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Interviewpartner: Ben Varon




Sie sehen aus wie gerade frisch von der Schulbank und spielen auf ihren Instrumenten bereits Dinge, dass man selbst schon gar keine Lust mehr hat, die Klampfe überhaupt je wieder in die Hand zu nehmen. Filigrane Künstler dieser Art kommen bekannterweise so gut wie immer aus Skandinavien, und so ist es nicht völlig überraschend, dass Amoral da keine Ausnahme sind. Die fünf technischen Death-Thrasher aus Finnland haben den Musikredakteuren jüngst mit „Decrowning“ einen Balken auf die Querlatte getackert, der sich selbst mit schwerem Geschütz nicht mehr hat runterdübeln lassen. Mit einem dieser ausgesprochen ambitionierten und unglaublich ehrgeizigen Musiker durfte ich vor dem offiziellen Release der Scheibe am 11. November ein paar warme Worte wechseln....



Hallo Ben, freut mich sehr, Dich nach unserem letzten Interview im Februar wieder begrüßen zu dürfen! Zuallererst mal möchte ich Dir zu „Decrowning“ gratulieren - die Scheibe klebt wie Pattex in meiner Anlage! Aber bevor wir dazu kommen: könntest Du kurz nochmal Dich und die Band den letzten Lesern vorstellen, die euch frevelhafterweise noch immer nicht kennen sollten?

Ben: Danke, freut mich zu hören, dass Dir die Scheibe gefällt! Also, ich bin Ben Varon, ein Fünftel der finnischen Metalband Amoral und ich spiele in der Band die Leadgitarre. „Decrowning“ ist unser zweites Album, unser erstes, „Wound Creations“, wurde im letzten Jahr released. Wir sind zu Beginn des Jahres mit Finntroll und Naglfar durch ganz Europa getourt und spielen derzeit hier in Finnland diverse Auftritte, um unser neues Album zu promoten.


Wie würdest Du eure aktuelle Scheibe „Decrowning“ denjenigen erklären, die das Album bislang noch nicht gehört haben?

Ben: Qualitäts-Metal. Nicht auf ein spezielles Genre limitiert, verschiedene Stile zusammengemischt und mit einer guten Dosis Originalität und anständigem musikalischen Geschick kombiniert. Wir haben mit dem weitergemacht, womit wir auf dem ersten Album angefangen haben - das heißt wir versuchen, unseren eigenen Stil durchzuziehen, welcher auf unseren persönlichen favorisierten Elementen verschiedener Stile basiert.


Ich wurde gefragt, mit welchen Bands ich euren Sound vergleichen würde, und es wird Dich jetzt wahrscheinlich freuen zu hören, dass es eben weil ihr so viele Stile miteinander mischt und damit etwas ganz Eigenes erzeugt echt schwierig für mich war, darauf zu antworten. Aber zumindest erinnert mich euer Sound stellenweise an Death oder auch ein klein wenig an Meshuggah. Was denkst Du sind eure größten Einflüsse?

Ben: Genau das ist unser Ziel, wir wollen nicht wie eine bestimmte Band klingen. Ein Klon wird immer nur ein Klon sein. Aber natürlich kann man in einigen Parts unsere Einflüsse schon raushören, ein bißchen Death im einen Riff, ein bißchen Meshuggah im anderen. Und das ist ok, wir bestreiten ja nicht die Inspiration, die diese Bands für uns waren. Überwiegend stimmen wir bei unseren Lieblingsbands nicht gerade überein, jeder hat da sein eigenes Ding, das ihm wahnsinnig gefällt. Für einige ist das Death Metal, andere stehen auf den 80er Cockrock... Ich würde sagen, eine unserer allerersten größten gemeinsamen Einflüsse waren Pantera. Ich bin nicht sicher, ob man das großartig aus unserem Sound heraushört, aber besonders als wir noch jünger waren haben uns ihre Killer-Riffs und ihre gesamte Heaviness wirklich sehr inspiriert...


