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Reviews von Last Grain In The Hourglass
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Last Grain In The Hourglass
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Interviewpartner: Chris & Flo

Nachdem LAST GRAIN IN THE HOURGLASS bereits Ende 2007 mit ihrer EP „Following The River, Finding The Sea” aufhorchen ließen, meldet sich das Quartett aus Freising nun mit einer weiteren EP, „Now I Am Become Death, The Destroyer Of Worlds“, zurück, auf der die spannende Mischung aus u.a. Post Hardcore, Post Rock und Progressive weiter ausgefeilt wird. Grund genug also, mal bei LAST GRAIN IN THE HOURGLASS anzuklopfen und Infos zur Band, zur aktuellen EP sowie zum anstehenden Debüt einzuholen. Sänger Chris und Bassist Flo stehen Rede und Antwort:




Hi Chris, hallo Flo! Könntet Ihr uns bitte mal einen kurzen Überblick über die Entstehung/Entwicklung von LAST GRAIN IN THE HOURGLASS und aus wem die Band besteht geben?

Chris: Hallo Alex, hoffe alles ist gut bei Dir. LGITH wurden im Frühjahr 2006 ins Leben gerufen. Unser Gitarrist Stefan und Bassist Flo haben schon geraume Zeit zusammen versucht eine Band zu gründen, haben aber erst im Frühjahr 2006 mit Max einen passenden Schlagzeuger gefunden; ich kam kurz danach dazu. Nach drei Monaten haben wir eine erste Demo aufgenommen und die ersten Gigs gespielt. Das 2007 aufgenommene „Following The River, Finding The Sea“ war unsere richtige Debüt-EP, eine sozusagen professionelle Aufnahme mit richtiger Verpackung. Momentan ist das erste Full-Length-Album in der Entstehung, drei repräsentativ ausgewählte Stücke haben wir im Proberaum vorab aufgenommen und wollen den Leuten damit ins Gedächtnis rufen, dass es uns noch gibt; wir wollen den Leuten was Neues zum Anhören geben und vielleicht auch an ein paar Gigs mehr damit kommen.


Wie seid Ihr eigentlich auf den recht poetischen und tiefsinnigen Namen LAST GRAIN IN THE HOURGLASS gekommen? Das Post Rock-/Post Hardcore- oder Wie-auch-immer-Genre bietet zwar insgesamt – im Vergleich zum Death Metal beispielsweise – tiefgründigere Bandnamen, aber Eurer sticht tatsächlich hervor. Welche Gedanken stehen für Euch hinter dem Bandnamen?

Chris: Auf unserer ersten Demo befindet sich ein Song namens „Chronophobia“, der diese Wegwerfgesellschaft zum Thema hat, dass sich keiner mehr für irgendwas Zeit nimmt. Nach langem hin- und herdiskutieren über einen Namen, und weil wir auch größtenteils relativ langsame Musik spielen, kamen wir auf das Symbol der Sanduhr. Das allein war uns zu langweilig, also wollten wir das noch ein wenig in ein „apokalyptisches Licht“ rücken. Und nachdem ich beruflich immer sehr schnell sein muss und wegen zu vieler Baustellen überall im Leben mir nicht wirklich Zeit nehmen kann, kann ich mich mit diesem Namen wirklich sehr identifizieren, haha.

Flo: Meiner Erinnerung nach war die konkrete Idee für den Namen von unserem Gitarristen Stefan. Wie wohl einige andere Bands vor uns haben wir den Namen erst drei Monate nach der Gründung gefunden, als es darum ging, wie wir eigentlich auf dem Konzertflyer von unserem ersten Gig erscheinen wollen. Also neben dem tieferen Sinn auch wieder ziemlich pragmatisch, wie wohl bei den meisten Bands – zuerst die Band und irgendwann der Name, wenn’s dann sein muss.


Wie würdet Ihr jemandem Eure Musik beschreiben, der diese noch nicht gehört hat? Schubladen sind zwar oft irreführend, aber was würdet Ihr demjenigen vielleicht trotzdem vermitteln wollen? Welche Bands inspirieren Euch selbst in musikalischer Hinsicht?

