.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Interviews mit Hell
Reviews von Hell
CD Review: Hell - Curse & Chapter

Hell
Curse & Chapter


Heavy Metal, NwobHM
6.5 von 7 Punkten
"Monty Python's schwermetallener Zirkus"
CD Review: Hell - Human Remains

Hell
Human Remains


Heavy Metal, NwobHM
6.5 von 7 Punkten
"In Shakespeares Gruselkabinett"
Live-Berichte über Hell
Mehr aus den Genres
CD Review: Artlantica - Across The Seven Seas

Artlantica
Across The Seven Seas


Hard Rock, Heavy Metal
5 von 7 Punkten
"In schwedischer Tradition"
CD Review: Powerwolf - Bible Of The Beast

Powerwolf
Bible Of The Beast


Heavy Metal, Power Metal
5.5 von 7 Punkten
"Aufstand der Zuckerguss-Satanisten"
CD Review: Rage - The Devil Strikes Again

Rage
The Devil Strikes Again


Heavy Metal, Power Metal
6 von 7 Punkten
"Runderneuerung gelungen"
CD Review: Lordi - Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy)

Lordi
Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy)


Hard Rock, Heavy Metal
5 von 7 Punkten
"Wieder mal ein solides Werk, allerdings ohne große Überraschungen"
CD Review: Jaded Heart - Common Destiny

Jaded Heart
Common Destiny


Hard Rock, Heavy Metal
5.5 von 7 Punkten
"Breitwand-Rock für schöne Stunden"
CD Review: Iron Savior - Reforged - Riding On Fire

Iron Savior
Reforged - Riding On Fire


Power Metal, True Metal
Keine Wertung
"Klassiker auf Hochglanz"
CD Review: Eisley / Goldy - Blood, Guts And Games

Eisley / Goldy
Blood, Guts And Games


AOR, Hard Rock
5 von 7 Punkten
"Gediegen, nicht seicht"
CD Review: Pretty Boy Floyd - Public Enemies

Pretty Boy Floyd
Public Enemies


Glam Rock, Sleaze Rock
4 von 7 Punkten
"Wenn die Spandex spannt..."
CD Review: Hittman - Hittman [Re-Release]

Hittman
Hittman [Re-Release]


US-Metal
Keine Wertung
"Die richtige Band zur falschen Zeit"
CD Review: Pink Cream 69 - Headstrong

Pink Cream 69
Headstrong


Hard Rock, Heavy Metal
6 von 7 Punkten
"Halsstarrige Hard Rock-Hymnen"
Share:
Band: Metalnews nach 'Hell' durchsuchen Hell
Interviewpartner: David Bower

Eigentlich schon 1982 gegründet und nur fünf Jahre später wieder aufgelöst wurden die britischen Heavy Metal-Veteranen HELL 2008 angetrieben von Produzenten-Legende Andy Sneap wieder zusammen geführt und haben 2011 ein geradezu hervorragendes Comeback-Album in Form von „Human Remains“ vorgelegt. Da die Herren mit „Curse & Chapter“ zwei Jahre später das nächste Album auf ihre stetig wachsende Fanschar loslassen, erreichten wir Frontmann David Bower zum trauten Zwiegespräch, in dem der Mann uns unter anderem verriet, wie das klassische Theater eine Metal-Show aufwertet.






Hallo David und vielen Dank für Deine Zeit! Vor gut zwei Jahren hat uns Euer Gitarrist Andy Sneap bereits seine Version der Ereignisse mitgeteilt, aber wir würden es gerne auch noch einmal von Dir hören: Wie bist Du der Sänger von HELL geworden?

Naja, weil Kevin [Bower, Gitarre, Anm. d. Red.] mein Bruder ist, wusste ich, dass die Band „Human Remains“ aufnehmen würde. Ich bin eigentlich nur ins Studio gekommen, um ein Voiceover für „Plague And Fire“ aufzunehmen, weil sie da gerne etwas aus der Shakespeare-Ecke gehabt hätten. Da hatten sie an mich gedacht, weil ich hauptberuflich Schauspieler bin. Wir haben uns dann die Aufnahmen, bei denen Martin Walkyier [ehemaliger Frontmann von SABBAT, Anm. d. Red.] gesungen hat, angehört und ich habe mitgesungen. Andy meinte dann, ich solle mich am Background-Gesang beteiligen. Meine Stimme gefiel ihnen dann so gut, dass eines zum anderen führte [lacht].


Du hast ja bereits angesprochen, dass Du eigentlich Theaterschauspieler bist. Wie hat sich Dein Leben durch den Eintritt bei HELL verändert?

Naja, ich mache im Moment nicht mehr ganz so viel im Theater wie früher, aber ich bin da schon nach wie vor aktiv. Ich habe zwischenzeitlich noch ein bisschen was anderes gemacht, also passt das alles eigentlich ziemlich gut zusammen.


Wie viel von Deinem Bühnen-Training steckt in den Auftritten von HELL?

