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Interviewpartner: Giulio Moschini

Nach „The Vile Conception“ vor knapp zwei Jahren haben die italienischen Brutal Deather HOUR OF PENANCE inzwischen ein neues Album geschmiedet, das Ende März von Unique Leader Records veröffentlicht wird: „Paradogma“. Gitarrist Giulio Moschini äußert sich nach der Listening Session ausführlich im Interview u.a. zu dem derzeitigen Stand der Dinge bei HOUR OF PENANCE, dem Entstehungsprozess von „Paradogma“, den musikalischen Neuerungen im Sound der Band als auch zum Stand des Death-Metal-Genres im Jahr 2010.




Hallo Giulio! Wie geht’s? „Paradogma“, Euer neues Album, wird Ende März erscheinen. Erzähl uns doch bitte mal vom Songwritingprozess und ob die ganze Band darin involviert war? Jammt Ihr oder werden die Ideen erst einmal einzeln gesammelt?

Hi Alex und danke, dass wir wieder bei Euch zu Gast sein können. Hier in Rom ist alles gut; wir sind sehr beschäftigt, da wir alles für die Veröffentlichung von „Paradogma“, dem inzwischen vierten Album von HOUR OF PENANCE, vorbereiten.
Ich habe mit den Arbeiten am neuen Material direkt nach der gemeinsamen Tour mit ORIGIN und IMPALED im Juni 2008 begonnen, und im Mai 2009 war ich dann mit dem Schreiben und Arrangieren fertig. Wir hatten ziemlich viel Material, aus dem wir noch eine Auswahl treffen und diese dann aufnehmen mussten. Das waren insgesamt etwa 15 Songs, was eine ganze Menge in Anbetracht der Tatsache ist, dass das Songwriting nicht mal ein Jahr lang dauerte. Aufgrund der guten Rückmeldungen von der Presse und den ganzen Leuten fühlten wir uns sehr inspiriert und motiviert, ein neues Album anzugehen. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass wir noch mehr als auf „The Vile Conception“ geben könnten, sodass es an der Zeit war, die Live-Aktivitäten einzustellen und sich gänzlich auf die neuen Songs zu fokussieren.
Ich bin mit den neuen Liedern sehr zufrieden. Der erste Grund dafür ist, dass alles sehr reibungslos ablief; die Riffs entstanden in kurzen Abständen, und wir haben auch einige neue musikalische Wege beschritten und unsere Musik damit um neue Elemente bereichert, die somit abwechslungsreicher und anspruchsvoller klingt.
Normalerweise arbeite ich alleine an den neuen Songs. Ich nehme einige Riffs mit einem Drumcomputer auf meinem PC auf und versuche, dem Lied eine funktionierende Struktur zu verpassen. Sobald ich damit fertig bin, sende ich den jeweiligen Song an unseren Schlagzeuger Mauro und bespreche mich mit ihm, ob er etwas ändern möchte oder etwas vielleicht überhaupt nicht mag. Der letzte Schritt besteht dann in den gemeinsamen Proben, um auch herauszufinden, wie der Song eigentlich „live“ wirkt. Das ist der erste Unterschied in der Herangehensweise bei dem neuen Album. Wir wollten der Scheibe mehr Live-Stimmung verleihen, haben unser Equipment im Studio eingesetzt und haben die neuen Stücke sehr oft geprobt. Was Ihr also auf „Paradogma“ hören werdet, entspricht somit dem, was Ihr hören werdet, wenn Ihr HOUR OF PENANCE live seht.


Wie sieht es mit dem Titel aus, „Paradogma“? Ist das ein Wortspiel aus „Paradigm“ und „Dogma“ oder etwas in dieser Art? Was verbindest Du mit diesem Titel? Gibt es ein Konzept?

Nein, das geht nicht in diese Richtung. Ich habe mich in der Oberstufe mit Altgriechisch beschäftigt, und ‚Paradogma’ ist einfach nur eine Kombination aus den Wörtern ‚para’ [was ‚gegen’ oder ‚bezüglich’ bedeutet] und ‚dogma’. Es ist eine Art Konzeptalbum, da sich alle Texte um ein ähnliches Thema drehen.




Dieses Thema scheint die Religion zu sein, da die Songtitel alle mit Glauben etc. zu tun haben, auch wenn sie einen sehr antireligiösen und wütenden Unterton haben. Wie schlägt sich das genau in den Texten nieder? Was inspiriert Euch und hat sich dies vielleicht geändert?

