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Band: Metalnews nach 'Spiders' durchsuchen Spiders
Interviewpartner: Ann-Sofie, John

GRAVEYARD haben die Erwartungen an noch Größeres für's Erste komplett vernichtet, weswegen vernünftiger Ersatz in Betracht zu ziehen ist. In einer empörend lebendingen City wie Göteborg kein Problem: Man überquert die Insel Hisingen, dringt ins Zentrum vor, steuert direkt auf das ”Truckstop Alaska” zu und zack!, performt Deine neue Lieblingstruppe gerade vor Freund und Fan. Wie praktisch, dass jüngst das nicht minder beeindruckende Debüt des Quartetts erschienen ist, zu dem Sängerin Ann-Sofie sowie Saitenschrubber John einiges zu sagen hatten.



Hallo Ihr Beiden! Was schätzt Ihr denn derzeit am meisten am Leben? Inwiefern verbessert das Dasein in einer Band die eigene Lebensqualität – wissend, dass da draußen eine immer weiter wachsende Fanbase wartet, Euch abzufeiern? Wie entscheidet man sich überhaupt dazu, einen Teil seines Lebens für derartige Bemühungen aufzuwenden – sind derartig bedeutende Vorwärtsschritte quasi automatisch mit Kompromissen verbunden oder kann Euch derzeit nichts und niemand aufhalten?

Ann-Sofie: Wir haben derzeit sehr viel Spaß mit der Band. Unsere Platte kam vor einigen Wochen auf den Markt, wir spielten eine Reihe von Gigs in Norwegen und Schweden. Ich bin mit dem Album sehr zufrieden; dementsprechend stolz bin ich darauf, die neuen Stücke in unser Live-Set einbinden zu können. Die Band ist das wichtigste Element in meinem Leben und fühlt sich schon fast wie eine Familie an, haha.

Es ist unwichtig, wie ich mich nun konkret fühle – Hauptsache, man probt, tritt auf und reist herum. Mein Mann und zwei meiner besten Freunde befinden sich ebenfalls in der Band, was einfach nur toll ist! Fans zu haben, macht ebenso viel Spaß; ohne Konzertpublikum wäre es ja auch recht einsam und schwierig. Ich nehme absolut keinen Kompromiss in meinem Leben wahr. Ich lebe und atme Musik, weswegen es sich durchaus richtig anfühlt, mein ganzes Leben in ein musikalisches Umfeld zu integrieren.


SPIDERS krebsen seit mittlerweile knapp drei Jahren herum und nehmen von Schwedens Rock-City Göteborg aus Kurs auf die Weltherrschaft. Warum schafft gerade Eure Heimatstadt einen idealen Nährboden für energiegeladene Musik? Welche Lokalitäten bieten jungen Hüpfern die Möglichkeit zur qualitativ besten Selbstentfaltung an?

John: Göteborg ist seit jeher eine Stadt, in der junge Leute zusammenkommen, die gerade Ihr Abitur in die Tasche gesteckt haben und nun vor der Wahl stehen, in eine der beiden kulturellen Hochburgen – also entweder Göteborg oder Stockholm – zu ziehen. Die meisten Musiker, die dem Göteborger Rock gerade eine Frischzellenkur verpassen – also zum Beispiel GRAVEYARD oder HORISONT – sind allesamt Zugezogene.

Wir verfügen über einige coole Plattenläden und Clubs, aus deren Dunstkreis die Musik-Szene zu ihrer Atemluft kommt. Der beste Club in der Stadt heißt „Truckstop Alaska“. Die Atmosphäre dort ist immer großartig – kein unmögliches Kunststück bei günstigem Bier und einer Vielzahl geiler Truppen, die regelmäßig auftreten.


