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Reviews von Sólstafir
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Interviewpartner: Guðmundur Óli Pálmason

Zeit und Geld gehören bekanntlich zu den Dingen, die niemand ausreichend hat. Irgendwelche Glückskeksweisheiten oder angejahre Sprichworte auszupacken erübrigt sich wohl; einen Großteil davon kennt ihr sicher selbst. Außerdem ginge das alles nur von der Zeit ab, die ihr mit SÓLSTAFIR-Schlagzeuger Guðmundur und seinen Auführungen zu neuen Scheibe "Ótta" verbringen könntet. Viel Spaß mit seinen Antworten zu isländischer Pünktlichkeit, alten Zeitmessungen, berühmten Fotografen und Schwimmunterricht.






Hi, Grüße aus Deutschland und willkommen zu diesem Interview! Da Zeit von essentieller Bedeutung ist, lass uns gleich anfangen! [Eine Sache noch: Wenn du findest, dass das moderne Leben und seine Geschwindigkeit ungesund für mich sind, kannst du auf Isländisch antworten, Ich muss meine Kenntnisse mal wieder auffrischen und das Übersetzen könnte möglicherweise, ähm, länger dauern.]

Ich denke, davon handelt "Ótta" in gewisser Weise - nicht nach der Uhr zu leben, sondern einfach dem natürlichen, lose geknüpften Rhythmus der Tageszeit zu folgen.


Time, what is time? Was bedeutet Zeit für euch bei SÓLSTAFIR? Was hat dazu geführt, dass ihr "Ótta" einem alten System der Zeitmessung gewidmet habt?

Im Moment ist Zeit leider etwas, wovon wir zu wenig haben. Gerade ist es etwas hektisch. Ich hasse es nach der Uhr zu leben, ich hasse es, zu einer bestimmten Zeit aufwachen zu müssen. Ich will dem Strom der Zeit einfach folgen und Zeit ist, wie Einstein bewiesen hat, relativ.
Als Sæþór von dieser alten isländischen Methode der Zeiterfassung namens Eyktir erzählte dachten wir, das es ein perfektes Thema für das Album abgeben könnte. In früherer Zeit, ehe die Leute anfingen, Uhren zu benutzen, verwendeten wir in Island ein Zeitmessungssystem namens Eykt [Plural: Eyktir]. Eykt bedeutet im Grunde genommen acht, wie in ein Achtel von etwas.
Wir teilten den Tag in acht Teile, sodass jeder davon etwa drei Stunden lang war, obwohl dies ein sehr laxe Zeitmessung und Genauigkeit nicht beabsichtigt war.
Alle eyktir hatten ihre eigenen Namen Das Album beginnt zur Lágnætti [tiefe Nacht] und dauert die Nacht hindurch. Ótta ist die Zeit zwischen drei und sechs Uhr morgens. Dann ist es um Rismál Zeit, mit der Sonne aufzustehen, bei Dagmál hat der Tag vollständig angefangen. Miðdegi ist mitten am Tage und Nón ist Mittag, wobei in diesem System mittags nicht um Punkt 12:00 Uhr ist, sondern vielmehr die Zeit zwischen drei und sechs Uhr nachmittags. Anschließend kommt Miðaftan oder mittlerer Nachmittag und zuletzt Náttmál bzw. Nacht.


Musikalisch würde ich euer neues Album als euer möglicherweiste am meisten "laid back" bezeichnen. In Sachen Timing würde ich sogar soweit gehen zu behaupten, dass es von einer gewissen "nachlässigen Tightness" geprägt ist. Kommt dir das irgendwie sinnvoll vor?

Es macht tatsächlich Sinn. Wir sind schon immer eine "nachlässige" Band gewesen. Niemand von uns ist ein musikalischer Virtuose. Wir machen Fehler wenn wir live spielen, aber unser Spiel beruht immer eher auf Gefühl als auf technischer Perfektion. Es könnte auch so ein isländisches Ding sein. Wir sind da vollkommen anders als Deutsche. Wir sind niemals pünktlich. Wenn du dich mit einem Isländer um 12:00 Uhr verabredet hast, kommt er irgendwann zwischen 12:00 und 12:45 Uhr. Wenn beide/alle dieser Personen Isländer sind spielt das keine Rolle, weil beide/alle zu spät kommen werden. In dieser Hinsicht sind wir sehr "laid back" was Zeit und Zeiterfassung angeht.


