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Interviewpartner: Chris Staubach, Gerd Lücking




Die Frankfurter Powerthrasher von Courageous haben in ihrer kurzen History schon einiges erlebt. Es wurden Bandwettbewerbe gewonnen, etablierte Musiker aus Amerika überschütteten die Jungs mit Lob, aber von einem Durchstarten kann bisher noch keine Rede sein. Dies soll sich dieses Jahr ändern. Schließlich hat man nicht umsonst einen Vertrag beim etablierten Label Mausoleum unterschrieben. Grund genug also Gitarrist Gerd Lücking und Sänger Chris Staubach auf den Zahn zu fühlen. Dabei heraus gekommen ist kein gewöhnliches Interview mit dem üblichen „unsere neue CD ist die beste“-Gefasel, sondern ein hoch interessantes Gespräch, welches man schon fast als kritischen Szenereport stehen lassen könnte.

Az: In der History bei euch steht, dass der Startpunkt Courageous mit dem Einstieg von Gerd und den Aufnahmen zu Listen zusammenfällt. Ganz wahr ist das ja nicht. Du Chris hast die Band ja vorher schon am Start gehabt und hast damals im Prinzip alle Songs geschrieben. Den Stil konnte man eher als Melodic Thrash bezeichnen, angelehnt an Kapellen wie Megadeth und co. Euer Stil hat sich ja eigentlich erst definiert als Oli (Lohmann) ins Songwriting eingegriffen hat. Vorher war er ja nur ausführender Leadgitarrist. Wie lief das damals zwischen dir und Oli ab? Wann wart ihr euch einig, dass ganze zusammen intensiver anzugehen als vorher?

Chris: Eigentlich ab dem ersten Tag als er zur Tür reinkam. Gleich bei der ersten Session die wir zusammen hatten, hat er angefangen die Songs umzuschreiben.


Az: Das kommt mir sehr bekannt vor (alle lachen) [Dazu muss gesagt sein, dass Oli und ich vor Jahren auch mal zusammen Musik machten-Anm. des Verf.]

Chris: Man muss dazu sagen, dass ich das ganze als Schülerband gestartet hatte. Dann hat sich alles ein wenig dahin geschleppt und die Band hat mehr auf dem Papier existiert, als das wir im Proberaum waren. In der Zeit sind natürlich einige Songs entstanden, die ich alle geschrieben hatte. Als dann Oli in die Band kam existierten die Songs und die hat er sich dann drauf geschafft und dann auch gleich umgeschrieben, aber trotzdem bleiben die Songs ja von mir. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Das war ja das Geniale. Ich war damals von der technischen Seite so limitiert, ich wusste zwar wie die Songs klingen sollen, hatte aber keine Ahnung wie das geht. [Chris hat zu Anfangszeiten der Band neben dem Gesang auch Gitarre gespielt-Anm. des Verf.]
Er kam rein und hat genau das gespielt, wie ich es haben wollte, ohne das ich etwas gesagt habe. Deshalb hat es sofort gefunkt und deshalb halte ich es auch solange mit ihm aus.


Az: Dann kam Listen. Wie habt ihr euren ersten Studioaufenthalt erlebt?

Gerd: Chaotisch! Sehr chaotisch.

Chris: Ja, ich mein wir haben uns damals gesagt „lasst uns eine Platte machen“. Jeder heutzutage macht eine CD. Die Produktionskosten sind heute nicht mehr so hoch und Demos interessiert sowieso keine Sau mehr und ok, also haben wir es gemacht. Oli hatte die Möglichkeiten dazu und hat das auch alles aufgenommen. Aber es war unsere erste Produktion, deshalb war das sehr laienhaft und stressig und irgendwie haben wir da alles so dazwischen geschoben. Dann sind noch irgendwelche Files verloren gegangen. Wie das halt so ist, wenn man chaotisch an so einem Ding rum doktert. Aber wir waren so enthusiastisch, weil wir erst da gesehen haben was das überhaupt für Songs sind. Wenn du nur im Proberaum deine Sachen live spielst, siehst du das nicht so richtig. Gerd ist dann mitten in den Aufnahmen zur Listen eingestiegen. Das Songwriting war komplett abgeschlossen, nur die zweite Gitarre hat halt noch gefehlt und er hat durch seine Fähigkeiten dem Ganzen einfach noch mal einen drauf gesetzt. Er hat nicht einfach nur die Rhythmus-Gitarre gespielt, sondern es war uns möglich auch doppelläufige Gitarrensoli zu spielen. Aber Produktionen sind bei uns immer sehr chaotisch.


Az: Gerd, wie hast du dich denn mit der Situation zurecht gefunden? Die Songs standen ja fest und du bist mitten während der Produktion eingestiegen.

Gerd: Ähm, das ging im Grunde relativ locker. Ich kannte den Oli schon sehr sehr lange vorher und...


Az: Als Gitarrenlehrer?