Es muss angesichts dieses quicklebendigen Umfelds ja ein leichtes gewesen sein, kompetente und bei Möglichkeit auch musikalisch ähnlich gestrickte Musiker zu finden. Oder etwa doch nicht? Wie viele Elemente Eurer früheren Bands habt Ihr in dieses Projekt mitgenommen und welche zugunsten eines eigenständigen Sounds komplett über Bord geworfen? Und in welcher Hinsicht halten sich Bauchentscheidungen sowie sorgfältige Planung die Waage? Wenn Ihr wollt, könnt Ihr uns einen kleinen Einblick in den Band-Alltag von SPIDERS gegeben, um genau diesen Punkt zu illustrieren.

John: Es ist so schon schwierig genug, fähige Mitstreiter zu finden, da sich jene bereits quer über alle anderen Projekte verstreut haben. Als ich nach Göteborg zog, war ich dementsprechend glücklich darüber, dass Ann-Sofie noch nicht irgendwo anders untergekommen ist und Matteo sowie Axel [Sjöberg – Anm.] ebenfalls verfügbar waren, auch wenn Axel unsere Gruppe verließ, um sein Ding mit GRAVEYARD voll durchziehen zu können, deren Erfolg wiederum mehr als nur verdient ist [selbst wenn „Lights Out“ diesen Eindruck ein wenig revidiert – Anm.]!

SPIDERS dienten zunächst als bloßer Zeitvertreib, der mir und Axel die Möglichkeit gab, an einigen Riffs zu arbeiten, bevor wir uns dazu entschließen, einen Siebenzöller zu veröffentlichen, der im weiteren Verlauf zu einem Zehnzöller heranwuchs. Im weiteren Verlauf nahmen wir eine Unzahl an Gigs wahr; man kann also durchaus sagen, dass wir einen problemlosen Start hatten. Wir mussten halt nicht viel im Vorhinein aushecken und verließen uns meist auf unser Bauchgefühl. Unser Label Crusher Records andererseits legt sich für uns wirklich ins Zeug und hat bislang einen fantastischen Job gemacht!



Einige wichtige Meilensteine sowie eine in Fachkreisen sehr gut aufgenommene EP, Airplay bei wichtigen Radio-Station sowie einem Gig auf dem Roadburn-Festival später betritt nun Euer Einstand, „Flash Point“, den Ring. Inwiefern habt Ihr Euch von früheren Werken absetzen können und wie herausgefunden, welche Stücke nun auf dem Album vertreten sein sollen?

John: Nach über zwei Jahren gemeinsamer Basteleien wächst man in der Tat zusammen und gewöhnt sich aneinander, was für unsere Kollektivbestrebungen genauso gilt. Einige Tracks auf dem Album wurden zur selben Zeit wie das Material, das es auf die EP geschafft hat, geschrieben. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir sie heute besser spielen, als es damals noch der Fall war. Wir haben noch nie ganze Stücke weggeworfen, sondern arbeiten solange an ihnen, bis sie uneingeschränkt herzeigbar sind. Das kann manchmal Minuten, manchmal Monate dauern.


Welcher Aspekt von „Flash Point“ begeistert Euch derzeit am meisten? Was habt Ihr von den Arbeiten zu diesem Werk gelernt, das höchstwahrscheinlich nicht nur auf Euren zukünftigen Platten Einzug halten wird? Wer kam mit dem Titel an und inwieweit bringt dieser die Stimmung der neun Songs auf den Punkt?

John: Der „Flash Point“ [zu Deutsch: Flammpunkt – Anm.] ist die Temperatur, bei der eine Substanz Feuer fängt – unserer Meinung nach der bestmögliche Titel für ein erstes Album. Es ist großartig, dass alles auf dem Album perfekt aufeinander abgestimmt ist – vom Cover bis hin zur Produktion. Ich wollte das Album dabei aber weder ausschließlich modern noch bewusst mit altem Equipment festhalten – genau dieser Mix aus beiden Welten ist uns, glaube ich, gelungen.

