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Interviewpartner: Jamie & Paul

Mit „Everything Is Fire” liefern die Neuseeländer ULCERATE ein durch und durch überragendes und fesselndes neues Album ab. Irgendwo zwischen brutalem Death Metal amerikanischer Schule, viel technischer, aber stets songdienlicher Finesse und Einflüssen aus dem Post Hardcore kochen die Kiwis darauf ihr ganz eigenes Süppchen und setzen damit ihren bereits auf dem ausgezeichneten Vorgänger, „Of Fracture And Failure“, eingeschlagenen Weg konsequent und selbstbewusst fort. Grund genug, um ULCERATE zum Interview zu bitten, sodass Jamie Saint Merat [Schlagzeug] und Paul Kelland [Gesang, Bass] sich ausführlich zu „Everything Is Fire“ äußern.




Hallo ULCERATE! Mit „Everything Is Fire“ steht Eure zweite Full Length zur Veröffentlichung an. Verdammt starkes Teil! Wie lange habt Ihr insgesamt an dem Material gearbeitet?

Jamie: Hey, besten Dank. Es ist schön, nun das Endergebnis begutachten zu können. Wir haben ca. 18 Monate an den Songs gefeilt und das Ganze innerhalb etwa einer Woche aufgenommen. Das war jedoch über mehrere Monate verteilt, wenn es die Zeit jeweils zuließ.


„Everything Is Fire“ steht auch für die Rückkehr der tiefen Grunts, die von Eurem Bassisten Paul Kelland übernommen wurden und die mich ein wenig an Ross von IMMOLATION erinnern. In den Anfangszeiten der Band war dies ja ähnlich; hat sich dies einfach erneut in diese Richtung entwickelt oder habt Ihr ganz bewusst nach einem Sänger gesucht, dessen Stil ganz deutlich von Ben, Eurem ehemaligen Shouter, abweicht?

Jamie: Wir wollten zu den tiefen, dunklen Vocals zurück, mit denen wir ursprünglich schon gearbeitet hatten. Vor „Of Fracture And Failure“ strebten wir einen vielschichtigeren Gesang an, und Ben hat zu diesem Zeitpunkt sicherlich perfekt dazu gepasst. Als wir jedoch „Everything Is Fire“ geschrieben haben, wurde es sehr deutlich, dass wir den Gesang als solide Stütze einsetzten wollten, die die Musik tatsächlich auch trägt und nicht im Vordergrund steht. Also haben wir mit Ben eine Weile daran gearbeitet, um zu schauen, ob wir einen Punkt erreichen können, an dem alle mit dem Ergebnis zufrieden sind, aber es hat irgendwie nie richtig gepasst. Es fühlte sich so an, als würden wir etwas von ihm erzwingen, was ganz einfach nicht natürlich war. Daher mussten wir die ziemlich harte Entscheidung fällen, nicht mehr mit ihm zusammenzuarbeiten. Aus reiner Not am Mann hat Paul dann sein Glück probiert und jede Menge geübt – und ein Jahr später sind wir jetzt genau an dem Punkt, an dem wir sehr, sehr zufrieden sind. Sämtliche Aspekte dieser Entscheidung lassen sich nun perfekt lösen und wir sind insgesamt eine viel eingeschworenere und eingespieltere Einheit, sowohl in Sachen Musik als auch Optik.


Zusätzlich gab es weitere Veränderungen in Besetzung von ULCERATE, und was ist seit dem Erscheinen von „Of Fracture And Failure“ geschehen? Wer sind die Songwriter in der Band oder nimmt die gesamte Band an diesem Prozess teil?