Gerd: Genau, für eine Stunde. Ich hatte genau eine Stunde Unterricht bei Oli. Das Ganze ging relativ unkompliziert. Ich fand die Songs sehr geil. Oli kam irgendwann zu mir und hat mir die rohen Tracks vorgespielt und fragte mich „wie findest du das?“ und ich war völlig aus dem Häuschen und das war wohl auch Olis Intention. Irgendwann hat er mich dann gefragt „hast du Bock?“, ne er kam an und holte mich für Fotos ab. So hat’s angefangen. Nicht hast du Bock sondern „Ich hol dich ab für Fotos“.

Chris: Das erste was Gerd für Courageous gemacht hat, waren Fotos.

Gerd: Er hat mich sonntags angerufen und gesagt „Ich hol dich gleich ab für Fotos mit Courageous“. Ich hab gefragt „ich soll euch fotografieren?“. „Nene“, sagt er. „Du wirst fotografiert“. Wir haben uns getroffen, dann hab ich die Jungs mal kennen gelernt. War sehr interessant.

Chris: War nett.

Gerd: Genau. Also, wie gesagt, das war sehr locker. Was die Band geschrieben hatte, hat mir sehr gut gefallen. Es war genau mein Stil. Es hat super Spaß gemacht mit Oli aufzunehmen, auch wenn es ein wenig chaotisch war.


Az: Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, warst du doch auch mal bei Lightmare [alteingesessene Frankfurter Power Metal-Band bei der auch Tankard-Gitarrist Andy früher Mal in die Saiten griff-Anm. des Verf.]?

Gerd: Ich spiele immer noch bei Lightmare.


Az: Achso. Wie verknüpft sich das denn jetzt mit den Jungs? Lightmare haben doch einen völlig anderen Background als Courageous. Beide Bands agieren doch in einem komplett anderen Umfeld auf einer völlig anderen Ebene.

Gerd: Eigentlich komme ich von der Art Metal. Bei Lightmare war es ähnlich wie bei Courageous und zwar dass ich zu Aufnahmen gefragt wurde in die Band zu kommen. Also die Band bestand schon, hatte sich aber von ihrem Schlagzeuger getrennt. Eigentlich hatte ich Power- und Thrash Metal schon als Gitarrist gespielt und hier und da auch als Schlagzeuger. Mit Lightmare hatte ich einfach die Möglichkeit das noch ein wenig auszubauen. [Mittlerweile spielt Gerd auch bei Rebellion, der neuen Band von Ex-Grave Digger-Gitarrist Uwe Lulis, Schlagzeug-Anm. des Verf.] Ich hab dann gesagt, ok ich steige fest ein und baue mein Schlagzeugspiel noch ein wenig aus, aber eigentlich bin ich Gitarrist.


Az: Wie waren die Reaktionen der Öffentlichkeit auf eure 1. CD? Damit meine ich jetzt nicht den Bekannten und Freundeskreis der eh alles abfeiert sondern eher deutschlandweit.

Chris: Also die Reaktionen waren ungelogen recht euphorisch. Wir sind ja auch vom Hessischen Rundfunk zum Newcomer des Jahres gewählt worden, das Rock Hard hatte uns zu einer der besten Bands ohne Deal gewählt und wir hatten eigentlich durchweg nur positive Kritiken gekriegt. Was man halt so für Kritiken kriegt, wenn man eine Eigenproduktion macht. Die waren zwar alle recht positiv, sind aber in allen Magazinen auf den hintersten Seiten gelandet. Das hat dann irgendwie dann doch keine Sau interessiert. Ich mein, wir haben mit der Platte gute Shows an Land ziehen können, das hat auch einige Leute sehr beeindruckt. Das war auch sehr positiv, aber rumgekommen ist dabei gar nichts.


Az:Wie seht ihr im Nachhinein den Auftritt auf dem Bang Your Head? Ihr hattet ja diesen Wettbewerb gewonnen und dann als Opener auf dem Bang Your Head aufgetreten. Die Uhrzeit damals war aber doch eigentlich fürn Arsch, oder? Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich relativ spät vor die Bühne kam und die Hölle war ja nicht unbedingt los.

Gerd: Eigentlich haben wir direkt nach Judas Priest gespielt. [Priest waren Headliner am Vorabend-Anm. des Verf.]