Was ich von den Sessions mitgenommen habe, war, sich perfekt auf die Aufnahmen vorzubereiten. Wir nahmen einige Demos auf und griffen diese mit immer mehr Details auf. Wir wollen allerdings derart simpel aufgebauten Rock 'n Roll nicht zu sehr perfektionieren; er sollte immer noch ein paar Ecken und kanten aufweisen!


Titel wie "Hang Man" oder "Above The Sky" suggerieren, dass sie Geschichten erzählen, die Euch als Band im echten Leben widerfahren sind. Inwieweit nehmen Eure Texte autobiographische Züge an beziehungsweise sind auf Eure rege Vorstellungskraft zurück zu führen? Habt Ihr darüber hinaus konkrete Lieblingsmomente, in denen sowohl die Musik als auch die Texte einfach perfekt aufeinander abgestimmt sind und Euch jedes Mal eine meterdicke Gänsehaut bescheren?

John: Liegt wohl mehr an unserer regen Fantasie!! Man lässt sich recht leicht durch Filme, Bücher, Musik, unterschiedlichen Stimmungen und Emotionen wie Liebe, Traurigkeit und Verzweiflung inspirieren. Jeder hat das alles schon erlebt und es gibt bereits eine Million Lieder, die diese Themen herausschraffieren, aber es fühlt sich trotzdem gut an, darüber zu schreiben. Ich persönlich bin mit dem Song „Stendec“ sehr zufrieden; die Texte winken ein wenig in Richtung ,War Of The Worlds“, wozu die Musik selbst hervorragend passt.


Renommierte Mitwirkende wie Per Stalberg und Olle Björk als auch das international angesehene Svenska Grammofonstudion trugen ihren gewichtigen Teil dazu bei, "Flash Point" in seine Form zu gießen. Wie seid Ihr in Kontakt mit diesen Personen beziehungsweise der genannten Institution gekommen und wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Beteiligten?

John: Wir lernten per und Olle über die andere Band unseres Schlagzeugers, FOX MACHINE, kennen, die dort schon vorher etwas eingetrümmert haben und vom Ergebnis restlos begeistert waren. Wir nahmen zwar nicht im Svenska Grammofonstudio auf, haben dort aber immerhin das Mastering in Auftrag gegeben. Pers und Olles Studio heißt „Welfare Studios“ und befindet sich in einem großen Haus in Göteborg. Es war großartig, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, weil sie sehr gute Ideen für den Feel sowie den Sound des Albums einbrachten.



Eine der größten Stärken von "Flash Point" ist der unverfälschte Live-Sound, der den Eindruck erweckt, Ihr hättet das Album tatsächlich in einer knappen halben Stunde eingetütet. Wurde gezielt auf diese Atmosphäre hingearbeitet oder kommt derlei rohe Energie bei dieser Art von Rock 'n Roll eben auf?

John: Bevor wir das Studio einnahmen, trafen wir uns mit Per und Olle, um heraus zu finden, welchen Einschlag die Scheibe haben soll und haben uns für eine pure Rock 'n Roll-Richtung ohne ohne jeden Pomo entschieden. Einfach nur Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang plus eine Hand voll Overdubs. Wir nahmen „Flash Point“ tatsächlich größtenteils auf, um ein gewisses Punk-Rock-Feeling festzuhalten. Es war uns wichtig, das Album nicht zu Tode zu produzieren.


Soweit ich die Reaktionen meiner Kollegen richtig verstanden habe, werdet Ihr größtenteils in die Schubladen „Garage Punk“ und „'70s Rock“ geschmissen. In meinen Augen sind derlei Kategorisierungen jedoch nur bloße Zeitverschwendung und Augenwischerei. Ist es Euch letztendlich egal, woran Ihr nun gemessen wird, solange die Musik in erster Linie für sich selbst spricht? Welche Alternativen böten sich an, um diesen halbherzigen Vergleichsversuchen endgültig den Garaus zu machen?

