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Interviewpartner: Daniel Cavanagh

Man kann nicht gerade behaupten, dass das Interview, welches www.metalnews.de mit Daniel Cavanagh, dem Hauptsongwriter der britischen Atmospheric Rocker ANATHEMA, führen durfte, einem abendlichen Streifzug durch das frühsommerliche Ludwigsburg gleich käme. Allerdings ist das Gespräch, das knappe zwei Stunden, bevor die Band die Bühne der Rockfabrik entern wird, stattfindet, auch weit weniger statisch, als das sonst der Fall ist und hält mehrere Standortwechsel bereit.




Nachdem sich Daniel noch einen Becher Kaffee geholt hat, beginnen wir unser Interview – trotz meiner vorab geäußerten Bedenken bezüglich der vorherrschenden Lautstärke - zunächst im frei zugänglichen und durchaus belebten Catering-Bereich der Rockfabrik. Doch noch bevor die erste Frage gestellt wurde, ertönt aus den Lautsprechern plötzlich lautstark AC/DC und schließlich sieht Daniel ein, dass es so doch keinen Sinn hat. Also packen wir unsere sieben Sachen und ziehen auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen quer durch die Rockfabrik. Letztendlich schlägt Daniel das ebenfalls für jedermann frei zugängliche, angrenzende Bistro als Interviewlokalität vor, in dem es wenigstens vorübergehend etwas ruhiger ist und um auch ganz sicherzugehen, dass seine Antworten auf meine Fragen gut zu hören sind, legt Daniel das Aufnahmegerät für die kommenden gut 50 Minuten nicht mehr weg und spricht konzentriert hinein.

Herzlichen Glückwunsch zu einem wundervollen und fabelhaften neuen Album, Daniel! „Weather Systems“ ist das erste Album seit drei Jahren ...

Zwei!


Nein, nein. Ich wollte sagen, dass es das erste Album seit drei Jahren ist, dem ich bei www.metalnews.de die Höchstnote verliehen habe.

Ah, verstehe. Seit drei Jahren hat kein Album mehr die Höchstnote bekommen?


Richtig. Das letzte davor war übrigens „Back From The Dead“ von SPINAL TAP.

Okay, dann aber aus anderen Gründen. Das ist ja Comedy.


Ja klar. Euer Album ist in meinen Augen nahe der Perfektion. Du hast zwar sicher noch nicht so den Abstand dazu, aber wie fühlst Du Dich im Moment, wenn Du an „Weather Systems“ denkst?

Ich denke auch, dass es nahezu perfekt ist. Zu 95% vielleicht, absolute Perfektion gibt es doch eigentlich nie. Es gibt noch ein oder zwei Sachen, die ich ändern würde. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die ich am Mix ändern würde.


- Der Tourmanager kommt in diesem Moment in das Bistro und erkundigt sich, ob es in Ordnung ist, das Interview dort zu führen oder ob wir doch noch einen ruhigeren Platz benötigen. Daniel erkundigt sich, wann die Türen geöffnet werden sollen, hat aber letztendlich keine Einwände, dass dies wenige Minuten später passieren soll. -


Okay, also wenn ich noch ein paar Wochen mehr gehabt hätte, um an der Platte zu arbeiten, dann hätte ich noch ein oder zwei Sachen geändert, dann wären wir bei 99%iger Perfektion gewesen.


Erzählst Du mir denn, was genau Du damit meinst?

Nein, ich glaube nicht, dass ich Dir das sagen sollte. Das behalte ich für mich.


Geht klar! Warum habt ihr das Album „Weather Systems“ genannt?

Nun, wir hatten den Titel schon seit einiger Zeit. Wir sind aufgrund der Songtitel wie „The Gathering Of The Clouds“ oder „The Storm Before The Calm“ darauf gekommen, die alle ein gemeinsames Thema haben, da sie alle etwas mit dem Wetter und einer Metapher für „innere Landschaften“ zu tun haben. Damit meine ich die inneren Stürme im Herzen oder im Geiste, oder auch den Sonnenaufgang. Oder den Sonnenschein nach dem Sturm, der einen Regenbogen entstehen lässt. Das sind alles Metaphern für das Leben und für die emotionale Achterbahnfahrt, die die Menschen auf ihrer Reise durchleben. Darum fiel uns die Namenswahl auch recht leicht. Wir hatten ursprünglich zwei Titel, zum einen „Internal Landscapes“ und zum anderen eben „Weather Systems“, aber wir fanden „Weather Systems“ besser, da der Titel Raum für Interpretationen lässt und einem nicht genau erklärt, worum es geht. Darum haben wir den Titel genommen. „Internal Landscapes“ wäre da schon eindeutiger gewesen, dabei wüsste man direkt, dass es um das Innere geht, um den Geist und das Herz. Aber der Titel, wie auch die Songs, kommen bei den Leuten wirklich gut an.