Chris: Na ja gut, es war vielleicht nicht so viel los wie am Vorabend bei Priest, vielleicht nicht mal annähernd. Die Reaktionen waren aber schon klasse. Ich mein, wir waren eine völlig unbekannte Band und sind kurz vor Tor-Schluss noch kurzfristig da rein gerutscht. Keiner kannte uns, keiner wusste dass wir überhaupt spielen. Von daher denke ich schon, dass wir dadurch viele Fans dazu gewonnen haben. Auch wenn das vielleicht nicht 10.000 waren sondern nur 100, aber es war schon geil. Ansonsten muss man sagen, dass das halt das Größte war, das wir bisher gespielt haben.
Auf der einen Seite ist es natürlich das Genialste und das willst du nicht missen, auf der anderen Seite ist es auch ein Fluch, weil du weißt was du erreichen könntest und man jammert jetzt über alles, was nicht in dieser Liga ist. Aber als wir dahin kamen, dachten wir erst, wir sind so ein Übel, das da halt noch mit rum läuft und diese Area nicht betreten und da dürft ihr nicht hin. Aber es war super cool. Die Bands da und die Organisatoren haben uns echt super unterstützt, wie jede andere Band auch. Wir hatten super Kontakt. Wir haben nachts im Hotel eine riesige Feier mit Armored Saint gefeiert. Es war einfach genial auf einer so großen Bühne zu stehen. Es ist das Genialste auf der Welt. Genau darauf hin sollte jede Band hin arbeiten. Natürlich, wenn’s geht, noch ein bisschen weiter oben, damit man ein wenig später spielt, aber die Uhrzeit ist im Prinzip egal.


Az: Der Heathen/Vicious Rumors-Gitarrist Ira Black fand euch auch ziemlich geil.

Chris: Ja, es waren auch andere Musiker da, die uns gesehen haben und die gesagt haben, dass wir eine amtliche Show da abgeliefert hätten und die Reaktionen von der Presse waren ja auch durchweg positiv. Das war ja nicht nur nach dem Motto „ja es war ok“ sondern „die haben echt Arsch getreten“. Wir haben da schon ne Duftmarke hinterlassen.


Az: Dann kamen auch schon die Aufnahmen zu „Remember“. Was war der Hauptunterschied zwischen den 2 Studioaufenthalten?

Gerd: Anfangs gab es den Riesenunterschied, dass wir es geplant hatten. Zu guter letzt hat es sich dann doch um ein dreiviertel Jahr verzögert. Im Grunde genommen, war es dann noch chaotischer als bei der ersten Platte. Wir haben gedacht, dass wir das im Griff haben, weil es eben vorher geplant wurde und zwar bis auf den Tag genau und wie es oft halt so ist, kam bei dem einen und dann bei dem anderen was dazwischen. Der Mix war dann fertig und wir dachten, wir könnten hier noch was aufnehmen, eigentlich können wir den Song noch anders machen und es wurde solange gedoktort bis wir uns tot gemischt hatten. Es hat wirklich super lange gedauert. Also, die Platte war im Grunde genommen ein dreiviertel Jahr vor Veröffentlichung fertig eingespielt und wir haben ein dreiviertel Jahr gebraucht um zu mischen.

Chris: Man muss halt dazu sagen, dass wir die zweite Platte mit Computer eingespielt haben und da natürlich die Möglichkeit hatten viel herum zu experimentieren. Auf der anderen Seite gingen die Aufnahmen zur „Listen“ relativ flott, weil die Songs komplett standen und wir waren damals auch recht limitiert, so dass wir nur hier und da ein I-Tüpfelchen verändern konnten. Aber bei der „Remember“, gerade mit dem Einstieg vom Gerd, ging eine Tür auf und wir hatten eine riesige Vielfalt an Möglichkeiten, die wir auf einmal hatten machen können. Wir sind einfach von Woche zu Woche in denen wir miteinander gespielt haben, immer mehr zusammen gewachsen. Es gab keine Limitierung mehr in der Musik. Wir konnten alles tun und lassen, was wir wollten. Es war super geil und die Songs sind einfach immer mehr gewachsen. Als wir dann im Studio waren, haben wir gemerkt, man könnte da noch mehr und hier noch mehr und wir haben einfach immer noch einen drauf gesetzt. Der Oli kam dann drei Wochen später und meinte ey, wir müssten das dann doch so machen und hier könnten wir noch mal einen Chor machen und hier könnten wir noch ein dreistimmiges Solo machen. Und, hey klar geil machen wir, weil wir halt Bock drauf hatten. Deshalb hat sich das so alles hin gezogen. Der Fluch bei der „Remember“ war, das wir da eigentlich erst gemerkt haben, was wir eigentlich können.


Az: Auf der 2. CD habt ihr neben den typischen Nevermore/Vicious Rumors-Harmonien und diversen orientalischen Skalen auch eine gehörige Korn-Breitseite in den Songs. Wie waren die Reaktionen der Leute damals auf diese Stilerweiterung? Gerade auf Korn zum Beispiel reagiert nicht jeder immer positiv.

Chris: Allein die Ankündigung, dass wir auf der zweiten Platte mit siebensaitigen Gitarren arbeiten werden, gab dann einige negative Reaktionen, ohne dass die Leute auch nur einen Song gehört hatten. Das ist halt ein Vorurteil. Aber nichts desto trotz waren Korn einer von vielen Einflüssen von uns. Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, wir hören kein Korn. Aber es gibt noch tausende andere Bands und genau wie wir uns keine Nevermore-Platten vorm Songwriting anhören, so hören wir uns davor keine Korn-Platten an. Das ist doch ganz normal. Wenn du damals mit siebensaitigen Gitarren gearbeitet hast, heute ist das ja fast normal, dann hast du gleich Korn kopiert und es ist egal ob du es jetzt gemacht hast oder nicht. Und heute benutzt fast jede Band siebensaitige Gitarren. Korn ist jetzt auch Weg vom Fenster, irgendwie interessiert es jedenfalls keine Sau mehr. Es haben schon einige gesagt, dass wir jetzt zu modern sind und was das denn soll. Wir hätten unsere Metal-Seite verloren. Mmh, ist ja alles Quatsch.


