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METALNEWS.DE - INTERVIEW: Eluveitie - Chrigel
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Interviewpartner: Chrigel

Nach zahllosen Touraktivitäten zu „Slania“ melden sich ELUVEITIE mit einem rein akustischen Folk-Album, „Evocation I – The Arcane Dominion“, gewohnt qualitätsbewusst auf der Bildfläche zurück. Sänger und Multiinstrumentalist Chrigel stand erneut Rede und Antwort.




Hallo Chrigel und ein Hallo ins Lager von ELUVEITIE! Wie geht’s Euch? Seid Ihr gut ins neue Jahr gekommen?

Danke! Prima sind wir rübergerutscht – beschäftigt; wir waren ja im Studio, um unser neues Album einzuspielen. Nach einer 26-Stunden-Schicht schlossen wir am späten Morgen des 01. Januar 2009 die letzten Aufnahmen ab. Viel besser kann ein Jahr also nicht begonnen werden. ;-)


Mit „Evocation I – The Arcane Dominion“ steht für Mitte April die bereits im letzten Interview erwähnte Akustik-Folk-Scheibe an. Erzähl doch bitte mal etwas über die Hintergründe und ob es sich um ein Konzeptalbum oder vielmehr um einzelne Geschichten handelt?

Ja, „Evocation I“ ist eine Art Konzeptalbum. Allerdings nicht Konzept im Sinne einer fortlaufenden Geschichte, sondern im Sinne eines konzeptionellen Rahmens, welcher für die Songwriting-Phase gesteckt wurde.
Wir stellten uns konkret zwei Richtlinien. Erstens eine lyrische: Die Texte sollten so gut wie ausschließlich in gallischer Sprache [alte, Festland-keltische Sprache] sein. Und es sollten größtenteils Originaltexte sein. Gesagt, getan. „Evocation I“ enthält größtenteils originale gallische Texte, die so zwischen 1600 und 2100 Jahre alt sind! Sie wurden durch diverse archäologische Ausgrabungen während der letzten zwei Jahrhunderte gefunden. Solche Texte sind in der Regel als Inschriften in Zinkplättchen, Töpferwaren [wie Teller, Platten, Scheiben] und Dachziegeln zu finden. Teilweise sind darunter auch Votivinschriften. Der größte Teil der Lyrics ist mythologischer und magischer Natur – mythologische Umschreibungen, magische Verse, Flüche und Deklarationen. Die inhaltlichen Gegenstände solcher Texte sind in der Regel aber so vielfältig wie das menschliche Leben an sich!
Und zweitens hatten wir eine musikalische Richtlinie: Das Album soll rein akustisch sein. Da wir eine Folk-Metal-Band sind, die sich daran macht, ein Akustik-Album zu schreiben, liegt wenig näher, als davon auszugehen, dass es nun eine Folk-Scheibe gibt. Aber wir wollten weiter gehen. Wenn Du einfach eine neue konventionelle Folk-CD möchtest, gehst Du nicht in den Laden und kaufst ein ELUVEITIE-Album, haha! Nein, wir wollten versuchen, etwas Eigenes zu erschaffen, etwas, was Du noch nicht schon 1000-mal gehört hast. Des Weiteren sollte die Musik natürlich das lyrische Konzept ausdrücken. Das Album soll sozusagen eine Reise durch die gallische Mythologie sein, eine Reise durch die keltische Seele – nicht nur lyrisch, sondern auch musikalisch.


Worum geht es in den einzelnen Songs genau? Worum geht es zum Beispiel in „The Arcane Dominion“, „The Cauldron Of Renascence“, „Carnutian Forest“ und „Brictom“ [siehe auch Listening Session zu „Evocation I“]?

