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Interviewpartner: Andy Sneap

Die aus den Überresten von RACE AGAINST TIME formierten, britischen Metaller HELL gehörten einst zu den letzten Ausläufern der New Wave Of British Heavy Metal, brachten es damals jedoch nur auf ein paar Demo-Aufnahmen sowie eine Single mit dem markigen Titel „Save Us From Those Who Would Save Us“. Das tragische Ende von HELL kam, als sich Sänger Dave Halliday im Jahre 1987 das Leben nahm und die Band ihren Rückzug aus dem Musikgeschäft verkündete. Schon damals machte der heutige Starproduzent und SABBAT-Gitarrist Andy Sneap keinerlei Hehl aus seiner Begeisterung für die Truppe und anno 2011 sind HELL wieder da – mit einem vollwertigen Album im Gepäck und Andy Sneap in der Saitenfraktion. In folgendem Interview geht Mr. Sneap ausführlich auf die Umstände der Wiedervereinigung und die kommende Platte ein.






Hallo Andy! Du wirst in Kürze ein Album mit der Band HELL veröffentlichen, die zuletzt in den 80ern gesehen wurde. Wie kam es zu dieser Reunion?

Ich war als Junge ein riesiger Fan der Band und kenne die Kerle auch schon eine ganze Zeit – Dave Halliday, ihr ursprünglicher Sänger, hat mir sogar fünf Jahre lang Gitarrenunterricht gegeben. Wir waren also sehr gute Freunde. Als die Band sich nach dem Tod von Dave im Jahr 1987 getrennt hat, hatte ich den Eindruck, dass sie nie das wahre Potential ihrer Songs genutzt haben, weil ich ja bei ihren Konzerten war und wusste, wie mächtig sie klingen konnten. Ich hatte also über die letzten 25 Jahre ihre Kassetten zuhause und jetzt, wo es das Material endlich ins Internet geschafft hat, sind die Songs ein bisschen bekannter geworden. Als Produzent habe ich nun die Möglichkeit, dieses Material mal vernünftig aufzunehmen und als ich vor ca. zehn Jahren Tim [Bowler, Drums, Anm. d. Red.] und Tony [Speakman, Bass, Anm. d. Red.] wieder getroffen habe – Kevin [Bower, Gitarre, Anm. d. Red.] habe ich erst vor vier oder fünf Jahren wieder gesehen – haben wir darüber gesprochen, dass die Songs da draußen rumschwirren und die Leute tatsächlich daran Interesse zu haben scheinen. Rein aus Spaß an der Freude haben wir dann in meinem Studio zwei oder drei der alten Songs aufgenommen, um zu sehen, wie sie klingen, wenn man sie mal richtig produzieren würde und dann haben wir einfach nicht mehr aufgehört. Ich habe von meinen alten Freunden natürlich kein Geld verlangt, sie sind einfach vorbei gekommen, wir haben ein paar Bier getrunken und dann einen weiteren Song aufgenommen – das ist jetzt etwa drei Jahre her. Das fehlende Puzzlestück haben wir dann mit Kevins Bruder David [Bower, Gesang, Anm. d. Red.] gefunden, der ein paar Vocals eingesungen hat und erschreckend nahe an Dave Halliday ist. Er hat dem ganzen die fehlende HELL-Dimension hinzugefügt. Wir haben uns dann an diverse Plattenfirmen gewendet und haben das Album eigentlich schon vor 18 Monaten Nuclear Blast angeboten und obwohl unsere Ansprechpartner voll auf HELL stehen, haben sie es abgelehnt. Metal Blade, Century Media und Candlelight haben und dann einen Deal angeboten und dann kamen Nuclear Blast in letzter Minute doch noch auf uns zu. Anfang dieses Jahres haben wir dann bei Nuclear Blast unterschrieben und das war’s eigentlich. Innerhalb von drei Jahren haben wir ein Album gemacht, einen Plattenvertrag an Land gezogen und spielen in diesem Sommer auf diversen Festivals, also läuft es wohl ziemlich gut für uns.


Wie fühlt sich das an, wenn man im 21. Jahrhundert ein NWoBHM-Album aufnimmt?

