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CD Review: Orphaned Land - All Is One

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Interviewpartner: Chen Balbus

Nach „The Neverending Way Of ORWarriOR“ [2010] sowie der Live-DVD „The Road To OR-Shalem“ [2011] legen die israelischen Oriental Metaller ORPHANED LAND am 21. Juni nun mit „All Is One“ ihr nächstes Studioalbum vor. Chen Balbus, seit letztem Jahr neuer zweiter Gitarrist der Band, meldet sich im Interview zu Wort.




Hi Chen! Wie ist der Stand der Dinge bei Euch kurz vor der Veröffentlichung von „All Is One“? Was kannst Du uns zum Entstehungsprozess des Albums berichten? Hast Du Dich als neuer Gitarrist ebenfalls einbringen können?

Hallo! Wir sind gerade hinter den Kulissen ziemlich damit beschäftigt, um alles für die Ankunft unseres neuen Babys „All Is One“ vorzubereiten, und füllen unsere Kalender mit Auftritten über die ganze Welt verteilt, Pressetouren, Videoclips und so weiter. „All Is One“ ist unserer Ansicht nach unser bislang in jeglicher Hinsicht bestes Album, z.B. auch hinsichtlich der Produktion, die in drei Ländern mit jeweils drei unterschiedlichen Religionen [Israel, Türkei, Schweden] in den jeweils besten Studios entstanden ist.
Die Hauptaussage des Albums, das sich mit der Frage „Warum versagen wir immer wieder dabei zu erkennen, dass alles eins ist?“ befasst, wird durch die geradlinigen Songs unterstützt, denen man einfach folgen kann und deren Aussage leicht nachvollziehbar ist, während natürlich immer noch die Markenzeichen von ORPHANED LAND vertreten sind.
Ich war ein wichtiger Bestandteil des Songwritings und konnte mich beim Arrangieren, Produzieren und Aufnehmen einbringen. Kobi, Uri und ich haben die Lieder zusammen geschrieben, indem wir sogar auf Melodien zurückgriffen, die wir übers Telefon mitgeschnitten hatten, bis hin zu vollständig in meinem Studio produzierten Songs.


Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten vermagst Du zu den Vorgängeralben festzustellen? Zum Beispiel gibt es – „Fail“ einmal ausgeklammert – keine Growls mehr, während alles wie gesagt ein wenig mehr auf den Punkt gespielt erscheint?

Jedes Album von ORPHANED LAND unterscheidet sich von den anderen Alben, jedoch weisen alle Alben seit dem Debüt Motive auf, die immer wiederkehren. Die Art, wie wir unsere eigene Musik spielen und produzieren, und auch die Tatsache, dass wir mit jedem weiteren Alben weitere Ebenen hinzufügen, die wir passend finden, da wir mehr und mehr dazulernen, weitere Klänge sowie Instrumente zu erforschen und einzusetzen. Auf „All Is One“ war es unser Bestreben, die Stücke zugänglicher zu machen, da unsere letzten Alben sehr komplex waren und wir das Gefühl hatten, etwas Griffigeres machen zu wollen.




Würdest Du „All Is One“ eigentlich als ein Konzeptalbum bezeichnen? Oder ist die Aussage Deiner Meinung so oder so ziemlich deutlich und. appelliert an den gesunden Menschenverstand?

„All Is One“ ist kein Konzeptalbum, sondern hat eher ein Grundthema, das sich durch alle Songs der Scheibe zieht. Die Botschaft von „All Is One“ ist so eindeutig wie nur möglich – wir vermögen einfach nicht zu sehen, das alles ein Ganzes darstellt. „All Is One“ vermittelt allerdings den Eindruck eines Konzeptalbums – auch dadurch bedingt, dass einige Motive aus einem Song in einem anderen Stück erneut aufgegriffen werden. Wir mochten es aber schon immer, dass die Lieder sich wie miteinander verbunden anfühlen.


Wie wichtig war es Euch, diese deutliche Botschaft auch visuell möglichst klar darzustellen? Das Artwork ist ja recht einfach gehalten, verfehlt aber seine Wirkung nicht?

Ich selbst bin der Meinung, dass weniger oft mehr ist. Was den visuellen Aspekt betrifft, so gab es keinen besseren Weg und keinen direkteren Ansatz, den Leuten unsere Aussagen zu vermitteln, und zwar mittels der Texte, des Titels und der visuellen Verpackung von „All Is One“.