Francesco hat zum ersten Mal alle Texte geschrieben, damit er mehr Freiheiten bei den Gesangsmustern hat. Obwohl sich also der Verfasser der Texte von „The Vile Conception“ zu „Paradogma“ geändert hat, ist das Grundthema immer noch dasselbe. Unser Hauptziel bestand darin, das bösartige Handeln der Kirche so gut wie möglich zu porträtieren, und das vom Cover bis hin zu den Texten, sodass alles miteinander verbunden ist – wie auch schon auf „The Vile Conception“. Es gibt also eher wenige Neuerungen diesbezüglich. Wir konzentrieren uns immer noch auf antireligiöse Themen und versuchen, über keine Banalitäten, wie zum Beispiel satanisches Zeug, zu schreiben.


Du erwähntest bereits das Cover von „Paradogma“, mit dem zerstörten Kreuz, der einstürzenden Kirche etc. Wer hat das Artwork angefertigt, wie kam die Zusammenarbeit zustande und was kannst Du uns noch zu den Ideen dahinter berichten?

Meiner Meinung nach hat Gyula Havancsak großartige Arbeit bei diesem Cover geleistet! Wir hatten seine Kontaktdaten von einer Band aus unserer Gegend, STORMLORD, erhalten; sie hatten bereits mit ihm zusammengearbeitet. Was die Bedeutung des Covers betrifft, so gibt es ehrlich gesagt mehrere Möglichkeiten. Die Jungfrau Maria, die blutige Tränen vergießt, ist eine Anspielung auf eine Tatsache, die sich hier in Rom vor etwa zehn Jahren ereignete. Eine Wachsstatue der Jungfrau Maria vergoss Blut – und die katholische Kirche bezeichnete dies dann als Wunder. Gläubige aus aller Herren Länder kamen, um diese Statuen zu sehen, und jemand, der deutlich cleverer war als sie [irgendeine katholische Vereinigung], begann dann mit der Herstellung von Repliken dieser Statuen. Sie verkauften diese und verdienten damit und mit den ganzen daran geknüpften Geschäften jede Menge Geld. Wie Ihr Euch vorstellen könnt, stellte sich Jahre später heraus, dass alles nur ein Schwindel war und dass die Statuen keine blutigen Tränen weinten, sondern dass diese Flüssigkeit einfach nur das Wachs war, das in der Sonne schmolz… Ein gutes Beispiel dafür, dass die Leute heutzutage immer noch nicht ihr Gehirn benutzen – und auch, wie die Kirche die Wahrheit verdreht.
Die maskierten Priester sind eine Anspielung auf die dunklen Zeiten der Kirche. Ich spreche von der Inquisition – wahrscheinlich die Zeitphase, in der die Kirche die meiste Macht und Kontrolle über die Bevölkerung besaß. Die einstürzende Kirche mit dem Kreuz, das auf die Priester zu fallen droht, ist ein Hinweis auf die Dekadenz der Kirche.


Das neue Material klingt deutlich gereifter, epischer und abwechslungsreicher, zum Teil sogar eingängiger, wobei wir natürlich immer noch von Brutal Death Metal reden. Das getragene „Malevolence Of The Righteous“ sticht beispielsweise heraus. Wie siehst Du diese möglichen Veränderungen?

Dieses Album reflektiert – wie auch schon seine Vorgänger – die natürliche Weiterentwicklung der Band. Keiner von uns sagte „Hey, lass uns jetzt mal epischer werden“, sondern alles stellte sich auf eine sehr natürliche Art und Weise ein, sodass nichts erzwungen wurde. Ich stimme Dir jedoch zu, denn es klingt alles ein wenig eingängiger. Der erste große Unterschied, den die Hörer wahrscheinlich auf dem neuen Album feststellen werden, wird wohl in den kleinen Verbesserungen bestehen, die wir beim Songwriting vorgenommen haben. Das beginnt bei der Struktur der Songs und reicht bis zu der unterschiedlichen Herangehensweise bei den Texten. Ich würde „Paradogma“ als eine verbesserte, jedoch gleichzeitig andersartige Version von „The Vile Conception“ bezeichnen. Das bedeutet, dass die neue CD keinesfalls eine zusammenstückelte Wiederverwertung des alten Albums sein wird, sondern einige völlig neue Ansätze bieten wird. Alles ist vorhanden: Brutalität, markantes Riffing, epische Momente, durchdachte Texte und eine großartige Produktion.