Az: Meshuggah werden dafür abgefeiert.

Gerd: Die haben sogar eine Saite dazu genommen.


Az: Ich hab dagegen gehört, das die Geschichte mit den achtsaitigen Gitarren im Studio ein Witz war, ein Promo-Gag. Die achtsaitige wäre im Studio nie zum Einsatz gekommen, weil die sich bei jedem Anschlag sofort verstimmt hätte. Die „Nothing“ wurde mit runter gestimmten Siebensaitern eingespielt.

Gerd: Leider werde ich wohl nie die Möglichkeit haben, die Jungs das persönlich zu fragen, ob das stimmt.


Az: Ich wohl auch nicht, obwohl.....schaun mer Mal. Vielleicht mache ich mit denen auch noch ein Interview.

Chris: Um noch mal auf die Korn-Einflüsse zurück zu kommen. Mich würde mal interessieren, welcher Song von uns nach Korn klingen soll, weil es fällt jetzt nicht viel auf. Also da ist jetzt nix wo ich sach, ok das ist jetzt Korn. Ok, ab und zu singe ich ein wenig krank und fange leise an und schreie am Schluss, aber ist das Korn?


Az: Ne, also ihr habt keine kompletten Songs die jetzt nach irgendeiner Band klingen, sondern es sind immer nur Bruchstücke in den Songs. Immer nur Parts, die dann an irgendwas erinnern. Insofern kann man jetzt nicht sagen, dass ihr einfach nur kopiert, sondern man hört gerade auf der „Remember“ den einen oder anderen Einfluss klar heraus. Vor allem weil die Verbindung zwischen den Stilen noch relativ klar ausfällt und nicht so fließend in einander übergeht. Aber ich denke, damit haben relativ viele neue Bands zu kämpfen, die noch dabei sind in Sachen Songwriting zu lernen. Das sieht man schon bei sehr vielen Bands.

Chris: Die „Listen“ gilt heute und das ist wohl auch nicht so falsch, als unser metallischstes Album. Die „Remember“ gilt als unser progressivstes Album, aber ja ich weiß auch net. Also da haben wir halt angefangen uns ein wenig zwischen die Stühle zu setzen und schon haben die Leute ein bisschen ihre Schwierigkeiten damit, weil man uns nicht mehr genau zu ordnen kann. Aber das ist es genau was wir wollen. Jetzt nicht sich zwischen die Stühle zu setzen, aber wir machen unser Ding und wir hören tausend verschiedene Sachen. Also ich bin der größte Kiss-Fan unter der Sonne und höre ganz viel Hard Rock-Zeug und der Jan unser Schlagzeuger hört einen Haufen Soul und dann gibt’s hier die Leute die nur noch Metalcore hören und dann gibt’s noch andere Sachen, die...

Gerd: Ich hör auch Madonna


Az: Darf ich das mit rein nehmen?

Chris: Dann gibt’s auch so Leute wie den Jürgen, der nur auf so Oldschool-Sachen abfährt und immer nur die ersten beiden Metal Church-Platten hört. Wir hören im Prinzip alles und wir machen nur das, worauf wir Bock haben und das kommt dabei raus. Heutzutage erinnert jeder Part, jedes Riff an irgendeine Band.


Az: Aber es ist doch eigentlich komisch, dass eine Band, die noch Demo-Status hat und eine Band ohne Deal, egal ob die Sachen auf CD oder auf Tape gebannt werden, ist noch im Demo-Status, wenn so eine Band schon mit solchen Vorurteilen zu kämpfen hat. Das ist doch dann eine ganz krasse Entwicklung der Szene, oder?

Chris: Mhja, das ist ein Spiegelbild der Szene. Also, die Szene hat sich auch super gewandelt, als die „Remember“ raus kam oder auch als wir angefangen haben mit der „Listen“. Man muss natürlich auch dazu sagen, die 80er sind vorbei, wo alle noch zusammen gehalten haben. Dann kam das große Loch mit dem Grunge und dann kamen so Bands wie Fear Factory, Pantera, Sepultura die uns auch natürlich beeinflusst haben und wo die Leute wieder ein wenig für den Metal begeistert wurden, aber das war ja kein typischer Metal mehr. Und dann kamen auch Bands wie Hammerfall die den Metal auch kommerziell wieder zurückgeholt haben und schon haben sich die Lager halt super gespalten. Das haben wir dann auch voll zu spüren gekriegt. Die Metaller mochten uns nicht, weil wir siebensaitige Gitarren benutzen und hüpfbare Parts drin haben und die Nu-Metaller mochten uns nicht, weil wir eine Metal-Vergangenheit haben. Die Szene ist im Moment einfach grausam.


