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Interviewpartner: Greg Mackintosh, Nick Holmes

Zweieinhalb Jahre nach dem viel beachteten „Faith Divides Us – Death Unites Us“ legen die englischen Gothic Metaller PARADISE LOST mit „Tragic Idol“ ein Album nach, das es wahrlich in sich hat und so manchem Anhänger von „Draconian Times“ und „Icon“ nostalgische Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Anlässlich der Veröffentlichung von „Tragic Idol“ am 20. April sowie kurz vor dem Start einer ausgedehnten Tour führten Century Media Records, das Plattenlabel der Band, ein Interview mit Sänger Nick Holmes sowie Gitarrist Greg Mackintosh, das wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen.




„Tragic Idol“ ist das 13. Album von PARADISE LOST: Fiel es Euch eigentlich schwer, das Material zu schreiben? Bei einer derartigen Diskographie sollte man annehmen, dass es zunehmend schwerer fällt, sich selbst immer wieder neu zu erfinden, oder?

Holmes: Bei jedem Album, das wir schreiben, glaube ich einfach nicht daran, dass wir danach noch ein weiteres hinbekommen. Man kann sich zwar Ideen einfallen lassen, aber es ist schwierig, gute Ideen zu haben. Für dieses Album war deren Anzahl unglaublich; wir hatten einfach so viele, und der Großteil davon ist zwar Schrott, aber letztlich findest Du eine, die tatsächlich funktioniert. Man muss die Dinge wirklich ein paar Tage lang mit sich herumtragen, um herauszufinden, ob es wirklich etwas taugt oder eben nicht. Normalerweise führe ich einen Dreitagestest durch: Wenn ich einen Song schreibe, dann höre ich ihn mir drei Tage lang nicht an, und dann verhalte ich mich, als würde ich eine neue Band oder einen neuen Song zum allerersten Mal antesten. Ich weiß sofort, ob das Resultat gut ist oder eben nicht. Das ist mehr oder weniger unsere Arbeitsweise.
Wir sind professionelle Vollzeitmusiker und machen das nicht nur am Wochenende., sodass wir noch härter arbeiten, um alles so gut wie nur irgendwie möglich zu machen. Es bestimmt eben auch, was wir während der nächsten Jahre machen werden. Wenn wir eine Garagenband mit ein paar Auftritten hier und da wären, glaube ich nicht, dass wir so viel Arbeit in das Ganze stecken würden.

Mackintosh: Für Nick mag es in textlicher Hinsicht schwieriger gewesen sein, da die Texte aus einer persönlichen Sichtweise verfasst wurden, aber für mich hat sich die Musik ganz einfach wie von selbst ergeben. Ein Teil dessen hatte damit zu tun, dass ich eine sehr klare Vorstellung davon hatte, was ich erreichen wollte. Ich habe letztes Jahr ein Nebenprojekt namens VALLENFYRE an den Start gebracht, und das hat mir geholfen, mich beim Schreiben von „Tragic Idol“ auf das zu konzentrieren, was für mich der grundlegende Sound von PARADISE LOST ist. Das hat mir auch verdeutlicht, was Teil der Musik von PARADISE LOST sein sollte und was nicht. Einige der Stücke haben sich wie von selbst geschrieben, während andere deutlich mehr Arbeit erforderten, aber dies ist insgesamt eines der fokussiertesten Alben, die wir bislang geschrieben haben.

Holmes: Ich habe alle Texte für „Tragic Idol“ verfasst, und normalerweise fügte ich die Gesangslinien im Laufe der Zeit zusammen, blicke dann zurück und passe das an, was angeglichen werden muss, sodass es diesmal viel schwieriger war, da ich alle Melodien zur gleichen Zeit geschrieben habe. Ich neigte dazu, alles wesentlich mehr als sonst zu analysieren. Inhaltlich habe ich über die gleichen Dinge geschrieben, die mich schon seit über 20 Jahren beschäftigen. Ich verfasse sie einfach aus einer anderen Perspektive, denn als ich 21 Jahre alt war, habe ich vieles anders betrachtet, als das jetzt mit 41 der Fall ist, auch wenn es nicht grundsätzlich anders ist.




Das große Interesse an „Tragic Idol“ legt nahe, dass die Fans von PARADISE LOST wohl eine ganze Weile schon auf ein solches Album von Euch gewartet haben, oder was meint Ihr?

Holmes: Wir hätten das nicht direkt nach „Draconian Times“ machen können. Die ganze „One Second“- und „Host“-Ära drehte sich darum, die Kunst des Songwritings zu lernen. Bei jedem Album, das man schreibt, lernt man dazu und macht dann an dieser Stelle weiter. Falls wir uns aufgelöst, reformiert und daraufhin ein Album geschrieben hätten, dann hätten wir vielleicht zurück auf unsere Diskographie geblickt und versucht, das bereits Dagewesene zu wiederholen. So arbeiten wir jedoch ganz einfach nicht.


Es gab auch zahlreiche Anmerkungen der Presse, die „Tragic Idol“ insbesondere mit der düsteren „Draconian Times“- und „Icon“-Zeit in Verbindung brachte, sodass manche sogar von einem „Back to the roots“-Album sprachen. Wie steht Ihr dazu?