Schauen wir uns doch beispielsweise mal den letzten Song, „Apotheosis“, genauer an: Er ist recht experimentell und klingt für mich wie eine Mischung aus Death Metal, FEAR FACTORY, MESHUGGAH und ein wenig Black Metal. Wie bewertest Du dies selbst, und was werden manche Die-Hard-Brutal-Deather davon halten? Und sind das tatsächliche lateinische Textzeilen?

Haha, diese Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf. Nun ja, dieses „Ding“ war ursprünglich als rein instrumentales Outro für das Album gedacht. Es eignete sich ausgezeichnet als letzter Song. Es ist ganz sicher kein ‚gewöhnlicher’ HOUR OF PENANCE-Song. Die Texte wurden hinzugefügt, als wir im Studio waren, um den Gesang aufzunehmen. Francesco hatte ein altes lateinisches Gebet entdeckt und dann den Text modifiziert, um ihn an das textliche Konzept des Albums anzupassen. Ich kann mir ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen, was die Leute von diesem Song halten werden. Ich weiß ja selbst nicht genau, was ich davon halten soll, aber ich finde, dass es cool klingt. Ich mag es als Die-Hard-Brutal-Death-Fan eigentlich nie, wenn eine Band, ganz besonders Death-Metal-Bands, damit beginnt, ihrer Musik Elemente hinzuzufügen, die dort einfach nicht hingehören. Dieser Song jedoch ist eher als instrumentales Stück gedacht. Er ist nur eine ‚Episode’, und daher hoffe ich, dass wir deswegen nicht allzu viel kritisiert werden.


Soweit ich weiß, ist Euer ehemaliger Gitarrist Enrico letztes Jahr wieder zur Band gestoßen. Jetzt werdet Ihr überall jedoch wieder als Quartett aufgelistet. Hat es nicht funktioniert? Wird sich das auf die Live-Umsetzung des neuen Materials auswirken?

Es hat alles nicht so geklappt, wie wir das erwartet hatten, sodass wir leider einen Rückzieher machen und uns von ihm trennen mussten. Das ganze neue Album wurde übrigens komplett von mir geschrieben, sodass alles problemlos mit nur einer Gitarre umgesetzt werden kann. Wir suchen auch nicht nach einem zweiten Gitarristen, da wir seit inzwischen 2005 ein Quartett sind, und das hat sich nie auf unsere Auftritte und auf das Songwriting ausgewirkt. Außerdem würden wir jemanden benötigen, der seine ganze Zeit der Band widmen kann, und heutzutage ist es wirklich schwierig, eine motivierte und vertrauenswürdige Person zu finden. Also spielen wir lieber mit diesem Gewinnerteam weiter, hehe.


Ihr habt Euch erneut in die 16th Cellar Studios in Eurer Heimatstadt begeben und mit Stefano Morabito gearbeitet. Fällt das auch in die Rubrik „Gewinnerteam“? Hattet Ihr mal ein anderes Studio in Erwägung gezogen?

Nun ja, ich muss dazu sagen, dass wir so ziemlich alles bislang in den 16th Cellar Studios aufgenommen haben, und Stefano hat uns bis jetzt noch nie enttäuscht. Es ist klasse zu sehen, dass er sich mit jedem Mal, das wir zu ihm ins Studio kommen, als Tontechniker weiterentwickelt hat. Also stimmt das schon, dass wir uns auf diese gewinnbringende Kombination verlassen. Dazu kommt noch, dass das Studio nicht weit von unseren Wohnorten entfernt ist, sodass wir unser ganzes eigenes Equipment für die Aufnahmen von „Paradogma“ einfach mitbringen konnten.




Auf der anderen Seite habt Ihr diesmal das Mastering in den Hertz Studios in Polen vornehmen lassen. Das klingt wie eine Kombination aus alten [16th Cellar Studios] und neuen [Hertz Studios] Komponenten, oder?

Wir wollten auf dieser Scheibe einfach die Produktion noch fetter und wuchtiger haben. Die Hertz Studios sind sehr gut für ihre professionellen Studios bekannt und haben mit einigen der einflussreichsten europäischen Death-Metal-Bands zusammengearbeitet. Es war total cool, die Kombination der Arbeit der beiden Studios zu hören. Das Resultat ist aufgrund dessen auch sehr zufrieden stellend. Ich tippe mal, dass viele Leute die Produktion von „Paradogma“ mögen werden; jedes Instrument hat genügend Freiraum, und es spielt keine Rolle, wie laut man das Album hört – es wird immer noch ‚klar’ klingen.


