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Interviewpartner: Bobby Blitz

Nachdem sie sich einen Vertrag mit dem Global Player Nuclear Blast sichern konnten, veröffentlichten die Thrash Metal-Veteranen OVERKILL mit „Ironbound“ eines ihrer bis dato erfolgreichsten Alben und nutzten die folgenden zwei Jahre für unermüdliches Touren rund um den Globus. Trotz aller Reiseaktivitäten hatte die Truppe allerdings Zeit zum Schreiben neuer Songs, weshalb das vermeintliche Schicksalsjahr 2012 mit einem neuen OVERKILL-Album beginnt, welches auf den einprägsamen Titel „The Electric Age“ hört. Aus gegebenem Anlass setzten wir uns mit einem überaus gut gelaunten Bobby „Blitz“ Ellsworth in Verbindung, damit er uns über die derzeitigen Aktivitäten seiner Mannschaft ins Bild setzt.






Hallo Bobby und vielen Dank für dieses Interview! In Kürze erscheint mit „The Electric Age“ ein neues OVERKILL-Album. Was hat sich in den zwei Jahren seit der Veröffentlichung von „Ironbound“ bei Euch getan?

Wir waren sehr lange auf Tour. Wir haben in den zwei Jahren jeweils im Sommer auf diversen Festivals in Europa gespielt, es gab mehrere „Killfest“-Touren, auf denen wir mit jungen Bands wie SUICIDAL ANGELS unterwegs waren, wir sind mit DESTRUCTION und HEATHEN durch Europa getourt und wir haben zwei ausgewachsene Touren in Nordamerika absolviert. Zudem waren wir in Asien, Australien und zweimal in Südamerika. Wir müssen unterwegs irgendwo einen Jungbrunnen entdeckt haben, weil das schon ziemlich anstrengend war, aber keiner von uns in dieser Zeit irgendwelche Ermüdungserscheinungen zeigte [lacht]. „Ironbound“ ist ziemlich gut angekommen und somit eröffneten sich uns Möglichkeiten wie z.B. die Tour durch Australien, die wir in der Vergangenheit nicht hatten. Wir waren ja auch zum allerersten Mal in Peru und Venezuela.


Wie würdest Du das neue Album beschreiben? Was tun OVERKILL, um das nächste Level zu erreichen?

Wir machen uns über solche Dinge gar nicht so viele Gedanken. Ich bin in dieser Band sehr stolz darauf, dass wir die Gegenwart zu schätzen wissen – es geht uns nie darum, was wir mal waren, sondern nur darum, wer wir sind. Ich würde sagen, dass sich das neue Album in diesem Punkt gar nicht so sehr von „Ironbound“ unterscheidet, denn auch da ging es uns nur darum, an welchem Punkt sich OVERKILL zu genau dieser Zeit befunden haben und nicht darum, wo wir vielleicht hinwollen könnten. „The Electric Age“ ist natürlich allein schon im Hinblick auf die Produktion ganz anders als sein Vorgänger und ich finde auch, dass das Album energetischer geraten ist. Dabei will ich jetzt gar nicht sagen, dass „Ironbound“ ein schlechtes Album sei oder dass wir uns mit „The Electric Age“ seither verbessert hätten, aber ich finde, es ist ein bisschen anders. Wir haben sicherlich nicht das Rad neu erfunden, aber dieses Album hat etwas ganz Besonderes an sich – während der gesamten Aufnahmen hatte ich warme Hände und das bedeutet, dass mein Blut in Wallung gekommen ist, was nur daran gelegen haben kann, dass mein Herz schneller geschlagen hat [lacht]. Als wir fertig waren, habe ich mir das Album angehört und nur gesagt: “Mann, die Platte strotzt ja vor Energie!“ Es hat sich also wie genau das richtige Ergebnis im Hinblick auf die Arbeit, die wir investiert haben, angefühlt.