John: Keine Ahnung. Die Leute da draußen machen sich ihre eigenen Gedanken über unsere Musik. Manche meinen, das sei Punk Rock, Stoner, Retro Rock oder was auch immer wir da gerade spielen. Ich persönlich würde sagen, wir klingen am ehesten nach Classic Rock. Mich kümmert das alles nicht, kann man auch nicht wirklich Ernst nehmen. Ist ja nur Rock 'n Roll!


Ein Wort noch zu Reviews im Allgemeinen, bevor wir wieder zum Thema zurückkehren. Ist das nicht alles eigentlich nur noch zweck- und hirnloses Geplänkel? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass derartige Aktivitäten vor fünfzehn Jahren ja noch nachvollziehbar waren, schließlich konnte man gerade in weniger populäre Sachen kaum vorher hineinhören. Aber heute? Warum führt Ihr als Band beziehungsweise Euer Label und wir als Rezensenten diesen stumpfsinnigen Tanz noch auf? Nicht, dass man über Musik gar nicht mehr schreiben sollte, aber angesichts der schon längst unüberschaubaren Menge an Bands, die es binnen kürzester Zeit an die Spitze schaffen wollen, wirkt doch der aktuelle Promo-Approach wie ein soeben ausgegrabenes Relikt aus der Steinzeit!

John: Ich selbst lese keine Reviews. Wenn eine neue Truppe daher kommt, höre ich sie mir zuerst bei Myspace oder wo auch immer an und kaufe dann – vielleicht! - deren Platte. Meistens hole ich mir eher 2nd-Hand-Scheiben in Plattenläden und vertraue auf den Geschmack meiner Freunde, die mir oft gute Tipps geben. Aber es hilft nach wie vor, Alben zu verkaufen. Sobald ein Gig ansteht, wenn die Kritiken in Deine Tasche spielen, scheinen Letztere durchaus ihre Daseinsberechtigung zu haben.
Aber mir ist schon bewusst, was Du meinst. Im Internet passiert so viel auf einmal, dass es den Labels verdammt schwer fällt, Schritt zu halten.



Ihr werdet bald eine Tour anlässlich der Veröffentlichung von „Flash Point“ absolvieren. Auf was kann sich die wachsende Fan-Gemeinde hinsichtlich der Setlist sowie Bühnen-Performance freuen? Welche Stücke auf Eurem neuen Album habt Ihr im Vorhinein schon ausgiebig testen können und festgestellt, dass sie jedes Publikum zum Kochen bringt?

John: In unserer Setlist befinden sich alte wie neue Songs. Es ist immer wieder faszinierend, zu beobachten, wie die Fans mit voller Inbrunst mitsingen! Die Stücke zünden live sofort und sowohl Ann-Sofie als auch Matteo [Bass – Anm.] haben das Konzept der Bühnenpräsenz wunderbar verstanden, weswegen unsere Konzerte auch meist hervorragend ablaufen!


Zuletzt sei noch die Frage gestellt, warum Ihr Euch auf SPIDERS als fortwährende Beschreibung Eures Schaffens geeinigt habt und inwieweit sie den Charakter der jeweiligen Stücke hervorheben kann beziehungsweise soll.

John: Wir suchten nach einem Namen, der cool ist und zu unserer Mucke passt. Ich finde, man kann anhand unserer Bezeichnung erkennen, wie wir klingen. Ebenso mag ich Bands, die sich selbst nach Tieren benannt haben - meine absolute Lieblingscombo ist daher logischerweise BUFFALO aus Australien.


Danke Euch vielmals für die aufgebrachte Zeit! Zum Abschluss könnt Ihr noch bekanntgeben, wo man ein Exemplar Eures Debüts abgreifen kann!

John: Abhängig davon, wo Ihr lebt, entweder bei Nuclear Blast in Deutschland, Shiny Beast in Holland oder HMV in Großbritannien. Danke vielmals, hoffentlich sehen wir uns bei einer SPIDERS-Show!

Micha

Autor: Michael Bambas [Micha] | 20.10.2012 | 17:37 Uhr

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