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Interviewpartner: J. Hallbäck u. Perditor

Auch wenn langsam der Sommer kommt, gibt es eigentlich keinen Grund sich nicht an düsterem schwedischen Black Metal zu erfreuen. Das haben sich wohl auch GRIFT gedacht, als sie vor wenigen Wochen ihre Mini-CD „Fyra Elegier“ auf die Welt losgelassen haben und mein Herz zu erfreuen wussten. Selten klang eine Band nach dem Jahre 2000 so nostalgisch und organisch dunkel wie GRIFT. Obwohl die Veröffentlichung nur vier Lieder beinhaltet, kann man also schon ein gewisses Potential erkennen. Mir hat das auf jeden Fall gereicht, um den beiden Nordmännern mit ein paar Fragen auf die Nerven zu gehen. J. Hallbäck und Perditor zeigten sich dabei als sehr höfliche Personen, die ausführlich auf meine Fragen antworteten und den Fans auch Hoffnung auf neues Material machen. Aber … lest doch einfach selbst!




Hallo GRIFT! Vielen Dank, dass ihr zwei Euch die Zeit nehmt, um ein Interview mit mir zu führen. Wie ist der Frühling dieser Tage in Schweden?

J. Hallbäck: Grüße Dich! Wir erwachen langsam aus dem winterlichen Schlummer, der dieses Jahr eindeutig kälter und länger als sonst war. Dasselbe gilt für die Band – wir werden wieder aktiver, nachdem wir beide in der Zeit zwischen Aufnahme und Veröffentlichung von „Fyra elegier“ auch in anderen Projekten musiziert haben. Unsere Mini-CD ist sehr gut aufgenommen worden und das hat sicherlich noch zusätzlich zu unserer Motivation beigetragen. Alles in allem – die Dinge sind gut!

Da “Fyra elegier” Eure erste Veröffentlichung ist, könntet Ihr unseren LeserInnen etwas über die Geburt von GRIFT und die Message, die hinter Eurer Band steht, erzählen?

J. Hallbäck: Die Kollaboration, die letztendlich zur Geburt von GRIFT geführt hat, gab es schon in anderen Bands seit ungefähr sechs Jahren, wobei in diesen Bands vor allem schwedischer Black Metal gespielt wurde. Es gab also keine lange oder genaue Planung und auch keine plötzliche Erleuchtung, wenn es um die Entstehung von GRIFT geht. Aber wenn wir das ganze aus heutiger Perspektive betrachten, dann ist es wirklich nicht überraschend, dass wir irgendwann da enden mussten, wo wir jetzt sind. Das hat einfach mit unserem gemeinsamen Interesse für dieselbe Musik zu tun.

Ganz grundsätzlich ist uns die Idee ungefähr vor drei Jahren während einer Probe gekommen. Wir haben einen zehnminütigen Song zusammengestellt, der sehr viel Power hatte, aber minimalistisch arrangiert war. Dabei haben wir uns vor allem auf die Atmosphäre fokussiert [laut einigen Personen hat das ziemlich nach DSBM geklungen]. Wir haben den Song aufgenommen und er hat uns gefallen. Dann haben wir ihn archiviert und fast vergessen. Nach einem Jahr haben wir ihn dann wieder ausgegraben, da wir nun mehr Zeit hatten, weil einige unserer anderen Projekte pausierten.

Es gibt keine spezifische Botschaft oder Agenda hinter der Band. Es gibt keinen vorgegebenen Pfad, aber deshalb auch keine Limitationen. Ich überlasse es Perditor später im Interview über die Lyrics zu sprechen.

Musikalisch würde ich sagen, merkt man Euch auf jeden Fall eine nostalgische Aura und den Vibe des traditionellen Black Metals an. Würdet Ihr diesem Statement zustimmen? Wollt Ihr mit Eurer Musik einen alten Spirit wieder neu aufleben lassen, der momentan in der Black Metal Szene verloren gegangen ist?