Was kannst Du uns zu den Stücken „Let The Truce Be Known“, „Fail“, „Ya Benaye“ und „The Simple Man“ berichten?

„Let The Truce Be Known“: Dieses Stück wurde zum Teil von einem bekannten israelischen Sänger/Songwriter komponiert, während die Texte von dem berühmten Weihnachtsfrieden [Christmas Truce] im Ersten Weltkrieg inspiriert wurden. Damals legten die Feinde, die sich erbitterte Kämpfe lieferten, die Waffen nieder und vereinbarten für das Weihnachtsfest einen Waffenstillstand. Über den ganzen Song hinweg wird so eine Art Schlachtfeldatmosphäre erzeugt, die einen wirklich in die Geschichte hineinzieht.
„Fail“: Dieser Song ist als Überraschung für unsere „Growl“-Freunde gedacht, dass wir die gegrunzten Vocals immer noch als sinnvoll in einem Stück erachten. Ein sehr wütendes Lied über unsere mangelnde Einsicht, dass alles aus einem Ganzen besteht.
„Ya Benaye“: Dies ist ein jemenitischer Song, der ursprünglich von dem berühmten jemenitischen Sänger Aharon Amram stammt. Seine beiden Söhne haben hierzu Gastgesang beigesteuert.
„The Simple Man“: Der Titel erklärt eigentlich schon alles, und zwar über jeden einzelnen von uns. Einfache Menschen, die versuchen, ihr Bestmöglichstes zu tun. Das ist eines meiner drei Lieblingsstücke des Albums. Es hat einfach alles und ist sowohl heavy als auch fröhlich.




Ihr habt wieder mit zahlreichen Gastmusikern zusammengearbeitet: Wie gestaltete sich diese Zusammenarbeit? Gab es Raum für Improvisation oder waren die Rollen klar festgelegt?

Auf „All Is One“ sind über 40 Musiker vertreten. Dazu zählt ein zwanzigköpfiger Chor, der in hebräischer, englischer und lateinischer Sprache singt, was es ziemlich episch und nach „Hollywood“ klingen lässt. Dann noch acht Streicher eines Orchesters, deren Beiträge in der Türkei aufgenommen wurden und die das Album erst so richtig zu einem Oriental-Metal-Werk machten, wozu dann noch Piano, Flöten, Perkussionselemente sowie noch mehr akustische Instrumente kamen. Was Gastsänger anbelangt, so singt Mira Awad die arabischen Teile in einigen Songs, während die bereits erwähnten jemenitischen Amram-Brüder ebenfalls teilnahmen. Sämtliche Gastmusiker wurden von uns angeleitet, was wohingehört, aber wir ließen möglichst allen von ihnen Freiräume, um sich am besten und gefühlvollsten einbringen zu können.


Die Aufnahmen fanden wie gesagt in drei unterschiedlichen Ländern mit jeweils unterschiedlichen Religionen statt – war es Euch wichtig, die Gesamtbotschaft des Albums auch auf dieser Ebene zum Ausdruck zu bringen?

Es war ehrlich gesagt ein Zufall, dass das Album in drei unterschiedlichen Ländern aufgenommen wurde. Wir wollten einfach das Beste in allen Bereichen herausholen. So wollten wir einen sehr wuchtigen und modernen Sound, sodass wir zu Jens Bogren ins schwedische Fascination Street gingen, um die Gitarren, das Schlagzeug, den Bass und einen Großteil des Gesang aufzunehmen. In Israel haben wir dann die meisten akustischen Instrumente und die Gastbeiträge aufgenommen, da wir nicht alle Instrumente nach Schweden mitbringen konnten. Die Streichinstrumente wurden dann in einem türkischen Studio aufgenommen, das auf türkische Orchester spezialisiert ist, und die Ergebnisse waren einfach herausragend. Jeder Teil der Aufnahmen war auf seine Art wirklich einzigartig.


Welche unterschiedlichen Formate von „All Is One“ wird es letztlich geben? Ich habe da etwas von einem Mediabook inklusive DVD läuten hören?