Jamie: Wie gerade schon angedeutet, so lag die Veränderung in Bezug auf Ben an dem Sound, den wir uns für die Band vorstellten. Es wurde auch schon davor in gegenseitigem Einvernehmen festgelegt, dass seine permanente Verpflichtung enden würde. Wir haben einfach unterschiedliche Prioritäten im Leben. Seit „Of Fracture And Failure“ haben wir jede Menge Konzerte im Vorprogramm von BEHEMOTH, NILE, DECAPITATED, PSYCROPTIC, THE AMENTA etc. gespielt. Und wir haben mit Oliver Goater einen zweiten Gitarristen an Bord, der sich als exzellente Wahl herausgestellt hat.
Für das Songwriting waren stets Mike Hoggard und ich zuständig, und das wird auch so bleiben. Wir überlassen jedoch die Texte unseren Sängern. Jeder hat jedoch ein Mitspracherecht, was letztlich genommen wird oder auch nicht. In musikalischer Hinsicht haben wir eine sehr spezielle Arbeitsweise, die zu 100% eine Kollaboration zwischen Mike und mir darstellt. Noch einen dritten Mann einzubeziehen, das würde nicht wirklich funktionieren – das war so bereits in der Vergangenheit der Fall.


Kann „Everything Is Fire“ als ein Konzeptalbum betrachtet werden, mit unterschiedlichen Kapiteln, die unter einem gemeinsamen Nenner, dem Titel, laufen? Was symbolisiert dieser düster klingende, nahezu apokalyptische Titel?

Jamie: Im weiteren Sinne, ja. Es ist kein Konzeptalbum im traditionellen Sinn, aber es gibt ein sehr offensichtliches Hauptthema. „Everything Is Fire“ selbst ist ein Zitat des griechischen Philosophen Heraklit von Ephesos, das bedeutet, dass alles sich dauerhaft verändert und entwickelt, mehr noch als das Chaos. Ich muss an dieser Stelle jedoch betonen, dass es keineswegs apokalyptisch gemeint ist. Es ist nur eine Äußerung und eine Feststellung, wie die Lage der Dinge ist – oder zumindest, wie sie wahrgenommen werden können.




Worum geht es bei den einzelnen Songs, vor allem, was die Texte betrifft?

Jamie: Da lasse ich am besten mal Paul zu Wort kommen, da er der beste Ansprechpartner dafür ist.

Paul:
„Drown Within”
Das natürliche menschliche Verlangen bei der Suche nach Trost für ein mögliches Leben nach dem Tod ist das Hauptthema. In diesem Zusammenhang spielen auch die Kontrolle und Ausbeutung von anderen durch verschiedene parasitäre Mittel eine Rolle, um eine größere Glaubensanhängerschaft aufzubauen, sodass der Prediger über eine bessere Position im Hinblick auf die Todesangst verfügt.

„We Are Nil“
Im Vergleich mit der nicht erfassbaren Größe des Universums sind das menschliche Leben und der Umfang unseres Wissens lediglich ein unbedeutendes Sandkorn. „We Are Nil“ verdeutlicht das Bewusstwerden dieser Unbedeutsamkeit, aber auch die Fähigkeit, diese zu verstehen und die Entscheidung zu fällen, ob wir uns etwas vergaukeln, um uns davor zu verstecken, oder nicht.

„Withered And Obsolete“
„Withered And Obsolete” als Titel und auch innerhalb der Texte selbst stellt eine Bestandsaufnahme aller Religionen in der heutigen Zeit dar. Vor allem geht es um die Arroganz der Religionen, einen ungerechtfertigten Respekt einzufordern; Religion, die durch ein Tabu vor der wissenschaftlichen Analyse, und vom Verstand an sich, geschützt wird. „Withered And Obsolete“ beschäftigt sich auch mit der Fehlbarkeit der menschlichen Moral, die aus den Schriften [oder jeglichen anderen spirituellen Quellen] abgeleitet wird.

„Caecus“
Die menschlichen Wesen haben die Fähigkeit des Verstands entwickelt. Dieser Prozess ist zudem ein essentieller und kritischer Aspekt, nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes zu überleben, sondern auch ein angesehenes Leben auf der Erde des 21. Jahrhunderts zu führen. Leider scheint jedoch ein Teil der Gesellschaft sich dagegen zu entscheiden, diese Fähigkeit vollständig zu nutzen, sodass dies zu unbegründeter Abhängigkeit von anderen Menschen führt. „Caecus“ befasst sich mit dem absoluten Mangel an Mitleid und Verständnis für diese Menschen.