J. Hallbäck: Ich bin froh, dass Du genau das erwähnst, denn wie ich schon gesagt habe, haben wir beide unsere Wurzeln in der schwedischen Black Metal Szene der frühen 90er [abgesehen natürlich auch von anderen Wurzeln]. „Nostalgie“ ist tatsächlich ein Wort, das wir für uns selbst verwendet haben, wenn wir darüber geredet haben, was wir mit GRIFT eigentlich erreichen wollen. Es geht dabei aber nicht darum, sich vom Black Metal zu distanzieren, denn ich persönlich mag sowohl alte und neue Bands, die dieses Genre ernst nehmen und „all in“ gehen. Aber trotzdem muss gesagt werden, dass es unehrlich wäre und sicher fehlschlagen würde, wenn wir mit GRIFT versuchen würden, uns den Standards des Black Metals anzupassen.
Für uns ist es wichtig, unsere Musik auf die alte Weise aufzunehmen – das heißt ohne Computer und ohne digitale Veränderungen, die nur dazu dienen, „perfekt“ klingen zu wollen. Dies ist eine Sache, die in der heutigen musikalischen Welt allgemein verloren gegangen ist. Allerdings ist das nicht so eine große Sache, dass es die Bedeutung und die Wichtigkeit von GRIFT [und unserer anderen Bands] vergrößert. Man darf nicht vergessen, dass der „verlorene Geist“, der immer wieder gesucht wird, zu einer anderen Zeit, zu anderen Umständen und zu den Pionieren unseres/n Genres/n gehört. Man kann diesen Geist deswegen nur als Inspiration verwenden. Nostalgie ist allerdings auch eine Hure, denn die Vergangenheit wiederbeleben beziehungsweisen nachleben zu wollen, ist in der Regel enttäuschend. Das gilt für alle Lebensbereiche.

Das Cover-Artwork evoziert ebenfalls eine sehr nostalgische und traditionelle Atmosphäre. Wo und was ist der Ort mit der Kirche auf Cover? Und liegt der Tatsache, dass Ihr als zentrales Symbol eine Kirche gewählt habt, eine symbolische Bedeutung zugrunde?

Perditor: Das Bild zeigt die Pfarrkirche in meiner Nachbarschaft. Wir wollten ein Cover-Artwork, das eine Beziehung zu unserer Gemeinde und unserem Bezirk ausdrückt. Außerdem glaubten wir, dass dieses Bild ein nostalgisches Gefühl der schwedischen Dunkelheit ausdrücken kann, von welcher unsere Musik und unsere Lyrics so sehr zehren. Der Triumph des Todes ist eines der Haupthemen dieser Veröffentlichung und deshalb wollten wir ein Bild, welche das Ende des Lebens symbolisiert – der Friedhof und die Kirche. Auch wenn die Kirche hier viel Macht und Einfluss verloren hat, ist sie immer noch eine Institution, der man am Ende seines Lebens nicht auskommt.

Bezüglich Eurer Lyrics heißt es, dass Ihr von Johannes Edfelt, Pär Lagerkvist und Dan Andersson inspiriert seid. Auf welche Art und Weise inspirieren euch diese drei Poeten und Schriftsteller? Und gibt es eine spezifische Atmosphäre oder ein spezifisches Thema, das alle drei Künstler vereint und das für Euch sehr wichtig ist? Und wie steht Ihr dazu, dass diese drei Individuen durchaus eine sehr ungewöhnliche und außergewöhnliche Inspiration für eine Black Metal sind, da sich zumindest Pär Lagervist [aber auch Dan Andersson] mit christlicher Religion und Spiritualität auseinandergesetzt hat?

Perditor: Diese Dichter und ihre Gedichte sind etwas, das ich jeden Tag mit mir herumtrage. Sie alle haben ihre Gefühle auf verschiedene Weisen zum Ausdruck gebracht und sind deshalb aufgrund ihres persönlichen Schreibstils sehr wichtig. Alle waren Agnostiker. Pär Lagerkvist war ein Meister, wenn es darum geht, über das Gefühl des Nicht-Finden Gottes und die damit einhergehende existentielle Einsamkeit und Verlassenheit zu schreiben. Johannes Edfelt hat in einigen seiner Gedichte sehr konkret über das Phänomen des Todes geschrieben und das hat mir viel Inspiration für die Lyrics auf „Fyra elegier“ gegeben. Dan Anderson ist so etwas wie die personifizierte schwedische Armut und passt darum sehr gut zu unserem Thema. Ich sehe GRIFT nicht als eine traditionelle Black Metal Band mit einer satanischen Agenda et cetera. Unsere Inspirationsquellen sind vielfältig und nichts kann uns davon abhalten, das zu finden und zu verwenden, was für uns wichtig ist – und zwar unabhängig vom musikalischen Stil, von der Religion oder auch von der Politik!