Euer Debutalbum „Wound Creations“ und nun auch „Decrowning“ sind beide absolut hypnotisierende Scheiben und vielleicht wurde der Technikgrad auf der zweiten sogar noch etwas angehoben, abgesehen von dem generellen Eindruck, dass das Album sehr viel schneller geworden ist. Wo siehst Du selbst die größten Unterschiede?

Ben: Der größte Unterschied ist wahrscheinlich, dass dieses hier melodischer ist - was uns auch definitiv wichtiger war, als das technische Element als Hauptbestandteil zu behalten. Und mit melodisch meine ich jetzt nicht In Flames oder Helloween, das soll jetzt nicht als ein trauriger Versuch verstanden werden, etwas Airplay zu erlangen. Bei uns spielt nicht einer der Gitarristen die Leadmelodien einfach über die Riffs drüber, anstelle dessen bauen wir die Melodien in das schwere Riffing ein, sodass es nicht zu süßlich und kitschig wird. Aber wir hatten definitiv das Gefühl, dass das erste Album etwas monoton geraten war, deshalb wollten wir bei den neuen Songs einige Hooks einbauen.

Außerdem sind einige Jahre vergangen, seit wir das Material für das erste Album geschrieben haben, und wir sind heute bessere Komponisten und arrangieren auch besser, weshalb die Songs auf eine Art auch mehr Sinn ergeben. Es ist einfach rundum eine Verbesserung, wenn Du mich fragst.


Auf jeden Fall. Obwohl ihr es einem nicht leicht macht, einzelne Tracks hervorzuheben, hat man doch trotzdem immer irgendwo seine Lieblinge. „Tiebreaker“ wegen seines Grooves und der Titeltrack wegen seiner trickreichen Breaks und den arschtretenden Blastparts wären meine Wahl. Hast Du selbst auch einige Tracks, auf die Du besonders stehst?

Ben: Mein Favorit ändert sich irgendwie ständig. Es war mal „Lacrimal Gland“, aber als wir das Video dazu gedreht haben mussten wir uns das so oft anhören, dass ich mich am liebsten erschossen hätte. „Denial 101“ wurde auch zu einem der Lieblingstracks von mir und den anderen Bandmitgliedern, sobald Nico die Vocals beigesteuert hatte. Seine Performance darauf macht den ganzen Track erst zu dem, was er ist, und ich denke noch immer, dass das seine bislang beste Arbeit war. Aber um ehrlich zu sein denke ich nicht, dass ich einen echten Favoriten habe, ich denke wirklich, jeder Track steht für sich selbst.


Wie früh nach „Wound Creations“ habt ihr überhaupt mit der Arbeit an „Decrowning“ begonnen, da ja lediglich ein Jahr zwischen den beiden liegt? Hattet ihr schon weiteres Material in der Hinterhand, als ihr euer Debut veröffentlicht habt?

Ben: Nein, wir hatten eigentlich so gut wie gar nichts mehr über, nachdem „Wound Creations“ fertig war, also haben wir den Schreibprozess an einem leeren Tisch begonnen. Wir haben unser Debut auch schon im Dezember 2003 aufgenommen, also hatten wir Zeit, um an den neuen Sachen auch wirklich zu arbeiten. Aber es hat nach dem Gang ins Studio schon einige Monate gedauert, bis wir angefangen haben, an neuen Songs zu basteln. In etwa die Hälfte des neuen Materials entstand erst in den letzten paar Monaten, bevor wir wieder ins Studio gegangen sind. Wir arbeiten gut unter Druck, also gab’s nie irgendwelche Zweifel, ob wir rechtzeitig genug gutes Material haben werden...


Das Releasedatum von „Decrowning“ ist der 11. November. Wie waren bislang die Reaktionen der Presse?

Ben: Die Presse war überwiegend sehr gut, wir haben erstaunlich viele 9/10er und 4,5/5er, was echt Killer ist. Viele scheinen mit uns übereinzustimmen, dass – so ordentlich das erste Album auch war – dies hier eine große Verbesserung ist. Natürlich gab es auch einige nicht so gute Reviews, aber man kann’s eben nie allen rechtmachen. So weit, so gut...


