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Interviewpartner: Chuck Billy





Mit „Brotherhood Of The Snake“ ist der Bay Area Legende TESTAMENT noch mal ein echter Brecher gelungen, der überall für nahezu ungebrochene Begeisterung sorgt. Höchste Zeit also, um sich mit Kult-Sänger Chuck Billy über das Album, Außerirdische, alte Zeiten und allerlei Außergewöhnliches zu unterhalten.


Chuck, die neue Scheibe ist ein echtes Stück Vieh! Seid Ihr in einen Jungbrunnen gefallen oder hattet Ihr einfach nur den Kaffee auf?

Hm, ich denke den Jungbrunnen kannst Du ausschließen, hahaha. Wir hatten einfach wieder Bock, schnelle Songs zu schreiben. So wie damals, als die Band gegründet wurde. Allerdings als die besseren Musiker, die wir heute sind. Auf dem letzten Album hat man das vielleicht nicht so sehr herausgehört. Das konnten wir nun ändern.
Andererseits hast Du auch mit der Vermutung, wir seien recht aufgebracht gewesen, recht. Weil unser Hauptsongwriter Eric Peterson sich anderthalb Jahre Zeit gelassen hat, um die Songs zu schreiben, stiegen Wut und Frust zu einem nicht unerheblichen Teil an. Die Songs waren alle noch nicht fertig als wir ins Studio gegangen sind. Das strapaziert die Nerven schon ganz schön. Ich schrieb die Lyrics an dem Tag als ich den jeweiligen Song zum ersten Mal hörte und nahm ihn am nächsten Tag auf. Das ist schon verrückt, aber half uns auch dabei, die Scheibe nicht tot zu produzieren. Am Ende war das Ergebnis richtig gut.


Kannst Du es denn dann überhaupt genießen, das fertige Album anzuhören?

Ja, jetzt schon. Während der Aufnahmen war es teilweise schwierig, weil mit immer tausend Dinge gleichzeitig im Kopf herumschwirrten und das Ganze arg stressig machten. Aber jetzt hört es sich schlüssig an, weil man merkt, wie die verschiedenen Parts zusammenfinden. Und das, obwohl es beispielsweise Teile gibt, zu denen Alex ein Solo gespielt hat, ohne die Gesangsmelodie zu kennen. Das kann einen schon verrückt machen.


Hast Du eigentlich Angst davor, Dich zu wiederholen?

Nein, denn es gibt keine zwei Testament-Scheiben, die sich gleich anhören. Und auch, wenn Eric langsam komponiert, ist er doch einigermaßen unabhängig von äußeren Einflüssen, sodass er immer wieder neue Aspekte in unserem Sound herausarbeitet.


„Brotherhood Of The Snake“ klingt schwer nach einem Konzeptalbum. Das würde der spontanen Entstehungsweise widersprechen, oder?

Es ist ja auch kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne. Einige Songs hängen thematisch zusammen. Es geht um diese alte sumerische Geschichte über den – vermutlich außerirdischen – König, der versucht, die Bodenschätze der Erde auszubeuten und dazu den Menschen erschaffen lässt, der als Arbeitssklave eingesetzt wird. Dann geht einiges schief. Im Grunde geht es um Macht und ihren Missbrauch. Und damit wären wir wieder in der heutigen Zeit gelandet. Ich meine, die Realität ist viel schlimmer als diese Geschichte. Es ist doch verrückt, dass jemand wie Donald Trump in den USA an die Macht kommt. Jemand, der Mauern bauen will und auf alle Amerikaner, die in der Welt herumreisen, ein schlechtes Licht wirft. Aber das ist etwas, das unsere ganze Welt erfasst hat. Schau Dir Russland oder Nordkorea an. All unser technischer Fortschritt hat uns kein Stück vorwärts gebracht, sondern im Grunde nur zurückgeworfen. Und was ich dagegen tun kann, ist Texte darüber zu schreiben. Es ist nicht viel, aber den einen oder anderen kann ich vielleicht überzeugen, sein Gehirn anzuwerfen. Und damit ist schon viel erreicht.