Einige Tracks sind Songs, einige enthalten aber auch nur ganz kurze Sprech- oder Gesangseinlagen. Oder sind gänzlich instrumental gehalten. Letztere drücken rein musikalisch einen mythologischen Sachverhalt aus. „The Arcane Dominion“ dreht sich letztlich um das sozusagen „Göttliche“ der Natur – ihre machtvolle Souveränität. Es gibt viele mythologische Bilder – oder Gottheiten –, die diverse Aspekte der Natur verkörpern. Letztlich bleibt der Sachverhalt aber immer gleich: Die Herrschaft der Natur ist unantastbar. Aber still und verborgen. Wir Menschen können vielleicht Einfluss auf das Wirken der Natur nehmen, aber wir können uns niemals von ihr abkoppeln [denn wir sind ein Teil von ihr] und uns ihrem Herrschafts- und Einflussbereich entziehen. Um diesen eigentlich sehr beruhigenden und heilsamen Sachverhalt dreht sich der Song.
„The Cauldron Of Renascence“ vertont das mythologische Bild des „Kessels der Wiedergeburt“. Ein Bild aus der keltischen Mythologie: Ein gigantischer Kessel, in den auf dem Schlachtfeld Verwundete oder Gefallene geworfen werden. Nachdem sie eine Weile in diesem Kessel „gekocht“ wurden, steigen sie plötzlich wieder heil und unversehrt aus dem wundersamen Kochgefäß.
„Carnutian Forest“ dreht sich, naheliegenderweise, um den „Karnutenwald“, den es nicht nur bei „Asterix & Obelix“ gab, sondern der wirklich existierte – geografisch im heutigen Frankreich gelegen. Dieser Wald war insofern von großer Bedeutung, als sich die Druiden aller gallischen Stämme einmal jährlich in diesem Wald zu Beratungen versammelten.
„Brictom“ ist einer der Songs – und sozusagen ein „magisches“ Lied! Die Lyrics bestehen aus magischen Verfluchungsversen. Interessanterweise dreht sich der Text ausschließlich um Frauen und wurde auch von Frauen verfasst. Daher auch der Titel, denn „Brictom“ bedeutet „der Zauber der Frauen“, womit freilich nicht jener Zauber des schönen Geschlechts gemeint ist, der uns Männern des Öfteren mal den Schädel verdreht, sondern sozusagen eine „von Frauen verübte, weibliche Form der Magie“.



Ein Song, der sehr heraussticht, ist „Omnos“, der fast schon ‚poppig‘ klingt. Wolltet Ihr damit bewusst neues Terrain beschreiten und würde es Euch stören, wenn dieses Lied im Radio liefe? Vermutlich wird gerade dieser Song dafür sorgen, dass viele neue Leute auf ELUVEITIE aufmerksam werden, die vielleicht vor verzerrten Gitarren und härterem Gesang eher zurückschrecken. Was meinst Du dazu?

Persönlich empfinde ich den Song eigentlich nicht als sehr „poppiger“ als andere Tracks des Albums. Allerdings, so glaube ich, verleiht das Vorhandensein von Schlagzeug vielen Songs auf „Evocation I“ etwas fast „Poppiges“, im Sinne von „etwas Modernem“. Es macht die Songs einfach weniger folkig. Was auch unsere Absicht war, by the way.
In dem Sinne: Neues Terrain betreten wir sowieso immer gerne, haha! Und ich glaube, wir haben dies eigentlich mit vielen Tracks auf „Evocation I“ getan. Nicht nur mit „Omnos“.
Ja, vielleicht sprechen Songs wie „Omnos“ Leute an, die mit Metal ansonsten nichts anfangen können... wer weiß? Wenn das so kommt, freuen wir uns natürlich drüber. Und gegen Airplay haben wir natürlich auch nichts.
Letztlich freuen wir uns über jeden, der unsere Musik hört. Dass wir mit „Evocation I“ ein „Experiment“ vollführten und in vielerlei Hinsicht ein „Wagnis“ eingingen, war und ist uns klar. Wir haben eigentlich absolut keine Ahnung, wie das Album von der Szene aufgenommen werden wird. Aber letzten Endes muss man das machen, was man machen möchte. Wir hatten die Idee eines Akustik-Albums nun schon so lange – irgendwann musst Du dann so einem inneren Impuls Folge leisten und Dir so einen Traum erfüllen. :-)


Auf dem Album befinden sich Intro, Outro und auch ein Interludium in Form von „A Girl’s Oath“: Welchen Rahmen setzen sie für das Gesamtwerk und seht Ihr die CD somit als eine Art Kreislauf, wie es auf „Slania“ durch der Vertonung der keltischen Jahreszeiten gestaltet wurde?

