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Long Distance Calling
Long Distance Calling
Alternative, Instrumental, Rock
6 von 7 Punkten
"Wieder wunderbar"
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Einige wichtige Meilensteine sowie eine in Fachkreisen sehr gut aufgenommene EP, Airplay bei wichtigen Radio-Station sowie einem Gig auf dem Roadburn-Festival später betritt nun Euer Einstand, „Flash Point“, den Ring. Inwiefern habt Ihr Euch von früheren Werken absetzen können und wie herausgefunden, welche Stücke nun auf dem Album vertreten sein sollen?
John: Nach über zwei Jahren gemeinsamer Basteleien wächst man in der Tat zusammen und gewöhnt sich aneinander, was für unsere Kollektivbestrebungen genauso gilt. Einige Tracks auf dem Album wurden zur selben Zeit wie das Material, das es auf die EP geschafft hat, geschrieben. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir sie heute besser spielen, als es damals noch der Fall war. Wir haben noch nie ganze Stücke weggeworfen, sondern arbeiten solange an ihnen, bis sie uneingeschränkt herzeigbar sind. Das kann manchmal Minuten, manchmal Monate dauern.
Welcher Aspekt von „Flash Point“ begeistert Euch derzeit am meisten? Was habt Ihr von den Arbeiten zu diesem Werk gelernt, das höchstwahrscheinlich nicht nur auf Euren zukünftigen Platten Einzug halten wird? Wer kam mit dem Titel an und inwieweit bringt dieser die Stimmung der neun Songs auf den Punkt?
John: Der „Flash Point“ [zu Deutsch: Flammpunkt – Anm.] ist die Temperatur, bei der eine Substanz Feuer fängt – unserer Meinung nach der bestmögliche Titel für ein erstes Album. Es ist großartig, dass alles auf dem Album perfekt aufeinander abgestimmt ist – vom Cover bis hin zur Produktion. Ich wollte das Album dabei aber weder ausschließlich modern noch bewusst mit altem Equipment festhalten – genau dieser Mix aus beiden Welten ist uns, glaube ich, gelungen.
Was ich von den Sessions mitgenommen habe, war, sich perfekt auf die Aufnahmen vorzubereiten. Wir nahmen einige Demos auf und griffen diese mit immer mehr Details auf. Wir wollen allerdings derart simpel aufgebauten Rock 'n Roll nicht zu sehr perfektionieren; er sollte immer noch ein paar Ecken und kanten aufweisen!
Titel wie "Hang Man" oder "Above The Sky" suggerieren, dass sie Geschichten erzählen, die Euch als Band im echten Leben widerfahren sind. Inwieweit nehmen Eure Texte autobiographische Züge an beziehungsweise sind auf Eure rege Vorstellungskraft zurück zu führen? Habt Ihr darüber hinaus konkrete Lieblingsmomente, in denen sowohl die Musik als auch die Texte einfach perfekt aufeinander abgestimmt sind und Euch jedes Mal eine meterdicke Gänsehaut bescheren?
John: Liegt wohl mehr an unserer regen Fantasie!! Man lässt sich recht leicht durch Filme, Bücher, Musik, unterschiedlichen Stimmungen und Emotionen wie Liebe, Traurigkeit und Verzweiflung inspirieren. Jeder hat das alles schon erlebt und es gibt bereits eine Million Lieder, die diese Themen herausschraffieren, aber es fühlt sich trotzdem gut an, darüber zu schreiben. Ich persönlich bin mit dem Song „Stendec“ sehr zufrieden; die Texte winken ein wenig in Richtung ,War Of The Worlds“, wozu die Musik selbst hervorragend passt.
Renommierte Mitwirkende wie Per Stalberg und Olle Björk als auch das international angesehene Svenska Grammofonstudion trugen ihren gewichtigen Teil dazu bei, "Flash Point" in seine Form zu gießen. Wie seid Ihr in Kontakt mit diesen Personen beziehungsweise der genannten Institution gekommen und wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Beteiligten?
John: Wir lernten per und Olle über die andere Band unseres Schlagzeugers, FOX MACHINE, kennen, die dort schon vorher etwas eingetrümmert haben und vom Ergebnis restlos begeistert waren. Wir nahmen zwar nicht im Svenska Grammofonstudio auf, haben dort aber immerhin das Mastering in Auftrag gegeben. Pers und Olles Studio heißt „Welfare Studios“ und befindet sich in einem großen Haus in Göteborg. Es war großartig, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, weil sie sehr gute Ideen für den Feel sowie den Sound des Albums einbrachten.
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Eine der größten Stärken von "Flash Point" ist der unverfälschte Live-Sound, der den Eindruck erweckt, Ihr hättet das Album tatsächlich in einer knappen halben Stunde eingetütet. Wurde gezielt auf diese Atmosphäre hingearbeitet oder kommt derlei rohe Energie bei dieser Art von Rock 'n Roll eben auf?
