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Interviewpartner: Dunk & Rich

Die englischen Denvali-Records-Schützlinge BLUENECK melden sich mit dem unkonventionellen, düsteren und vielschichtigen „Repetitions“, dem dritten Album der Bandgeschichte, eindrucksvoll auf der Bildfläche zurück. Duncan „Dunk“ Attwood und Rich Sadler stehen im Interview ausführlich Rede und Antwort.




Hallo wieder mal bei BLUENECK. „Repetitions“, Euer drittes Album, wird Ende September auf den Markt kommen. Worin bestehen Eurer Meinung nach die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zu „The Fallen Host“? Mir erscheint das Album noch dunkler, nachdenklicher, organischer und sehr emotional, d.h. ein exzellentes Album für einen verregneten, stürmischen Herbsttag…

Dunk: Hi wieder mal! Ich finde, dass das Album spürbar anders ist als „The Fallen Host“, sowohl klanglich als auch von der Grundstimmung her. Du liegst richtig; ich finde auch, dass es viel düsterer, nachdenklicher sowie viel tiefgehender und emotionaler ist als der Vorgänger. Während „The Fallen Host“ von Wut und Abneigung nur so erfüllt war, ist „Repetitions“ da etwas sanfter. Es ist fast schon wie eine Art Abfinden mit dem Schmerz… Oder sogar der Gefallen an diesem Schmerz. Vielleicht ein bisschen, als wäre man auf Morphium?!

Rich: Für mich ist es ein weniger offensichtlich gewalttätiges und kaltherziges Album als „The Fallen Host“. Ich hoffe, dass wir die Gefühle sowie die Spannung erhöht haben, ohne jedoch immer die Lautstärke anheben zu müssen. Ich sehe „The Fallen Host“ als den Winter an, also hast Du recht – „Repetitions“ würde einen guten Herbst darstellen.

Dunk: Aber was macht das dann aus „Scars Of The Midwest“?

Rich: Puh, wer weiß?


Wofür steht der Albumtitel? Sicherlich nicht für musikalische Wiederholung? Oder wollt Ihr schlichtweg die Leute zum Denken und Hinterfragen anregen? Gibt es eine Art Konzept? Hier scheint die Scheibe wieder am besten als Ganzes und weniger als Einzelteile zu funktionieren, oder?

Rich: Ich betrachte mein eigenes Leben und die gesamte Welt – und alles, was ich sehe, sind Wiederholungen. Fast alles scheint sich in Zyklen abzuspielen, im Gegensatz zu einem sich stetig steigernden Anstieg oder Lernprozess. Wir alle scheinen immer und immer wieder die gleichen Fehler zu begehen, aber irgendwie akzeptieren wir dies entweder gezwungenermaßen oder durch unsere eigene Einsicht. Für mich ist es das, womit sich „Repetitions“ befasst.




Die Stücke „Pneumothorax“, „Sawbones“, „Una Salus Victus“ und „Lopussa“ ragen meiner Meinung nach ein wenig heraus und sind gelinde gesagt beeindruckend – was könnt Ihr uns über diese Lieder berichten?

Dunk: Da hast Du meiner Ansicht nach vier sehr unterschiedliche Songs herausgepickt – sowohl klanglich als auch von der Stimmung. Es hat sehr viel Spaß gemacht, sie zu komponieren, und als sie es endlich ins Studio schafften, erwachten sie erst so richtig zum Leben. „Sawbones“ war ehrlich gesagt am schwierigsten, es richtig hinzubekommen. Wir musste es einige Male erneut aufnehmen, da es den Schritt von meinen ursprünglichen, rudimentären Aufnahmen daheim hin zum Studio nicht gut vollbrachte. Letzten Endes haben wir es komplett reduziert und mit der Hammondorgel als Mittelpunkt komplett neu eingespielt und den Rest darum herum gruppiert.

Rich: Wie Dunk schon sagte, so sind dies vier Stücke mit vier sehr unterschiedlichen Ursprüngen. „Una Salus Victus“ ist davon mit Abstand am ältesten. Ich kann mich daran erinnern, dass wir das zum ersten Mal vor ungefähr zwei Jahren gespielt haben, als wir uns auf die Veröffentlichung von „The Fallen Host“ vorbereiteten. Es entstand sehr, sehr schnell. Die Arrangements, die Ihr auf dem Album hört, entsprechen ziemlich genau dem, wie es am ersten Tag schon gespielt wurde. Am ganz anderen Ende der Skala befindet sich dafür „Lopussa“, das erst während der letzten Monat entstand und aufgenommen wurde.


Seid Ihr immer noch für den Großteil der optischen Gestaltung zuständig oder hat sich hier etwas verändert? Emily Golden zeichnet für das Artwork von „Repetitions“ verantwortlich. Welche Ideen teilt Ihr den Künstlern als Hintergrund mit?

