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Interviewpartner: Ian D´Sa & Jordan Hastings

Dass BILLY TALENT eine beständige und großartige Rockband sind, dürfte wohl niemand verneinen. Mit ihrer Mischung aus Punk Rock, Rock, Pop und einer kleinen Prise Metal, überzeugen die Kanadier die Massen bereits seit ihrem ersten Album aus dem Jahr 2003. Auch etwa 14 Jahre später ist die Gruppe erfolgreich - künstlerisch wie kommerziell. Wir konnten mit Gitarrist Ian D´Sa und "Aushilfsschlagzeuger" Jordan Hastings ein wenig über das aktuelle Geschehen plaudern.




"Afraid Of Heights", der Titel eures aktuellen Albums, lässt natürlich viel Raum für Interpretationen. Meine erste Vorstellung der Titelbedeutung war, dass es um euch als Band geht, die so erfolgreich, also so hoch oben ist. Geht es darum oder eher um die Furcht vor Dingen im Allgemeinen?


Ian: Im Grunde geht es eigentlich darum, als Person das bestmögliche aus sich zu machen. Wir leben jedoch in einer Welt, in der man vor vielen Dingen Angst haben kann. Gerade in unserer Zeit werden von verschiedenen Stellen Entscheidungen getroffen, vor denen man Angst haben kann. Man nehme nur mal die aktuellen Geschehnisse in den U.S.A. Tja, und das hat uns eben auf den Titel "Afraid Of Heights" gebracht.


Also geht es nicht nur um eure persönlichen Ängste, sondern eher um die globale Angst der Menschen?

Ian: Genau, es geht um die Menschheit im Allgemeinen. Wenn du so willst, dann geht es um Sachen wie den Brexit, Trump usw. Es ist eine Art Kommentierung dieser Vorgänge.


Euer Song "Louder Than The DJ" sticht ein wenig aus euren bisherigen Songs hervor, da es eine richtige Rock 'n' Roll-Nummer ist. Ist das Stück eine Art Hommage an den Rock?

Ian: Klar, wir sind ja auch eine Rockband und keine Jazzband. (lacht) Der Song soll die Leute daran erinnern, dass der Rock nicht tot ist oder war. Er ist quicklebendig und bringt weiterhin großartige Sachen hervor. Man solle auch nie seinen revolutionären Hintergrund vergessen, er hat die Welt nachhaltig verändert. Die Nummer ist auch eine Hommage an Rockbands an sich.


Ich beobachte euer Schaffen nun schon seit einigen Jahren. Und mit jedem Album sage ich mir, dass es für euch schwer sein wird, ein noch besseres Nachfolgewerk zu schaffen. Ich meine, ihr habt großartige Songs geschrieben wie "Devil In The Midnight Mass", "Diamond On A Landmine", "Prisoners Of Today"... die Liste ist nahezu endlos. Ihr wisst ja selbst, dass die Nummern bei den Fans super ankommen. Erschwert dies das Songwirting für ein neues Album?

Ian: Ja, ich denke schon. Man versucht ja auch ständig ein besserer Musiker zu sein und bessere Songs zu schreiben. Für "Afraid Of Heights" hatten wir 20 Nummern fertig, aus denen wir dann die heraussuchten mussten, die aufs Album kommen. Bisher haben wir uns einfach hingesetzt, zehn Stücke für das Album geschrieben und waren fertig. Diesmal war es etwas anders, eben weil wir ein Album machen wollten, was die anderen schlagen sollte.


Ich habe mal ein Interview mit Ben gelesen. Er sagte, dass du, Ian, genau weisst, wann ein Song ein Hit ist und wann nicht.

Ian: Im Prinzip ist das total einfach. Wenn wir einen Song schreiben, bei dem ich was empfinde, dann weiß ich, dass er etwas taugt. Das ist kein Kalkül sondern ein Gefühl das sich einstellt. Empfinde ich dabei Wut, empfinde ich Trauer... das läuft dann eben zusammen und so entscheiden wir häufig.


Du bist ja noch immer der Hauptsongwriter der Band?

Ian: Ja.


Die Texte kommen immer von Ben?

Ian: Wir arbeiten die Texte zusammen aus.


Du warst ja auch wieder der Produzent des Albums.

Ian: Richtig.


Ist es für dich denn nicht schwer, einen neutralen Blick auf die Stücke zu halten, die du selbst geschrieben hast? Manch einer wäre vielleicht nie zufrieden mit dem Ergebnis, vor allem, wenn man selbst in der Verantwortung vor der Band steht.

Ian: In erster Linie ist es für mich wichtig, dass die Stücke fertig werden. Also die Texte und die Musik. Wenn das noch nicht steht, ist ein Studioaufenthalt sehr schwer. Wenn man das jedoch schon fertig hat, kann man sich voll und ganz auf den Sound konzentrieren und natürlich auf die Performance der einzelnen Musiker, wie die von Jordan hier. (lacht) Darauf sollte man den Fokus richten und nicht auf sowas wie "Hey, hört sich die Bridge hier gut an oder nicht?"