Das kann ich gut nachvollziehen. Wie ist es denn bei euch mit dem Songwritingprozess? Du hast alle Songs - mit Ausnahme von „The Storm Before The Calm“ - alleine geschrieben. Haben die anderen Bandmitglieder denn eine wirkliche Chance, ihre eigenen Ideen einzubringen?

Nun, John, Vincent und ich sind die kreativen Köpfe in der Band. Und es gibt auf jeden Fall immer die Möglichkeit für Vincent, sich ins Songwriting einzubringen, wenn er es denn möchte. Er schreibt stilistisch anders gelagerte Musik, die eher in den Bereich Ambient oder Elektro geht. Aber die Tür stand für ihn immer offen. Zwischen uns drei gibt es kein Gesetz darüber, wer etwas schreiben darf und wer nicht.


Am Anfang des Songs „Internal Landscapes“ ist ein Mann namens Joe Geraci zu hören, der von seiner Nahtoderfahrung erzählt. Wie seid ihr mit ihm verbunden beziehungsweise wie kamt ihr auf ihn?

Nun, ich bin jetzt erst mit ihm verbunden. Das war letztes Jahr noch nicht der Fall. Ich habe auf Youtube ein Video gesehen, als ich in einem Hotelzimmer in Liverpool überlegte, was ich mit dem Song „Internal Landscapes“ machen könnte und dabei gerade am Eindösen war. Dann hörte ich dieses Interview und sprang plötzlich aus dem Bett, da mir dämmerte, dass von allen Interviews, die ich jemals zum Thema Spiritualität gehört hatte, mir dieses am ehesten im Gedächtnis bleiben würde. Alles was er erzählte, deutete darauf hin, dass er wirklich diese Erfahrung durchlebt hat, das er „dort war“. Das Meiste aus seinen Erzählungen unterstützte die Anzeichen, die ich bislang dafür hatte, dass es diesen besonderen, spirituellen Ort wirklich gibt. Es existiert an diesem Ort keine Zeit, es existiert dort kein „davor“ und „danach“ und alles entsteht einzig aus Liebe. Es war einfach viel von dem, was er erzählte, das mich unheimlich ansprach, weil ich es von anderen Leuten und in anderen Lehren schon gehört hatte. Es ist das Wesen des Buddhismus. Und ganz viele Menschen machten über mehrere Jahrtausende hinweg diese Erfahrungen, wo sie eine höhere Dimension kennen gelernt haben und sie ihre Herzen und ihre Seelen den Dimensionen, die in ihnen sind, geöffnet haben. Es geht nämlich nicht darum, zu einem anderen Ort zu gehen, es ist alles bereits in Dir und Du öffnest Dich diesem höheren, spirituellen Ort. Ein zeitloser Ort. Eine zeitlose Sache jenseits von Raum und Zeit. Es ist schwierig, das alles mit Worten zu beschreiben. Und das ist auch etwas, was Joe sagte: Es ist einfach unmöglich, es in Worte zu fassen. Auf jeden Fall sprach mich eigentlich alles, was er sagte, an, auch aufgrund eigener Erfahrungen, die ich gemacht habe, als ich mich einige Male schon kurzzeitig an diesem Ort befand.


Wirklich?