Az: Das ist doch kacke!

Chris: Ja, weißt du, mein Bild ist halt, wir stehen oben auf der Bühne und unten stehen viele, viele Fans jeglichen Alters, die Hüpfen, im nächsten Moment pogen sie und bangen zusammen und schreien und singen unsere Refrains mit und es ist doch scheiß egal. Hauptsache es macht Spaß. Ich hab da immer den Albtraum, dass das die Leute rechts und links stehen. Beide Lager stehen mit verschränkten Armen da und ja keine Miene verziehen. Es tut mir leid, wir sind alle Metaller, wir sind alle in den 80ern groß geworden und wir tragen auch alle den Metal in unseren Herzen und es tut einfach weh diese Ignoranz zu sehen. Es tut halt weh!


Az: Metal und Szene ist ein gutes Stichwort. Ihr habt mit Uwe Lulis (der auch in Frankfurt wohnt) gearbeitet, habt durch Gerd Verbindung zu Lightmare und über Lightmare zu Tankard usw. Wie seht ihr zurzeit die Frankfurter Szene aus eurer Sicht? Wenn man bedenkt wie groß die in den 80ern war ist es doch traurig wie sich hier alles entwickelt hat. Es gibt hier doch nur noch ein paar alte Böcke und die Jungspund-Szene ist mit dem Tod der Hafenbahn doch auch fast völlig zerstört worden. Wenn du in Deutschland wo anders hinfährst, siehst du teilweise lebendige Szenen, wie Hamburg oder im Ruhrpott zum Beispiel. Hier ist es doch relativ tot. Auch von den Bands her kommt doch so gut wie nichts Gutes nach.

Chris: Also, ich glaube erstmal, dass alle aus den großen Städten, egal ob Hamburg, München oder Berlin am jammern sind, dass es nicht mehr so ist wie es mal war. Im Vergleich zu Frankfurt ist es in anderen Städten vielleicht noch ein bisschen besser, also kommt dir das deshalb so vor, aber es geht überall zurück. Frankfurt hat natürlich damit zu kämpfen, dass alle Live-Schuppen zu gemacht haben, wo halt mal auch Underground-Bands spielen konnten. Die sich da natürlich erstmal präsentieren und dann mit ihren Live-Shows auch wachsen können. Heute sind alle nur noch in ihrem Proberaum und werkeln vor sich hin. Das hören dann nur ein paar Freunde und Bekannte, aber so ein richtiges Feedback bekommst du so einfach nicht. Deshalb kriegst du auch nicht mit, dass es einfach geile Bands gibt. Wir proben in so einem Komplex wo hunderte von Bands sind. Da sind super geile Bands dabei, die einfach nicht die Möglichkeit haben sich zu präsentieren. Das ist einfach das Problem, das die Szene hier hat. Weil wir haben geile Bands hier in Frankfurt. Die kommen halt einfach nicht raus und manche kriegen auch nicht ihren Arsch hoch.
Live spielen ist eh ein hartes Brot. Wenn du dann keine gescheiten Klubs vor der Haustür hast die dich unterstützen, verlierst du schnell die Illusionen.


Az: Na ja, was heißt unterstützen. Wenn du jetzt wirklich an die 80er denkst, da wurden wirklich allenthalben in irgendwelchen Turnhallen selber Konzerte veranstaltet. Ich erinnere mich an diverse Konzerte mit Tankard, Destruction, mit Helloween. Die haben alle in Turnhallen von irgendwelchen Schulen gespielt. Das wurde alles von Fans für Fans organisiert und das ist im Prinzip gar nicht mehr gegeben. Ihr seid jetzt hier in Langen da ein bisschen die Ausnahme.

Chris: Ja, das darfst du jetzt aber nicht mit den 80ern vergleichen. Wenn du in den 80ern ein Konzert veranstaltet hast, dann kamen auf einen Schlag halt auch mal 500 Leute. Heute kommen die einfach nicht. Das Risiko ist einfach zu groß. Die Veranstalter die das machen würden, die gehen einfach pleite. So blauäugig kann heute einfach keiner mehr sein.


Az: Aber das ist doch ein Armutszeugnis für die Szene.

Chris: Ja, natürlich. Es ist aber nicht nur in unserer Szene so, das ist ein grundsätzliches Problem, dass die Leute ihren Arsch nicht mehr hoch kriegen. Die sind einfach zu verwöhnt und setzen sich lieber vor den Fernseher und lassen sich da berieseln, anstatt halt mal irgendwo hin zu gehen. Oder gehen halt lieber für 70 € zu Maiden als für 10 € zu irgendwelchen Underground-Shows. Es ist halt einfach so. Wir sind alle ein Stück weit so. Wenn man wie wir in den 80ern groß geworden ist, tut’s natürlich weh. Das betrifft uns ja auch, wenn wir Live-Shows spielen.


Az: Die 80er, da gab es euer neues Label auch schon. Wie habt ihr dann euren Deal mit Mausoleum ergattern können?