Wie viele Andere bezeichnet auch Ihr die Musik als New Wave Of British Heavy Metal, aber eigentlich kamen HELL erst ein bisschen später. Vor HELL war Dave Halliday in einer Band namens RACE AGAINST TIME und Kevin kam von PARALEX – diese beiden Bands waren das, was ich als NWoBHM bezeichnen würde, aber als HELL 1982 auftauchten, war die ganze NWoBHM-Szene eigentlich schon am Ende. Sie gehörten also höchstens noch zu den letzten Ausläufern, obwohl viele der Riffs und Gitarrenparts natürlich sehr stark an diese Zeit erinnern, da viele davon schließlich aus RACE AGAINST TIME- und PARALEX-Songs stammen. Es war mit diesem Album jedoch nicht unser Ziel, ein NWoBHM-Album zu machen, sondern ein HELL Album zu erschaffen. Was die Produktion angeht, so haben uns ein paar Leute gesagt, dass das mehr nach den 80ern klingen müsse, aber für mich würde das bedeuten, dass man versuchen müsste, etwas ganz Bestimmtes zu sein, und damit stellt man sich meiner Ansicht nach eine Falle. Wir versuchen mit HELL nicht, einer bestimmten Szene anzugehören, sondern dass zu tun, was sich für uns natürlich anfühlt und ein modern klingendes, hartes Album zu machen, das in der Spielweise nach der alten Schule klingt.


Der Sound der Platte ist tatsächlich sehr modern, allerdings atmen sowohl die Songtexte als auch die Soundeffekte zwischen den Liedern den Geist der 80er…

Klar, aber das hat die Band ja schon immer so gemacht. Selbst im Live-Programm haben sie ihre Songs mit all diesen Samples verknüpft und als wir mit dem Album begonnen haben, meinte ich zu Kevin, dass wir das ernsthaft in Erwägung ziehen sollten, weil diese Elemente ein essentieller Bestandteil von HELL sind. Das Intro von „Macbeth“ ist sogar eine Originalaufnahme der Band aus den 80ern. All das, was man in „The Oppressors“ oder „Plague And Fyre“ hört, hat die Band auch schon damals auf der Bühne gemacht, weshalb wir also das Feeling von HELL auf CD gebannt haben – und es hat obendrein einen Heidenspaß gemacht, all dieses Gekotze und die Pferdelaute aufzunehmen. Wir haben vier oder fünf verschiedene Pferde auf der Platte. Ich frage mich, wann Pferde zu etwas Satanischem geworden sind… Das muss irgendwann während der letzten drei Jahre passiert sein [lacht].


Schafft Ihr es auf der Bühne, so etwas mit ernster Miene rüberzubringen?

Nein [lacht]. Ihr sollte sehen, wie das bei den Proben zugeht, das ist wirklich genial. Aber wir werden versuchen, das live so ernst wie möglich zu halten. Während der Aufnahmen hatten wir aber genau so viel Spaß, wie man erwarten möchte…


Hat Ihr das Material verändert, um es an aktuelle Hörgewohnheiten anzupassen?

Eigentlich haben wir gar nicht so viel damit gemacht. Im Digipack wird das Album mit einer zweiten CD erscheinen, auf die wir alle ursprünglichen Demo-Aufnahmen gepackt haben, damit man den Unterschied hören kann. Es gibt ein paar Riffs, die von vier auf zwei Takte verkürzt wurden, um den Fluss der Songs nicht zu unterbrechen und ein paar Texte wurden verändert, weil wir nicht mehr nachvollziehen konnten, was Dave Halliday bei manchen Songs gesungen hat, aber der Rest ist verdammt nah an dem, was die Band früher gespielt hat. Obwohl die Platte sehr modern klingt, zeigt das, wie zeitlos die Songs sind und dass sie auch damals schon wirklich gut komponiert und ihrer Zeit voraus waren.


Könntest Du Dir auch vorstellen, mit der Band neues Material zu schreiben?