Ja! Jedenfalls sprach mich dieses Interview so sehr an, dass ich es – als wir wieder im Studio waren – in den Song einfügte und es schien einfach perfekt zu passen. Und dann habe ich vier Monate damit zugebracht, mich zu fragen, wie wir die Genehmigung für dieses Sample bekommen können, da ich es nicht einfach so verwenden wollte. Letztendlich war es ein Freund von mir, ein Journalist und Autor aus Amerika, der uns helfen konnte, indem er die E-Mail-Adresse des Herren, der das Interview geführt hatte, ausfindig machte. Er lebt glücklicherweise immer noch, ein promovierter Professor und Autor namens Kenneth Ring, der sich viel mit dem Thema befasst hat und immer noch befasst. Seinen Namen kannte ich auch vorher schon, da ich auch ein paar seiner Bücher gelesen hatte. Also schrieb ich ihn an und erklärte ihm: „Hör mal Ken, ich bin in einer Band – ANATHEMA – und hier ist die Geschichte, über die ich gerade schreibe. Ich bin auf dieses Interview mit Joe Geraci gestoßen und ich fragte mich, wie ich die Genehmigung bekommen kann, es auf unserem Album zu verwenden?“ Er schrieb mir dann einen wunderschönen Brief zurück, dass er sich freut, mich kennen zu lernen, und dass er findet, dass meine Idee gut klingt und dass ich mich wie ein recht erfolgreicher Künstler anhöre und dass es viel über mich aussagt, dass dieses Interview bei mir so einen Nachklang finden konnte. Er war froh mir mitteilen zu können, dass Joe immer noch lebt und dass er ihn für mich anschreiben und nach der Genehmigung fragen würde. Joe war hocherfreut und gab mir die Zustimmung und dann fingen wir an, uns gegenseitig immer mehr E-Mails zu schreiben. Er lebt immer noch in Amerika, ist jetzt in seinen Siebzigern und er schreibt Gedichte über diese Erfahrung, die er gemacht hat. Es ist etwas, was ihn nicht mehr loslässt.



Aber es ist schon dreißig Jahre her, dass er diese Nahtoderfahrung hatte?

Ja, mindestens dreißig. Es ereignete sich in den 70er Jahren. Auf jeden Fall freute er sich unheimlich über meine Anfrage und er sagt, es ist für ihn eine tolle Sache in seinem reifen Alter, nun wieder mit jüngeren Menschen in Kontakt zu kommen, ob das nun ich bin oder dieser Autor, der ihm bei seinen Gedichten hilft, zu denen ich wiederum Musik aufnehmen werde. Ich werde eine CD mit Joes Gedichten machen.


- In diesem Moment wird es laut im Bistro, allerdings nicht durch Fans, die hereinströmen und Daniel bestürmen, sondern durch die Angestellten des Bistros, die unter völliger Missachtung des Interviews irgendeinen Schwachsinn durch die Gegend blöken. Daniel bittet sie darum, etwas leiser zu sein und setzt erneut an. -


Also ich werde eine CD mit Joes Gedichten machen, die hoffentlich nächstes Jahr als limitierte Edition erscheinen wird, die man ausschließlich via Mailorder beziehen kann.


Also ähnlich wie Du es mit dem Nick Drake-Tribute vor einigen Jahren gemacht hast?

Ja, genau. So in der Art.


- Es will bei den Bistro-Spaßvögeln einfach keine Ruhe einkehren, weshalb Daniel - schon leicht genervt - dann doch einen weiteren Ortswechsel vorschlägt. Während wir uns zunächst durch den Club schlagen und schließlich via Seitenausgang in den Hof flüchten, läuft das Interview schön weiter. -


Der Song „Internal Landscapes“ wurde durch den Tod Deines Vaters inspiriert ...

Nein, wurde er nicht.


Nein?

Nein! Der Song wurde schon geschrieben, bevor mein Vater verstorben ist. Wir haben ihm den Song im Nachhinein gewidmet, weil es sich richtig anfühlte, aber eigentlich geht es überhaupt nicht um ihn.


Oha, dann habe ich das falsch verstanden.

Ja, aber das wird jedem so gehen, weil es auf der CD einfach so aussieht. Wenn Du Dir den Text durchliest, dann scheint es, als hätte das alles so sein sollen. Es ist schon merkwürdig, dass ich diesen Song geschrieben habe und dann verstirbt mein Vater. Ich wusste damals noch nicht, dass das passieren wird. Aber im Nachhinein passt es eben vollkommen, denn wenn es diesen Ort tatsächlich gibt, dann ist mein Dad jetzt da und hat die Fehler, die er in seinem Leben gemacht hatte, realisiert und ich bin mir sicher, dass er jetzt nur noch von Liebe erfüllt ist und möglicherweise sogar versucht, einiges davon zu korrigieren. Das ist schon sehr persönlich, was ich Dir hier erzähle … naja, nun ist es raus, hahaha. Was ist die nächste Frage?


Nachdem Du bei „Sunlight“, Lee bei „Lightning“ und Vincent bei den restlichen Songs den Leadgesang übernommen habt, frage ich mich, wie ihr so etwas im Vorfeld entscheidet?

