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Interviewpartner: Jamie Saint Merat

Nach „Everything Is Fire“ melden sich die eigenwilligen Deather ULCERATE nun mit Album Nummer drei, „The Destroyers Of All“, auf der Bildfläche zurück. Und das hat es ganz gewaltig in sich, da die Neuseeländer konsequent den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und geschickt [technischen] Death Metal mit Post Hardcore vermischen und sich dabei eine gänzlich eigene Nische eingerichtet haben. Schlagzeuger Jamie Saint Merat kommt im Metalnews-Interview zu „The Destroyers Of All“ zu Wort.




Hi Jamie! Fast zwei Jahre sind seit unserem letzten Interview vergangen: „The Destroyers Of All“ steht nun vor der Tür. Wie lange habt Ihr an den Songs getüftelt?

Zuerst einmal arbeiten wir schon seit Anbeginn als Trio, wenn es um das Schreiben der Songs geht: Gitarrist Michael und ich sind für die Musik zuständig, während der jeweilige Sänger sich um die Gesangslinien und die textlichen Inhalte gekümmert hat. Daran hat sich auch diesmal nichts geändert. Wir haben von Januar bis Juli 2010 konstant an den Liedern gearbeitet, und in diesem Fall haben wir in Vollzeit an dem Album geschrieben, d.h. jeden Tag – abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen.


Inwiefern gibt es Deiner Ansicht nach Unterschiede zum Vorgänger „Everything Is Fire“? Mir erschien das neue Album anfangs ein klein wenig abstrakter/sperriger und weniger leicht zugänglich?

Für uns war das ganz einfach ein logischer Schritt nach vorne. Natürlich ist es so, wie auch bei jeder anderen Band, dass wir manche Dinge an „Everything Is Fire“ sehr mögen, andere Aspekte wiederum gar nicht, sodass wir auf Grundlage unseres eigenen Geschmacks an unserem Sound gefeilt haben. Wir wollten ein Album machen, das größer und weiträumiger wirkt, und das bedeutete konkret, dass wir diese klaustrophobische Grundstimmung der letzten Jahre bei vielen Parts etwas reduziert haben. Und das hat dazu geführt, dass alles offener und weitflächiger klingt. Wir hatten auch keine Bedenken, das Tempo noch mehr zu drosseln, da wir meiner Meinung nach absolut nicht beweisen müssen, wie schnell wir denn spielen können. Ich kann die Zugänglichkeit unserer Musik aber überhaupt nicht beurteilen, da wir absolut nicht objektiv sein können. Ich kann aber verstehen, wenn jemand das Teil zum ersten Mal hört und unsere alten Veröffentlichungen nicht kennt, dass es dann etwas schwierig sein kann, feste Anhaltspunkte zu finden etc.




Was verbindest Du mit dem Titel „The Destroyers Of All“? Wer sind diese Zerstörer, dieses Ungeziefer, wie es im Text lautet?

Um es mit Pauls [Anmerk. d. Red.: Paul Kelland – Gesang, Bass] Worten zu sagen: Dieses Ungeziefer, diese Undankbaren, und die Zerstörer von allem, alle entstammen ein und demselben Kollektiv – menschliche Wesen. Wir haben die Tendenz, viel von dem, mit dem wir Kontakt haben, zu infizieren und zu verderben. Viele leben extrem negative Existenzen und missachten dabei unsere Geschichte, den Werdegang des Planeten und auch den Planeten Erde selbst. Aufgrund dieser Geringschätzung haben wir die Tendenz zur Zerstörung.


Du hast erneut das Artwork angefertigt. Bist Du hierfür komplett allein zuständig? Wie bist Du auf diese düsteren Bilder, die sich um den Jäger und den Gejagten drehen, gekommen?

Ja, ich bin für die gesamte visuelle Ästhetik komplett allein zuständig. Der Ansatz an sich basiert aber natürlich auf den Themen, die Paul in seinen Texten anspricht, die mich wiederum inspirieren. Ich würde auch niemals etwas veröffentlichen, hinter dem ein anderes Bandmitglied nicht vollends stehen kann!
Thematisch befasst sich das Artwork mit Konflikten auf allen Ebenen der Natur. Wir als Spezies können noch so sehr versuchen, uns von den niederen Tieren abzugrenzen, aber wir sind dennoch sehr fleischlich orientiert und auf unser Überleben fokussiert – auch wenn das durch die politische und ideologische Linse immer herausgefiltert wird. Ich denke mal, dass einige Querverweise auf die „Might Is Right“-Schule und deren Ansätze vorhanden sind, wobei aber nichts so genau in Schwarz und Weiß aufteilbar ist. Die Referenz ist eher generell auf die Natur an sich bezogen.


Vor einigen Wochen habt Ihr „Dead Oceans“ als Vorgeschmack vorgestellt: Warum genau dieser Song? Verkörpert er am besten, worum es anno 2011 bei ULCERATE geht? Wie war die Resonanz?