„A Girls Oath“ und „Brictom“ gehören eigentlich zusammen. Inhaltlich setzt „A Girls Oath“ den Text von „Brictom“ fort. Eine Art Zyklus oder Ähnliches wie bei „Slania“ gibt’s auf „Evocation I“ nicht, nein. Allerdings wird das Album von „Sacrapos“ in zwei Versionen gesäumt.
Das haben wir Anna zu verdanken! Eigentlich schrieb sie vor Urzeiten einfach ein instrumentales Intro fürs Album – die Idee war: etwas sehr Schlichtes, „Nacktes“ mit einer starken, düsteren Ausstrahlung. Das setzte sie auch um und suchte nach einem passenden Songtitel, wobei sie dann auf das alte gallische Wort „sacrapos“ stieß. Es ist ein faszinierender Ausdruck – zumal er in einem Wort einen verdammt menschlichen Sachverhalt umschreibt, für den es heute aber irgendwie in praktisch keiner Sprache mehr ein Wort gibt. Einfach übersetzt bedeutet „sacrapos“ in etwa „böser [böswilliger] Blick, der heilig scheint“. Doch das Wort ist nicht einfach das Pendant zu „Heuchelei“ im Deutschen, sondern es ist vielschichtiger. Möglicherweise verkörpert das Wort die Gesamtheit der dunkeln Seiten am menschlichen Wesen.
Wie auch immer, der Ausdruck passte perfekt zu den Klangfarben von Annas Instrumental – und ebenso auch zum mystischen Charakter des ganzen Albums. Anna konzipierte dann zwei Versionen des Stücks. Eine sehr schlichte, „nackte“ und kalte Version als Intro [mit einem gesprochenen, englischen Text – welcher von PRIMORDIALs Vokalist Alan rezitiert wurde] und eine sehr dramatische, orchestrale und enorm düstere, aber rein instrumentale Version als Outro des Albums.



Auf „Evocation I – The Arcane Dominion“ ist eine Vielzahl an Gastmusikern vertreten. Alan von PRIMORDIAL, interessanterweise als Ire ebenfalls mit keltischem Hintergrund, kennt Ihr wahrscheinlich von der gemeinsamen Tour, aber wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Oli S. Tyr von FAUN, Fredy Schneider [NUCLEUS TORN] oder auch Mina The Fiddler [ex-BRANA]? Wie hat sich diese Zusammenarbeit gestaltet und inwieweit konnten sich die Musiker bei den Songs einbringen?

Ja, die Jungs von PRIMORDIAL lernten wir in der Tat auf unserer letzten Tour kennen und wurden gute Freunde. Aber mit Alan war ich schon vor der Tour in Kontakt, was sein Gastspiel auf „Evocation I“ angeht.
Oli von Faun kannte ich schon länger, wir schrieben uns hin und wieder mal. Fredy Schneider ist seit längerem schon mit unserer Anna befreundet und so kam die Zusammenarbeit zustande. Mina kenne ich schon seit vielen Jahren, da wir früher gemeinsam in einer Band [BRANÂ] spielten.
Grundsätzlich kriegten die Gastmusiker so was wie grobe Richtlinien, was ihre geplanten Beiträge auf „Evocation I“ angeht. Aber ich kannte alle partizipierenden Musiker wie auch ihr musikalisches Schaffen und hatte daher auch vollstes Vertrauen zu ihnen. In dem Sinne gab ich ihnen auch nicht mehr als lediglich grobe „Ideen“ vor, sondern ließ ihnen recht freie Hand. Und das Ergebnis lässt sich hören! :-) Wir sind echt glücklich und dankbar über ihren Beitrag zu unserem neuen Album!


