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Interviewpartner: Bobby

Die New Yorker Thrash Metal Veteranen OVERKILL schieben ihre Alben mit schöner Regelmäßigkeit in die Plattenläden. Nun steht das sage und schreibe achtzehnte Album „The Grinding Wheel“ auf dem Plan. Wir sprachen mit Sänger Bobby „Blitz“ Ellsworth, der wie gewohnt gut gelaunt scheint und einen Gag nach dem anderen raushaut.




Hallo Bobby. „The Grinding Wheel“ ist euer mittlerweile achtzehntes Album. Die Zeit rennt, oder?

Ja, das stimmt. Achtzehn Alben, damit sind wir in etwa bei der Hälfte der Zeit unserer Karriere angelangt, hahaha. Das war ein Joke.


OVERKILL funktionieren ja schon fast wie eine Maschine. Album, Tour, nächstes Album...quasi wie Zahnräder. Kann man das so sagen?

Ja, im Prinzip kann man das so sagen. „The Grinding Wheel“ ist ja auch der Titel des Albums. Ich würde das jetzt nicht als „Maschine“ bezeichnen, denn wir sind glücklich mit dem Job und auch damit, dass wir in der Lage sind, die Sache in dieser Art immer noch durchzuziehen.


Wer kam eigentlich auf die Idee mit dem Albumtitel „The Grinding Wheel“?

Wir haben uns im Tourbus ein Football-Match angesehen. Irgendwann fiel bei den Kommentatoren dieser Begriff, es ging um die Mannschaft, die in der Vorwärtsbewegung war. Nun, ich dachte, das Vokabular können wir für einen Titel nutzen.


Einer meiner Favoriten auf dem Album ist der Opener „Mean Green Killing Machine“. Sieben Minuten OVERKILL pur, mit einem Schuss Melodic-Rock in der Mitte.

Wenn du dir die Tracks mal anschaust, sei es nun „Mean Green...“, „The Long Road“ oder auch der Titeltrack, dann erkennst du diesen gewissen Epic-Faktor, denn wir haben einige Songs dabei, die um die sieben Minuten lang sind. Gerade bei „Mean Green Killing Machine“ haben wir versucht, die pure Thrash Metal Energie mit etwas Epic zu kombinieren.


Aber eine Ballade habt ihr auch dieses Mal nicht dabei. Wie wäre es denn mal wieder mit einem langsamen Song auf einem eurer Alben?

Du meinst, so etwas wie ein Liebeslied?


Ja, zum Beispiel...

Haben wir doch schon mal gemacht, der Song heißt „Fuck You“, hahahaha...






Lass uns über den Song „Our Finest Hour“ sprechen, die neue Single aus dem Album. Ein typischer OVERKILL-Track, wie ich finde. Was war deine persönliche „finest hour“ mit der Band in all den Jahren?

Ich habe so viele Dinge mit der Band erlebt, das kannst du mir glauben. Mir fällt da aber eine ganz bestimmte Geschichte ein, die ich hier erzählen kann. Es war bei unserem Auftritt in Eindhoven beim Dynamo-Festival vor vielen Jahren. Ich ging gerade entlang eines Zaunes zum Catering, da sah ich sie. Sie saß auf einem Stuhl auf der anderen Seite des Zaunes, keine zwanzig Meter von mir entfernt. Was soll ich sagen – zehn Jahre später habe ich sie geheiratet...hahaha...


Ein paar Worte zur Albumproduktion. Andy Sneap ist der Produzent?

Nicht ganz. Die Band selbst hat das Album produziert, aber Andy hat es gemixt. Er ist immer sehr beschäftigt und man bekommt kaum einen Termin bei ihm. Aber wir waren sehr angetan mit seiner Arbeit, die er für so viele andere Bands geleistet hat, dass er einfach die beste Wahl war. Gerade was den organischen Sound und das Zusammenspiel zwischen Gitarren und Drums angeht.


Die nächste Frage bezieht sich auf das Cover-Artwork. Wie so oft, ist es in grünem Farbton gehalten. Worin besteht die Verbindung zwischen dir, OVERKILL und der grünen Farbe?

Das ist wie mit der Flagge einer Nation. Schau dir die deutsche Flagge an. Diese Farbkombination gibt es sonst nirgendwo, schließlich soll eine Flagge sich von den anderen unterscheiden. Somit hat jede Nation ihre bestimmten Farben. Im Prinzip also ganz simpel. Wir haben irgendwann, als wir unsere T-Shirts noch selbst entworfen haben, mit anderen Farben experimentiert, aber grün wurde eben unser Markenzeichen.


Ich habe euch 2015 auf dem Out & Loud Festival gesehen und bin nach wie vor begeistert von der Energie, die OVERKILL live immer noch verbreiten. Da können sich ein paar jüngere Bands durchaus eine Scheibe abschneiden.

Danke für das Kompliment. Für mich ist es dabei nicht wichtig, ob ich auf einem Festival vor großer Kulisse oder in einem Club vor zwanzig Leuten spiele. Ich nehme jede Show ernst und das merken die Fans.






Wo wir gerade bei dem Thema Konzerte sind. Eure Labelkollegen und alte Kumpels von HELLOWEEN gehen demnächst mit einer sensationellen Besetzung auf Tour. Sie haben die ehemaligen Mitglieder Kai Hansen und Michael Kiske dabei. Kannst du dir vorstellen, mit OVERKILL ebenfalls eine Tour mit ehemaligen Musikern zu machen?

Ich sage dir mal was. 1987 haben wir ja HELLOWEEN auf deren „Keeper Of The Seven Keys“-Tour supportet. Im letzten Sommer nun habe ich Kai und Michael getroffen und zu ihnen gesagt: Das Einzige, was euch zu der bevorstehenden Reunion noch fehlt, ist OVERKILL, hahahaha...


Ich erinnere mich noch an das Package damals...

Was eine OVERKILL-Reunion angeht, da glaube ich nicht, dass das passieren wird. Die aktuelle Besetzung spielt die alten Songs wie „Feel The Fire“ in ihrem eigenen Stil und sorgt dafür, dass die Band halt modern klingt und immer noch etwas zu bieten hat. Nein, ich sehe da keine Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit den ehemaligen Bandmitgliedern.


Wir sind fast am Ende des Interviews angelangt, daher nun die letzte Frage. Was sind deine persönlichen Einflüsse? Welche Musik hörst du, wenn du nicht gerade mit OVERKILL-Songs beschäftigt bist?

Was Musik außerhalb des Heavy Metal angeht, da stehe ich total auf die alten Sachen. Frank Sinatra und Dean Martin sind meine absoluten Favoriten. Von den modernen Sachen gefallen mir besonders die Finnen von LOST SOCIETY. Was den persönlichen Einfluss beim Schreiben der Refrains angeht, würde ich tatsächlich die ROLLING STONES nennen.


Dann möchte ich dich noch bitten, ein paar Worte an die Leser von metalnews.de zu richten.

Es ist immer wieder schön, nach Deutschland zu kommen. Wir hoffen, dass das neue Album gut ankommt und freuen uns auf die nächste Tour bei euch.

Fränky

Autor: Frank Wilkens [Fränky] | 27.02.2017 | 11:43 Uhr

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