Und jetzt die eine Sache die ich mich gefragt habe, nachdem ich „Decrowning“ gehört hatte: was ist musikalisch der nächste Schritt für Amoral? Gibt es da überhaupt noch irgendwas, mit dem ihr noch unzufrieden seid oder das ihr sogar auf dem dritten Album verbessern könnt oder wollt?

Ben: Wir haben für das nächste Album noch keine Songs fertig, nur Häppchen und Stückchen, also kann ich noch nicht sagen, wie’s werden wird. Aber eine Sache, von der ich bereits jetzt überzeugt bin ist, dass wir uns definitiv wieder übertreffen werden. Du musst immer besser werden, ansonsten gäb’s ja gar keine Rechtfertigung dafür, überhaupt neue Platten rauszubringen. Wir würden die Leute auch gern mal überraschen und etwas machen, das niemand von uns erwarten würde, also machen wir weiter damit, unser Spektrum zu erweitern. Im Moment bin ich immernoch sehr zufrieden mit „Decrowning“, aber ich weiß einfach, dass wir sowohl als Band als auch als individuelle Musiker noch einen weiten Weg haben.


Ok, dann lass uns das Album mal für eine Weile beiseite legen. Eure Tracks sind mit Kunstfertigkeit geradezu überladen, deshalb hab ich mich gefragt, wer bei euch wohl für das Songwriting verantwortlich ist. Eine einzige Person müsste wahrscheinlich ein angehendes Genie sein, also geh ich mal davon aus, etwas Derartiges muss eigentlich in Teamwork geschehen, richtig?

Ben: Das Songwriting liegt überwiegend erstmal in den Händen der Gitarristen, also Silver und mir. Silver ist sehr kreativ, wenn es um Riffs geht, und er hat den größeren Teil des Albums geschrieben. Grundsätzlich werfen wir erstmal die Ideen hin und her, wir sind ziemlich gut darin, gegenseitig die leeren Stellen in den Songs des anderen zu füllen. Unser Bassist Erkki wurde etwas in den Prozess der Arrangements mit einbezogen, und Niko hatte auch noch ein Riff, das bei „Tiebreaker“ gelandet ist. Und wenn ein Song dann fertig ist geben wir ihn zu Juffi damit er anfangen kann, an seinen verrückten Drum-Parts zu arbeiten. Dieses Mal haben Niko und ich die Lyrics jeweils zu 50% geschrieben, das verlief also auch ziemlich reibungslos. Aber insgesamt betrachtet ist das definitiv Teamwork.


Wie wählt ihr dann aus, welche Songs aufs Album kommen?

Ben: Nun, wir sind keine dieser Bands die aus 58 Liedern wählen können, wenn sie ins Studio gehen. Grundsätzlich schreiben wir nur das, was wir für das Album brauchen. Ein Song von dem wir nicht das Gefühl haben, dass er stark genug ist, schafft es ohnehin niemals, überhaupt erstmal ein richtiger Song zu werden, da wir ihn früher in diesem Prozess wieder verwerfen. Es dauert ziemlich lange, bis einer unserer Songs fertig ist, also merken wir schon früh genug ob er es wert ist behalten zu werden oder nicht. Aber jeder, der letztenendes „fertig“ wird, kommt auch auf das Album.


Ah, das ist interessant. Wie haben denn die Aufnahmen zu „Decrowning“ ausgesehen? Gibt es einige erzählenswerte Anekdoten, oder verlief alles nach Plan?

Ben: Es war wirklich langweilig unproblematisch. Wir haben uns vorher allesamt den Arsch abgeprobt und unser Produzent Janne Saksa hat so professionell gearbeitet, dass alles ziemlich glatt gelaufen ist. Wir haben reguläre 8 Stunden pro Tag nacheinander die Stücke eingespielt. Wir wussten was wir wollten, als wir ins Studio gegangen sind, also gab es nicht viel Platz für irgendwelches Rumgegurke.