Chris: Die Musik von LGITH bezeichne ich als recht eigen, auch wenn alles, aus dem die Musik besteht, schon mal da war – das Rad lässt sich eben nicht neu erfinden. Seien wir ehrlich, die letzte wirkliche musikalische Revolution waren eben die SEX PISTOLS und davor BLACK SABBATH. Aber uns selbst zu beschreiben ist echt schwierig, wobei ich denke, wer Bands wie ISIS, NEUROSIS, TOOL, vielleicht auch THURSDAY und sogar MESHUGGAH mag, der kann hier fündig werden und findet etwas zwischen den Stühlen. „Army Of Butterflies“ würde ich sogar als noisigen Hardcore bezeichnen. Eigentlich wird alles irgendwie verarbeitet, auf das wir stehen.

Flo: Wichtig ist sicherlich auch zu wissen, dass in der Band jeder auch Einflüsse aus anderen Ecken mit reinbringt. Es gibt zwar einige gemeinsame Nenner, wo jeder sagt „Yeah, Hammer!“, aber woher jeder seine Inspiration nimmt, ist dann doch wieder unterschiedlich und hat sich auch gewandelt – und so gibt jeder auch sein Quäntchen Würzung in den Topf, aus dem am Ende wieder ein neuer Song von LGITH entsteht. Ob er dann genommen oder wieder verworfen wird, steht zwar auf einem anderen Blatt, aber dem Experimentiergeist sind keine Grenzen gesetzt. Unser Gitarrist Stefan hat sich beispielsweise über die letzten Monate auch ein kleines Arsenal an verschiedenen Synthies zugelegt, die auch hin und wieder mal – wenn auch bislang nur testweise – in Songs eingebaut wurden. Also auf keinen Fall sollte man denken, dass sich hier ein Haufen verbohrter Fans einer Band zusammengesetzt haben, um ihren Idolen nachzueifern, aber ich denke, der Gedanke drängt sich sowieso nicht auf.



Nachdem Ihr bereits auf zwei EPs zurückblicken könnt, habt Ihr nun mit „Now I Am Become Death, The Destroyer Of Worlds“ Eure dritte EP am Start. Erzählt doch mal ein wenig über die Entstehung der drei Songs und die möglichen musikalischen Unterschiede zu den beiden Vorgängern. In welche Richtung haben sich LGITH Eurer Meinung nach verändert, oder auch nicht?

Chris: Unsere Vision festigt sich immer mehr; das Material für das Debüt besteht bisher aus sechs Stücken, die alle eine ähnliche Seele haben. Bis das Album fertig ist, werden bestimmt noch ein paar Monate ins Land ziehen, aber ich fühle, dass sich nicht mehr so viel verändern wird. Generell gehen wir weg von den vereinzelten poppigen Elementen wie noch auf „1.500 Miles North“, bauen mehr rhythmische Spielereien ein, es wird homogener und bleibt dabei recht abwechslungsreich. Jeder in der Band traut sich mehr, stimmlich wäre ein Song wie „If Then Else“ vor zwei Jahren undenkbar gewesen, ebenso wie die flirrenden Gitarren in diesem Song. Wir reifen, der Charakter der Band bleibt, denke ich, bestehen, wird aber deutlicher.

Flo: Über die Entwicklung der neuen Songs hatten wir sogar auch schon mal ’ne gute Diskussion innerhalb der Band – aber letztendlich sind wir dem Motto treu geblieben, das wir mit unserer letzten EP ausgerufen haben: „Following The River, Finding The Sea“. Man muss den Dingen einfach seinen Lauf lassen. Es spielt vieles in so eine Entwicklung mit rein, was man nicht immer steuern kann: Musikalisches, wie auch Persönliches. Und gerade letzteres findet in Musik mehr Ausdruck, als die meisten glauben.


Der Titel der EP ist bekanntlich ein Zitat von Oppenheimer, dem Physiker und Direktor des sogenannten Manhattan Project. Bei ORIGIN und MINSK kam dies als Sample bereits zum Einsatz, doch wie sieht die Bedeutung für LGITH aus? Wie seid Ihr darauf gekommen und worum geht es in Euren Texten/Konzepten? Welche Themen interessieren Euch und was inspiriert Euch?

