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Interviewpartner: Erkki Seppänen

Die finnischen "Doomer" KYPCK um ex-SENTENCED-Gitarrist Sami Loppaka und Starproduzent Hiili Hiilesmaa haben mit "Cherno" ein beeindruckendes Werk abgeliefert, das ausgelutschte Pfade weiträumig umschifft. Die Songs sind komplett auf Russisch gehalten und die Band hat sich ein entsprechendes Image zulegt. Jeder Fan von dunkler, schwermütiger und atmosphärisch einzigartiger Musik, sollte sich mit der Band auf jeden Fall näher beschäftigen. Im Gespräch: Sänger Erkki Seppänen. Ein kluger, sympathischer Zeitgenosse, der sehr genau weiß, wovon er redet.




Wann entstand die Idee zu KYPCK?

Letztlich schon 1999, als unser Gitarrist Sami Lopakka und Drummer Hiili Hiilesmaa zusammen am "Crimson"-Album von SENTENCED arbeiteten [Sami damals als SENTENCED-Mitglied, Hiili als Produzent – d. Verf]. Danach lag das Projekt jahrelang auf Eis. Im Januar 2007 haben die beiden dann beschlossen, jetzt ernst zu machen, anstatt nur darüber zu reden. Ungefähr zu dieser Zeit, wahrscheinlich unter Einfluss von diversen alkoholhaltigen Getränken, wurde auch beschlossen, dass die Lyrics auf Russisch sein sollten. Gleichzeitig hatte ich eine Sache am Laufen, die sich RUSSIAN ROCK PROJECT nannte. Ich habe russische Heavy Metal- und Rocksongs ins Finnische übersetzt und eine Mini-Tour durch Finnland gespielt. Außerdem habe ich bei meiner Punkband TUIRAN MILIISI öfter russische Samples und Intros benutzt. Die beiden haben das irgendwie mitbekommen und mich gefragt, ob ich bei KYPCK als Sänger und Textschreiber einsteigen möchte. Dann kam noch Jaska Yiä-Rautio von Hiliis anderer Band THE SKREPPERS dazu und wir waren komplett.


War das ganze "Image" von Anfang an geplant oder hat sich das erst nach und nach entwickelt?

Alles begann mit den ursprünglichen Konzept, langsam, heavy, depressiv und irgendwie russisch zu klingen. Sprich: Die Songs waren zuerst da. Langsam zeichnete sich dann, durch die Musik und die Lyrics, auch die visuelle Seite ab. Als wir im Studio waren, haben wir uns mit diversen russischen Gegenständen in Stimmung gebracht: Vodka, Bücher, Fotos and die Waffen. Wir hatten außerdem schon die schicken Militärjacken bestellt, um eine gewissen Uniformität in die Band zu bekommen. Ab da nahm dann alles seinen Lauf. Wir machten eine Fotosession in einer alten Militärbasis und brachten den ganzen Krempel einfach mit. Nach der Session nahmen die wirklich merkwürdigen Dinge ihren Lauf: Wir beschlossen, ein altes russisches Auto zu kaufen und unsere Logos draufzumalen, Sami hat sich eine Gitarre in AK 47-Form besorgt, Jaska hat sich einen Ein-Saiten-Bass gebastelt und Hiili hat sich ein 30 Zoll Ride-Becken für sein Kit gekauft [normal sind 18 bis 24 Zoll – d. Verf] und ich hab mir Stacheldraht um meinen Mikroständer gewickelt. Dumme Ideen eigentlich, andere Leute würden so was schnell wieder vergessen, aber wir haben beschlossen, uns nicht zurückzuhalten.




Wieso habt ihr den Namen KYPCK bzw. KURSK gewählt. War das eure erste Wahl?

Wir hatten noch ein paar andere Optionen, aber KYPCK ist kurz, stark und hat eine Art maskulinen Klang. Außerdem steckt hinter dem Namen sowohl Geschichte und sollte auch denen geläufig sein, die sich mit der russischen Historie nicht auskennen. Jeder hat zumindest mal von der K-141-Tragödie gehört. Außerdem kann man kyrillische Namen trotzdem mit dem lateinischen Alphabet darstellen, was uns natürlich sehr wichtig war, da wir den Namen immer so schreiben können, wie wir es am liebsten haben: Auf Russisch.