Das ist sehr schwer zu sagen. Aber wahrscheinlich ziemlich viel: Die meisten Dinge, die ich während einem Auftritt mache, fühlen sich für mich ganz natürlich an, aber ich bin nun auch schon so lange im Theater, dass diese Dinge in Fleisch und Blut übergegangen sind.


Zumindest gibt es vermutlich nur wenige andere Heavy Metal-Sänger, die derart intensiv mit dem Publikum interagieren. Woher kommt das?

Das liegt auf jeden Fall an meiner Schauspielausbildung. Im Theater – vor allem in Stücken von Shakespeare – ist man sehr oft alleine auf der Bühne und hält einen Monolog und da spricht man dann natürlich minutenlang direkt mit dem Publikum. Mir ist aufgefallen, dass die Sänger vieler Bands nie wirklich ins Publikum sehen und ich dachte mir, dass das für die Intensität eines Auftritts eine verschenkte Gelegenheit bedeutet. Denn wenn Dir der Frontmann einer Band mal tatsächlich direkt in die Augen sieht, dann erinnert man sich daran. Außerdem ist es witzig, sich die Reaktionen anzugucken.


Und wie reagiert Euer Publikum darauf?

Naja, ich denke, dass ist etwas sehr Gutes für den Metal: Man zeigt damit, dass man keine Angst hat und dass man sich traut, den direkten Kontakt mit den Zuschauern zu suchen und damit erntet man ihren Respekt.


Hast Du schon vor deinem Beitritt bei HELL Metal gehört?

Ja, auf jeden Fall. Ich war schon immer ein riesiger Fan von JUDAS PRIEST und auch von progressiveren Bands wie RUSH. Zu den moderneren Spielarten des Metal mit ihren Growl-Vocals habe ich nie wirklich Zugang gefunden, aber auch dort finde ich den technischen Anspruch ziemlich faszinierend. Letztendlich gibt mir das aber nichts, weshalb ich sowas eigentlich auch nicht höre. JUDAS PRIEST gehen allerdings immer [lacht].


Die Veröffentlichung von „Human Remains“ liegt jetzt etwa zwei Jahre zurück. Wie lief es seither für HELL?

Ziemlich gut, würde ich sagen! Die Reaktionen auf „Human Remains“ waren durchweg gut und wir haben in den letzten zwei Jahren eine wirklich solide Fangemeinde rund um den Globus aufgebaut. Wir waren ziemlich beeindruckt, zu sehen, wie weit die Menschen zu fahren bereit sind, um HELL live zu sehen. Dadurch ist uns auch erst wirklich bewusst geworden, wie großartig das ist, was wir uns hier aufgebaut haben. Wir hatten HELL ursprünglich als Projekt wiederbelebt und wussten nicht wirklich, in welche Richtung das gehen würde oder ob wir nicht unsere Zenit überschritten hätten, aber die Resonanz aus dem Publikum war überwältigend.






Gibt es noch viele Fans aus den Anfangstagen von HELL, die nun wieder auf Konzerten auftauchen?

Ja, das ist auf jeden Fall so. Vor allem während unserer ersten Konzerte haben wir eine Menge Leute im Publikum wieder getroffen, zu denen die Band den Kontakt verloren hatte. Früher kamen die gleichen Leute regelmäßig zu den Shows von HELL und die sehen wir jetzt alle wieder. Ich finde das wundervoll. Manche haben sogar angefangen, ihre Kinder mitzubringen [lacht].


Beteiligst Du Dich am Songwriting von HELL?

Ja, tue ich. Für das neue Album habe ich sehr viele Texte geschrieben und die meisten Gesangsmelodie ausgearbeitet. Das ergibt ja auch Sinn, nachdem ich derjenige bin, der die Sachen am Ende singen soll. Kevin und Andy haben gemeinsam den Großteil der Musik und der zugehörigen Arrangements übernommen. Texte und Melodien stammen hingegen hauptsächlich aus meiner Feder.


Wann habt Ihr mit dem Songwriting für „Curse & Chapter“ begonnen?

Das war vermutlich schon vor zwei Jahren. Kevin hat bereits 2011 damit begonnen, an neuen Songs zu arbeiten und etwa zeitgleich habe ich auch mit dem Texten begonnen. Ein paar meiner Ideen haben wir dann benutzt, andere nicht. Kevin und Andy haben für „Curse & Chapter“ auch etliche Songs geschrieben, die wir bisher noch nicht verwendet haben. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Wir haben für das neue Album natürlich nur Material verwendet, für das wir auch genügend Ideen hatten, um es zu entwickeln.


Befinden sich auf „Curse & Chapter“ nur neue Songs oder auch Material, das HELL bereits in den 80ern geschrieben haben?

Da ist auch Musik aus den 80ern drauf. Wir haben auf „Curse & Chapter“ etwa zur Hälfte alte und zur Hälfte neue Songs untergebracht.


Habt Ihr das alte Material an heutige Hörgewohnheiten angepasst?