Wo wir schon bei dir, Jordan, sind. Du hast ja auch das Schlagzeug eingespielt und somit Aaron (Solowoniuk) sowohl im Studio als auch bei der letzten Tour ersetzt.

Jordan: Yep.


War es für euch denn eine große Umstellung, mit einem anderen Drummer zu arbeiten?

Ian: Es war für uns einfach eine ganz natürliche Entscheidung, im Falle von Aarons Verhinderung, auf Jordan zurückzugreifen. Wir kennen uns nun schon seit über 10 Jahren, haben mit unseren Bands zusammen getourt und wissen genau, wie der jeweils andere tickt. Jordans Spiel passt zudem auch sehr gut zu BILLY TALENT, so dass die Entscheidung umso leichter war.


Du spielst ein wenig anders als Aaron, das Crash-Becken und der High-Head kommen ein wenig deutlicher zum Vorschein als bei Aaron. Vielleicht nimmt man das aber auch nur wahr, wenn man weiß, dass jemand anderes an den Kesseln sitzt...

Jordan: Das kann gut sein! (lacht)


Bist du denn noch immer bei ALEXISONFIRE?

Jordan: Na klar, im Anschluss an die Tour mit BILLY TALENT waren wir im Januar noch in Australien unterwegs.


Wie geht es Aaron denn (Anm. des. Red: Aaron ist seit vielen Jahren an Multipler Sklerose erkrankt)?

Ian: Ihm geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Er hat zwar einiges an Gewicht verloren und seine Muskeln sind etwas schwächer, aber er ist ein Kämpfer und er lässt sich von soetwas nicht unterkriegen! Er trainiert seinen Körper, um mit uns wieder Musik zu machen und auf Tour zu gehen.


Auch wenn sich die Situation um Aaron für euch als Band vielleicht nicht gerade positiv auf eure Stimmung auswirkt, so klingt "Afraid Of Heights" keinesfalls depressiv oder schwermütig. Diese Probleme spiegeln sich nicht in den Stücken wider, oder?

Ian: Das mag daran liegen, dass die meisten Stücke bereits vor seinen akuten gesundheitlichen Problemen entstanden sind. Bevor wir mit dem gesamten Prozess anfingen, hat sich schon herausgestellt, dass er nicht die Kraft haben würde, das Album einzuspielen. Er wäre für sechs Monate ausgefallen. An diesem Punkt haben wir uns bereits entschlossen, Jordan für die Studioaufnahmen im Januar 2016 zu holen. Im Februar habe ich allerdings noch einen Song geschrieben, der von der Situation mit Aaron und der Flüchtlingskrise beeinflusst worden ist.





Ihr Jungs seid ja alle um die 40 Jahre alt. Bis auf dich Jordan, du bist jünger.

Ian: Du junger Typ du! (lacht)


Was bedeutet euch eigentlich eure eigene Musik heute? Ist es mittlerweile eher ein Job oder macht ihr das alles aus Spaß an der Sache?

Ian: Also ich habe nach wie vor jede Menge Spaß an der Musik. Auf der Bühne zu stehen ist der größte Spaß meines Lebens. Wenn die Leute bei den Songs richtig abgehen und die Texte mitsingen, an denen du lange gefeilt hast... im Keller meiner Eltern, wie es noch beim ersten Album der Fall war. Das ist einfach nur großartig. Auf Tour zu sein ist ebenfalls klasse.

Jordan: Ich liebe Touren ebenfalls! Auch mit 35 Jahren habe ich den Spaß an der Sache noch lange nicht verloren.


Ausverkaufte Hallen und große Clubs machen die Sache natürlich auch leichter!

Ian: Auf jeden Fall!


Habt ihr denn Familien zu Hause, die auf euch warten?

Ian: Ich bin nicht verheiratet und habe auch keine Kinder. Allerdings sehe ich meine Eltern und meinen Bruder zu Hause in Kanada ziemlich oft.


Niemand wird leugnen, dass Europa und gerade Deutschland BILLY TALENT liebt. Und das schon seit eurem ersten Album unter dem Banner. Was mich nur immer wundert ist, dass ihr in den U.S.A. noch nicht einen so anerkannten Status habt. Okay, mit "Afraid Of Heights" konntet ihr die Charts dort auch endlich in einer höheren Position knacken...Was stimmt mit denen da nicht?