„Tyranny“
Der Durst nach Macht ist nicht allumfassend und sicherlich auch nicht die einzige menschliche Handlungsweise in Bezug auf soziales Verhalten. Ich verachte die Verwendung des Begriffs ‚Sozialer Darwinismus’ als Entschuldigung für einen Mangel an Empathie und Leidenschaft für andere. Wir haben durch unsere Vorfahren uneigennützige Charakterzüge entwickelt, um für das Wohl der menschlichen Rasse zu sorgen, und diese Instinkte einfach zu ignorieren, ist ganz einfach Engstirnigkeit.

„The Earth At Its Knees“
Die Menschheit und die Erde wurden durch die Empfindungen, die in „Caecus” und „Tyranny” aufgezeigt wurden, verkrüppelt. „The Earth At Its Knees“ veranschaulicht diesen Verfall und spricht die Eigenständigkeit an, um uns dazu zu ermutigen, uns zu bessern. Eigenständigkeit aus einer politischen Perspektive betrachtet bedeutet keine automatische Verbindung mit dem Totalitarismus.

„Soullessnesss Embraced“
Als eine Fortsetzung der ersten beiden Songs zeigt „Soullessness Embraced“ die Akzeptanz unserer Unbedeutsamkeit in Verbindung mit einem nicht vorhandenen Leben nach dem Tod auf. Die Leere zu akzeptieren und einzusehen, dass wir sterblich sind.

„Everything Is Fire“
Der Grundpfeiler des Albuminhalts. Alles befindet sich in einem stetigen Wandel. Wir können nichts als gegeben voraussetzen. Hinterfrage und erkläre alles vernunftmäßig – und setze dies immerzu fort. Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen, denn immer neue Wasser führt er herbei. [Heraklit]




Das Artwork von „Everything Is Fire“ ist abstrakt, jedoch sehr eindrücklich und scheint in eine ähnliche Richtung wie „Of Fracture And Failure“ zu gehen, während die Farben sehr gut zum Albumtitel passen. Warst Du, Jamie, wieder dafür verantwortlich?

Jamie: Oh danke, das freut mich, dass es Dir gefällt. Ja, ich werde immer die visuelle Seite von uns betreuen. Ich könnte mir auch gar nicht vorstellen, das an jemand anderen zur Interpretation zu übertragen, wenn ich selbst eine ziemlich genaue Vorstellung davon habe, wie alles aussehen muss.


Mir kam es ein wenig merkwürdig vor, dass Ihr in der Promo-Info als Black Metal vermarktet werdet – anstatt eventuell technischer/progressiver Death Metal? Ich habe eher das Gefühl, dass vielmehr Post-Hardcore-Einflüsse der Marke ISIS oder NEUROSIS in Eurer Musik auftauchen? Was hört Ihr Euch als Individuen für Musik an und was inspiriert Euch?

Jamie: Auch wenn wir beim besten Willen nicht Black Metal sind, würde ich das fast noch den Bezeichnungen ‚technisch’ oder ‚progressiv’ vorziehen, haha. Diese beiden Ausdrücke lassen vermuten, dass Musik ein Wettbewerb ist, um herauszufinden, wer die anderen Bands übertrumpfen kann. Das ist ein riesiges Problem in diesem Genre und auch etwas, von dem wir auf alle Fälle Abstand halten wollen. Ich finde, dass wir sicherlich Anregungen durch diesen Post-irgendwas-Sound bekommen, aber das war niemals beabsichtigt. Sobald wir über das Hinzufügen von Dynamik nachdachten, landeten wir ganz automatisch in diesem Bereich, was in der Natur der Sache bei dieser Musik liegt. Da man die langsameren, verschleppten Passagen genauso kraftvoll wie die aggressiveren, schnellen Sachen haben möchte, entwickelt sich die Herangehensweise von Kontrapunkt, Gitarreneffekten etc. von ganz allein.
Wir hören uns eine ganze Menge unterschiedlicher Musikstile an, aber wir fühlen uns alle von dem düsteren und traurigen Ende dieses Spektrums in Bezug auf Metal/Alternative angezogen. Es gibt absolut nichts Schlimmeres als fröhlichen Party-Metal! Ich denke mal, dass alles, was mit Glaubwürdigkeit und Herzblut zu tun hat, hauptsächlich in unseren Playlists auftaucht – das schließt dann also 99% der modernen Musik aus, haha.


