieren, ob es einen speziellen Grund für genau diesen Song gab?

Nein, wir mögen den Song und wir mochten die Tatsache, dass der Text ziemlich gut zu unseren sonstigen Texten passt. Dann haben wir es eben einfach mal versucht und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich denke auf jeden Fall, dass es eine tolle Version des Songs ist, ziemlich anders, aber ziemlich LACUNA COIL-typisch.


Denkst Du, dass ihr in Zukunft noch häufiger Coverversionen aufnehmt, vielleicht sogar ein ganzes Coveralbum?

Die Idee ist schon von anderer Seite an uns herangetragen worden, aber ich weiß nicht, ob wir ein ganzes Album machen sollten. Vielleicht machen wir es eines Tages, wenn wir Zeit für ein Bonusalbum haben, ohne jeglichen Druck, weil wir schon gerne Coverversionen aufnehmen, aber ich denke, dass es wahrscheinlicher ist, dass wir eher noch mal einzelne Stücke auf unsere regulären Alben nehmen. Wobei ich nicht sagen kann, ob das schon beim nächsten Album der Fall sein wird oder ob wir uns damit etwas mehr Zeit lassen. So etwas planen wir nicht so weit im Voraus.


„Dark Adrenaline“ wird ja im Januar veröffentlicht, aber wie Du ja auch schon erwähnt hast, habt ihr schon im November ein paar Gigs in Italien, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden gespielt. Ich gehe mal davon aus, dass ihr dabei auch schon neues Material präsentiert habt. Wie waren die Reaktionen darauf?

Wir hatten ziemlich gute Resonanzen auf „Trip The Darkness“, dass wir schon über Facebook verbreitet hatten. So kannten die Leute den Song und auch den Text bereits, was es natürlich einfacher machte. Die Leute haben den Song schon genau so wie unsere Klassiker, wie „Our Truth“, „Heaven's A Lie“ oder „Spellbound“ abgefeiert. Und dann haben wir noch „Kill The Light“ gespielt, der sich auch ganz gut geschlagen hat, denn normalerweise schauen die Leute einfach nur und hören zu und klatschen vielleicht im Anschluss daran, wenn sie den Song nicht kennen, aber sie gehen nie so richtig mit. In diesem Fall war es aber so, dass die Fans von Anfang an geklatscht und den Rhythmus gehalten haben. „Kill The Light“ ist auch einer der Songs, der eher nach unseren klassischen Stücken klingt und vielleicht war es deshalb auch schlicht einfacher für das Publikum, ihn zu verstehen.


Und ihr seid auch insgesamt mit den Konzerten zufrieden, nehme ich an?

Ja, wir haben 18 Shows in Großbritannien gespielt und die waren alle nahezu ausverkauft und wir haben wirklich gute Reaktionen bekommen, vor allen Dingen, da wir ja nicht wussten, was uns erwarten würde, wenn wir ohne neues Album eine Tour spielen. Aber das Publikum war klasse, die Merchandiseverkäufe waren auch wirklich gut und ich denke es war ein guter Start für die Albumpromotion, weil die Leute jetzt wirklich so richtig darauf brennen, dass das Album veröffentlicht wird, nachdem sie die ersten neuen Songs gehört haben und mochten.




Aber die Tour wurde ja sicher geplant, als ihr noch davon ausgegangen seid, die Platte im Oktober veröffentlichen zu können, richtig?

Ja, vermutlich. Wir wussten die ganze Zeit, dass wir unmittelbar nachdem das Album auf dem Markt ist, wieder touren wollten. Wir wollten nicht so lange untätig zu Hause herum sitzen und wieder zurück auf die Bühne, zumal wir dann jetzt im Januar eine Menge weitere Tourverpflichtungen haben und dann nicht einfach bei Null anfangen wollten, ohne uns eingespielt zu haben.