John: Bevor wir das Studio einnahmen, trafen wir uns mit Per und Olle, um heraus zu finden, welchen Einschlag die Scheibe haben soll und haben uns für eine pure Rock 'n Roll-Richtung ohne ohne jeden Pomo entschieden. Einfach nur Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang plus eine Hand voll Overdubs. Wir nahmen „Flash Point“ tatsächlich größtenteils auf, um ein gewisses Punk-Rock-Feeling festzuhalten. Es war uns wichtig, das Album nicht zu Tode zu produzieren.
Soweit ich die Reaktionen meiner Kollegen richtig verstanden habe, werdet Ihr größtenteils in die Schubladen „Garage Punk“ und „'70s Rock“ geschmissen. In meinen Augen sind derlei Kategorisierungen jedoch nur bloße Zeitverschwendung und Augenwischerei. Ist es Euch letztendlich egal, woran Ihr nun gemessen wird, solange die Musik in erster Linie für sich selbst spricht? Welche Alternativen böten sich an, um diesen halbherzigen Vergleichsversuchen endgültig den Garaus zu machen?
John: Keine Ahnung. Die Leute da draußen machen sich ihre eigenen Gedanken über unsere Musik. Manche meinen, das sei Punk Rock, Stoner, Retro Rock oder was auch immer wir da gerade spielen. Ich persönlich würde sagen, wir klingen am ehesten nach Classic Rock. Mich kümmert das alles nicht, kann man auch nicht wirklich Ernst nehmen. Ist ja nur Rock 'n Roll!
Ein Wort noch zu Reviews im Allgemeinen, bevor wir wieder zum Thema zurückkehren. Ist das nicht alles eigentlich nur noch zweck- und hirnloses Geplänkel? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass derartige Aktivitäten vor fünfzehn Jahren ja noch nachvollziehbar waren, schließlich konnte man gerade in weniger populäre Sachen kaum vorher hineinhören. Aber heute? Warum führt Ihr als Band beziehungsweise Euer Label und wir als Rezensenten diesen stumpfsinnigen Tanz noch auf? Nicht, dass man über Musik gar nicht mehr schreiben sollte, aber angesichts der schon längst unüberschaubaren Menge an Bands, die es binnen kürzester Zeit an die Spitze schaffen wollen, wirkt doch der aktuelle Promo-Approach wie ein soeben ausgegrabenes Relikt aus der Steinzeit!
John: Ich selbst lese keine Reviews. Wenn eine neue Truppe daher kommt, höre ich sie mir zuerst bei Myspace oder wo auch immer an und kaufe dann – vielleicht! - deren Platte. Meistens hole ich mir eher 2nd-Hand-Scheiben in Plattenläden und vertraue auf den Geschmack meiner Freunde, die mir oft gute Tipps geben. Aber es hilft nach wie vor, Alben zu verkaufen. Sobald ein Gig ansteht, wenn die Kritiken in Deine Tasche spielen, scheinen Letztere durchaus ihre Daseinsberechtigung zu haben.
Aber mir ist schon bewusst, was Du meinst. Im Internet passiert so viel auf einmal, dass es den Labels verdammt schwer fällt, Schritt zu halten.
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Ihr werdet bald eine Tour anlässlich der Veröffentlichung von „Flash Point“ absolvieren. Auf was kann sich die wachsende Fan-Gemeinde hinsichtlich der Setlist sowie Bühnen-Performance freuen? Welche Stücke auf Eurem neuen Album habt Ihr im Vorhinein schon ausgiebig testen können und festgestellt, dass sie jedes Publikum zum Kochen bringt?
John: In unserer Setlist befinden sich alte wie neue Songs. Es ist immer wieder faszinierend, zu beobachten, wie die Fans mit voller Inbrunst mitsingen! Die Stücke zünden live sofort und sowohl Ann-Sofie als auch Matteo [Bass – Anm.] haben das Konzept der Bühnenpräsenz wunderbar verstanden, weswegen unsere Konzerte auch meist hervorragend ablaufen!
Zuletzt sei noch die Frage gestellt, warum Ihr Euch auf SPIDERS als fortwährende Beschreibung Eures Schaffens geeinigt habt und inwieweit sie den Charakter der jeweiligen Stücke hervorheben kann beziehungsweise soll.
John: Wir suchten nach einem Namen, der cool ist und zu unserer Mucke passt. Ich finde, man kann anhand unserer Bezeichnung erkennen, wie wir klingen. Ebenso mag ich Bands, die sich selbst nach Tieren benannt haben - meine absolute Lieblingscombo ist daher logischerweise BUFFALO aus Australien.
Danke Euch vielmals für die aufgebrachte Zeit! Zum Abschluss könnt Ihr noch bekanntgeben, wo man ein Exemplar Eures Debüts abgreifen kann!
John: Abhängig davon, wo Ihr lebt, entweder bei Nuclear Blast in Deutschland, Shiny Beast in Holland oder HMV in Großbritannien. Danke vielmals, hoffentlich sehen wir uns bei einer SPIDERS-Show!
Micha
Autor: Michael Bambas [Micha] | 20.10.2012 | 17:37 Uhr
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