Wann wurden die Songs für "Cherno" geschrieben? Gab es vor diesen Songs noch andere KYPCK-Stücke oder sind das wirklich eure ersten Gehversuche?

Das Songwriting begann im Februar 2007. Im März hatten wir schon genug Material für eineinhalb Alben. Es ging also alles sehr schnell. Irgendwie hat uns das ganze Konzept so angestachelt, dass jeder von uns in kürzester Zeit zwei bis drei Demosongs am Start hatte. Das erste Stück war "Siberia" von Sami, das nachher "The Black Hole" auf dem Album wurde. Soweit ich weiß, wurden alle Songs in dieser Zeit geschrieben. Es gibt also kein älteres Material.


Wie wurden die Songs exakt geschrieben? Kommen die Bandmitglieder mit konkreten Ideen daher oder jammt ihr im Proberaum drauf los?

Wir haben natürlich viel darüber geredet, in welche Richtung wir gehen wollen, was Atmosphäre und Feeling auf dem Album angeht, aber ab dann hat jeder für sich gearbeitet. Jeder schreibt Demos oder Song-Fragmente und schickt sie den anderen, die dann wiederum ihre Kommentare dazu abgeben. Sami und ich hatten noch ein paar Sessions, bei denen wir zusammen an den Gesangslinien gearbeitet haben. Außerdem haben wir über mögliche Themen für die Lyrics diskutiert. Bei den Texten hatte ich natürlich das letzte Wort, aber manchmal hatte auch derjenige, der die Musik geschrieben, schon ein grobes Thema oder Konzept für die Lyrics. Die letzten Änderungen an den Strukturen haben wir dann im Studio während den Aufnahmen vorgenommen.


Würde die Musik anders klingen, wenn ihr finnische oder englische Lyrics benutzen würdet? Und könntet ihr euch vorstellen, in Zukunft mit anderen Sprachen zu arbeiten?

Nein, Russisch wird immer die Sprache und Hauptinspiration dieser Band bleiben. Ich denke, dass die Lyrics bzw. der Gesang sehr gut zu den Songs passen und ein organisches Gesamtbild ergeben. Nachdem wir sehr konkrete Vorstellungen vom Image hatten, kann ich mir nicht vorstellen, dass englische Songs bei KYPCK funktionieren würden. Russisch klingt sehr beängstigend – zumindest für finnische Ohren, aber ich kann mir vorstellen, dass es anderen Nationen ähnlich geht. Außerdem hat jeder eine gewisse Vorstellung von Russisch und das können wir sehr gut ausnutzen. Aber abgesehen davon finde ich, dass es einfach zur Musik passt.



Was war die Inspiration für die Texte und was bedeuten sie dir?

Es gibt ein paar Themen auf dem Album: Versagen bzw. Misserfolge, Depression, Russland and seine Kultur, Religion, Atheismus und Krieg. Letztlich schreibe ich über Dinge, die mir nahe stehen und über die ich auch in meinem Privatleben nachdenke. Ich habe außerdem versucht, ein paar Dinge aus meiner Zeit in Russland [Erkki lebte einige Zeit in Russland – d. Verf.] einfließen zulassen, die mir oder Leuten, die ich kenne, passiert sind. Außerdem hab ich auch ein wenig Inspiration aus russischer Literatur geholt. Der Song "Demon" z.B. basiert auf einem gleichnamigen Gedicht von dem Dichter Lermontov aus dem neunzehnten Jahrhundert. Er ist mein Lieblingspoet. Dinge, über die ich sonst eben auch schreiben würde. Nur hier eben aus der russischen Perspektive.


Was sind eure musikalischen Einflüsse im Bezug auf KYPCK und im "normalen" Leben.