Da wir gerade von Promo-Zetteln von Plattenfirmen gesprochen haben: „Of Fracture And Failure“ erschien seinerzeit auf Neurotic Records, und zwar ziemlich verspätet. „Everything Is Fire“ war meines Wissens ebenfalls für Neurotic Records geplant, kommt nun jedoch über Willowtip bzw. Candlelight heraus?

Jamie: Es gab einige Probleme mit Neurotic aufgrund der Veröffentlichung der zweiten Scheibe. Im Endeffekt war es so, dass die Kommunikation für einige Monate abbrach, was für uns nicht wirklich günstig war, da wir kurz davor standen, die Aufnahmen abzuschließen. Wir sahen uns also gezwungen, uns ein neues Zuhause für das neue Album zu suchen, und Willowtip waren eine offensichtliche Wahl, da diese bereits mit Neurotic zusammengearbeitet hatten. Ich weiß ehrlich gesagt wirklich nicht, wie es momentan um Neurotic bestellt ist, aber ich weiß von einer Handvoll anderer Bands, die dem Label ebenfalls den Rücken kehrten und ganz sicher nicht damit zufrieden sind, wie sich die Dinge entwickelt haben.




Wie sieht Eure Tourplanung aus? Gibt es bereits Überlegungen, mal in Europa aufzutreten? Die Jungs von PSYCROPTIC haben neulich dazu geäußert, dass die hohen Kosten und der massive Zeitaufwand für eine Band aus Australien oder Neuseeland, in Eurem Fall, massive Hürden darstellen können?

Jamie: Tja, da muss ich leider voll und ganz zustimmen! Bands aus unserer Gegend müssen im Endeffekt zweimal so viel zahlen, um auf der anderen Seite der Welt touren zu können. Wir arbeiten gerade daran, um als Vorband in Europa starten zu können, denn wir befinden uns natürlich nicht in der Position, als Headliner aufzutreten. Aus diesem Grund liegt nicht die Entscheidung nicht bei uns, wann und wo eine Tour stattfinden könnte.


Wie sieht die Situation denn in Neuseeland insgesamt aus, was den extremen Metal/Death Metal betrifft? Gibt es Bands, die Du uns empfehlen könntest, und wie schwierig ist es, sich weltweit einen Namen zu machen, wenn man als Band aus Neuseeland kommt?

Jamie: Momentan ist die Szene wie ausgestorben. Es gibt eine Handvoll Bands, die erwähnt werden könnten, aber es gibt hier schon seit einigen Jahren eine gewisse Selbstgefälligkeit. Die lokale Konzertszene wurde mehr oder weniger durch die ständig steigende Zahl der international tourenden Bands überschwemmt, während die Leute anscheinend kein Interesse mehr daran haben, Konzerte auf die Beine zu stellen bzw. überhaupt diese Art von Musik zu spielen. Wenn es darum geht, sich einen Namen zu machen – nein, ich denke nicht, dass es schwierig ist. Es erfordert nur eine gewisse Kraftanstrengung und vorausschauendes Handeln, und die Handvoll von Leuten, die genau darüber verfügen, haben sich in ihren jeweiligen Nischen international einsetzen können. Ich kann CREEPING, DIOCLETIAN, WITCHRIST, DAWN OF AZAZEL und AKANAME [jetzt eigentlich eine Band aus Australien] empfehlen. Die sind alle voll bei der Sache und sehr hart arbeitende Individuen, die allesamt Veröffentlichungen auf angesehenen internationalen Labels vorweisen können.