Ihr habt da natürlich auch gleich eine ganz große Tour vor der Brust: ihr spielt mit MEGADETH, MOTÖRHEAD und VOLBEAT in Nordamerika. Wie sehen eure Erwartungen an diese Tour aus und was denkt ihr über die Zusammenstellung der Bands?

Ich mag die Zusammenstellung sehr, da alle Bands gewissermaßen aus unterschiedlichen Richtungen kommen, auch wenn man sie alle in eine Kategorie packen kann. Aber ich finde es gut, dass wir die Arbeit für das Album direkt mit so einem Knaller beginnen können, so dass wir die neuen Songs gleich einem größeren Publikum vorstellen können und dazu eine Menge Unterstützung von der Presse und dem Radio zu bekommen. Es ist einfach ein perfektes Timing, dass wir das Album in den USA rausbringen und dann direkt vor Ort sind, um es richtig promoten zu können.


Um noch mal auf das Package zurückzukommen: wie würde denn das Tourpackage eurer Träume aussehen, wenn ihr die freie Wahl hättet?

Das ist schwer zu sagen. Wir sind die Sorte Band, die schon mit allen möglichen verschiedenen Bands auf zusammengespielt haben. Wir sind mit ROB ZOMBIE, DISTURBED, P.O.D., TYPE O NEGATIVE, THE GATHERING, DIMMU BORGIR und IN FLAMES getourt, darum ist es wirklich hart, dazu was zu sagen. Wir passen einfach zu einer Menge verschiedener Bands, vielleicht auch, weil wir uns im Laufe der Jahre musikalisch etwas verändert haben. Wichtig ist einfach, dass die Chemie zwischen den Bands und den Crews stimmt. Man verbringt auf so einer Tour ja eine lange Zeit miteinander und da sollte man sich mit seiner Umgebung schon wohl fühlen und mit coolen Leuten unterwegs sein, mit denen es Spaß macht, abzuhängen. Kein Rockstar-Ego-Scheiß! Klar ist es auch sehr wichtig, auf größeren Touren zu spielen, da du so einfach mehr Leute erreichst, aber es ist nicht weniger wichtig, dass du dir mit guten Leuten die Bühne teilen kannst. Aber ich könnte Dir jetzt keinen bestimmten Namen nennen, mit dem wir noch auf Tour gehen wollen, denn es gibt viele Bands, die ich mag, mit denen ich aber nie zusammengespielt habe. Vielleicht würde ich sie aber auch, nachdem wir zusammen getourt sind, nicht mehr mögen. Das weiß man ja nie, hahaha.


Wie geht es denn weiter, wenn ihr mit der Tour durch seid? Gibt es schon irgendwelche Pläne für Europa?

Naja, wir werden die Tour jetzt erst einmal machen, die geht bis Anfang März. Und danach hängen wir gleich noch eine Headliner-Tour durch die Staaten dran, dann folgt eine Südamerika-Tour mit LAMB OF GOD und HATEBREED und dann werden wir wieder in die USA gehen und da bis Mai ein paar Festivals von diversen Radiostationen spielen. Im Mai kommen wir dann nach Europa zurück und spielen dort einige Festivals über den Sommer und im Oktober gehen wir dann auf eine Headliner-Tour durch Europa und im Dezember werden wir dann wohl noch nach in Japan und Australien spielen.


Okay, somit ist euer kommendes Jahr ja schon gut durchgeplant. Ich bin mit meinen Fragen eigentlich durch, aber gibt es noch irgendwas, was Du unseren Lesern noch mitteilen möchtest?

Ich hoffe, dass jeder dem neuen Album eine Chance gibt und es sich anhört und dann für dich entscheidet, ob er es mag oder nicht. Wenn es euch gefällt, dann kommt zu unseren Shows, wir freuen uns darauf, euch im Oktober oder auch schon bei den Festivals zu sehen!

kaamos

Autor: Timo Beisel [kaamos] | 17.01.2012 | 01:44 Uhr
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