Das ist eigentlich nur Vinnies Entscheidung. Er singt die meisten Songs, weil er der bessere Sänger von uns beiden ist. Und Lee singt, weil sie zu unserem Sound eine wunderbare, feminine Note beisteuern kann. Aber das kristallisiert sich im Grunde genommen einfach so heraus. Christer, der Produzent, Vinnie und Lee probieren einfach verschiedene Dinge aus und schauen, was funktioniert. „Untouchable, Part 2“ war zum Beispiel nicht geplant. Zunächst hat Vinnie den Song aufgenommen und dann hat Lee ihn noch mal aufgenommen und dann entschieden wir, dass wir beide zusammen nehmen – also Christer entschied das. Darum haben wir nun zwei Leadsänger bei dem Song, was ihn aber nur noch stärker macht. Er ist wirklich wunderschön und ich mag ihn sehr.


Ja, ich auch. Ich habe heute auf der englischen Wikipedia-Seite gelesen, dass „Weather Systems“ in Deutschland auf Platz 19 der Charts eingestiegen ist [tatsächlich wird es sogar Platz 14, wie sich einen Tag später herausstellt; Anm. d. Verf.] ...

Es ist hoch eingestiegen in den deutschen Charts, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern. Es läuft wirklich gut.


Ja, es ist bislang der mit Abstand höchste Charteinstieg in Deutschland für euch. Kannst Du diesen plötzlichen Erfolg erklären?

Ja, kann ich. Wenn man alles zusammen betrachtet, dann war es, dass wir „We're Here Because We're Here“ veröffentlicht haben und relativ schnell ein – möglicherweise sogar besseres – Album nachschieben konnten. So einfach ist das. Außerdem sind wir eine gute Liveband und beherrschen eine spezielle Art des Songwritings. Es gibt nur wenige Bands in dieser Szene, die Songs wie diese schreiben. Wir stechen aus der Masse heraus. Und wir haben eine anständige Plattenfirma und ein gutes Management. Außerdem müssen wir uns bei Steven Wilson bedanken, nicht nur für den tollen Job, den er mit seinem Mix für „We're Here Because We're Here“ gemacht hat, sondern auch weil es uns die Aufmerksamkeit einiger seiner Fans beschert hat. Es ist ein Zusammespiel aus all diesen Dingen. Letztendlich ist es aber vor allen Dingen wegen der Qualität der Songs und der Tatsache, dass wir einfach stattfinden, dass wir präsent sind.


Aber das ist ja gerade das, worüber ich mich so wundere: ihr macht ja seit mindestens 15 Jahren tolle Alben ...

Ja, aber sie sind nicht so gut wie die letzten zwei. Irgendwas hat immer gefehlt. Sie waren gut, aber es fehlt irgendwas. Zum Beispiel auf „A Fine Day To Exit“. Oder denk an „Judgement“. Ich denke nicht, dass wir damals wirklich großartige Songs geschrieben haben – mit wenigen Ausnahmen. Ich denke, es gibt einen wirklich guten Song auf „Judgement“ und der Rest ist „nur“ ganz gut.


Welchen Song meinst Du?

„One Last Goodbye“! Auf „A Fine Day To Exit“ gibt es schon mehrere tolle Songs und auf „We're Here Because We're Here“ und dem neuen Album sind alle großartig.


Da stimme ich Dir schon zu, allerdings mag ich auch „Judgement“!

Naja, ich mag es schon auch. Ich mag die Atmosphäre des Albums und die Gitarrenarbeit ist auch gut. Aber was das Songwriting, die Melodien und die Struktur angeht, denke ich, dass es nach „Judgement“ noch ein wenig besser wurde. Danach haben wir unseren Weg gefunden, nicht bei allen Songs, aber zum Beispiel bei „Barriers“ oder „Temporary Peace“ und anderen in der Art, bei denen wir uns unserem Ziel, großartig zu werden, immer mehr genähert haben. Es gibt auch ein paar gute Sachen auf „A Natural Disaster“, wie zum Beispiel „Electricity“, „Violence“ und solche Sachen. Aber erst als wir während der Sessions zu „We're Here Because We're Here“ an „Thin Air“ gearbeitet haben, gelang es uns wirklich, ein anderes Level zu erreichen. Es ist ein großartiger Song!