Wann wird der zweite Teil, „Evocation – Visions“, erscheinen und inwiefern wird eine Verbindung zum ersten Teil und dessen Inhalten zu erkennen sein? Wird es erneut eine komplette CD sein bzw. gab es Überlegungen, „Evocation“ evtl. als eine einzige CD zu veröffentlichen?

Ja, „Evocation“ ist als zweiteiliges Konzept gedacht. Um über Details etwas sagen zu können, ist es noch zu früh. Sicher aber wird die lyrische und musikalische Richtung in etwa beibehalten. Veröffentlichung als eine einzige CD [Doppelalbum]? Wer weiß? Wie gesagt – über solcherlei Dinge machen wir uns im Moment noch keine Gedanken.


Kommen wir auf die Besetzungswechsel bei ELUVEITIE zu sprechen: Rafi und Sevan Kirder haben bekanntlich die Band verlassen und wurden inzwischen durch Päde und Kay ersetzt. Wie habt Ihr die beiden kennen gelernt und wie gestaltet sich bisher die Zusammenarbeit? Waren sie bereits am Songwriting bzw. an den Arrangements für „Evocation“ beteiligt?

Päde kannte ich persönlich schon viele Jahre, da auch er – wie Mina und ich – bei BRANÂ spielte. Kay lernten wir auch schon vor längerer Zeit kennen. Mit seiner Ex-Band teilten wir eine Weile den Proberaum [bzw. wir „nahmen sie kurzfristig auf“, nachdem ihr eigener Proberaum nach einem Unwetter überflutet und zerstört wurde] und ebenso teilten wir auch schon diverse Male Bier und Bühne.
Beide waren während der Zeit der Nachfolgersuche eigentlich unsere Favoriten und wir sind froh, dass wir die beiden für uns gewinnen konnten! Sie haben sich großartig eingelebt und ihr bisheriges Mitwirken rockt einfach! Wir hatten echt Schwein mit den beiden.
Was das Songwriting angeht: Ja, ein Track auf „Evocation I“ stammt aus Pädes Feder, nämlich das treibende „Memento“.


Nach der Veröffentlichung von „Slania“ wart Ihr ausgesprochen viel auf Tour: Wie habt Ihr beispielsweise die Tour mit PRIMORDIAL und FINNTROLL erlebt? Wie wurdet Ihr in diesem Rahmen von den Fans aufgenommen und wie zufrieden seid Ihr mit den Reaktionen?

Ja, wir waren nach „Slania“ tatsächlich recht oft am Touren – insgesamt vier Monate lang [ohne die ganzen Sommerfestivals]. Die „Heidenfest-Tour“ mit PRIMORDIAL und FINNTROLL war großartig. Jetzt ohne zu übertreiben: Für uns war das die geilste Tour, die wir je gefahren sind [auch wenn wohl die allererste die „besonderste“ bleibt ;-)]. Witzigerweise bzw. schönerweise waren sich darüber auch PRIMORDIAL und FINNTROLL [und meines Wissens auch die anderen beteiligten Bands] einig. Wir waren mit sechs Bands unterwegs – ein recht wild zusammengewürfelter Haufen. Aber die ganze Stimmung auf der Tour war einfach verdammt gut.
Über die bisherigen Reaktionen auf „Slania“ sind wir sehr glücklich und auch dankbar! Ich habe den Eindruck, das Album wurde wirklich gut aufgenommen! Freut uns! :-)



Inzwischen wart Ihr auch in Amerika unterwegs, die nächste Tour steht zudem bereits fest: Wie ist diese Tour rückblickend gelaufen, wie habt Ihr die Pagan/Folk-Szene in den Vereinigten Staaten und Kanada wahrgenommen?