Wie verbringt ihr eure Zeit auf Tour, wenn ihr nicht auf der Bühne steht?

Wie die meisten Bands, denke ich. In einem Flugzeug/Bus/Auto festsitzen, ein Buch lesen oder einen Film schauen. Viel mehr kann man auf Tour nicht machen.





Das Cover von "Ótta" ist eine Fotografie von Ragnar Axelsson. Wenn ich nicht falsch liege, ist es bereits vorher in seinem Sammelband "Die Seele des Nordens" veröffentlicht worden - wie habt ihr euch dafür entschieden? Was hat ein alter Mann mit weißem Bart und windzerzaustem Haar mit dem Norden oder SÓLSTAFIR zu schaffen?

Ich würde sagen, dieser Typ IST das Gesicht des Nordens. Er ist ein alter Bauer, einer der Letzten einer aussterbenden Art. Eine Speerspitze einer Zeit die bald vorbei und für die moderne Welt verloren ist.
Alle von uns lieben Ragnars [RAX] Arbeiten seit Jahren. Ich habe sogar Aufsätze über ihn geschrieben, während ich selbst Fotografie studiert habe. Schon zu Zeiten von "Köld" haben wir darüber gesprochen, seine Fotos für ein Albumcover zu verwenden, aber irgendwie hatten wir zuviel Respekt davor, mit diesem weltberühmten Fotografen Kontakt aufzunehmen.
Eines Tages kam er dann vorbei, um uns für die isländische Zeitung zu fotografieren für die er arbeitet, und was wir vorfanden war der netteste und liebenswürdigste Kerl den wir je getroffen hatten. Wir haben uns sofort angefreundet und er hat uns seitdem bei verschiedenen Gelegenheiten abgelichtet. Als es also ans Cover ging sichteten wir ein paar Sachen, kamen aber letztlich zu dem Schluss, dass er die perfekte Wahl war. Seine Fotografien passen perfekt zu unserer Musik. Und er hat sogar unseren Song "Fjara" für seine Ausstellung in Oslo benutzt, also schätze ich, dass er es genauso sieht.


Ihr habt wieder im Studio Sundlaugin aufgenommen, oder? Habt ihr "Ótta" komplett dort eingespielt? Was zieht euch dorthin zurück wenn man bedenkt, dass ihr vermutlich Studiozeit in Studios kriegen könntet, die in der Metalszene wesentlich bekannter sind?

Nun, erstens wollen wir keinen Metalsound. Zweitens haben wir wirklich gern dort an "Svartir Sandar" gearbeitet. Die Arbeitsatmosphäre ist echt entspannt und es kommt einem vor, als wäre man irgendwo draußen auf dem Lande, obwohl man nur 15 Minuten von Reykjavik entfernt ist, was auch bedeutet, dass wir in unseren eigenen Betten schlafen und unsere Kinder, Familien und Liebsten sehen können, während wir das Album aufnehmen.


Dezember 2014 markiert das zwanzigjährige Bestehen eurer Band. Zeit für ein Resümee: Was kommt dir in den Sinn, wenn du auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurückschaust? Sind besondere Feierlichkeiten geplant? Habt ihr vor, weitere 20 Jahre dabeizubleiben?

Obwohl wir zuerst im Dezember 1994 davon gesprochen haben die Band zu gründen haben wir unsere erste Probe nicht vor Januar 1995 gehabt. Man kann also sagen, dass im Dezember 1994 die Empfängnis und im Januar 1995 die Geburt war.
Wir hatten hochfliegende Pläne, eine DVD zu unserem Zehnjährigen herauszubringen und dann zum Fünfzehnjährigen. Es ist immer noch nicht passiert also vermute ich, dass der Januar 2015 wie jeder andere Monat kommen und vergehen wird. Aber ich hoffe wirklich dass wir die Chance kriegen, im Lauf von 2015 etwas Besondere in Verbindung mit unserem zwanzigjährigen Bestehen zu machen.


Ihr habt eine Split Single mit LEGEND veröffentlicht. Wie kam es zu der Idee? Warum habt ihr euch mit LEGEND zusammengetan, um jeweils einen Song der anderen zu covern? Und warum habt ihr es über Artoffact Records herausgebracht statt über Season of Mist? Letzteres frage ich deshalb, weil das Konzept mich an die Reihe von Split-EPs mit dem Namen "War" auf Season of Mist erinnert hat.