Das bestätigt, was ich mir hier aufgeschrieben hatte, nämlich dass ich das Gefühl habe, dass ihr seit eurer „Rückkehr“ 2008 besser seid als je zuvor. Euer Sound ist immer noch sehr unverwechselbar, trotzdem wirkt er insgesamt positiver. Kannst Du dem zustimmen und wenn ja, gibt es einen bestimmten Grund dafür?

Ja, den gibt es. Offensichtlich sind die Geschichten in den Songs, die wir schreiben, ja real, also aus dem wahren Leben gegriffen. Wir schreiben keine Gedichte über irgendwelche erfundenen Gefühle, es ist alles real. Es ist so passiert und es passiert immer noch. Und das betrifft sie alle, jeden einzelnen Song. Sogar die ganz alten, die zu der Zeit, als sie entstanden sind, auch vollkommen real waren. So machen wir das seit jeher und so hat es auch Duncan [Patterson, der frühere Hauptsongwriter der Band; Anm. d. Verf.] immer gemacht. Auch John macht es so: Wir schreiben über dieselben Dinge. Wir haben alle unsere Probleme im Leben, egal ob es den Verstand oder Gefühle betrifft, und das findet in unseren Texten Ausdruck. Bezüglich meiner Texte passierte Folgendes: Ich musste mich 2005 einer Therapie unterziehen, um mit dem Trinken aufzuhören. Dadurch habe ich aber auf spiritueller Ebene zu mir selbst gefunden. Und auch wenn das Leben seitdem immer mal wieder hart war, so wurde es aber doch nicht mehr so schlimm, wie es vorher war. Es war auch nicht mehr so dramatisch wie zuvor, und ich habe nie mehr Panik, Verwirrung oder Ungewissheit in einer solchen Intensität gespürt. Meine Texte spiegeln diese neuen Entdeckungen – wie eben die Spiritualität und das Leben und den Ort, an den wir gehen – wider. All das kam in den Texten zum Vorschein, denn wir schreiben Texte, die ehrlich sind. Nimm zum Beispiel das Album „Takk“ von SIGUR ROS mit diesen wunderschönen, goldenen und positiven Songs, die trotzdem sehr emotional sind. Man spürt eine Dankbarkeit für das Leben und man weint, weil man durch den Sturm hindurch gekommen ist und überlebt hat. Das ist es, worauf es ankommt. Das ist der Grund.


Dass man Leute zum Weinen bringt, die sich Deine Songs anhören?

Das ist das, was man mir erzählt hat. Sogar unsere Managerin erzählte mir, dass sie geweint hätte, hahaha. Was aber sehr schön ist. Sie ist übrigens selbst eine sehr talentierte Sängerin und Songschreiberin.


Ich habe in meinem Review geschrieben, dass Vincent die Leute selbst dann zum Weinen bringen würde, wenn er ihnen die Bedienungsanleitung seiner Waschmaschine vorsingt.

Hahaha! Ja, könnte sein.


Ich habe das Gefühl, dass ihr die verlorenen Jahre jetzt zu kompensieren versucht, nachdem „Weather Systems“ nun schon eure vierte Veröffentlichung in den letzten vier Jahren ist. Wie kommt das? Habt ihr zwischendrin nie aufgehört, an neuen Songs zu arbeiten?

Du hast Recht. Es stimmt, dass wir versuchen, die Zeit wirklich wieder aufzuholen. Die verlorenen Jahre. Das ist eine verrückte Sache! Mir wird jetzt erst bewusst, wie kaputt die Band in dieser Zeit war. Naja, bis jetzt haben wir zwei großartige Alben mit neuen Songs und zwei wirklich gute Retrospektiven gemacht, und wir werden einfach sehen, was als Nächstes passiert. Wir hatten die Idee, ein Mini-Album mit den Songs aus den verlorenen Jahren als limitierte Veröffentlichung zu machen, denn es gibt mehrere Songs, die in diesen fünf bis sieben Jahren entstanden sind und die niemals aufgenommen wurden. „The Lost Years“ wäre ein guter Name für das Mini-Album, vielleicht nehme ich das. Das ist wirklich gut. Auf jeden Fall gibt es da mehrere Songs, die wir weder für „We're Here Because We're Here“ noch für „Weather Systems“ verwenden konnten, die aber trotzdem gut sind. Vielleicht nicht die besten Songs, die wir je geschrieben haben, aber sie sind gut, und ich bin mir sicher, dass die Leute sie mögen würden. „The Lost Years“ … das ist echt gut!