Ja, im letzten Jahr fuhren wir zwei Tourneen [Frühling und Herbst] durch die USA und Kanada. Und die dritte ist auch schon gefixt [im kommenden Mai], richtig [Anmerkung: Die Teilnahme an der US-Tour wurde inzwischen abgesagt.].
Die US-Touren waren irgendwie eine atemberaubende Erfahrung. Wir hatten eigentlich keine Ahnung, was uns erwartet. Natürlich wussten wir in etwa über unsere Verkäufe in den Staaten Bescheid und kannten die Reaktionen auf der Website bzw. auf MySpace, die aus den Staaten kamen. Trotzdem, so wirklich abschätzen konnten wir ja dennoch nichts.
Aber was wir dann in den Staaten erlebten, überraschte uns schon einigermaßen. Positiv! Die Pagan-/Folk-Metal-Szene ist in Amerika momentan noch recht klein, aber diese Art von Musik scheint momentan einen regelrechten Boom zu erleben. In gewisser Weise kam mir das Land wie ein „ausgetrockneter Schwamm“ vor, der begierig alles aufsog... Alles, was irgendwie von Kultur, Tradition und Jahrhunderte/Jahrtausende altem Erbe erzählt! Das scheint die Amerikaner ungemeint zu faszinieren. Somit erlebten wir die bisherigen US-Tourneen als sehr erfreulich – und wir freuen uns auch schon aufs nächste Mal.


Vor der US-Tour stand in Europa noch die Konzertreise mit KREATOR, CALIBAN und EMERGENCY GATE an, mit einer ziemlich vielschichtigen Mischung unterschiedlicher Stile. Was verlief die Tour und was hältst Du von der Zusammenstellung und davon, mit einer Thrash-Ikone wie KREATOR auf Tour zu sein?

Die Tour stellte für uns sicher eine Herausforderung dar. Aber genau aus diesem Grund lieben wir Tourneen mit durchmischten Billings auch! Unsere zweite US-Tour fuhren wir beispielsweise mit KATAKLYSM, DYING FETUS und KEEP OF KALESSIN – keine der vier Bands will so recht zu den anderen passen. Aber es war wirklich eine geile Erfahrung – für die Konzertbesucher wie auch für die Bands!
Wir mögen solche „Horizonterweiterungen“. Und wie gesagt, Herausforderungen sind auch immer willkommen – es ist schwieriger, eingefleischte Thrash-Fans von unserer Musik zu begeistern als Pagan-Metaller, die uns bereits kennen. Solche Herausforderungen halten einen fit und lassen einen nicht „einrosten“. Das ist gut!
Und eine Tour mit verdammten Urgesteinen wie KREATOR zu fahren, ist für uns eine Ehre!


Und wie sieht es mit den Plänen für Konzerte in einer reinen Folk-Besetzung aus? Hat sich diesbezüglich etwas getan bzw. wird neben den normalen Touren überhaupt Zeit dafür sein? Und wann können die Fans mit einer Headliner-Tour durch Europa rechnen?

Ja, so was möchten wir auf jeden Fall machen! Wir unterhalten uns intensiv darüber, checken verschiedene Möglichkeiten, sammeln Ideen. Wenn wir Akustik-Konzerte spielen, sollen die auf alle Fälle etwas Besonderes werden. Aber über Konkretes kann ich derweil noch nichts sagen – dafür ist’s noch zu früh.
Eine Headliner-Tour? Wir werden sehen. Vielleicht dieses Jahr? Lassen wir’s auf uns zukommen und sehen, was das neue Jahr so alles mit sich bringt. :-)


Okay, Chrigel, das war’s auch schon wieder! Vielen Dank für Deine Zeit und für das aufschlussreiche Interview. Wie üblich besteht natürlich wieder die Möglichkeit, ein paar abschließende Worte an unsere Leser zu richten.

Und wie üblich möchte ich mich bei Dir und allen Lesern für Euer Interesse an ELUVEITIE bedanken – unsere Hörner seien auf Euch erhoben!


soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 27.03.2009 | 02:41 Uhr

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