Ja, das lief ziemlich genauso wie beim ersten Album ab. Wir haben uns das vorhandene Material genau angesehen und uns dann überlegt, wo es vielleicht noch Schwächen hat. Die Arrangements sind beispielsweise fast identisch zu den Originalen. Da haben wir lediglich ein paar Sachen etwas fetter gemacht und hier und da etwas hinzugefügt. Das Gleiche habe ich mit den Texten gemacht, also gibt es jetzt ein paar Textstellen, die den Originalen fehlen. Im Endeffekt haben wir uns angesehen, was wir haben und wie wir es besser machen können. Ich bin auch sehr zufrieden damit, wie sich das entwickelt hat.


Wie würdest Du „Curse & Chapter“ beschreiben?

Das ist gar nicht so einfach. In gewisser Weise war „Human Remains“ ein „Greatest Hits“-Album. Die Band hatte etliche Jahre Zeit, das Material auszuarbeiten und konnte am Ende das Beste davon für ein Album wählen. Das mag überhaupt der Grund sein, warum die ersten Alben vieler Bands so stark sind. „Curse & Chapter“ fällt meiner Meinung nach vielfältiger aus. Auf dem Album finden sich stilistisch teils sehr unterschiedliche Songs und auch die Bandbreite der Themen ist diesmal viel größer. Auf „Human Remains“ sind sehr viele recht lange Songs enthalten und diesmal haben wir viele kürzere und auch prägnantere Nummern. Einer der Gründe dafür war, dass wir live recht viele unterschiedliche Sets spielen und auch mal ein paar kürzere Songs brauchten. Es gibt aber auch wieder längere und komplexere Nummern. Ich finde, es ist eine sehr starke Platte geworden, die dem Hörer sehr viel Abwechslung bietet. „Curse & Chapter“ ist dabei ganz anders als sein Vorgänger und ich finde auch, dass das so sein muss.






Worum geht es in den Songs auf „Curse & Chapter“?

Da gibt es natürlich ein paar Fantasy-Songs über Menschen, die mitten im Kampf zwischen Gut und Böse stecken und wie sie damit umgehen. Dann haben wir wieder ein paar von den Nummern, die ich gerne als „Kanzel-Songs“ bezeichne [lacht]: Wenn ein Priester auf der Kanzel steht und zur Menge predigt und sie vor den Gefahren der Hölle warnt, dann klingt das etwa so wie unsere Texte in diesen Songs [lacht]. Dann stellen wir wie immer die organisierte Religion in Frage [lacht], erzählen Gruselgeschichten usw. Es gibt etliche Songs, in denen ich kleine Hinweise auf ihre Bedeutung eingebaut habe. Wenn die Menschen sich also intensiv genug damit auseinander setzen, werden sie von ganz alleine drauf kommen, worum es geht. Ein Text basiert sogar auf einer wahren Begebenheit und einer auf einer bekannten Fantasy-Story, die wir für unsere Zwecke adaptiert haben. Mehr fällt mir gerade nicht ein [lacht]. Jedenfalls denke ich, dass es Teil der Aufgabe eines Texters ist, die Menschen zum denken anzuregen.


Wo nimmst Du die Ideen für Deine Texte her?

Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal sehe ich etwas in den Nachrichten und manchmal hat man einfach eine Zeile im Kopf, aus der sich ein ganzer Songtext entwickelt. So ist das mit dem Unterbewusstsein: Es packt Informationen in die unterschiedlichen Schubladen und irgendwann geht mal eine davon auf [lacht].


Nun kommt „Curse & Chapter“ ja mit einer Live-DVD, aber leider nicht mit einem vollen Konzert...

Ja, wir haben im letzten Jahr unser Konzert in den „Derby Assembly Rooms“ mitgeschnitten, aber aus diversen technischen Gründen waren Video und Audio stellenweise unvollständig. Sieht aus, als hätten mysteriöse Kräfte da ihre Finger im Spiel gehabt [lacht]. Wir konnten einen Teil davon retten und haben das auf die Bonus-DVD vom neuen Album gepackt. Wir haben auch noch Teile unseres Auftritts beim „Bloodstock Open Air“ dazu getan, aber wir möchten auch unbedingt mal ein komplettes Konzert mitschneiden. Wir dachten ja auch, dass das bereits geschehen wäre [lacht]. Es gibt einfach ziemlich viel, was dabei schief gehen kann. Sie haben das gesamte „Bloodstock“-Festival live< im Internet gestreamt und als wir auf die Bühne gegangen sind, war der Ton der Übertragung nach drei Songs weg. Also konnten wir nur drei Songs davon verwenden. Für alle anderen Bands hat es allerdings einwandfrei geklappt. Wer weiß, ob das göttliche Intervention war [lacht]?


Also ist ein Live-Album von HELL nach wie vor angedacht?

Ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit.


Damit sind wir auch schon fertig! Möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Ich finde jeder sollte unser Album kaufen, denn kaum ein Metal-Fan wird davon enttäuscht sein [lacht]!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 24.11.2013 | 14:17 Uhr

Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin