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Interviewpartner: James Rivera

Seit etwas mehr als 35 Jahren lebt, atmet und spielt James Rivera sein Lebensprojekt HELSTAR. Die Power/Speed-Metal-Band aus Houston, Texas eroberte mit vier bockstarken Alben einen 80er-Jahre-Kultstatus, fiel dann aber wie so viele Branchenkollegen in die öffentliche Bedeutungslosigkeit. Rivera selbst fiel so tief, dass er sich sogar in den drogenumnebelten Gossen des mondänen L.A. wiederfand. Mit der Rückkehr seines Gitarristen und Lebensfreundes Larry Barragan kehrt vor gut zehn Jahren auch die Qualität zurück.

Mit den letzten vier Alben "The King Of Hell" (2008), "Glory Of Chaos" (2010), "This Wicked Nest" (2014) und dem hochgepriesenen "Vampiro" (2016) haben sich HELSTAR somit wieder auf die Festivalbühnen zurückgespielt und werden vor allem in deutschen Gefilden kultisch und ehrfürchtig verehrt. Im Zuge seines Auftritts im Wiener Viper Room haben wir uns den 57-Jährigen geschnappt, um bei bester Laune u.a. über seine Verfehlungen in der Vergangenheit, seine Liebe zu europäischem Black Metal und die beispiellose Nähe zu den Fans zu plaudern. Großes Metal-Kabarett mit einer kräftigen Prise Humor.





James, HELSTAR ist mittlerweile unglaubliche 35 Jahre alt und du bist das letzte konstante, immer in der Band befindliche Mitglied. Was geistert dir dabei durch den Kopf, wenn du diese lange Zeitspanne überdenkst?

Ich hatte eigentlich gar keine Wahl, mir etwas anderes zu überlegen. Als die Band Anfang der 90er-Jahre das erste Mal fast auseinanderbrach, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich war am Beginn meiner 30er, überlegte sogar, wieder zur Schule zu gehen und einen richtigen Job zu erlernen. Mein Leben nahm definitiv einen Wendepunkt. Aber hätte ich das so gemacht, dann hätte es sicher noch zehn Jahre gedauert, bis ich wo Fuß gefasst hätte und wer stellt dich mit Mitte 40 noch wo ein? [lacht] Ich gebe einfach BLACK SABBATH die Schuld an allem, denn deshalb wurde ich Sänger.


Die 90er waren hart für dich. Du bist damals auch mal nach L.A. gezogen, dein Freund und Langzeitgitarrist Larry Barragan verließ die Band…

Die 90er waren brutal für mich. Der Grunge hat den Heavy Metal in den USA quasi ausgelöscht und damit auch uns.


Gab es mal einen Zeitpunkt, wo du den Hut draufhauen wolltest?

Nein. Ich habe schon mal darüber nachgedacht, aber ich war mir schnell klar darüber, dass das meine Profession ist. Ich habe damals sogar mit Drogendealern zusammengelebt, weil ich kein Dach über den Kopf hatte und total pleite war. Ich habe hie und da live gesungen, natürlich im kleineren Rahmen. Erst 1997/1998 gab es für den Metal wieder Hoffnung. Mit der Band DESTINY’S END hatte ich eine Art Comeback und von da an einen Karriereboost, der bis heute nicht gestoppt wurde. Im Endeffekt ist dieser Part meiner Karriere besser als der erste in den 80ern.


Was war der Grund, warum du damals von deiner Heimat Houston in Texas nach L.A. gezogen bist?

Das war wegen eines Jobs. Ein Freund von mir hatte damals eine Arbeit und ich war dann Teil seiner Band. Wir sind aber nie durchgestartet, das passierte erst mit DESTINY’S END, die davor NEW EDEN hießen. Fakt ist, dass Metal Blade Records in den 90er-Jahren alles aus ihrem Roaster schmissen, was auch nur im Entferntesten nach traditionellem Metal roch. Sie hatten damals KINGS X, GALACTIC COWBOYS und solche Bands. Ende der 90er-Jahre gab ich ihnen die Demo meiner Band CHAOTIC ORDER und das mochten sie. Sie sahen darin eine Mischung aus ALICE IN CHAINS und QUEENSRYCHE. Sie kamen auf die Idee, HELSTAR zurückzuholen und ich dachte mir nur: „Ihr Pisser habt mich doch erst gekickt. Was denn jetzt?“ [lacht] Nach der NEW EDEN-Demo luden sie mich ein und gaben mir einen Vertrag. Das ging plötzlich in der Geschwindigkeit eines Fingerschnippens.


Hattest du damals auch persönlichen Stress mit Metal Blade als Resultat ihrer Entscheidung?

Nicht wirklich. Geschäft ist Geschäft, das muss man so gut wie möglich unterscheiden. Natürlich fühlt man sich nicht gut, aber man muss weitermachen. Im Endeffekt haben sie mir wieder eine Zuhause geboten. Im Business ist das eben oft so.


Wie gesagt verließ 1995 auch Larry die Band, um erst elf lange Jahre später wieder zurückzukehren…

Er hatte überhaupt keinen Bock mehr auf das gesamte Musikbusiness. Er war ja nicht mal mehrin einer anderen Band tätig. Viele Jahre lang hielt nur ich den Namen am Leben. Ich musste eine Zeit lang als ARTIFICAL HELSTAR firmieren und spielte Shows mit großartigen Session-Musikern. Da ich immer die Songs spielte und auf Festivals auftrat, starb der Name nie. 2006 kam plötzlich wieder alles ins Rollen.


Hattest du damit gerechnet, dass Larry jemals wieder zurückkommen würde?

Nicht eine Sekunde. Seine Rückkehr war der schönste Tag meines Lebens. Er und unser Freund Robert Trevino starteten damals mit der Band ETERNITY BLACK, um ein paar Shows in Texas zu spielen, weil er wieder Bock auf Musik hatte. 2006 kam dann das Angebot für eine 20-Jahre-Jubiläumsshow für das Erfolgsalbum „Remnants Of War“. Das taten wir und war als Einzelshow geplant. Dann kam der Stein aber ins Rollen und wir machten noch eine Jubiläumsshow und plötzlich kam das Angebot für einen Plattenvertrag. Einmal geht es noch. [lacht]




Wie würdest du deine Beziehung zu Larry beschreiben? Ist sie etwas Besonderes?

Mann, wir sind wie Brüder. Es ist eine Art von Magie. Es ist so, als ob wir dieselbe Mutter hätten. Wir haben fast die exakt gleiche Weltanschauung, sind uns oft einig und setzen die Prioritäten richtig. In all den Jahren zusammen hatten wir nicht eine einzige, ernsthaft wilde Diskussion. Egal worum es geht. Das ist wirklich sensationell. Das kann ich nicht einmal über meinen echten Bruder sagen, mit dem hatte ich nämlich eine Menge blutiger Schlägereien. [lacht]


Über all die Jahre hat HELSTAR ordentlich viele Bandmitglieder verbraucht. Ist es schwierig, sich in der Band mit Ideen gegen dich und Larry durchzusetzen?

Nicht wirklich. Dass es bei uns so viele Besetzungswechsel gab lag oft daran, dass die Leute ihre Scheiße nicht auf die Reihe gekriegt haben und nicht, weil wir so despotische Tyrannen wären. Wir sind eine sehr demokratische Band, in der jeder seine Ideen einbringen kann und genug Freiräume kriegt. Es ist nicht so, dass ein Neuer die Fresse halten soll und froh sein muss, mit uns zu spielen. Nicht mal annähernd, jeder hat sofort die Möglichkeit, sich proaktiv einzubringen. Das ist nicht so wie bei KISS, wo man als Newbie zum Süßigkeiten holen geschickt wird. [lacht]


Als es nicht so gut um HELSTAR stand, hat euch MEGADETH-Mitglied David Ellefson finanziell aus der Patsche geholfen.

Er produzierte 1995 das Album „Multiples Of Black“ und seitdem sind wir gute Freunde. Er hat sein Label gestartet und wollte neben all den jungen Wilden auch eine klassische Band mit einer langen Geschichte. So kam er auf HELSTAR, auch weil wir gute Freunde waren, ich den Namen meiner Band am Leben erhielt und er mir schon mal half.


Wenn es um die stilistische Ausrichtung geht, wart ihr immer in einer Art von Findungsprozess. Heavy-, Speed-, Power-, Prog-, True-Metal – trifft irgendwie doch alles auf euch zu.

Heute sage ich dazu „Helstar-Metal“. Wenn mich jemand fragt, ist das die einzig logische Antwort, weil man uns sonst nicht einfach kategorisieren kann. Was soll ich dann auch sonst dazu sagen? [lacht]


Hat sich dein persönlicher Musikgeschmack über die Jahre gewandelt? Hörst du heute eine andere Art von Musik als vor 30 Jahren?

Ende der 90er, rund ums Millennium, bin ich in die Welt des Black Metal eingetaucht. Dani Filth hat mich dorthin gebracht und ich hörte Bands wie OLD MAN’S CHILD. Ich dachte mir dann, dass ich das auch auf die Reihe kriege und habe von dort weg Black-Metal-Vocals in meine Songs integriert und mit meiner Power-Metal-Stimme vermischt. Das hat ganz gut funktioniert und wurde gut angenommen. Wir haben damit Kids zu HELSTAR geholt, die sich unsere Band ansonsten nie angehört hätten, weil wir niemals cool genug gewesen wären. Das Geheule mögen sie ja nicht. [lacht]


Haben dich auch die kultigen Ereignisse in Norwegen in den 90er-Jahren fasziniert, das gesamte Drumherum?

Im Zuge dieser Tour werde ich das erste Mal überhaupt dort spielen. Oslo, pass auf – ich komme! [lacht] Mich hat das Ganze schon fasziniert, auch wenn manche Bands es sicher etwas zu weit getrieben haben. Ich habe ein paar der Jungs kennengelernt und hinter den Fassaden sind sie gleich wie jeder andere. Ich habe mal in der Nähe eines Musikers von dort ein Feuerzeug verwendet und er hat sich erschrocken abgewendet. Glaubt er, er brennt ab und zieht damit in die Hölle ein? [lacht]


Hast du jemals daran gedacht, selbst ein Black-Metal-Projekt auf die Beine zu stellen?

Viele Leute haben mich schon gefragt, ob wir was auf die Beine stellen und ich will es nicht verneinen. Als wir „Glory Of Chaos“ veröffentlichten hatten wir den Song „Alma Negra“ drauf und viele meiner Freunde haben gesagt, das kann unmöglich Rivera sein, der da singt. Das klingt zu sehr nach Dani Filth auf Steroiden, aber das war ich. Möglicherweise gibt es mal BLACK RIVERA oder so? [lacht]


Mit HELSTAR bist du heute so populär wie vielleicht zuletzt 1989 im Zuge des „Nosferatu“-Albums. Hast du jemals daran geglaubt, wieder so durchzustarten?

Niemals. „Vampiro“ hat uns zurückgebracht, heute liebt uns jeder. Die alten Fans sind wieder da und wir haben neue dazugewonnen. Ich habe kein einziges schlechtes Review gelesen und wir waren damit 2016 in so vielen Bestenlisten – das ist unglaublich. Offenbar starten wir nun zum dritten Mal eine erfolgreiche Karriere.




Nach „Nosferatu“ jetzt „Vampiro“, dazu dein Stageacting mit spitzen Vampirzähnen – was fasziniert nicht dich so an dieser Thematik?

Ich bin ein Vampir, das ist alles. [lacht] Ich habe sie immer schon geliebt und sie faszinieren mich seit jeher. Wenn ich die schwierigen Zeiten meiner Vergangenheit rekapituliere, dann fühle ich mich in diesem Thema und mit diesem Outfit einfach wohl. Es geht auch um Europa. Alles an mir ist europäisch und nichts amerikanisch, auch wenn ich in den USA lebe. Ich mag kaltes Wetter, schwarze Kleidung und Gothic-Dinge, außerdem verabscheue ich Strände. Ich bin weder übermäßig fröhlich, noch depressiv, aber all die Dinge, die ich aufzählte, sind für Europa üblicher. Meine Seele fühlt sich hier zuhause und das ist etwas ganz Spezielles, das auch mit dem Vampirismus verbunden ist.


Du lebst aber immer noch im heißen Houston. Hast du dir mal einen Umzug nach Europa überlegt?

Oft sogar, aber das ist leichter gesagt als getan. Es ist ein Unterschied, ob du in einen anderen Staat ziehst oder dich auf einem komplett anderen Kontinent niederlässt. Wenn es dir dann doch nicht so gefällt, dann bist du am Arsch. So leicht kommst du auch nicht wieder retour. Du solltest also lieber gut wissen, was du dafür opferst und in Kauf nimmst. Wenn ich das machen würde, würde ich niemals mehr zurückkehren und dafür bin ich mir ehrlich gesagt einfach nicht sicher genug und es ist mir auch zu teuer. Der Umzugswagen alleine reicht da nicht. [lacht]


Umgekehrt gefragt – was magst du an den USA lieber als an Europa?

Nicht viel – aber unsere Geschäfte haben wenigstens 24 Stunden geöffnet. Da habt ihr großen Nachholbedarf. [lacht]


Europa war auch für deine Band immer ein gutes Pflaster, vor allem Deutschland hat vielen Heavy-Metal-Bands schon das Leben gerettet, die in jedem anderen der Teil der Welt ignoriert oder verstoßen wurden.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Europäern und den Amerikanern. Die Leute in Europa sind viel fanatischer, ehren den Metal einfach würdiger.


Gibt es einen bestimmten Ort hier, den du besonders gerne magst?

Ich kann das nicht auf bestimmtes Land oder eine Fanbase dezimieren. Die Leute hier sind überall sehr freundlich und haben mich immer in ihre Arme geschlossen. Hier herrscht einfach mehr Ehrlichkeit, Loyalität und Herzlichkeit. Natürlich gibt es das auch bei uns in den USA. Versteh mich nicht falsch, ich will mein Heimatland nicht bashen, darum geht’s mir nicht. Aber ich weiß, dass die Leute in Europa entspannter sind und ich mich hier wichtiger fühle. Da geht es gar nicht ums Ego, sondern darum, dass die Leute mir hier das Gefühl geben, dass ich etwas Gutes mache. Das will doch jeder erleben oder? Niemand will für seine Arbeit als Loser beschimpft werden. [lacht]


Was sind für dich die größten Unterschiede zwischen der ersten großen HELSTAR-Phase in den 80er-Jahren und der zweiten großen, die jetzt in der Gegenwart stattfindet?

Wir haben heute mehr Erfolg als früher und sind uns dessen auch bewusst. In den 80ern lief es sehr gut für uns, aber wir hatten damals keine Ahnung, was wir gerade taten. Wir sind einfach getourt, haben Alben veröffentlicht und nicht weiter nachgedacht. Heute sind wir uns unserer Schritte bewusst.


Du sprichst da bestimmt vom Geschäftlichen.

Exakt, darum geht’s. Manchmal sorge ich mich sogar zu sehr, deshalb habe ich heute auch kein Management. Wenn etwas danebengeht, kann ich dafür keinen verantwortlich machen, sondern muss vor meiner eigenen Türe kehren. Manchmal schlage ich mir also selbst ein blaues Auge. [lacht]


Gibt es Dinge aus der Vergangenheit, die du bereust?

Natürlich – nicht über das Geschäft Bescheid zu wissen. Das fasst alles am besten zusammen.




Du arbeitest gerade an einem neuen SHADOWKEEP-Album. Wie sieht es diesbezüglich aus?

Bis auf zwei Songs habe ich schon alles eingesungen. Wir suchen noch nach einem Plattenvertrag und müssen Shows booken, aber dann könnt ihr euch auf was gefasst machen. Es kann nicht mehr lange dauern. Die Jungs ermöglichen mir, auf dieser Seite des Ozeans eine Band zu haben, in der ich spielen und touren kann. Holt mich aus dem verdammten Texas raus. [lacht] Ich bin in gewisser Weise etwas schizophren. Ich habe den bösen James auf meiner Schulter sitzen, der mich oft an etwas hindern und mir den Mund verbieten will. Aber der Gute obsiegt am Ende immer, sonst würde ich nicht immer noch singen und touren. Ich kann mir vielleicht kein großes Anwesenheit und die fette Sportkarre leisten, aber die Musik finanziert mein Leben, bezahlt mir die Miete und führt mich durch die Welt. Das nenne ich durchaus Glück im Leben. Es könnte wirklich viel schlimmer sein.