Chris: Ganz klassisch. Wir haben ja im Prinzip immer versucht eine Plattenfirma zu finden und Mausoleum waren halt einer der Kandidaten die für uns in Frage kamen, weil sie tatsächlich diese Metal-Vergangenheit haben und uns das auch ein bisschen beeindruckt hat und wir uns gesagt haben, dass die schon ein bisschen Ahnung von der Sache haben. Wir haben dem Boss dann was geschickt und dem hat das sofort gefallen und uns zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und das hat mich schon ziemlich beeindruckt, muss ich sagen. Wir hatten ja schon ein paar Verhandlungen vorher, aber die liefen immer so blabla ab. Ja, dieses Jahr haben wir keine Veröffentlichungstermine mehr frei und nächstes Jahr wissen wir noch nicht wie unser Budget aussieht. Aber grundsätzlich seid ihr natürlich ein Thema. Und bei dem war das einfach so, der kam rein, das und das kann ich leisten, das und das kann ich machen, das erwarte ich von euch, das könnt ihr von uns erwarten usw. Das war ganz offen und ehrlich. Ich hatte auch das Gefühl, dass er weiß wovon er redet und er hat auch unsere Musik gehört. Er weiß was für Musik wir machen und dann haben wir darüber gesprochen und wir waren uns relativ schnell einig. Wir haben dann noch ein wenig verhandelt und dann war das Thema durch. Es war eigentlich ganz klassisch.


Az: Stichwort Diskussion über den Plattenvertrag. Hat denn keiner in der Band mal den Finger gehoben und Bedenken angemeldet? Schließlich hat Mausoleum nicht den besten Ruf. Ich habe auch schon mit dem einen oder anderen Musiker gesprochen, Phil Demmel von Machine Head zum Beispiel und die sind nicht unbedingt gut auf Mausoleum zu sprechen.

Chris: Natürlich haben wir uns über Mausoleum unterhalten und natürlich haben wir uns auch über Mausoleum informiert. Es gibt positive und negative Seiten, aber die haben andere auch. Das gibt’s aber auch über Nuclear Blast und über AFM oder Century Media zu sagen. Das ist aber auch nicht das Thema. Aber ich denke auch gerade, wenn du Leute wie Machine Head ansprichst, gerade wenn du mit oder von amerikanischen Künstlern sprichst, die haben ganz andere Vorstellungen und ganz andere Erwartungshaltungen an eine Plattenfirma. Da geht es um Summen, da sind wir meilenweit von weg. Es ist einfach nur eine Frage, wie nüchtern kannst du an so eine Sache ran gehen und kannst sagen ok ich weiß ganz genau was mich erwartet. Damit muss ich leben, damit muss ich umgehen. Aber dafür weiß ich, dass jemand voll dahinter steht und uns in allen Belangen unterstützt. Das war uns erstmal am Wichtigsten. Weil wir vorher mit Firmen verhandelt haben, die vom Namen her vielleicht interessanter waren, aber da hatten wir einfach nicht die Rückendeckung. Es hat einfach nicht gepasst. Wir waren uns auch relativ schnell einig, muss man auch dazu sagen.


Az: Ihr habt jetzt eure erste offizielle Veröffentlichung auf dem Markt. Welche Ziele verfolgt ihr noch mit der Band? Was glaubt ihr, wie weit nach oben geht’s noch? Was sind eure realistischen Ziele und welche Utopien habt ihr im Hinterkopf?

Chris: Ich glaube, das ist ein Thema über das wir uns fast täglich unterhalten, wenn wir uns sehen. Was ist möglich? Mmh, wir lassen uns im Moment überraschen. Mal schauen was kommt und was wir realisieren können. Den Traum vom Rockstar, wenn man mal realistisch ist, kann man eigentlich vergessen, aber ich denke mal das wir peu a peu immer eine Stufe nach oben klettern und das Ende der Leiter sehen wir noch nicht. Da ist noch viel Luft nach oben und ich denke auch, dass die Platte uns einige Türen öffnen wird, weil sie einfach phantastische Reaktionen hervor ruft und viele Leute auf uns zukommen und sagen ok, lasst uns mal schauen was wir machen können. Keine Ahnung, wir müssen halt immer von Plan zu Plan denken. Wir können jetzt nicht sagen, dass wir 2007 in Wacken headlinen. Wir müssen halt schauen, was passiert. Und dann müssen wir sehen was machbar ist und dann muss jeder Einzelne für sich selber sagen, ok ich bin jetzt bereit so und soviel noch zu machen und dafür zu investieren. Die Prioritäten verschieben sich natürlich irgendwann. Das lassen wir einfach auf uns zu kommen. Wie schon gesagt, wir haben jetzt einmal auf dem Bang Your Head gespielt und wir wissen dass wir da wieder hin wollen. Ich kann wirklich nur jeder Band sagen, tut alles dafür. Lebt den Traum, denn das ist es wert so ein Ding zu spielen.