Dunk: Nein, die Erstellung des Artworks stellt immer noch einen der schönsten Teile dar, ein Album zu erschaffen! Wir kennen Emily durch unsere Freundschaft mit dem THE PIRATE SHIP QUINTET. Und vor einer Weile hat sie das entworfen, was nun das Cover von „Repetitions“ darstellt. Damals hatten wir die Zeichnung nicht eingesetzt, und wir hatten das auch komplett vergessen, um ganz ehrlich zu sein. Wir gingen jede Menge verschiedene Ideen für das Artwork durch, bis ich mich eines Tages an die Illustration erinnerte, die sie einmal für uns angefertigt hatte. Und so entdeckten wir es aufs Neue und änderten einige kleine Dinge, ehe wir uns dazu entschieden, dass dies genau das ist, was wir wollen.


Im Vergleich zum Vorgänger empfinde ich die Instrumentierung und deren Verwendung bzw. deren warmen, tiefen Klang sehr auffällig. Es gibt beispielsweise auf den ersten Blick kaum verzerrte Gitarren, dafür aber viel Cello, Violine und Piano?

Dunk: Oh ja, direkt von Anfang an war ich darauf aus, eine andere Herangehensweise bei den Aufnahmen für dieses Album zu verfolgen. Es wäre leicht gewesen, einfach nur ein weiteres „The Fallen Host“ zu machen, aber es wäre ganz offen gestanden langweilig gewesen, das dann aufzunehmen. Ich hatte den Eindruck, dass die Songs, die ich geschrieben hatte, mehr Tiefe verdienten und nicht von etlichen verzerrten Gitarren überlagert werden sollten. Es gibt aber natürlich einige Gitarren auf der Scheibe! Wir haben dann mit analogen Synthesizern, verzerrtem Bass und natürlich Cello sowie Violine gearbeitet.

Rich: Ja, es war stets unsere Absicht, dass es sich anders anhört und anfühlt, und der finale Mix war deutlich weniger gitarrenorientiert als die Vorgängeralben. Wie Dunk aber schon sagte: Die Gitarren sind dennoch vorhanden. Sie sind allerdings nicht prominenter als die anderen Instrumente. Ich denke, dass man mehr von den Gitarrentexturen bemerken wird, wenn wir live spielen. Obwohl ich das auf jeden Fall sagen würde, schließlich bin ich ja Gitarrist.




Was hat dazu geführt, nicht mehr in der ländlichen Abgeschiedenheit, sondern diesmal in der Stadt, d.h. in Bristol, aufzunehmen? Ihr habt dort mit Mat Sampson, der auch Slide-Guitar-Beiträge auf dem Album übernommen hat, aufgenommen: Was war mit ihm möglich, was andere Produzenten nicht hinbekommen hätten?

Dunk: Corin Dingley, unser vorheriger Produzent, war nach Frankreich umgezogen, und wir hatten die Möglichkeit, dort aufzunehmen. Nachdem wir aber auch schon mal mit Mat gearbeitet hatten, wusste ich, wozu er und sein Studio in der Lage waren. Er ist ein ziemlicher Verfechter von analogen Aufnahmeprozeduren, und seine Aufnahmen klingen von ganz alleine ziemlich warm. Ich hatte das Gefühl, dass es der perfekte Ort und der perfekte Produzent sein würden, um insbesondere an diesen Songs zu arbeiten.
Es war großartig, zusammen mit Mat zu arbeiten. Wir schienen die ganze Zeit über genau gleich zu denken, und zwar in einem Maße, dass ich gerade die Idee hatte, was ein spezifischer Song benötigte, und er aber schon längst losgegangen war, um das Equipment für genau diese Idee aufzustellen, und zwar bevor ich es überhaupt erwähnt hatte.


Hier spielen sicher auch die analogen Aufnahmen eine Rolle, oder? Wurde „Repetitions“ hauptsächlich mit der Bühne im Hinterkopf geschrieben und aufgenommen, sozusagen als Übergang von einer Studioband zu einer Live-Band?

Dunk: Bei diesem Album gab es nicht viele Veränderungen nach den Aufnahmen, sprich Post-Production – ganz im Gegensatz zu „Scars Of The Midwest“ und „The Fallen Host“. Wir haben alles live und in Echtzeit eingespielt. Beispielsweise wurden jegliche Filtereffekte oder Klangeffekte, die man hört, allesamt sozusagen live erstellt. Somit wurde deutlich mehr direkt angepackt, und aufgrund dessen waren die Aufnahmen eine viel schönere Angelegenheit.
Ich glaube, dass wir anfangs ein bisschen darauf geschielt haben, diese Songs mit auf Tour zu nehmen. Das haben wir aber ganz schnell vergessen und beschlossen, einfach das zu machen, was erforderlich war, und uns dann erst die Köpfe zu zerbrechen, wie man das eigentlich live hinbekommt! Wir befinden uns momentan mittendrin, herauszufinden, wie wir manches live umsetzen werden – das ist ein faszinierender Aspekt daran, bei BLUENECK zu spielen! So zum Beispiel Violine und Cello: Sandy wird die anstehende Tour nicht mitfahren können, da er ein professioneller Vollzeitcellist ist. Wie auch immer, Oli hat auf diesem Album die Violine eingespielt und wird daher zwischen Gitarre und Violine hin- und herwechseln. Das ist eine nette Abwechslung. Wir haben versucht, uns für diese kommende Tour ein bisschen mehr anzuspornen – hoffentlich jedoch nicht bis zum Anschlag!