Soll ich es Dir aufschreiben?

Nein, danke. Ich glaube, das kann ich mir merken.


Nun, damit hast Du ja jetzt auch schon auf meine nächste Frage vorgegriffen. Für längere Zeit haben die Fans auf ein Album namens „Horizons“ gewartet ...

Ja, und daraus wurde „We're Here Because We're Here“. Es ist dasselbe Album.


Für „Falling Deeper“ habt ihr ja diverse eurer älteren Songs aufgenommen und sie gewissermaßen in euren neuen Sound überführt. Wie hat es sich angefühlt, sich die alten Alben wieder anzuhören?

Ich habe sie mir nicht angehört.


Hast Du nicht?

Nein, brauchte ich nicht. Ich konnte mich an alle Melodien erinnern. Die Songs sind immer noch im mir drin. „Crestfallen“, „They Die“, „Kingdom“, alles noch da. Ich mag das Album im Übrigen sehr, was nicht heißen soll, dass ich es mir im Moment ständig anhöre. Aber nachdem wir damit fertig waren, habe ich es mir schon ein paar Monate angehört, und ich mag es wirklich sehr. Ich mag alles, was wir machen und es fühlte sich einfach gut an, beispielsweise „Sunset Of Age“ und diese ganzen Sachen mal wieder anzuhören. Es ist eine nette kleine Sache, die man nicht zu ernst nehmen sollte, eine nette kleine Präsentation, mehr nicht. Aber einige Songs sind wirklich richtig gut. Wenn Du Dir mal „J'ai Fait Une Promesse“ anhörst - es müsste der sechste Track sein, ein kleines Instrumental – das ist fantastisch! Mit großartigem Orchester! Das war es auch, was wir damit in erster Linie machen wollten: mit einem Orchester auf diesem Level arbeiten. Es war eine tolle Erfahrung und ich mag die Scheibe wirklich sehr. Die Songs sind alle gut. Die ersten zwei und „Kingdom“ … ja, sie sind alle großartig! Ich sollte sie mir mal wieder anhören.


Wie war das denn in euren Anfangstagen? Damals wurdet ihr ja häufig mit Bands wie PARADISE LOST und MY DYING BRIDE verglichen. Ihr wart ja auch alle auf demselben Label ...

Ja, nicht nur das. Wir haben damals, Anfang der Neunziger, zusammen eine Bewegung losgetreten. PARADISE LOST waren die Ersten, aber wir kamen direkt danach und MY DYING BRIDE folgten wiederum direkt auf uns. PARADISE LOST sind die wahren Pioniere, aber ich kam kurz danach und dann MY DYING BRIDE. Aber ganz im Ernst: mein absoluter Respekt geht an beide Bands! Sie sind beide immer noch da und MY DYING BRIDE haben auch ein paar wirkliche Klassiker geschrieben, wie zum Beispiel „The Cry Of Mankind“. Der ist wirklich gut und vermutlich besser als alles, was wir bis zu dem damaligen Zeitpunkt gemacht haben. Er hat ein tolles Arrangement, großartige Riffs und eine klasse Produktion, die deutlich besser war als die, die wir für „The Silent Enigma“ hatten. Ich habe es sehr genossen, 2008 mit MY DYING BRIDE spielen zu dürfen und ich mag die Jungs wirklich sehr. Und PARADISE LOST haben einen überaus talentierten Musiker in ihren Reihen: Gregor Mackintosh. Er ist ein sehr begabter, außergewöhnlicher und einzigartiger Songwriter und ich respektiere ihn wirklich sehr und er ist von all diesen Leuten derjenige, den ich sehe und bei dem ich denke „Ja, du bist ein Original und du bist sehr begabt!“. Ich mag, was er mit der Band so gemacht hat.




Jedenfalls haben sich sowohl ANATHEMA als auch PARADISE LOST im Laufe der Jahre enorm entwickelt, wohingegen MY DYING BRIDE keine derartige Entwicklung durchlebt haben.

Nun, Musik ist eine totale Sucht für uns. Es ist alles, was wir machen, weißt Du? Die Jungs von MY DYING BRIDE haben hingegen Familien und gehen regulär arbeiten, während sie die Band als Hobby am Laufen halten, als etwas, was ihnen Kraft gibt. Für uns wiederum ist es alles im Leben. Wir versuchen, Songs zu schreiben, die so gut sind wie die eines Jonsi [SIGUR ROS-Frontmann und -Hauptsongwriter; Anm. d. Verf.] oder eines Thom Yorke [Frontmann und Hauptsongwriter von RADIOHEAD; Anm. d. Verf.] und ich schätze, dass wir einfach nur versuchen, wir selbst zu sein und Songs zu schreiben, die wir lieben. Und ich kann zwar nicht für MY DYING BRIDE sprechen, aber ich denke, dass es ihnen genauso geht. Für eine solche Band wäre es merkwürdig, wenn sie sich zu sehr verändern würden. Vielleicht fühlen sie sich einfach wohl, da wo sie stehen. Die letzten paar PARADISE LOST-Alben habe ich gar nicht gehört, aber man sagte mir, dass sie wieder mehr zu ihrem Gitarrensound zurückgekehrt seien. Gregor hatte immer schon ein Ohr für eine gute Melodie, er ist ein sehr talentierter Songwriter. Allzu viele großartigen Melodien höre ich sonst nicht in der Szene. Es gibt ein paar wenige, wie zum Beispiel bei KATATONIA. Aber ich respektiere alle diese Bands, ich respektiere MY DYING BRIDE, ich respektiere KATATONIA und ich respektiere PARADISE LOST. Und es gab durchaus Gemeinsamkeiten zwischen uns in den 90ern, aber seit „A Fine Day To Exit“ gehen wir einfach unseren eigenen Weg, wofür wir durchaus auch Kritik einstecken mussten. Aber ich denke, dass wir nun diejenigen sind, die zuletzt lachen, nachdem wir nun in ganz Europa gut gechartet sind und als Headliner in großen Hallen auftreten. Es hat einfach funktioniert, das alles zu erreichen, obwohl wir immer wir selbst geblieben sind. Wenn wir einfach versuchen würden, den Fans zu gefallen und uns verkaufen würden, dann wären wir eine Metalband geblieben. Wir könnten eine der größten Metalbands in Europa sein. Wir hätten auf dem Gothic Metal-Weg bleiben und damit eine Menge Geld verdienen können. Aber wir wollten lieber ehrlich zu uns selbst sein und zu der Musik, die wir schreiben. Und das ist es für uns. Es gibt da keine andere Option, es kommt einfach so aus uns heraus.


Wie würdest Du den Stil denn beschreiben, den ihr mittlerweile spielt?

Alternative Rock?


Ich bezeichne es immer gerne als „Trip Rock“.

Das geht auch. Manche Menschen nennen es Progressive, andere sagen Alternative oder Atmospheric. Es ist alles dasselbe für mich!


Es interessiert Dich auch nicht wirklich, oder?

Nein, nicht wirklich. Es ist eine riesige, goldene Lieblichkeit. So würde ich das beschreiben, hahaha. Mit einer gewissen Traurigkeit.


Ihr habt ja nun schon einige Konzerte in den letzten Tagen gespielt. Wie läuft die Tour denn bis hierhin? Kommen viele Leute, um euch zu sehen?

Ja, definitiv viele. Es ist die erfolgreichste Tour, die wir bislang gemacht haben, mit den größten Zuschauerzahlen. Die Konzerte laufen wirklich gut.


Habt ihr AMPLIFIER als eure Vorband ausgesucht?

Nun, wir haben zugestimmt. Es war der Booker, der uns die Band vorgeschlagen hat – er arbeitet für beide Bands.


Magst Du sie denn?

Ja, sie haben einen wirklich guten Song, der – wie ich glaube - „Panzer“ heißt und der eine mitreißende Melodie und tolle Riffs hat. Ich hörte mir den Song oft an, als ich in Frankfurt Liebeskummer hatte. Es gibt da ein wundervolles und sehr süßes, deutsches Mädchen, in das ich mich ein wenig verliebt habe, aber irgendwie hat alles nicht so gut funktioniert und ich habe wirklich gehofft, dass sie zu der Show nach Frankfurt kommt, aber sie ist nicht aufgetaucht – was ich vollkommen respektiere. Auf jeden Fall hielt ich während der Show Ausschau nach ihr und hörte dabei diesen Song und die Kombination aus diesen beiden Dingen, dass ich sie gehen lassen musste und dann noch dieses Lied gehört habe, das war schön. Es hat mich irgendwie ein bisschen getröstet. Also ja, AMPLIFIER sind gut!


Gibt es denn noch irgendwelche anderen Bands, die Du Dir im Moment gerne anhörst und die Du unseren Lesern vielleicht empfehlen möchtest?