Das würde auch der heutigen Neo-Thrash-Szene gut zu Gesicht stehen, die in erster Linie Texte über Trinkgelage und Zombieschlachten herausbrüllt.

Na ja, das sind ja auch ganz coole Themen (lacht), aber für uns ist es eher nichts. Ich habe immer versucht, überwiegend Dinge zu beschreiben, die real sind. Reale Bedrohungen, die meiner Familie oder anderen Menschen gefährlich werden können und so viel gruseliger sind als der Horror, über den die Bands singen, die Du angesprochen hast. Der einzige Typ, der letztlich dauerhaft mit dem Fantasy-Kram davongekommen ist, ohne sich zu blamieren, war Dio.






Du bist durch Deine Krankheit zu Beginn dieses Jahrtausends noch nachdenklicher geworden als Du ohnehin schon immer gewesen bist.

Ich würde eher sagen, dass ich mir vieler Dinge bewusst geworden bin und versucht habe, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Als ich gegen meinen Krebs kämpfte, hörte ich zum Beispiel überhaupt keine Musik. Ich war nur damit beschäftigt, ein guter Mensch zu sein, viel Zeit mit der Familie zu verbringen und nachzudenken.


Aber so ganz ohne ging es offenbar auch nicht ewig.

Nein, stimmt. Als das Thrash Of The Titans Festival mit den ganzen Legenden wie EXODUS, DEATH ANGEL oder FORBIDDEN stattfand, um Geld für die Behandlung der Krankheit zu sammeln, hörte ich mir wieder mal ein paar Testament-Scheiben an und kam ganz unmerklich erneut auf den Geschmack. Von daher hatte die Geschichte auch etwas Gutes.


Vor allem nach den harten Zeiten, die die 90er Jahre ohnehin für Thrash Bands darstellten.

Allerdings. Als wir in den frühen 90ern von einem Independent-Label zu einem Konzern wechselten, kamen diese A&R-Typen und drängten uns dazu, Balladen zu veröffentlichen. Das waren nicht wir und es fuckte uns total ab. Dann kam noch die Grunge-Welle hinzu und nach und nach verabschiedeten sich die Original-Mitglieder aus der Band. Nach „Low“ verloren wir unseren Deal. Am Ende beschlossen wir, mit eigenem Label und dem ziemlich brutalen „The Gathering“ ein Zeichen zu setzen, weil wir klarmachen wollten, dass dies der TESTAMENT-Standard ist, mit dem wir im Zweifel abtreten wollten. Dann passierte etwas wirklich Bewegendes. Es kamen einige ältere Fans, die beispielsweise nicht wollten, dass ich mit den Death Metal Vocals meine Stimme ruiniere und eher die harmonischen Sachen auf dem Album mochten. Die jüngeren Fans hingegen fanden die aggressiven Songs geil. Also dachte ich mir: Das ist eine wirklich gut ausbalancierte Platte, die gut als Basis für die nächsten Scheiben dienen kann.


Der Rest ist Geschichte. Und hier seid Ihr: immer noch eine verdammt intensive Band. Willst Du eigentlich auf der Bühne sterben?

Ich glaube nicht. Aber ein paar Herausforderungen suche ich schon noch. So wie METAL ALLEGIANCE mit Marc Osegueda und Alissa White-Gluz. Natürlich ist es so, dass mein Kopf im Testament-Kontext auf der Bühne etwas anders sagt als mein Körper. Aber das ist mir momentan wirklich egal.
Wenn ich die anderen Jungs aus der Thrash Metal Szene der alten Tage treffe, fühle ich mich wieder wie ein junger Kerl. Thrash Metal hält Jung Leute, lasst Euch das gesagt sein!








Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 21.11.2016 | 00:12 Uhr

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