Echt? Ich wusste nicht einmal, dass SoM so eine Reihe hat. Der Grund dafür es auf Artoffact zu veröffentlichen ist, dass sie LEGENDs Plattenfirma sind und es ursprünglich für ein LEGEND-Remixalbum aufgenommen wurde. Aber irgendwann im Lauf der Zeit hat sich die Idee gewandelt und sie haben entschieden, auch einen von unseren Songs zu covern.
Die LEGEND-Jungs sind sehr gute Freunde von uns und sind es schon seit Jahren. Krummi [der Sänger] war früher in dieser Band namens MÍNUS mit denen wir früher oft hier in Reykjavik aufgetreten sind und Halldór [Keyboards/Programming] hat viel von dem Piano und E-Piano auf sowohl "Svartir Sandar" als auch "Ótta" eingespielt. Ihr Album "Fearless" ist eine unserer Lieblingsscheiben der letzten Jahre und als die Idee aufkam dass wir ihren Song covern und sie unseren fanden wir es von Anfang an klasse. Die Entscheidung "Runaway Train" zu spielen­ lag für uns ziemlich nahe. Es passt perfekt zu unserem Stil und ich finde wirklich dass es uns gelungen ist, es nach unserem eigenen Stück klingen zu lassen. Und ihre Version von "Fjara" ist Wahnsinn! Ich liebe es, dass die beiden Bands so verschieden voneinander klingen, ansonsten wäre das Ergebnis nicht so großartig.





Wie werdet ihr euren restlichen Sommer verbringen? Festivalauftritte? Walfang? In Form kommen für eure Europatour im Herbst?

Walfang wäre toll, aber ich habe kein Boot.
Die Festivalsaison ist jetzt für uns vorbei, obwohl wir noch ein Festival in Helsinki im September auf dem Plan haben. Der Sommer war wirklich toll. Wir waren noch nie vorher so beschäftigt.
WIr haben ein paar Sachen in Planung. Eine davon ist, unsere Musik zu einem isländischen Kultfilm namens "Hrafninn flygur" zu spielen in Zusammenarbeit mit dem Reykjavik International Film Festival. Das ist Ende September und anschließend werden wir anfangen uns für eine Headlinertour durch Europa bereit zu machen, die Ende Oktober anfängt.



Wo wir gerade bei der Tour im Herbst sind: Ist der Spielplan komplett oder kommen noch Konzerte dazu? Wer wird als Vorband dabei sein? Und werdet ihr ins gottverdammte Hamburg kommen, sodass ich unsere ekelhaft vollgepfropften Autobahnen nicht ertragen muss? ;-)

You don't like ze Autobahn? :P
Die Vorbands werden sehr bald bekanntgegeben.


Alles klar, hier kommt die Bonusabteilung!

Wusstet ihr, dass der billigste Supermarkt in Island Bónus heißt und ihr Logo ein schieläugiges Sparschwein ist? [Wusste ich tatsächlich. Wobei billig hier relativ zu sehen ist - für deutsche Verhältnisse immer noch, als würde man sich von Feinkost Beutelschneider per Rassepferd beliefern lassen! Anm.d.Verf.


Was ist deine Lieblingstageszeit? Warum?

Das ist gewissermaßen von Jahreszeit zu Jahreszeit unterschiedlich. Aber meine absolute Lieblingszeit ist die Sommernacht, wenn es nie dunkel wird aber trotzdem ruhig, und wenn das Licht dieses bläuliche Licht ist, das weder ganz Tag noch richtig Nacht ist.


Jeans oder Leder? Warum?

Leder. Ich hatte früher ein paar tolle Lederhosen, aber Jeans mochte ich nie besonders.


Wo und wie hast du schwimmen gelernt? In welchem Alter?

Meine Mutter, wie die meisten isländischen Mütter, hat mich zum Schwimmunterricht gebracht als ich noch sehr klein war, noch im Kindergartenalter. Wir Isländer lieben unsere öffentlichen Schwimmbäder, sie sind überall!

Das ist für den Augenblick alles, vielen Dank für deine Zeit und Geduld! Die letzten Worte gehören traditionell dir:

Danke für dieses Interview und entschuldige bitte, dass es irgendwie unterwegs verschütt gegangen ist, aber gut Ding will eben Weile haben - ich meine, wir haben zwanzig Jahre gebraucht um an diesen Punkt zu kommen. :-)

grim_rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 24.08.2014 | 14:46 Uhr

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