Ja. Kevin hat jetzt wieder Blut geleckt und schreibt so oder so bereits an neuen Songs und ich lasse ihn jetzt einfach mal machen. Mindestens 50 Prozent der Musik wurden schon immer von Kevin geschrieben, weshalb seine Songs sich natürlich sehr nach HELL anhören und als die Band damals aufgehört hat, hörte auch Kevin nicht länger Metal. Das ist ziemlich cool, weil ihn auf diese Weise nichts Modernes beeinflusst. Für das nächste Album haben wir auch noch 50 Prozent an altem Material, weshalb die nächste Platte zur einen Hälfte aus alten Sachen und zur anderen aus neuen Songs bestehen wird.


Es wird also ein weiteres HELL-Album geben?

Ja, da bin ich mir sicher.


Gehen HELL auch auf Tour oder spielt Ihr nur in diesem Sommer auf Festivals?

Wir fangen jetzt erstmal mit den Festivals an. Diesen Sommer auf diversen Festivals zu spielen ist für uns der einfachste und schnellste Weg, um eine große Menge an Leuten zu erreichen. Im Oktober oder November möchten wir dann hoffentlich für etwa vier Wochen mit einer weiteren Band durch Europa touren, aber da sind wir erst dabei, das ganze zu organisieren.


Vielen dürftest Du vor allem als der Produzent bekannt sein, der mit vielen der größten Metal-Bands zusammengearbeitet hat. Wie kann man sich Deine Arbeit mit den Bands vorstellen?

Ich bin der Typ, den die Plattenfirma dafür bezahlt, dass er aufpasst, dass alles nach Zeitplan verläuft und innerhalb der Grenzen des Budgets bleibt. Außerdem schnalze ich mit der Peitsche, damit jeder sich auf seinen Part konzentriert. Mir wird von der Plattenfirma die Kontrolle übertragen, damit ich sicherstelle, dass die Songs gut arrangiert sind, die Leute gut spielen und der Sound stimmt. In gewisser Weise bin ich der „Regisseur“ eines Albums, der auch vor dem Studioaufenthalt schon aufpasst, dass die Songs etwas taugen und dann dafür sorgt, dass alle wissen, was sie zu tun haben. Ich biete auch eine helfende Hand beim Songwriting an und lasse hier und da ein paar musikalische Ideen mit einfließen. Da ich auch als der Tontechniker fungiere, ist das für mich eine Art Allround-Job. Das kommt daher, dass ich ursprünglich nur Gitarrist war und dann als Tontechniker angefangen habe, wo ich begonnen habe, mit Equipment zu experimentieren und verschiedene Sounds zu erzeugen. Mit zwanzig Jahren Erfahrung in diesen Dingen betrachten Plattenfirmen mich als einen vertrauenswürdigen Kerl, den man mit einer Band ins Studio schicken kann.


Die CDs, an denen Du gearbeitet hast, punkten oft mit einem beneidenswerten Gitarrensound – was ist das Geheimnis bratender Riffs?

Naja, es wäre sehr schwer für mich, ein Album zu produzieren, wenn ich nicht selbst Gitarre spielen würde. Wenn ich im Kontrollraum sitze, habe ich immer eine Gitarre in den Händen, damit ich sehe, wie sich das Setup verhält. Ich versuche im Grunde nur, den Sound zu finden, der am Besten zum Stil des jeweiligen Musikers passt. Dazu gucke ich mir an, welches Equipment der Gitarrist verwenden möchte, weshalb ich nie immer das gleiche Setup verwende. Es ist wichtig, dass es für die jeweilige Band funktioniert. Schwierig wird es erst, wenn ein Gitarrist in der Vorstellung seines Sounds sehr festgefahren ist. Da jeder Mensch anders spielt, ist es nicht möglich, immer das gleiche Equipment zu verwenden, da man das Setup auf den jeweiligen Spieler abstimmen muss. Mir ist ein klarer, kraftvoller Sound, der gut in den Mix passt, wichtig.


Damit sind wir am Ende der Fragen angekommen. Würdest Du gerne noch ein paar abschließende Worte sprechen?

Ich hoffe, dass Euch das Album gefällt, weil wir sehr hart daran gearbeitet haben. Wir kommen schon am letzten Mai-Wochenende nach Deutschland und würden uns freuen, Euch dann zu sehen! Wenn Ihr es nicht schafft, bekommt ihr im Herbst eine zweite Chance!


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 23.04.2011 | 15:02 Uhr

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