Chris: Ehrlich gesagt, ohne MINSK wäre ich gar nicht hinter die Bedeutung dieses Zitats gekommen, darum wollte ich es auch unbedingt als Titel haben. Es ist ein so kräftiges Zitat, drückt so viel von dem aus, was die Menschen mit diesem Planeten machen, und das Schlimme ist, selbst wenn wir etwas ändern möchten, wir können und wollen es gar nicht richtig, wir machen lieber damit weiter, alles auszulöschen, auch weil wir so viele Dinge gar nicht wissen und wissen wollen; zum Beispiel wo eigentlich unser Essen herkommt. Die Summe all dieser Menschen, die so geblendet leben, macht für mich den Sinn hinter diesem Zitat aus. Ich bewundere wirklich Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, aus dieser gnadenlosen Maschine der westlichen Welt ausgestiegen sind und etwas Neues suchen, wie die großartigen WOLVES IN THE THRONE ROOM. Für die Texte inspirieren mich Bücher, Filme und sogar Träume; all das beziehe ich auf mich und schreibe darüber. Sozusagen ist das Sozialkritik auf persönlicher Ebene.
Noch kurz zu den einzelnen Lyrics der Promo: „Ice“ handelt davon, dass die Menschen, selbst in der größten Not, wo sie eigentlich zusammen halten sollten, es noch schaffen, sich gegenseitig umzubringen. „Army Of Butterflies“ handelt von unserem hirnlosen Konsumverhalten, vor allem in Bezug auf Länder wie China oder Bangladesh, wo für unsere Gier Menschen versklavt werden. „If Then Else [Sleepless In Vienna]” hat eine Art spirituelles Erwachen zum Thema und ist der einzig einigermaßen lichte Moment der drei Songs, wobei es durch die bürgerliche Fassade hier noch einige Stolpersteine gibt.


Die drei neuen Songs stellen wie bereits erwähnt die Vorboten Eures ersten Albums dar: Gibt es evtl. schon genauere Details bezüglich Plattenfirma, möglichem Konzept, Studioaufenthalt, Erscheinungsdatum etc., die Ihr uns verraten könnt? Werden einige der älteren Songs in evtl. überarbeiteter Form ebenfalls darauf zu finden sein?

Chris: Ja, wir schreiben die Songs eigentlich immer recht schnell, aber bis alles fertig ist, aussortiert ist, dauert es noch bestimmt ein wenig. Wir sind momentan ohne Deal und finden hoffentlich ein kleines, feines Label, das uns für das Vorhaben Full-Length unterstützt. Konkrete Pläne haben wir noch nicht, das wird sich hoffentlich im Laufe des Sommers herauskristallisieren. Textlich wird es erst mal so düster weiter gehen, befürchte ich, hehe. Es gibt genau zwei ältere Songs, die einige von uns gerne neu aufgenommen hätten, einmal „Elemental“ von unserem ersten Demo und dann ein Song, der es niemals auf eine EP geschafft hat. Vielleicht finden wir ja mal Partner für eine Split, da wären diese Neuaufnahmen perfekt geeignet.

Flo: Ja, ein kleines Label, was uns bei den Aufgaben unterstützt, die rund um ein Album zu meistern sind, wäre wirklich gut. Auch wenn es natürlich Spaß macht, in DIY so etwas wie das hier zu produzieren – von der Produktion, dem Artwork bis hin zum fertigen Produkt –, allein die vertrieblichen Geschichten und das an Land ziehen von Gigs sind sehr zeitaufwendig. Vor allem, wenn man nebenher ja noch seine Brötchen in normalen Jobs verdienen muss.


Wie war der bisherige Zuspruch auf Euer veröffentlichtes Material und als wie schwierig empfindet Ihr es, als Band im Underground Fuß zu fassen und sich einen Namen zu machen? Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang solche Plattformen wie MySpace, YouTube etc. oder auch Aktionen wie die Gratis-Verteilung Eurer neuen EP?

Chris: Die Reviews und Reaktionen auf Konzerten waren bisher wirklich gut, und es hat uns immer überwältigt, diese zu erhalten. Eigentlich machen wir gar nicht so viel verkehrt, denke ich mir da manchmal, aber dennoch ist es sehr schwierig für uns. Einerseits, weil unsere Musik nicht wirklich angesagt ist, als Deathcore-Band hätten wir vielleicht mehr Erfolg. Eben darum ist es uns wichtig, dass unser Name im Gespräch bleibt, wir verdienen nichts an der Musik, und wenn wir realistisch sind, werden wir davon niemals leben können, aber für mich ist das okay. Warum sollen wir also mit dem, was wir haben, geizen? Je mehr die Musik verbreitet wird, umso besser. Aber generell ist das Internet enorm wichtig für uns, damit wir überhaupt eine Chance haben, an Konzerte und so weiter zu kommen.