Wann habt Ihr mit dem Songwriting für „The Electric Age“ begonnen?

Naja, es hat etwa acht Monate gedauert, bis alles fertig war. Allerdings sehe ich das Riff als den Ursprung jedes Songs an und D.D. [Verni, Bass, Anm. d. Red.] hört nie auf Riffs zu schreiben. Er hat ein Aufnahmegerät im Auto, eines in der Tasche seiner Lederjacke, er hat sein eigenes Studio und auch ein kleines in seinem Büro, weshalb er nahezu permanent Riff-Ideen festhalten kann. Wenn wir auf Tour sind, ist D.D. beim Soundcheck immer schon vor allen Anderen auf der Bühne, weil er schnell noch ein neues Riff ausprobieren will. Die Riffs haben also wieder angefangen, sobald wir mit „Ironbound“ fertig waren, aber die tatsächliche Entwicklung der Songs hat ungefähr die letzten acht Monate in Anspruch genommen – das schließt auch meine Texte und das ganze Arrangieren mit ein.


Du hast ja bereits erwähnt, dass sich „The Electric Age“ im Hinblick auf seine Produktion von seinem Vorgänger unterscheidet. Was habt Ihr anders gemacht?

Zum einen haben wir bei diesem Album die Produktion komplett selbst in die Hand genommen. Die Platte hat einen sehr natürlichen Sound, weil wir nur sehr wenige Effekte benutzt haben – die Gitarren gingen einfach über ein Kompressor-Pedal direkt in den Verstärker und das war’s. Wir haben auch sehr viele Gitarrenspuren aufgenommen, weshalb diese Platte eine Wucht aufbringt, die es bei uns schon sehr lange nicht mehr gab. Aufgrund des Erfolges, den wir mit „Ironbound“ hatten, wollten wir ursprünglich, dass Peter Tägtgren erneut den Mix übernehmen würde, aber er hatte leider keine Zeit, weshalb wir uns an einen Mann namens Greg Reely wandten. Greg hat schon mit MACHINE HEAD und FEAR FACTORY gearbeitet, aber er war auch an diversen Produktionen aus dem Popmusik-Bereich wie z.B. Alben von SARAH MCLACHLAN beteiligt. Man sollte meinen, dass die Verbindung aus beidem klingt, als sei gerade der Bürgerkrieg ausgebrochen [lacht], aber bei allem Respekt, den ich für Peter Tägtgrens Arbeit habe, finde ich, dass Greg den Sound dieses Albums noch „größer“ gemacht hat. Ich weiß gar nicht, was das richtige Wort dafür ist, aber vielleicht liegt es ja am Gitarrensound, dass „The Electric Age“ sich rein im Hinblick auf die Produktion wie das „größere“ Album anfühlt.


Wie alle jüngeren OVERKILL-Alben begeistert auch „The Electric Age“ wieder durch einen sehr direkten Klang, was nicht zuletzt am erneut kraftvollen Schlagzeug-Sound liegt. Wie kriegt Ihr das hin?

Wisst Ihr, wir benutzen zwar Trigger, aber es gibt immer eine Balance zwischen Triggern und der ursprünglichen Schlagzeugspur. Greg Reely ist selbst Schlagzeuger und das ist mir sehr wichtig. Selbst als wir „Ironbound“ aufgenommen haben ist mir an Peters Arbeit aufgefallen, dass, sobald der Mix fertig war, die Drums immer noch sehr organischen klangen. Damit meine ich, dass sich das Drumkit tatsächlich wie ein reales Schlagzeug und nicht wie ein Drumcomputer anhört. Nur dann kann man dieses Gefühl rüberbringen, dass sich die Band im gleichen Raum befinden würde und das ist mir sehr wichtig: Bei einer Band geht es darum, dass man in einem Raum zusammen Musik macht und das hat erstmal überhaupt nichts mit irgendwelcher Technologie zu tun. Technik ist lediglich ein Mittel zum Zweck, aber die Band selbst macht einfach in einem Raum Musik, probt und geht auf die Bühne. Und wenn wir dieses Gefühl mit unserem Sound transportieren können, dann haben wir unser Ziel erreicht.