Ein ganz anderes Thema: Was hältst Du eigentlich von der ganzen Filesharing- und Download-Debatte? Ich weiß, dass dies ein fast schon ermüdendes Thema ist, aber mich würde mal interessieren, ob Euch dies genauso betrifft, und denkst Du, dass die Brutal-Death-Fans so hinter der Musik stehen, dass sie letzen Endes sowieso die CDs kaufen werden?

Hmm, ich glaube, da hast Du Dir die komplett falsche Person ausgesucht, um über das Internet und über Filesharing zu sprechen, hehe. Ich hasse es, wie sich das Internet von einem großartigen Mittel, die neuesten Neuigkeiten zu erfahren, zu einem Werkzeug der Massenvernichtung entwickelt hat. Meiner Meinung nach wirkt sich das Internet negativ auf unsere Gesellschaft aus – von der Musik bis hin zu persönlichen Beziehungen. Ich benutze es immer noch heutzutage, denn wenn Du kein Internet hast, dann bist von dieser Welt total abgeschnitten, aber ich versuche es weniger und weniger einzusetzen… Hauptsächlich für die Band. Das Internet ist die Waffe Nummer eins der Globalisierung geworden, Musik ist deswegen zu einem austauschbaren Produkt geworden und, wie jeder weiß, sind die Verkaufszahlen durch das Filesharing massiv gesunken. Das betrifft nicht nur die CD-Verkäufe, sondern auch die damit verbundenen Produkte, wie zum Beispiel Magazine. Der nicht wirtschaftlich messbare Wert der CD wurde durch das Filesharing völlig ausradiert. Die Leute haben einfach nicht mehr die Zeit, um sich hinzusetzen und eine komplette CD von Anfang bis Ende zu genießen. Sie haben Playlisten mit endlosen Stunden wahllos zusammengewürfelter Musik. Jeder kennt Tausende und Abertausende von Bands und weiß noch nicht mal, welche Band man jetzt unterstützen soll oder nicht. Das ist einer der Hauptaspekte, auf den die Leute normalerweise nicht achten, vor allem viele Menschen der neueren Generationen, die von dem Internet seit ihrer Geburt umgeben waren.
Es sollte eine eingeschränkte Benutzung des Internets geben. Niemand braucht doch im Ernst eine 10-Megabit-Verbindung, um durch das Internet zu surfen – 56k reicht doch völlig aus. Und das wäre dann auch eine ganz schöne Hürde für das Filesharing.


Im Sommer 2008 wart Ihr wie eingangs erwähnt mit ORIGIN und IMPALED auf Europatour. Kannst Du uns vielleicht ein paar Anekdoten verraten? Wie hat sich dies auf die Band selbst ausgewirkt, zum Beispiel in Sachen Songwriting, wenn man mit so einer Band wie ORIGIN unterwegs ist?

Ich habe nur gute Erinnerungen an diese Tour. Es war auf jeden Fall eine großartige Erfahrung, die uns geholfen hat, sowohl persönlich als auch musikalisch zu wachsen. Wahrscheinlich war einer der witzigsten Momente dieser Tour, als wir unseren Schlagzeuger Mauro auf dem Schiff von Kopenhagen nach Deutschland vergessen hatten. Wir waren vielleicht zehn Minuten vom Hafen entfernt, ohne dass wir bemerkt hatten, dass nur drei und nicht vier Leute in dem Bus waren, haha. Manchmal kann das Leben auf Tour echt hart sein! In ganz Europa zu touren und zu spielen hat der Band geholfen, sich als Ganzes weiterzuentwickeln. Es gibt ein gefestigteres Einverständnis zwischen uns und ein bewussteres Wissen bezüglich unserer Fähigkeiten. Das ist auf alle Fälle noch ein erwähnenswerter Aspekt des neuen Albums. Und was ORIGIN betrifft: Sie sind großartige Musiker, sodass es ein ganz schönes Erlebnis war, sie mehr als 23-mal live zu sehen, hehe.


Wie sieht es mit den anderen Musikprojekten bei Euch aus? Francesco ist ja zum Beispiel bei FLESHGOD APOCALYPSE tätigt, mit denen er kürzlich die VADER- und MARDUK-Tour gefahren ist und bald die SUFFOCATION-Tour als Vorband bestreiten wird. Wie viel Zeit bleibt für HOUR OF PENANCE?