Die Fans sind dir extrem wichtig. Du hast vor deinem Wien-Gig am Flughafen in Athen ein Mädchen angesprochen, das auch nach Österreich flog, es gleich zur Show eingeladen und mir ihr, ihrer Freundin und ihrem Bruder ein Gläschen Champagner getrunken. Wo gibt’s denn so etwas überhaupt?

Ich kann nicht verstehen, warum so viele Musiker so distanziert sind. Dieses Mädchen stand am Flughafen in Athen herum und ich hab sie einfach angesprochen, ihr gesagt, dass sie hübsch ist und gefragt, wie es ihr geht. Dann kam alles ins Rollen und es stellte sich heraus, dass ihr Bruder Heavy-Metal-Fan ist. Dann sind sie alle tatsächlich hier aufgetaucht, damit hätte ich niemals gerechnet. Sogar ich hätte das fast vergessen. [lacht] Noch bevor ich dem Veranstalter die Gästeliste übergeben konnte, war sie schon da. Das ist wirklich eine lustige Geschichte.


Als Hardcore-Fan von BLACK SABBATH – hast du die allerletzte Show in Birmingham besucht?

Nein, ich hatte leider andere Dinge zu tun. Ich bin aber auch immer mehr der DIO-Fan gewesen und besuchte unzählige HEAVEN & HELL-Shows. Ich mag SABBATH natürlich auch so, aber die DIO-Ära war genau meine.


Was denkst du darüber, dass all die großen alten Rock- und Metal-Dinosaurier langsam aussterben?

Wer wird das Zepter übernehmen? Eine gute Frage. Etwas Größeres als MEGADETH wird es irgendwann wohl nicht mehr geben. Dann kommen Bands wie wir, die den Rest ihres Lebens Club-Shows spielen und auf Metal-Kreuzfahrten. Dass es keine übermäßig großen Headliner mehr geben wird, holt aber zumindest die Musiker auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich wäre gerne in einer Arena-Band, aber das geht sich nicht mehr aus. Ich stehe auf mein Leben und den Fakt, dass ich mich in meinem Lebensstandard wohlfühle. Wenn du größer bist, kannst du keine Menschen mehr am Flughafen aufgabeln und auf die Gästeliste setzen. Und ich würde mich wohl selbst zu stark verändern und mich nicht mehr mögen. Ruhm verändert alle und alles. Sobald du lebst wie ein Gott, denkst du wie ein Gott. Wichtigste Botschaft: Sei einfach glücklich, mit dem, was du hast und dort, wo du bist.




Hast du selbst schon schlechte Erfahrungen mit Idolen von dir gemacht?

Klar, aber ich werde jetzt natürlich keine Namen nennen. Ich wurde von einigen Heroes enttäuscht, weil sie sich als komplette Arschlöcher erwiesen, mit einem Ego, das bis zum Himmel reicht. Du sagst jemandem, was er und seine Musik dir bedeuten und wirst mit Ignoranz gestraft. Das ist schon schmerzhaft.


Selbst eine Frohnatur wie du wird mal schlechte Tage haben.

Es gab ein einziges Mal, wo ich wirklich verärgert war. Da war ein Festival, wo eine Autogrammstunde und ein Meet & Greet mit uns auf dem Programm standen – zu einer fix vorgegebenen Uhrzeit. Davor hatte ich Abendessen und ein Typ konnte es nicht erwarten und hat mich während des Essens mit seinen Autogramm- und Fotowünschen genervt. Mein Essen wurde kalt und ich war dann wirklich verärgert. Wofür gibt es die Meet-&-Greet-Zeit? Der Stift funktionierte übrigens nicht und ich hab ihm gesagt, dass er dann kein Autogramm kriegt. Es gab auch kein Foto, da war ich einmal ein Arschloch. [lacht]


Gibt es noch einen Traum, den du dir gerne erfüllen möchtest?

Ja. Ich möchte einmal in meinem Leben eine Sphinx-Kate besitzen. So eine wie sie Dr. Evil in „Austin Powers“ besitzt. Die wird dann gleich mein Tourmanager. [lacht]

Froewe

Autor: Robert Fröwein [Froewe] | 26.04.2017 | 22:30 Uhr

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