Ok, dann zu etwas, das mich auch persönlich interessiert: was bedeutet euer Bandname Amoral? Seid ihr ein Haufen durchtriebener unartiger Jungs, oder was ist an euch das Unmoralische?

Ben: Oh ja, wir sind sogar ausgesprochen unartig. Aber das hat mit dem Namen nichts zu tun. Die Geschichte ist sogar wirklich ziemlich langweilig. Anders als viele andere Bands die schon einen Namen haben, bevor sie die erste Note gespielt haben, haben wir schon einige Jahre ohne einen Namen miteinander Musik gemacht. Erst als wir dann das Cover zu unserer ersten Demo drucken mussten haben wir uns damit rumgeärgert, uns einen Namen aus den Rippen leiern zu müssen. Wir haben dieses traditionelle „Jeder schreibt seine Ideen auf“-Ding gemacht, und ich denke Silver war derjenige, der Amoral aufgeschrieben hatte. Ich wollte nur einen Namen, der kurz und einprägsam ist, und Amoral ist beides.


Das stimmt wohl. Aber sag, Metal aus Finnland scheint derzeit ausgesprochen angesagt zu sein – was ist aus Deiner Sicht das Besondere daran?

Ben: Ich weiß nicht, ob Metal aus Finnland angesagter ist als der aus Schweden oder Norwegen, jedes Land hat einfach viele abgefahrene Bands. Was ich an finnischem Metal cool finde, ist, dass wir keine bestimmte Sache haben, die die ganze Szene beschreibt, wie Black Metal in Norwegen oder der „Göteborg-Sound“ in Schweden. All die großen finnischen Bands klingen sehr unterschiedlich. Abgesehen davon denke ich gibt es hier so viele Bands, dass man sich wirklich etwas Besonderes einfallen lassen muss, um überhaupt registriert zu werden. Und dadurch sind die Bands, die es dann auch letztlich nach oben schaffen, wirklich sehr gut.


Ich kenn mich jetzt mit der Szene in Finnland nicht so aus, wie schwierig ist es denn da überhaupt, eine Metalband zu starten? Tomas Hultqvist sagte, dass in Schweden so gut wie jedes Kind ein Instrument lernt, weil es sonst einfach kaum was anderes zu tun gibt, wodurch dann eine Band zu gründen ähnlich normal wird wie zu duschen. Ist das in Finnland vergleichbar?

Ben: Ja, ich schätze schon. Besonders in der Metal-Szene ist es fast unmöglich einen Fan zu finden, der KEIN Instrument spielt. Und das macht mir natürlich auch nichts aus, Musik ist ein tolles Hobby und der Qualitätslevel bleibt hoch, wenn es beständig Konkurrenz gibt. Es ist also wirklich nicht schwer, hier eine Band zu gründen, besonders in den größeren Städten wie Helsinki.


Ah, Dank Dir. Jetzt sind wir auch schon beinahe am Ende angelangt, deshalb natürlich die typische Frage: was kommt nach dem Release von „Decrowning“? Gibt es schon Tourpläne oder etwas in der Art?

Ben: Wir spielen Auftritte in Finnland zwischen November, Dezember und Januar, und ich denke, danach fangen wir an und machen uns Gedanken über das nächste Album. Hoffentlich kriegen wir auch sowas wie eine Europatour geregelt, aber da ist noch nichts bestätigt.


Ich hoffe sehr, dass sich das ergeben wird. Danke für Deine Zeit und alles Gute für eure weiteren Bemühungen, und sei Dir schonmal sicher dass ich dasein werde, wenn ihr hier bei uns unterwegs seid! Die letzten Worte gehören Dir...

Ben: Danke für den Support, und wir sehen uns bei den Gigs!



sherry

Autor: Nadja Lemke [Sherry] | 08.11.2005 | 21:31 Uhr

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