Ja, viele. Momentan höre ich mir viel klassische Musik aus alten Zeiten an.


Sprechen wir hier von Klassik?

Naja, Klassiker halt. Die ganz Großen. Da würde ich zum Beispiel Kate Bush dazu zählen, die ich mir sehr regelmäßig anhöre. Aber es gibt sehr viele unterschiedliche Sachen. Wenn es Dir um moderne Bands geht, solltest Du Dich mit meinem Bruder unterhalten, denn er ist da eigentlich immer auf dem Laufenden. Er spielte mir kürzlich einen kanadischen Künstler namens DEADMAU5 vor, das war interessant. Aber er kennt sich damit auf jeden Fall auch besser aus als ich.


Aber es freut mich sehr, dass Du ausgerechnet die fantastische Kate Bush ansprichst!

Ja, sie ist immer noch großartig, sie macht immer noch tolle Sachen! Aber „Hounds Of Love“ ist das beste Album. Es zählt definitiv zu meinen zehn Lieblingsalben aller Zeiten. Ich höre mir auch gern die Sachen von QUEEN aus den späten 70ern und frühen 80ern an und auch Mark Knopfler und die DIRE STRAITS sind ganz groß. Die BEATLES natürlich noch und PINK FLOYD, sowie offensichtlich auch SIGUR ROS. Aber lass uns doch einfach mal schauen, was momentan so alles auf meinem iPod zu finden ist. Eine Auswahl meiner Favoriten vom iPod, die da wären: Nick Drake, den habe ich heute noch gehört. Aber hier kommt eine Liste: ABBA, THE BEATLES, BEETHOVEN, Björk, Bob Dylan, CLANNAD, COLDPLAY, DIRE STRAITS, Eminem, Enya, FLEETWOOD MAC, FRANKY GOES TO HOLLYWOOD, GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR, GREEN DAY, Hildegard von Bingen - das ist 850 Jahre alt, aus Deutschland!


Ja, der Name sagt mir was. Aber ich muss gestehen, dass ich nicht wusste, dass sie eine Sängerin war.

Sie lebte im 12. Jahrhundert und sie ist wirklich unglaublich! Nicht nur wegen der Musik, sondern weil sie auch eine Visionärin war. Aber weiter mit der Liste: INTERPOL, IRON MAIDEN, Jean Michel Jarre, Jeff Buckley, Johann Johannsson, Jonsi, Kate Bush, LEAFBLADE, LED ZEPPELIN, MARILLION, Mark Knopfler, THE MEDIAEVAL BAEBES, Michael Jackson, Nick Drake, NIRVANA, Noel Gallagher, OWL CITY, PEARL JAM, Peter Gabriel, PINK FLOYD, THE POLICE, PORTISHEAD, QUEEN, RADIOHEAD, Roger Waters, SIGUR ROS, SPANDAU BALLET, THE STREETS, U2. Das war es. Eine kleine Auswahl von meinem iPod. Die kannst Du alle auflisten, hahaha.


Das werde ich auch machen. Dann wären wir nun auch bei meiner letzten Frage angelangt: Wie geht es weiter? Was habt ihr für Pläne? Ich vermute mal, dass ihr erst mal noch weitere Tourneen spielt, oder?

Nun, wir spielen ein paar Festivals und dann werden wir eine Entscheidung bezüglich der Veröffentlichung der „Lost Years“-Songs treffen und dann schauen wir mal, wie es weitergeht. Im September werden wir noch eine DVD mit dem National-Orchester von Bulgarien aufnehmen, bei dem wir Songs von „Weather Systems“, „Falling Deeper“, „We're Here Because We're Here“ und auch ein paar ältere Songs. Das wird gut! Und dann gehen wir es locker an und versuchen, ein neues Album zu machen, das so gut ist wie die letzten zwei. Vielleicht etwas anders, da wir versuchen wollen, uns nicht zu wiederholen. Es soll genauso gut werden, nur eben anders. Vielleicht sogar etwas besser, wenn wir es schaffen. Wir wollen auf jeden Fall die Qualität des Songwritings hoch halten, das ist am Wichtigsten.


Wollt ihr auch den Veröffentlichungsrhythmus so hoch halten wie zuletzt?

Ja, definitiv.

kaamos

Autor: Timo Beisel [kaamos] | 06.07.2012 | 10:42 Uhr

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