Auf Eurer Facebook-Seite sagt Ihr, dass Ihr momentan Plätze für Live-Auftritte sucht. Habt ihr schon ein vollwertiges Line-up zusammen oder werdet Ihr Gast-MusikerInnen verwenden? Und werdet Ihr auch andere Songs als jene von „Fyra elegier“ [vielleicht solche, die auf zukünftigen Veröffentlichungen zu finden sein werden] spielen?

J. Hallbäck: Die Pläne live zu spielen, sind noch ziemlich im Anfangsstadium, aber wenn sich gute Möglichkeiten ergeben, wären wir dazu bereit. Wir proben und arrangieren Songs als Duo – wobei Perditor die kreative Kraft ist – aber wir haben auch schon mit zwei alten Bekannten von uns geprobt, die den Bass und eine zusätzliche Gitarre bedienen würden. Ein paar neue Songs sind schon fast fertig und so werden wir wahrscheinlich bald genug Material für ein vollwertiges Live-Set haben.

Bleiben wir bei der Zukunft: Gibt es schon Pläne für eine neue Veröffentlichung? Vielleicht ein ganzes Album oder noch eine Mini-CD/EP?

J. Hallbäck: Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen. Wir haben noch keine spezifischen Pläne für eine weitere Veröffentlichung. Sicher ist, dass wir sehr wahrscheinlich in Perditors Studio „Liesmia“, das im ruralen Gebiet angesiedelt ist, ehrliches, organisches und authentisches Material aufnehmen werden, sobald wir mit dem neuen Material zufrieden sind. Wir würden diese Gelegenheit auch gerne nutzen, um festzuhalten, dass wir mit der Arbeit von Nordvis Produktion sehr zufrieden sind!

Wie in jedem Interview, das ich führe, hätte ich gerne, dass Ihr mir den Namen einer Underground-Band verratet, die Ihr kürzlich entdeckt habt und die Eurer Meinung nach von unseren LeserInnen unterstützt werden sollte?

J. Hallbäck: Die schwedische Band STILLA und ihr erstes Album „Till Stilla Falla“, das sie kürzlich veröffentlicht haben. Ich wusste nicht genau, was ich davon erwarten sollte, aber es wurde in den „social medias“ hoch gelobt und deshalb habe ich mich diesem Album mit großem Zweifel genähert. Aber lass uns einfach sagen, dass das Album variabel, episch, roh aber doch melodisch ist, und mit einer alten und natürlichen Produktion ausgestattet ist. Es ist nicht fair, diese Scheibe mit einer anderen zu vergleichen, da ich sie ziemlich einzigartig finde, aber als mich einige der melodischen Basslinien und der schreddernden Gitarrenparts [sowohl musikalisch wie auch produktionstechnisch] an das Debütalbum „Kronet Til Konge“ von DØDHEIMSGARD erinnert haben, wusste ich, dass ich auf etwas ziemlich Spezielles gestoßen war.

Wer eher auf klassischen Black Metal mit Blast Parts steht, der sollte GRAUPELs „Am Pranger“ anhören – eine Geschichtsstunde, die einen lehrt, wie man Sachen richtig macht. Oh, und die Jungs aus Trondheim, Norwegen, scheinen auch zu wissen, wie man Musik macht.

Danke für das Interview! Ich wünsche Euch und Euren Bands nur das Beste! Die letzten Worte gehören natürlich Euch!

Perditor: Danke für die interessanten Fragen! Hoffentlich werden wir in naher Zukunft noch einmal etwas aufnehmen. Das neue Material, das ich gerade komponiere, ist noch dunkler und mürrischer, also wird es wahrscheinlich noch melancholischer und düsterer klingen, als das jetzige Material.

Squiggofant

Autor: Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 24.05.2013 | 11:36 Uhr

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