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Interviewpartner: Charlie

Seit ihrer Wiedervereinigung mit Sänger Joey Belladonna lief es für die Thrash Metal-Urgesteine ANTHRAX ziemlich gut - die ausgedehnte Tour als Teil der „Big Four“ sowie das vielerorts gefeierte aktuelle Album „Worship Music“ sind wohl die deutlichsten Beweise dafür. Zwar nahm Gitarrist Rob Caggiano jüngst seinen Hut und schloss sich den dänischen Rockabilly-Metallern VOLBEAT an, aber auch das scheint die Truppe nicht aufzuhalten, wenn man bedenkt, dass sie sich gerade auf ihrer nächsten U.S.-Tour befindet. Kurz vor dem Abgang von Mr. Caggiano spielten die Herren mit „Anthems“ noch eine Cover-EP ein, welche hierzulande als Beigabe zum Re-Release des letzten Studio-Outputs der Band erscheinen wird. Wir setzten uns aus diesem Grund mit Drummer Charlie Benante in Verbindung, der sich leider als weitaus weniger gesprächig erwies, als angesichts der Umstände zu hoffen war.






Hallo Charlie! Ihr werdet in Kürze eine EP mit etlichen Cover-Versionen veröffentlichen – was hat Euch dazu gebracht?

Naja, wir hatten diese Songs, mit denen wir schon immer mal ein bisschen rumgespielt haben und wir haben sie irgendwie wieder ausgegraben und wollten dann noch ein paar mehr machen. Wir haben sie aufgenommen, weil sie uns gefallen.


Auf „Anthems“ finden sich etliche Songs aus den späten 70ern und frühen 80ern. Wie habt ihr die Nummern für den ANTHRAX-Sound umgebaut?

Wir haben versucht, möglichst nahe an dem zu bleiben, was die Songs ausmacht und den Bands, die sie geschrieben haben, Tribut zu zollen. Ich würde sagen, dass das Original jeweils zu etwa 70 Prozent erhalten geblieben ist – die anderen 30 Prozent sind das, was ANTHRAX damit gemacht haben.


Nach welchen Kriterien habt Ihr die Songs ausgewählt?

All die Bands, die wir auf „Anthems“ gecovert haben, sind Bands, die uns beeinflusst haben. Joey [Belladonna, Vocals, Anm. d. Red.] ist ein sehr großer JOURNEY-Fan und auch ich stehe auf die Band. Ich mag allerdings nicht jeden ihrer Songs, sondern nur ganz bestimmte. Aber jeder in der Band liebt RUSH – das war also recht einfach. Es mag auch jeder von uns AC/DC. Wir haben auch noch einen alten SCORPIONS-Song aufgenommen, der ist aber nie fertig geworden.


Welcher war das?

„He’s A Woman, She’s A Man“.


Und den habt Ihr nicht fertig gestellt weil…?

Er hat irgendwie nicht zu den anderen Songs gepasst, aber vermutlich wird er irgendwann auch noch veröffentlicht werden.






Welcher der EP-Songs ist denn Dein persönlicher Favorit?

Ich mag sie alle.


“Crawl“ gab es ja schon auf Eurem letzten Album. Warum taucht die Nummer auch noch einmal auf der EP auf?

Naja, wir wollten „Anthems“ irgendwie in Zusammenhang mit dem „Worship Music“-Album bringen. Die EP war ursprünglich als Bonus-CD geplant, aber das haben wir dann hier in den USA doch nicht so gemacht, weil wir nicht wollten, dass unsere Fans die Platte noch einmal kaufen müssen.


Der Song taucht ja auch als „Remix“ in orchstrierter Fassung auf…

Das haben wir so gemacht, als wir „Worship Music“ gerade abgemischt haben. Wir haben ein paar Jahre zuvor schon mal einen Song als orchestrierten Mix ausprobiert und wollten das Gleiche mit „Crawl“ machen.


Und diese Version von „Crawl“ ist nicht auf dem Album aufgetaucht weil…?

Sie da nicht wirklich hingepasst hat.


In unserem letzten Interview hast Du uns erzählt, dass Du an einem Comicbuch arbeitest, dass die Story hinter dem Song „Fight Em Til You Can’t“ aufgreift. Was ist daraus geworden?

Das Comicbuch hat inzwischen verschiedene Stadien durchgemacht und ist immer noch in Arbeit.


Gut zu wissen. Euer Gitarrist Rob Caggiano hat ANTHRAX im Januar verlassen. Wie ist es dazu gekommen?

Naja, er hat uns gesagt, dass der die Band verlassen wird. Das war für uns natürlich ein Schock. Aber er sagte, dass er sich mehr auf seine Arbeit als Produzent konzentrieren möchte und nicht mehr touren will.


Sucht Ihr derzeit nach einem neuen Gitarristen oder habt Ihr bereits Ersatz gefunden?

Wir haben jemanden.


Und Du verrätst nicht wer?

Oh, ach ja, doch, klar! Jon Donais [SHADOWS FALL, Anm. d. Red.] spielt bei uns Gitarre.






Ist er der Band als volles Mitglied beigetreten?

Nein, nein. So eine Entscheidung wollen wir im Moment nicht treffen.


Wie kam der Kontakt zu Jon zustande?

Rob hat ihn noch bevor er die Band verlassen hat kontaktiert. Wir kannten ihn schon vorher und er ist ein toller Gitarrist und auch ein echt cooler Kerl, also war das rech schnell erledigt [lacht].


Es scheint ja einen regen Austausch zwischen SHADOWS FALL und ANTHRAX zu geben, nachdem Jason Bittner auch schon für Dich eingesprungen ist…

Das stimmt.


Wir nähern uns allmählich dem Ende – wie sieht es mit Eurem aktuellen Tourplan aus?

Ich glaube, wir haben für August einige Konzerte in Europa eingeplant. Hoffentlich werden wir im Laufe dieses Jahres auch die Möglichkeit haben, an neuem Material zu arbeiten.


Nimmt das denn schon Form an?

Ach, wir haben noch ein paar Überbleibsel vom letzten Album, mit denen wir vielleicht etwas machen werden.


Damit sind wir durch – möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Danke für all den Support! Wir wissen das wirklich zu schätzen!


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 15.03.2013 | 21:22 Uhr

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