„All Is One“ wird es als Standard Edition, Limited Edition [Mediabook], Doppelvinyl in mindestens vier Farben und natürlich digital über Itunes etc. geben. Die im Mediabook enthaltene DVD ist ein Dokumentarfilm zum Entstehungsprozess des Albums – von den Anfängen bis hin zum fertigen Produkt.


Wie sehen Eure Tourpläne für die neue Veröffentlichung aus? Werdet Ihr als Headliner unterwegs sein, und wann werden wir Euch sehen können?

Während ich gerade dieses Interview beantworte, befinden wir uns bereits auf unserer ersten Südamerikatour. Später in diesem Jahr werden wir einige wenige Festivals spielen. Dazu kommt eine Release Show in Israel und dann endlich eine komplette Europatour, die ungefähr zwei Monate dauern wird und circa 50 Konzerte beinhaltet. Die Vorbands werden in Kürze noch angekündigt.




Im Jahr 2011 hat Euch die libanesische Bauchtänzerin Johanna Fakhry bei Eurem Konzert auf dem französischen Hellfest unterstützt und dabei die libanesische neben der israelischen Flagge geschwungen. Hierauf erhielt sie Todesdrohungen und kann eventuell nicht mehr in den Libanon reisen. Wie bewertet Ihr diese Entwicklung?

Wir sind alle ziemlich niedergeschmettert davon, dass dies die Art und Weise unserer Welt ist, auf ein Zeichen der Verbrüderung und auf den Glauben an Frieden zu reagieren. Wir sind nicht der Auffassung, dass wir Feinde sind – diese Konflikte werden von Politikern und Religionen erschaffen, die der Meinung sind, dass wir uns im Namen Gottes hassen und gegenseitig umbringen sollen. Wir werden weiterhin mittels unserer Musik unsere Botschaft verbreiten, dass es eine Einigkeit zwischen den Religionen gibt und dass wir alle zusammengehören.
Wir in ORPHANED LAND fühlen uns nach zahllosen unglaublichen Geschehnissen, die uns während unserer 22-jährigen Reise widerfahren sind, verantwortlich dafür, der Welt unsere Botschaft zu vermitteln, dass Musik uns tatsächlich vereinen kann – sogar jene, die nach Auffassung der Medien und einiger Extremisten eigentlich „Feinde“ sein müssten. Jedes weitere Geschehnis ist nur eine weitere Motivation für uns.


Passend hierzu gab es 2012 einen Online-Aufruf, dass ORPHANED LAND der Friedensnobelpreis für Eure Bemühungen verliehen werden sollte, der arabischen Welt zu ermöglichen, Eure Musik zu hören, obwohl es hierzu von zahlreichen arabischen Ländern strikte Verbote gibt. Fühlst Du Dich geehrt?

Wir haben niemals angenommen, dass unsere Musik auch nur annähernd diese Wirkung haben könnte. Und auf einmal erreicht uns die Nachricht, dass Fans eine Petition gestartet haben, um uns für den Friedensnobelpreis zu nominieren. Wir haben uns unglaublich darüber gefreut, und es ist auch ein deutliches Zeichen der Welt, dass unser Bestreben geschätzt wird und dass die Dimension dessen mit jedem weiteren Tag immer weiter zunimmt. Wir fühlen uns sehr geehrt, die wirklich besten Fans dieser Welt zu haben.


Befinden sich weitere Projekte der Bandmitglieder in der Pipeline? Es war ja mal die Rede von einem Buch von Kobi, „A Tango Between God And Satan“, während Yossi sicherlich an einem weiteren Soloalbum arbeitet?

Zwischendurch arbeiten wir alle immer wieder mal an Projekten. Kobis Buchprojekt liegt momentan aufgrund der immensen Arbeit für das neue Album auf Eis, während Yossi sich innerhalb des straffen Zeitrahmen ebenfalls weiterzuentwickeln versucht. Ich selbst habe zusammen mit unserem Schlagzeuger Matan übrigens schon mit dem Schreiben von Musik für ein neues ORPHANED LAND-Album begonnen.


Dann danke ich Dir für das Interview und wünsche Euch weiterhin alles Gute!

Vielen Dank an alle für die Unterstützung und für den Glauben an den Frieden und die Einigkeit! Erinnert Euch daran, dass wir alle zusammengehören – All Is One.


Fotos: Ami Bornstein





soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 31.05.2013 | 16:59 Uhr

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