Es wirkt sich momentan nicht auf die Live-Aktivitäten der Band aus. Beide Bands arbeiten mit unterschiedlichen Managern, Plattenfirmen und Booking-Agenturen, sodass alles immer gut geplant und auf beide Bands abgestimmt wird. Francesco möchte die Musik leben, sodass ihm sein Mitwirken in beiden Bands auf jeden Fall helfen wird, problemlos seine Ziele zu verwirklichen.


Und da wir gerade von Touren sprechen: Gibt es schon Pläne für eine HOUR OF PENANCE-Tour? Ihr spielt auf dem Neurotic Deathfest in Tilburg im April, aber ist davon abgesehen schon etwas bestätigt?

Wir planen momentan noch die Touren und Festivalauftritte – diesmal sowohl in Europa als auch in Amerika. Wir waren ursprünglich für die Tour von IMMOLATION bestätigt, die eigentlich im März beginnen sollte, also parallel zur Veröffentlichung unserer neuen Scheibe, aber leider musste die Tour inzwischen auf den Herbst verschoben werden. Also sitzen wir gerade an einem Plan, um das neue Album so gut wie möglich live vorzustellen. Wir werkeln gerade an etlichen Dingen, da wir einen Manager haben, der für uns die Dinge angeht; dazu kommt noch ein Zuständiger für die US-Belange. Ich bin mir also sicher, dass es eine ganze Menge Möglichkeiten geben wird, um uns live anzutesten.


Auf welches Death-Metal-Album freust Du Dich dieses Jahr eigentlich am meisten? Und welche fünf Alben haben Dich 2009 vom Hocker gehauen? Welche Bands können Deiner Meinung nach dem Genre neue Impulse geben?

Ich kann die neue Veröffentlichung von MORBID ANGEL kaum erwarten. Sie haben mich bislang noch nie enttäuscht, und meiner Meinung nach ist das eine der Bands da draußen, die mit jedem neuen Album, das sie veröffentlichen, immer wieder aufs Neue die Grenzen des Genres ausloten. Nehmen wir mal „Gateways To Annihilation“ als Beispiel. Außerdem freue mich unglaublich auf die neue Scheibe von IMMOLATION, die mich wohl, wenn ich mir das Vorab-Sample betrachte, auch nicht enttäuschen wird.
2009 war das Jahr, in dem die Old-School-Bands wieder mit großartigen Alben in die Szene zurückgekehrt sind. Ich rede hier von ASPHYX, PESTILENCE, DESASTER und ABSU. Ich mochte auch das Debüt von TRIBULATION, „The Horror“, sehr gerne; das ist auf jeden Fall eines meiner Highlights. Wenn es um ein Album geht, das nicht so ‚richtig’ Death Metal ist, dann wäre das „Communion“ von SEPTIC FLESH, das ich aufgrund seiner düsteren Atmosphäre sehr mochte.
Es ist schwierig zu sagen, welche Band das ganze Genre auf die nächste Stufe hieven können wird, denn momentan stagniert die extreme Musik meiner Ansicht nach ein bisschen – ganz besonders, wenn wir vom Brutal Death Metal sprechen. Irgendwie finde ich, dass es da einen Mangel an Inspiration gibt. Die Bands achten mehr darauf, ihre technischen Fähigkeiten zu präsentieren, als gute Songs zu schreiben und vor allem etwas Originelles abzuliefern.
Die ‚großen Namen’, die das Ganze anführen und bei der Weiterentwicklung der extremen Musik aktiv helfen sollten, machen genau das eben nicht; vielleicht, weil sie dazu gezwungen sind, alle zwei Jahre ein neues Album zu veröffentlichen, ständig auf Tour zu sein und die Lücke schließen müssen, die das Filesharing den Einnahmen zufügt hat. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die ‚Szene’ momentan überfüllt ist und es eine sehr große Konkurrenz gibt.


Und damit wären wir auch am Ende des Interviews angelangt. Vielen Dank, Giulio, und wenn Du abschließend noch etwas loswerden möchtest, dann nur zu!

Vielen Dank, dass wir erneut bei Metalnews sein konnten. An alle Leser: Behaltet unsere MySpace-Seite im Auge und unterstützt bitte HOUR OF PENANCE!

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 05.03.2010 | 16:17 Uhr

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