Habt Ihr denn Teile des Albums live eingespielt?

Zunächst spielen wir sowieso erstmal alles gemeinsam ein und ein paar dieser Aufnahmen behalten wir auch, aber das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass sie später auch verwendet werden. Normalerweise gehe ich ungefähr alle zehn Tage in das Studio, in dem wir das Album aufnehmen. In der Zwischenzeit bin ich allerdings in einem anderen Studio, in dem ich meinen Gesang aufnehme, denn auf diese Art ist das alles etwas privater. Ich kann dann sehr schnell arbeiten und das ist mir sehr wichtig – wenn ich aufnehme, dann stelle ich mir immer eine Live-Situation vor: Ich stelle mich also nicht hin und achte darauf, dass alle „S“- und „P“-Laute möglichst weich eingefangen werden, sondern lege einfach los. Somit gehe ich an die Gesangsaufnahmen also genauso wie an einen Auftritt heran. Ich nehme die Aufnahmen dann mit ins eigentliche Studio, wo ich mich dann zusammen mit D.D. [Verni, Bass, Anm. d. Red.] daran mache, sie mit seiner Arbeit in Einklang zu bringen. Ich denke, dass wir auf diese Art zu sehr guten Ergebnissen kommen, weil wir uns beide unabhängig voneinander auf unsere Parts konzentrieren können, uns aber auch einmal die Woche treffen, um alles zu organisieren.


„The Electric Age“ ist ein sehr starker Titel – wie seid Ihr darauf gekommen?

Ich glaube, dass OVERKILL im Hinblick auf die Titel ihrer Alben nicht unbedingt dem gleichen Trend wie andere Thrash Metal-Bands folgen. Wir machen das immer ein bisschen anders – „Ironbound“ war ein sehr individueller Titel, „Immortalis“ war ein sehr individueller Titel und auch diesmal haben wir nach etwas gesucht, das einfach „groß“ klang. Wir haben mit Ideen wie „New Jersey Power And Light Company“ und „New Jersey Electric And Power“ angefangen, aber das fanden wir dann noch nicht gut genug. Ich erinnerte mich dann, dass ich mir mal einen Songtitel überlegt hatte, den wir nie benutzt haben. Der Song hieß „Electrocution Therapy“ und obwohl wir uns nicht sicher waren, ob es der richtige Name für ein Album ist, gefiel es uns und wir haben angefangen, damit zu basteln. Die Jungs schickten mir den Titel „The Electric Age“ dann irgendwann per Email zu und ich musste ihn nur einmal lesen und wusste, dass das der perfekte Name für die neue Platte ist – es klingt „groß“ und es klingt, als würde es einen Lebensstil und nicht nur einen Moment verkörpern.


Wie wichtig sind Songtexte bei OVERKILL?

Die haben auch bei uns durchaus ihre Berechtigung. Ich finde, das Schwierigste überhaupt ist es, sich in seinen Texten nicht zu wiederholen. Die Grenze zwischen dem, was man als „Stil“ bezeichnen könnte und bloßer Wiederholung ist sehr fein. Es gab drei oder vier OVERKILL-Alben, auf denen ich von religiöser Symbolik und wie sie mit der realen Welt in Verbindung zu bringen ist geradezu besessen war. Ich mag es nicht besonders, mich in Songtexten über Soziales oder Religiöses auszulassen, denn ich glaube, dass es im Heavy Metal darum geht, mal eine Auszeit von seinen Gedanken zu nehmen - man sollte bestimmte Dinge empfinden, aber dabei nicht zu viel nachdenken müssen. Damit meine ich, dass jeder für sich selber denken kann und Musik lediglich bestimmte Emotionen hervorrufen sollte. In „Good Night“ sage ich z.B. “show me a good thing“ und wenn Ihr diese Notwendigkeit spüren könnt, dann war der Song erfolgreich. Insofern sind uns Texte also sehr wichtig, allerdings nicht, um soziale oder religiöse Wertungen abzugeben.