(beide lachen) Ian: Das ist vielleicht nicht so einfach zu erklären. Deutschland ist für uns schon immer eine sehr, sehr treue Basis gewesen und die Leute hier lieben Rockmusik einfach. Und ich kann es macnhmal nicht so recht glauben, wie erfolgreich wir hier bei euch sind, wenn ich auf der Bühne stehe mir und mir die Fans anschaue. Es haut mich immer wieder um, auch nach über 15 Jahren. In den U.S.A. ist die Musik ständig im Wechsel, die Leute hören viel häufiger unterschiedliche Musik und bleiben nicht so lange einer Sache treu. Die Rockszene dort hatte immer mal wieder ein Nischendasein zu fristen. Der Rock 'n' Roll wird dort niemals über einen längeren Zeitraum hinweg kommerziell erfolgreich sein oder bleiben. Komisch ist, dass wir mit unserem ersten Album verkaufstechnisch eigentlich recht zufrieden waren, danach ging es allerdings schnell bergab. Natürlich sind wir da auch hin und wieder unterwegs, da es eine Fanbasis gibt. Aber solche Mengen wie z.B. hier kommen nicht zu unseren Shows.


Was mich bei euch immer wieder fasziniert ist die Tatsache, dass ihr es schafft, verschiedene Musikfans zu vereinen. Einerseits habt ihr Leute aus dem Punk-Rock-Lager, dann Metalfans und ihr greift auch Popmusik-Hörer ab. Eure Musik klingt dabei auch immer vielschichtig. Ist auch euer Background eher open minded?

Ian: Ja, absolut. Wir alle hören ganz unterschiedliche Arten von Musik. Irgendwie kommen wir zwar schon auf einen Nenner, aber es gibt z.B. Sachen, die Jordan hört, von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe. Ich für meinen Teil höre gerne Jazz, Punk Rock, Metal. Dabei habe ich mich jedoch nie festgelegt, nur diese eine Richtung zu hören.


Vielleicht ist das euer Geheimnis?

Jordan: Das wird es sein, ganz bestimmt. Wenn wir z.B. auf Tour sind, bekommen wir viele Eindrücke mit. Entweder von Gruppen, mit denen wir auftreten, oder wenn wir mal ne CD zugesteckt bekommen. Aber auch einfach durch Gespräche mit Fans und anderen Musikern. Unterbewusst schleichen sich diese Faktoren gewiss in einen rein und verändern so auch die Vielfältigkeit.

Ian: Einen großen Nennen kann man garantiert in der Band RUSH sehen. Ich kenne keinen Musiker, der vor dieser Band nicht den Hut zieht. Ihre Musik alleine ist schwer zu beschreiben. Ist es Prog? Ist es Rock? Ihre Hitsingles hören sich eher nach Pop an. Die Jungs gehören zu der Sorte von Bands, die sich immer noch nicht definiert haben, auch nach all den Jahren nicht.


Und sie machen auch nicht unbedingt Easy-Listening-Musik. Es gibt zwar recht eingängige Stücke, dann aber auch sehr schwer verdauliche.

Ian: Absolut!





"Afraid Of Heights" ist euer fünftes Album.

Ian: Genau!


Liebt ihr all eure Alben gleich oder habe ihr eure Lieblinge?

Ian: Ich denke, dass das aktuelle mein Lieblingsalbum ist.


Na klar, das neueste!

Ian: (lacht) Ja, schon. Es fühlt sich einfach so an, als ob alles so abgeliefert worden ist, wie es zu sein hat. Manchmal macht man ein Album mit einem anderen Produzenten, der es aber nicht schafft, die eigenen Vorstellungen gänzlich umzusetzen. Das war auch der Grund, warum ich die Produktion gemacht habe. Ich wollte einfach genau meine Vorstellungen umsetzen. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis.


Als ihr damals mit PEZZ angefangen habt: Hättet ihr je gedacht, dass ihr mal so erfolgreich werden würdet, wie ihr jetzt seid?

Ian: Nee, never ever! Wenn du eine kleine Indie-Band bist, dann ist Erfolg schon da, wenn man Downtown in einem Club spielen kann. "Hey, wenn wir mal einen großen Gig in Toronto hätten, das wäre doch der Wahnsinn, oder?" (lacht) Das war damals unsere Vorstellung von Erfolg. Diese Schwelle verändert sich natürlich ständig. Wenn du eine erreicht hast, dann möchtest du die nächsthöhere Barriere erklimmen. Eine Tour in Kanada - check. Eine Tour in Deutschland - gemacht!


Okay, dann kommen wir mal zum Schluss. Wenn ihr, sagen wir fünf Jahre, in die Zukunft schaut, wo werden BILLY TALENT stehen?

Jordan: Wir werden wieder hier sitzen! (lacht)


Das hoffe ich doch!

Ian: Na ja, vor zehn Jahren haben wir hier (Düsseldorf) auch schon gesessen und Interviews gegeben. Hoffen wir, dass es so kommen wird und wir weiterhin auf der Bühne stehen dürfen.

Pinhead

Autor: Ingo Nentwig [Pinhead] | 09.03.2017 | 13:09 Uhr

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