Holmes: Wir haben nicht ein einziges Mal gesagt, dass wir bewusst versuchen werden, zu unserem alten Sound zurückzukehren. Wir haben nie wirklich zurückgeblickt. Unser Sound bewegt sich meiner Auffassung nach konstant vorwärts. Zumindest vergleichen uns die Leute mit unserer eigenen Musik und nicht mit einer anderen Band. Ich denke aber, dass es auf „Tragic Idol“ vielleicht einen Einfluss durch die gleichen Sachen gibt, die auch auf unseren alten Alben vertreten waren und die wir möglicherweise für einige Jahre nicht beachtet haben. Die Doom-Elemente haben wir beispielsweise seit einer ganzen Weile nicht mehr benutzt, vor allem im Gitarrenbereich. Davon gibt es jetzt auf alle Fälle mehr, sodass die Leute vielleicht genau auf das reagieren.

Mackintosh: Die Basis von „Tragic Idol“ hat die Essenz von „Draconian Times“ und „Icon“; das ist meiner Meinung nach das, was die Leute sofort registrieren. Während der letzten fünf oder sechs Jahre haben wir die Leute sagen hören, dass PARADISE LOST wieder zurück zu ihren Wurzeln gegangen sind, was meiner Ansicht nach an sich schon ein wirklich furchtbarer Ausdruck ist. Ich denke aber auch, dass Parallelen zwischen einigen Songs auf der neuen Scheibe und „Draconian Times“ sowie „Icon“ gezogen werden können, aber als wir die Musik für „Tragic Idol“ geschrieben haben, traf ich die bewusste Entscheidung, alles auf das Wesentliche zu beschränken. Somit ist es in vielerlei Hinsicht eine sehr einfach geartete Scheibe.


Viele der Stücke klingen, als ob sie für die Bühne geschrieben und arrangiert wurden? War dies tatsächlich der Fall?

Mackintosh: Als wir mit dem Songwriting für „Tragic Idol“ anfingen, war es sicherlich mit der Blickweise, dass die Gitarrenparts klar verteilt sind und die Gitarren jedoch keine zusätzlichen Overdubs erhalten sollen. Wir wollten, dass die Songs genauso klingen, wie sie auch im Proberaum waren. Ein wichtiger Aspekt des Sounds, den die Leute mit PARADISE LOST in Verbindung bringen, besteht meiner Meinung nach darin, dass Aaron und ich nicht wirklich die gleichen Sachen spielen. Wir machen das Gleiche, was THE CULT in ihren Anfangstagen durchgezogen haben, und das ist etwas, was mich beeinflusst hat. So haben das so weit wie möglich auf der neuen Veröffentlichung umgesetzt.




Greg, Du hast außerdem geäußert, dass die Grundlage von „Tragic Idol“ eher auf traditionellem Heavy Metal als auf Gothic oder Doom Metal fußt. Hat sich dies einfach ergeben bzw. wie bist Du auf diesen Ansatz gekommen?

Mackintosh: Du verlierst nie wirklich die Bindung zu den Dingen, die Dich damals als Teenager zur Musik brachten, sondern diese bleiben Dir Dein ganzes Leben lang erhalten – ob Du das nun magst oder nicht [lacht]. Als es um das Komponieren von „Tragic Idol“ ging, fand auf jeden Fall eine Art Rückbesinnung statt, was auch der Grund dafür ist, dass es genau so klingt. Ein Teil der neuen Scheibe ist eine Gegenreaktion auf die heutige Metal-Szene, da vieles leider einfach gleichförmig klingt. Die Produktion auf vielen modernen Alben wartet mit dem gleichen Gesang, mit dem gleichen Schlagzeugsound etc. auf; alles ist gleich. Als wir mit „Tragic Idol“ begannen, sprachen Nick und ich darüber, dass man eigentlich 30 Jahre zurückgehen muss, um heutzutage etwas Erfrischendes im Metal zu finden. Das ist auf eine Art und Weise frustrierend, sodass das neue Album ein bisschen dieses Nostalgische übernimmt und gleichzeitig in einen modernen Kontext überträgt.


PARADISE LOST wird die Erschaffung des Begriffs „Gothic Metal“ zugeschrieben, und Ihr werdet von vielen immer noch als Gothic-Metal-Band bezeichnet. Was haltet Ihr davon, dass Ihr diese Bezeichnung an diesem Punkt Eurer Karriere immer noch tragen müsst, auch wenn Ihr inzwischen eigentlich anders klingt?

Mackintosh: Wir hatten einen bestimmten Stil, als wir den Begriff prägten, aber es wurde inzwischen in etwas anderes verwandelt. Ich weiß nicht wirklich, was es jetzt ist [lacht]. Wenn Du einen Teenager auf der Straße fragst, was denn Gothic Metal ist, wird er vermutlich MARILYN MANSON oder NIGHTWISH oder irgendetwas dazwischen sagen.

Holmes: Ich habe mich ehrlich gesagt vor etwa 18 Jahren mit der ganzen Bezeichnung abgefunden [lacht]. Wir hatten dieses Gothic-Metal-Aushängeschild vor so langer Zeit, dass die neue Generation der Fans dessen, was sie heute als Gothic Rock oder Gothic Metal betrachten, eine ganze andere Sache ist. Das ist so ähnlich wie mit VENOM, die damals den Begriff Black Metal prägten, und dem, was heute als Black Metal angesehen wird. Die neue Generation betrachtet das ganz anders. Wenn wir nach Amerika oder irgendwohin reisen, wo wir eher unbekannt sind, dann wird das Gothic-Label mehr als anderswo bemüht. Ich habe dazu aber keine wirkliche Meinung. Entweder Du magst die Musik oder eben nicht. Wenn mich jemand darum bitten würde, PARADISE LOST zu beschreiben, würde ich uns wohl Gothic Metal nennen, da wir ja schließlich für den Begriff verantwortlich sind [lacht].

Interview: Century Media Records; Übersetzung: soulsatzero; Fotos: Paul Harries





soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 11.04.2012 | 20:05 Uhr

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