OVERKILL genießen schon sehr lange den Ruf als exzellente Live-Band, jedoch gab es schon lange keine ausgewachsene Live-CD bzw. –DVD mehr von Euch. Besteht die Chance, dass sich das bald ändert?

Naja, die Chance besteht natürlich immer, allerdings ist das eine komplett andere Welt, wenn man die geschäftliche Seite so einer Produktion betrachtet. Als wir bei Nuclear Blast unterschrieben haben, hatten wir dank „Ironbound“ die Möglichkeit, etwas Schwung zu holen. Wir haben damals auch über die Möglichkeit einer Live-CD und –DVD gesprochen, allerdings entschieden wir, uns die gesteigerte Aufmerksamkeit, die der Band zuteil wurde, zunutze zu machen. Ich hätte nie gedacht, dass „Ironbound“ so gut ankommen würde, wie es der Fall war, aber es war in jeder Hinsicht erfolgreich und hat wohl unseren guten Ruf noch weiter zementiert. Ich denke, dass wir zu diesem Zeitpunkt gerade richtig in Fahrt gekommen waren, weshalb ein neues Album weitaus sinnvoller erschien als ein Live-Mitschnitt. Manchmal muss man eben etwas riskieren und ich glaube eigentlich nicht, dass „The Electric Age“ großartig in eine andere Richtung als „Ironbound“ geht, aber es ist in jedem Fall ein anderes Album – Songs wie „Electric Rattlesnake“ und „Wish You Were Dead“ haben sogar mehr Energie als das, was man auf „Ironbound“ hören kann. Natürlich ist es gut, wenn Leute uns als eine tolle Live-Band wahrnehmen, aber es ist auch gut zu wissen, dass wir das im Studio genauso umsetzen können [lacht].


Du hast eingangs erwähnt, dass Ihr mit jungen Bands wie SUICIDAL ANGELS unterwegs wart. Wie siehst Du die derzeitige Entwicklung der Metalszene, die etliche junge Bands hervorbringt, die sich an den Größen der Szene orientieren?

Ich glaube, dass das sehr hilfreich ist. Diese junge Generation von Bands, die da zurzeit entsteht, ist wahrscheinlich die erste, die ihren Hut vor der alten Schule zieht – damit sagen sie in gewisser Weise: “Danke, wir lieben diesen Scheiß!“ Ich finde das ziemlich cool, denn zuvor gab es mit dem Nu Metal eine Generation von Metal, die oftmals Rap- und Thrash-Elemente vereinte. Wenn man dann ein Interview mit diesen Typen gelesen hat, klang das so, als hätten sie gerade das gesamte Genre erfunden: Es war nicht Dave Lombardo [SLAYER], der das beste Doublebass-Drumming drauf hatte, sondern dieser Typ von LIMP BIZKIT, was natürlich totaler Bullshit ist [lacht]. Daher ist es cool, dass die jungen Bands von heute die alte Schule anerkennen und gleichzeitig viele junge Fans auf uns aufmerksam machen. Die sehe dann nämlich, dass es schon vor SUICIDAL ANGELS, GAMA BOMB und WARBRINGER Thrash Metal-Bands gab, nämlich EXODUS, TESTAMENT, OVERKILL usw. Ich denke, dieses Phänomen sorgt dafür, dass es der Szene anno 2012 ziemlich gut geht.


Damit sind wir auch schon am Ende angekommen – möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

„The Electric Age“ ist da – liebt es oder hast es, es ist OVERKILL [lacht]!


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 04.03.2012 | 12:49 Uhr

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