Flo: Ja, die Möglichkeiten des Internets sind Wahnsinn: Sieben Tage vor unserem ersten Gig gab’s erste Songs von uns online zu hören und das hat uns einen riesigen Zuspruch und eine brechend volle Location beschert. Damit hatten wir wahrlich nicht gerechnet. Das Einzige, was ich mir aber in Sachen online wünsche, ist, dass die GEMA mal aufwacht und es für ihre Mitglieder leichter macht, ihr Material online adäquat zu promoten, auch mal mit ’nem Gratisdownload oder so. Auch wenn’s jetzt schon unbürokratischer geht als früher – aber bis ich mich durch den Dschungel an Onlinelizenzen gesucht hatte und die Homepage entsprechend der Vorgaben seitens der GEMA angepasst hatte, das war trotzdem immer noch ein Akt. Die GEMA ist nicht schlecht, sofern die Musik seitens Dritter verlegt oder vertrieben wird, aber um seine eigene Musik als Künstler im Eigenverlag zu vertreiben, vor allem wenn man nicht viel Geld hat, hat man schon einige Steine aus dem Weg zu räumen. Die Gratisverteilung der EP ist jetzt auch nur durch eine spezielle Promotionslizenz möglich.



Ihr habt ein Video zu „1500 Miles North“ von der letzten EP gedreht. Gibt es ähnliche Pläne für einen Song von „Now I Am Become Death, The Destroyer Of Worlds“? Oder wollt Ihr Euch das lieber für Euer Debüt aufheben? „1500 Miles North“ entstand, soweit ich weiß, als Semesterarbeit von Filmstudenten der FH Deggendorf? Wie kam diese Zusammenarbeit zustande und wie zufrieden seid Ihr damit?

Chris: Das war ein sehr glücklicher Zufall für uns. Ein paar Freunde von mir studieren an dieser FH Medientechnik und fragten uns, ob wir Lust hätten, ein Video zu drehen. Das hat eben deshalb absolut nichts gekostet, wir konnten sogar mit ordentlichen Kameras drehen, und weil es eine Semesterarbeit war, haben sich alle, also wir und das Team, brutal ins Zeug gelegt. Das Drehbuch dazu hat Franz Hartl ausgearbeitet, der den Song meines Erachtens nach toll interpretiert hat. Zukünftige Songs werden auch visualisiert werden, das ist zumindest der Plan. Unsere visuelle Seite verkörpert unser Bassist Flo da und der sprudelt immer über vor lauter Ideen.

Flo: Ja, was Franz, Jonas und der Rest der Crew da gebaut haben, hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Und mit weiteren Visuals, von denen Chris sprach, die sollen mehr ihre Verwendung live finden, aber das wird schon noch einige Zeit dauern. Dennoch wäre das für mich zumindest ein Traum – denn Auftritte von Bands wie NEUROSIS, RED SPAROWES, GREGOR SAMSA oder THE OCEAN sind mir durch die Visuals immer noch lebhaft in Erinnerung und sind einfach nur eine zusätzliche Bereicherung. Aber wenn’s mal soweit sein sollte, dann wird’s richtig gut werden.


Ihr habt Eure MySpace-Seite und Eure Homepage neu gestaltet, sodass – ähnlich wie beim Artwork der EP – die Visualisierung des Ozeans eine Rolle zu spielen scheint. Habt Ihr vielleicht eine Erklärung dafür parat, warum gerade dieses Element eine solch große Anziehungskraft auf die Menschen – und in diesem Fall, auf Euch – ausübt und gerade in der extremen Musik oftmals thematisiert wird, siehe A STORM OF LIGHT, THE OCEAN, AHAB, PLANKS etc.?