Rich: Wir sind zwischen „The Fallen Host“ und „Repetitions“ so viel getourt, dass wir irgendwo in dieser Phase eine Live-Band wurden und nicht mehr nur eine Studioband waren. Wir haben begonnen, das Zusammenspiel wirklich zu genießen, und ich finde, dass wir das bei der Erschaffung von „Repetitions“ miteinbezogen haben. Ich bin der Ansicht, dass Ihr eine Fortsetzung dieser Entwicklung sehen werdet, wenn wir anfangen, „Repetitions“ live zu spielen. Wir wissen, dass die Leute gelegentlich die Streichinstrumente, Cello und Violine, vermissen, sodass wir hoffen, diesen Punkt dann ein wenig bei den anstehenden Konzerten berücksichtigen zu können. Wir denken aber so oder so, dass es ganz schön öde ist, nur ganz stur das zu reproduzieren, was sich auf dem Album befindet – es macht deutlich mehr Spaß, zu sehen, ob wir das Arrangement so umstellen und instrumentieren können, dass es zu einer Live-Band passt.


Wird es wieder spezielle Versionen von „Repetitions“ geben? Was haltet Ihr eigentlich von dem Denovali-MP3-Shop? Findet Ihr, dass Eure Musik auch ohne die „Verpackung“ funktionieren kann? Oder ist es Euch lieber, wenn die Leute in diesem Shop die Musik herunterladen, als es eventuell illegal im Internet zu tun?

Dunk: Denovali haben eine besondere Ausgabe der Vinylfassung veröffentlicht, die großartig aussieht. Diese ist jedoch auf 300 Exemplare limitiert. Die Verpackung der CD weicht auch ein wenig von den bisherigen Veröffentlichungen ab.
Was die MP3s anbelangt: Es ist cool, dass Denovali ihren eigenen Shop haben. Das gibt den Leuten nun die Möglichkeit, das digitale Album legal von einem unabhängigen Shop zu kaufen, wenn sie das möchten. Ich bin aber ziemlich sicher, dass ein Großteil es einfach illegal herunterladen würde… Hoffentlich würden sie sich dann aber trotzdem das richtige Album kaufen oder uns live anschauen. Ich selbst habe kein Problem mit Leuten, die das so machen.

Rich: Insgesamt habe ich kein Problem mit illegalen Downloads, solange die Leute sich der Konsequenzen ihrer Wahl bewusst sind. Ein verschwindend geringer Anteil an Bands kann sich nur durch die eigene Musik über Wasser erhalten, ganz besonders heutzutage. Wir machen das, was wir machen, aus purer Begeisterung, aber um das Ganze am Laufen zu halten, müssen wir – wie alle anderen auch – auf irgendeine Art und Weise Geld reinbekommen. Wir haben Denovali gegenüber eine Verantwortung, die investierte Überzeugung, die Zeit und das Geld, um unsere Musik zu veröffentlichen, irgendwie zurückzuzahlen oder dies zu versuchen. Wenn ich persönlich ein Album sehr mag, dann werde ich es mir immer kaufen – auch wenn ich es vorab schon heruntergeladen habe. Letzten Endes kann man sich nicht allzu sehr darüber aufregen, wenn die Lieblingsband das Handtuch wirft, wenn man sie nicht auch irgendwie unterstützt.


Wir sprachen schon von den Live-Versionen von „Repetitions“: Was wird in Sachen Tour geschehen? Worauf freut Ihr Euch am meisten?

Dunk: Wir sind im Oktober für drei Wochen in Europa unterwegs. Wir werden zu einigen großartigen Orten und Konzertläden zurückkehren und einige alte Freunde wiedertreffen. Das wird klasse sein, aber wir werden auch einige neue Orte besuchen, wo wir bislang noch nie aufgetreten sind: Prag, Kiew, Warschau, Rumänien, die Slowakei etc. Wir sind uns sehr darüber bewusst, wir glücklich wir uns schätzen können, das alles erleben zu dürfen.


Was für ein Film wäre das, wenn man die Musik von BLUENECK verfilmen würde? Welcher Film oder welches Genre fällt Dir da spontan ein?

Dunk: Ich mochte den Soundtrack zu „Moon“, „The Social Network“ und „Blue Valentine“ sehr gern. Ich bin sehr daran interessiert, an Filmsoundtracks mitzuwirken; das ist etwas, woran ich derzeit arbeite.


Dann danke ich Euch für das Interview und die Einblicke in „Repetitions“ und wünsche Euch gutes Gelingen für die Tour!

Dunk: Wir können es kaum abwarten. Vielen Dank für Deine Zeit und für das Interview. Wir wissen das wirklich sehr zu schätzen, und ich schätze auch die Tatsache, dass Du dem neuen Album einiges an Zeit gegeben hast und offen an die Sache herangegangen bist!

Rich: Besten Dank. Wir sehen uns auf der Tour.



soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 02.09.2011 | 16:17 Uhr

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