Az: Ziele! Mit welchem Produzenten mal aufzunehmen wäre euer Wunschtraum?

Chris+Gerd: (gleichzeitig): Andy Sneap!

Chris: Es gibt viele gute Produzenten.


Az: Neil Kernon

Chris+Gerd: Jaaa (mit glänzenden Augen)

Chris: Es gibt viele gute Produzenten.


Az: Andy Classen

Chris: Ja, Andy liefert auch gute Arbeit ab. Der ist auch ein echt guter, deutscher Produzent, der auch wirklich gut zu unserer Musik passt. Es gibt aber noch andere. Terry Date, Colin Richardson, aber die sind alle nicht bezahlbar. Aber natürlich würden wir gern so jemandem mal auf die Finger schauen. Ich würde gerne mal sehen, was so jemand noch aus unserer Musik herausholt.


Az: Schickt doch mal eine Scheibe an Neil Kernon. Im Interview mit Anata wurde mir gesagt, dass Neil Kernon auch mal ganz gerne mit Bands aus eigenem Interesse heraus arbeitet und Bands die ihm gefallen auch von sich aus Angebote macht mit ihnen aufzunehmen.

Chris: Mja, also wir haben ja bei unserer jetzigen Platte zum ersten Mal jemand fremden die Platte mischen lassen. Vorher haben wir ja immer alles selber gemacht. Diesmal haben wir einfach gesagt, ok lassen wir das mal jemand anderen machen. Auch aus der Erfahrung heraus mit der „Remember“, haben wir uns gesagt wir konzentrieren uns nur auf die Aufnahmen und danach muss jemand mit frischen Ohren dran. Mit dem Theo haben wir auch jemanden gefunden, der genau das umgesetzt was wir wollten. Er hat die ganzen Pain Of Salvation-Platten gemacht von denen wir sehr begeistert sind, weil die vom Grundsound dieses trockene aber trotzdem volle haben. Was sehr beeindruckend ist, ist sein Umgang mit den ganzen zweistimmigen Sachen, die ganzen Chöre und die ganzen Melodien.

Gerd: Wir haben ihm die ganzen Spuren abgeliefert und ohne das wir im groß was sagen mussten, hat er genau das gemacht, was wir von ihm haben wollten. Unglaublich!

Chris: Es hat einfach gefunkt. Wir überlegen natürlich jetzt schon, wer für die nächste in Frage käme. Natürlich auch so Leute wie Andy Sneap. Die haben natürlich einen proppevollen Terminkalender, wenn sie denn überhaupt bezahlbar wären. Da musst du anderthalb Jahre im Voraus planen. Das ist für uns nicht ganz so einfach.


Az: Was war für euch in musikalischer Hinsicht die größte Enttäuschung im Jahr 2004 und umgekehrt die größte Überraschung?

Chris: Ich hab immer Probleme mit den Jahreszahlen. Ich werfe immer die Platten durcheinander. Ich weiß gar nicht mehr welche 2003 und welche 2004 raus gekommen ist. Ich kann nur aus meiner Sicht sagen, dass ich grundsätzlich enttäuscht war von 2004. Es ist kein Highlight dabei gewesen.


Az: Ernsthaft?

Chris: Es gab ein paar Platten, da waren gute Songs dabei, wie zum Beispiel die neue Metal Church. Hey, fand ich klasse, aber kein Bringer. Das ist jetzt nicht der Oberhammer. Die Machine Head ist jetzt schon 2003 raus gekommen, die fand ich jetzt wieder gut. Als da war jetzt nix, na ja was heißt nix. Es waren gute Platten dabei, aber nix was mich jetzt...

Gerd: Richtig umgehauen hat mich da jetzt auch nichts.

Chris: Gut da waren ein paar Sachen dabei, wo ich aufgehorcht habe. Killswitch Engage oder so, da hab ich gesagt, hey geile Platte, aber richtig umgehauen, wo ich die Platte wochenlang gehört hätte ist nicht.


Az: Dann habt ihr alle die falschen Quellen habe ich so das Gefühl.

Chris: Nenn dann doch mal ein paar Platten.


Az: Exodus-Tempo Of The Damned! Der Killer des letzten Jahres.

Gerd: Ohja, stimmt. Du hast Recht.


Az: Mercenary-11 Dreams

Chris: Ja ist ne gute Platte...


Az: Irgendeine CD von der ihr mehr erwartet hattet und extrem enttäuscht wart?

Gerd: 2003 könnte ich dir eine nennen.


Az: St.Anger?

Gerd: Die kam doch schon 2002!


Az: Echt?

Chris: Ich werf die alle durcheinander.


Az: Ist die Scheiße schon so lange her?

Gerd: Ja das ist schon so lange her. Die „Enemies Of Reality“ von Nevermore hatte mich sehr enttäuscht.


Az: Vom Sound oder prinzipiell auch vom Songwriting her?

Gerd: Die klingt sehr hektisch produziert. Nicht richtig ausgearbeitet. Der Sound natürlich auch. Also der Sound ist grottenschlecht. Aber der Aufbau der Songs war bei allen Platten davor richtig ausgereift. Da hattest du immer das Gefühl, da geht nicht mehr und das war bei der „Enemies Of Reality“ einfach nicht der Fall. Da sitze sogar ich als Nevermore-Vergötterer davor und sage aaahhh, jetzt muss doch was passieren, jetzt muss was kommen was mich sonst umgehauen hat. Das war bei zwei Stellen auf der ganzen Platte vielleicht der Fall. Es sind vielleicht zwei Songs die mich umhauen, ansonsten eine sehr schwache Platte. Sowohl vom Songwriting als auch vom Arrangement und von der Produktion her.


Az: Du weißt, dass die Scheibe zur Zeit von Andy Sneap remixt wird? [Der Remix ist mittlerweile veröffentlicht-Anm. des Verf.]

Gerd: Da bin ich auch schon gespannt drauf wie Schmitz Kätzchen.

Chris: Ich fand ja 2004 generell nicht als so starkes Veröffentlichungs-Jahr. Da waren einige Enttäuschungen dabei. Was mich sehr stark belastet hat, über mehrere Tage hinweg, da haben mich meine Bandmitglieder auch ziemlich wegen ausgelacht, war die Veröffentlichung der letzten House Of Lords-Platte. House Of Lords sind eine amerikanische AOR-Band und ich finde Platten die sie bisher gemacht haben sehr stark. Die letzte Veröffentlichung von denen war der Oberhammer. Ich hatte mich so gefreut, als ich gehört hatte, dass die wieder zusammen sind und dann liefern die so eine Grütze ab, die so was von belanglos und langweilig und zusammen geschustert klingt. Was ich gut fand, waren die Live-Shows von Metallica.


Az: Ernsthaft?

Chris: Ja, sehr geil. Was ich enttäuschend fand, waren Slipknot in Ludwigshafen, aber nur vom Sound her. Ich mag Slipknot aufgrund ihrer Energie die sie abliefern und aufgrund ihrer Bühnenshow. Dass sie etwas bieten, etwas Außergewöhnliches zeigen. Ich finde sie sehr gut und würde sie mir immer wieder gerne anschauen. Die DVD „Desasterpiece“ ist der Oberhammer und würde ich jederzeit kucken, aber frag mich nicht nach Songtiteln, Riffs oder irgendwelchen Sachen. Keine Ahnung. Das läuft einfach an mir vorbei.


Az: Kann sich überhaupt jemand an Riffs von Slipknot erinnern?

Gerd: Ja.


Az: Gitarristen...(alle lachen)
Welche CDs sind in der Band momentan am angesagtesten?


Gerd: Neue Masterplan. Hammer! Alle Masterplan-Platten. Und unsere natürlich.

Chris: Die Masterplan ist wirklich gut. Aber wie gesagt, wir hören in der Band super verschiedene Sachen und wir können uns da echt auf nichts einigen. Ich glaub der Jürgen hat sich zum letzten Mal 1985 eine Platte gekauft, das war wohl „The Dark“ von Metal Church oder so. Der kriegt ab und zu was von uns zugesteckt. Ich weiß gar nicht ob er das überhaupt hört.
Beim Oli weiß man nie so genau, wahrscheinlich die letzte Satriani. Naja, wenn wir über Musik reden, reden wir nie über Platten oder Bands. Wir reden immer über einzelne Songs, oder die Welle oder auch mal über Jeanette Biedermann, genau wie wir uns über Slipknot unterhalten oder über Madonna. Es geht aber immer um einzelne Songs. Das läuft dann nach dem Motto, kennst du den Song? Hast du gehört, das die das Riff von dem oder dem geklaut haben oder hast du dir mal überlegt, wie die das da arrangiert haben? Das ist ja der Hammer, da wäre ich nie drauf gekommen.
Linkin Park ist so ein Beispiel worüber wir uns in der Band unterhalten. Man mag zu der Band stehen wie man mag, aber es ist einfach so, dass die Jungs es geschafft haben, zwölf mal den gleichen Song aufzunehmen und immer es schaffen in einem Song, der genau drei Minuten geht, alles unterzubringen wofür wir wahrscheinlich eine viertel Stunde brauchen. Das ist halt das worüber wir uns unterhalten und wie wir uns überlegen, wie schaffen die das? Was machen die damit die dahin kommen? Nicht damit wir es kopieren können, aber damit wir lernen und sehen wie so etwas funktioniert. Weil wir natürlich immer noch auf der Suche nach dem perfekten Song sind und immer sein werden. Die Metaller oder die Rocker haben ja nicht das Erfolgsrezept gepachtet. Auch Madonna schreibt mal den perfekten Song oder Anastacia.


Az: Das ist das Motto von Björk. „Die Suche nach dem perfekten Song!“

Chris: Die Suche nach dem perfekten Song, ja das ist aber echt so.

Azriel

Autor: Frank Zschäbitz [Azriel] | 10.04.2005 | 14:20 Uhr

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