Chris: Für mich persönlich gibt es nicht viel mehr, das geheimnisvoller und spannender ist als die Tiefsee. Da erforschen die Menschen schon den Weltraum, haben aber immer noch Probleme damit, den eigenen Planeten zu erforschen und kennen nur einen kleinen Teil der Lebewesen im Wasser. Klarer Fall von Versagen. Andererseits ist für mich das Meer immer ein Synonym für den Raubbau, der verübt wird. Wie viele Tierarten vom Aussterben wegen der Überfischung bedroht sind, die auf die Industriefischerei zurückgeht, ist entsetzlich.

Flo: Ja, die Visualisierung des Ozeans spielt auch eine Rolle, wie Du schon richtig vermutet hast. Letztens habe ich Frank Schätzings „Der Schwarm“ gelesen, welcher sich ja auf über 1000 Seiten mit dem von Chris angesprochenen Thema des Raubbaus des Meeres auseinandersetzt. Ein ganz schöner Schinken, der mich aber auch sehr inspiriert und zum Nachdenken angeregt hat. Es steckt halt noch so viel in diesen Tiefen, was wir nicht kennen – und vielleicht auch nicht kennen wollen. In Zusammenhang mit dem Song „Ice“ lag für mich dann diese Art der Visualisierung einfach nahe und ist auch einstimmig von Stefan, Max und Chris angenommen worden.


Wie sieht es an der Konzertfront aus? Ihr habt in der Vergangenheit schon mit MADE OUT OF BABIES und auch FEAR MY THOUGHTS gespielt, doch wie sieht die Zukunft aus? Wie schwierig dürfte es werden, Euch außerhalb Bayerns mal auf einer Bühne zu sehen?

Chris: Ansonsten waren auch noch CALLISTO und RPWL dabei, demnächst auch A STORM OF LIGHT. Das sind natürlich immer schöne Konzerte, die genauso viel Spaß machen wie in einem versifften Keller in der bayerischen Provinz. Hauptsache spielen und eine gute Zeit haben. Ich hoffe, wir kriegen bald eine kleine Tour hin, interessierte Bands dürfen uns gerne anschreiben, wir sind für allen Unsinn zu haben. Ansonsten haben wir schon oft versucht, so was aufzuziehen, aber keine Ahnung, ob wir uns so blöd anstellen oder ob wir zu klein und zu uninteressant sind, da hat bislang kaum etwas geklappt. Eine Bookingagentur wäre hier die Lösung. Außerdem: Achtung. Live sind wir deutlich heavier als auf CD.

Flo: Ich glaub, es sind vor allem Zeitfragen, die uns bislang ’ne Tour verhagelt haben. Arbeit, regelmäßige Bandproben und die vielen andere Dinge, wo man Zeit hineinstecken muss, da bleibt einfach nicht immer die Zeit, auch in Sachen Gigs organisatorisch immer alles selbst in die Hand zu nehmen, wie man es eigentlich tun sollte. Eine finanziell nicht zu desaströse Tour zu organisieren ist ja dann noch mal deutlich mehr Aufwand, als mal den ein oder anderen Auswärtsgig – von denen wir ja auch schon den ein oder anderen hatten. Einige deutsche Städte kennen uns ja unter anderem schon. Dazu spielt auch eine Rolle, dass es in unserer Umgebung zwar kein Problem ist, als lokale Band ’nen Gig zu kriegen, aber für ’ne andere Band ’nen Gegengig aufzustellen schon, wenn man die Leute nicht in einen miesen Schuppen am Ende vom Landkreis stecken möchte, wo dann zehn Leute vor der Bühne stehen.


Und damit wären wir auch schon am Ende angelangt. Ich wünsche Euch gutes Gelingen für Euer Debüt und für die Zukunft und danke für das Interview! Wenn Ihr noch einige abschließende Worte an unsere Leser richten möchtet, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen. Bis die Tage!

Chris: Alex, vielen Dank für Dein Interesse und Deine Unterstützung. Macht mit Eurem Mag so weiter, ich lese es täglich und gerne. An alle Interessierten da draußen: Schaut auf unsere Homepage und hört Euch unsere EPs an; wenn Euch was gefällt, sagt es Euren Freunden, und die sollen es ihren Freunden sagen. Und wenn es einen coolen, kleinen Club in Eurer Stadt gibt, den wir gegen Spritkohle und Schlafplatz zerlegen können: Schreibt uns. Danke für Euren Support!

Flo: Ja, vielen Dank!

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 17.04.2009 | 10:40 Uhr

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