Hm, schwierig zu sagen, da wir alle schon einen ziemlichen Background haben, was Musik angeht. Manches kann man sicherlich hören. Sami und ich mögen z.B. TYPE O NEGAVTIVE sehr, was manchmal leicht durchscheint. Natürlich mögen wir auch alte BLACK SABBATH, auch wenn unsere Musik sehr modern ist – Doom aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert eben. Jaska und ich mögen außerdem SLAYER, aber das hört man abgesehen vom Mittelteil von "Stalingrad" nicht unbedingt, haha. Als Sänger habe ich immer zu den Leuten aufgeschaut, die ihre Stimme sehr vielseitig einsetzen. Ich bin ein Fan von Mike Patton, Pete Steele und natürlich Bruce Dickinson. Ich singe übrigens auch in einer IRON MAIDEN-Coverband.


Was sonst sollte man über "Cherno" wissen und wie würdest du das Album selbst beschreiben?

Puh, ich denke, dass das Album als Ganzes wirklich gut geworden ist... Es ist sehr organisch. Der Sound, die Musik, die Geschichten – alles hängt zusammen. Auch wenn es natürlich fragwürdig ist, wenn das ein Bandmitglied sagt, aber ich denke, dass die Platte sehr eigenständig klingt. Es ist ein intensiver, emotionaler und manchmal auch niederschmetternder Trip. Es ist außerdem ein forderndes Album, das sich ganz gut eignet, um sich mit den eigenen Vorteilen und der eigenen Befangenheit zu konfrontieren. Es ist auf jeden Fall kein easy listening, hehe.


Habt ihr schon Reaktionen aus Russland bekommen?

Ja, natürlich. Wir bekommen sehr viel enthusiastisches Feedback von Fans aus Russland, die uns schreiben. Aber wir haben auch sehr viel aggressive und negative Rückmeldung bekommen. Wir haben auf jeden Fall einen Nerv getroffen. Trotzdem haben wir schon Konzertanfragen bekommen und ich bin sehr gespannt, wie es sein wird, wenn wir im November dort spielen werden. Es gibt dort einige Jungs, die sich freiwillig gemeldet haben, für uns eine Art russisches Forum zu betreiben – das ist sehr cool, wir haben dort also auf alle Fälle Unterstützung. Außerdem war es sehr witzig, einige Diskussionen über meine Texte in diesem Forum zu verfolgen. Da streiten sich doch tatsächlich einige Russen untereinander, ob in meinen Texten Fehler sind oder nicht, haha. Selbst in dieser Hinsicht gehen die Meinungen also auseinander.




Ihr habt ein großartiges Video zu dem Song "1917" gemacht. Wo wurde es gedreht und wer hatte die Idee zu dem Video?

Das Video wurde in einem kleinen Dorf in der Nähe von Porvoo in Finnland gedreht. Der Regisseur ist ein Freund von Hiili. Er hat auch schon ein paar Videos für die THE SKREPPERS gemacht. Das gesamte Video war seine künstlerische Version. Es ist eine Art Projektion auf die mögliche Vergangenheit und Zukunft des Protagonisten, die einer Art pseudosowjetischen Umgebung spielen. Wir gaben ihm komplett freie Hand beim Script.


Habt ihr schon konkrete Tourpläne zu "Cherno"? Mit welchen Bands würdet ihr gerne spielen?

Bisher haben wir nur Gig-Angebote aus Finnland und Russland. Im November spielen wir wie gesagt eine Mini-Tour durch Russland. Dann noch einige Clubshows in Finnland. Aber es wäre natürlich toll, wenn wir noch in Resteuropa spielen könnten. Ich bin mir nicht sicher, wer mit uns spielen wollen könnte, aber ich wäre z.B. sehr darin interessiert, mit PARADISE LOST zu spielen.


Was möchtest du sonst noch loswerden?

Ich hoffe, dass wir bald mit KYPCK in eurer Nähe spielen werden. Falls ihr etwas Ungewöhnliches erleben möchtet, dann kommt zu einer KYPCK-Show, haha!

nnnon

Autor: Michael Siegl [nnnon] | 15.08.2008 | 22:59 Uhr

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