Du hast es vorhin schon kurz angeschnitten, aber wie stehst Du denn zum technischen Death Metal an sich und den oft eingesetzten Produktionstechniken, wo es augenscheinlich einen schmalen Grat zwischen Zurschaustellung von Technik und gut strukturierten Songs gibt? „Everything Is Fire“ klingt im Vergleich mit vielen derzeitigen Veröffentlichungen jedoch sehr organisch und alles andere als steril. Was meinst Du?

Jamie: Ich mag technischen Death Metal nicht besonders und mich nerven die Produktionen. Es gibt etliche Alben, die ich als Teenager gekauft habe und die ich mir einfach nicht anhören kann, weil sie so lachhaft klingen. Man muss dabei im Hinterkopf haben, dass ich nur 25 bin – und der Bullshit-Faktor bei einigen Produktionen hat während der letzten fünf Jahre den Stil an sich fast schon lächerlich gemacht. Was zum Beispiel Trigger betrifft, so denke ich nicht, dass das Problem darin besteht. Dieser Musikstil hat seit den frühen Neunzigern schon Samples von Kick Drums benutzt, aber erst seit den letzten zehn Jahren scheinen die Leute zu denken, dass man um so besser ist, je schneller und künstlicher man klingt. Ich benutze die Trigger live und wir ersetzen den Sound der Kick Drums auf unseren Alben, aber es geht doch einfach darum, dass es wirklich wie ein Schlagzeug klingt. Zeige einer älteren Person die meisten modernen Alben und die werden sagen: „Was zur Hölle ist dieses ständige Klicken?“ Ich bin total gegen den Einsatz von Pro Tools, um Parts zu erstellen oder zu korrigieren, aber – ähnlich wie bei Kampf um die Loudness beim Mastering – diese Bands haben das Stadium erreicht, wenn jede weitere CD, die erscheint, noch schneller und künstlicher klingt als schon die davor. Und das Ganze nähert sich so allmählich dem Punkt, an dem es kein Zurück mehr geben wird. Du weißt, dass Du ein echtes Problem hast, wenn die Promo-Infos beginnen, die BPM-Tempi von Songs als Kaufargument aufzulisten.


Verfolgt Ihr noch weitere musikalische Projekte, abgesehen von ULCERATE, die eventuell in andere Richtungen gehen, wie die NEUROSIS- und ISIS-Shirts auf Euren Promo-Fotos nahe legen könnten?

Jamie: Wir sind alle noch in anderen Projekten aktiv, aber nichts davon ist wirklich ernst. Paul und ich spielen noch in einer Black/Death-Band namens ABYSTIC RITUAL, an der wir gelegentlich arbeiten, aber ULCERATE proben momentan sehr viel, sodass die Freizeit knapp bemessen ist. Und diese Zeit investiere ich für gewöhnlich in zusätzliche Proben und beispielsweise Grafikdesign. Ich denke, dass wir alle sehr daran interessiert wären, an etwas zu arbeiten, das nichts mit Metal zu tun hat, aber wie ich schon sagte, um etwas wirklich ehrlich und richtig zu machen, wären zurzeit einfach mehr Tage in der Woche nötig!


Okay, und damit wären wir auch am Ende des Interviews angelangt. Vielen Dank dafür und viel Erfolg mit „Everything Is Fire“ und den Tourplanungen. Cheers!

Jamie: Allerbesten Dank für das Interview und die Unterstützung. Hoffentlich werden wir es früher oder später schaffen, nach Europa zu kommen und das Material live vorzustellen, an dem wir so hart arbeiten! Jamie | Ulcerate

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 05.05.2009 | 18:50 Uhr

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