Die Rückmeldungen waren großartig, und es gibt genau zwei Lager von Leuten: diejenigen, die verstehen und mögen, in welche Richtung wir uns bewegen, und diejenigen, die die stärker Riff-orientierte Musik der letzten Alben mochten. Wir haben dieses Stück ausgewählt, da es eine gute Mischung sämtlicher Elemente des Albums beinhaltet, während einige der anderen Lieder mehr auf diese kriechende, unheilvolle Stimmung setzen bzw. besser im Gesamtkontext des Albums funktionieren als für sich allein.


Das Titelstück ist beispielsweise das bislang längste Lied von ULCERATE. Wie lange habt Ihr daran gefeilt? Werdet Ihr den Song auch live spielen?

Oh ja, den werden wir auf alle Fälle auch live spielen. Wir hatten allerdings keinen anfänglichen Plan, ein solch langes Stück zu schreiben. Es gibt viele dieser lang gezogenen Abschnitte zum Ende des Songs, und wir haben diese so lange gejammt, bis es sich gut für uns anfühlte. Wir mögen es eigentlich nicht, einen Part zu lange zu spielen, aber einige Abschnitte erfordern einfach diese Drone-ähnlichen Schleifen und Wiederholungen. Das gesamte Songwriting für dieses Album verlief auf eine sehr natürliche Weise, sodass es keine Anstrengung war oder so. Wir haben jeden Tag daran gearbeitet, und über kurz oder lang hast Du ein ziemlich gehaltvolles Gesamtwerk erarbeitet.




Könntest Du bitte kurz auf die einzelnen Songs auf „The Destroyers Of All“ eingehen?

„Burning Skies“
Der Opener behandelt ein ständig wiederkehrendes Thema auf „The Destroyers Of All“, das zudem eine Fortsetzung von „Everything Is Fire“ darstellt – das Verlangen nach der Gewissheit und der Sicherheit, Teil von etwas zu sein; normalerweise eine himmlische Bestimmung oder ein Leben nach dem Tod. Diese Verblendung entwertet alles Natürliche und weist durch sein enormes Ausmaß eine gewisse Grunddienstbarkeit zu. „Burning Skies“ bezieht sich auf das Ungemach, das durch diese Offensichtlichkeit entsteht.

„Dead Oceans“
Darauf bauen die „Toten Ozeane“ auf, die für die unermessliche und reichhaltige Geschichte des Lebens stehen, die die meisten Menschen während ihrer Suche nach dem Übernatürlichen schlichtweg nicht akzeptieren können. In ihrem Bestreben, Mensch und Tier weiter voneinander zu trennen, haben sie sich auf eine Ebene der Moralität hinunter begeben, die noch barbarischer und wertloser ist als das angeblich so unkultivierte Tier.

„Cold Becoming“
Ein viraler Zyklus der Indoktrination stärkt diese Leugnung und Abwertung des Lebens. Alle Interpretationsmöglichkeiten – von moderat bis fundamental – tragen zur Missbilligung des Verstands bei. Und es erscheint, dass je mehr sich ein Anhänger von der Vernunft entfernt, desto mehr wird er von seinen Anhängern verehrt und ermutigt. Dies ist die ‚kalte Entstehung’.

„Beneath“
Ob nun mit oder ohne ihrem Entgegenkommen, die Erde wir sich trotzdem weiter drehen, und das Universum wird sich weiter ausdehnen. Ironischerweise hat ein Leben ohne Sinn eine Spezies hervorgebracht, die genau dies einfordert. Sie werden niemals darüber hinauskommen.

„The Hollow Idols“
Diese inhaltslosen Götzen stehen für unsere erdachte Personifizierung der Intention innerhalb des Universums. Sie umfassen unser ganzes Verlangen, nehmen uns das Gefühl der Realität und verleihen einer heruntergekommenen Moral Kraft. Sie wecken blinde und leere Hoffnung und zerbrechen unsere Nachkommenschaft.

„Omens“
Wir sind dem Land etwas schuldig – und diese beständige Leugnung seines wahren Wertes wird zu seiner Abwertung weiter beitragen. Unsere Fähigkeit, dies vorauszusehen, sorgt für eine Möglichkeit, dies zu korrigieren. Es wird jedoch viel zu oft aus purer Bequemlichkeit und im Namen einer Pseudo-Vernunft ignoriert.

„The Destroyers Of All“
Die gesamte Menschheit steht für diese Zerstörer. Nicht jeder ist per se ein zerstörerisches Individuum, aber als gesamte Spezies haben wir die Möglichkeiten, das Potenzial und den Hang zur Zerstörung. Das abschließende Stück des Albums fasst die vorhergehenden Songs zusammen und beschreibt unsere Schande und Resignation; wir akzeptieren, dass wir in vielen Jahren anonym und in Vergessenheit geraten sein werden.




Kürzlich wurde der Posten des zweiten Gitarristen neu besetzt, d.h. William Cleverdon hat diesen von Oliver Goater übernommen. Was gibt es hierzu zu berichten?

Wir haben uns in gegenseitigem Einvernehmen von Oli getrennt; es gab keinerlei Ärger. William hat sich schon sehr bewährt. Er hat von uns allen mit Abstand die besten Grundkenntnisse der Musiktheorie, sodass es für ihn alles andere als schwierig war, sich in die Parts hineinzuversetzen und diese zu spielen.


Als wie schwierig empfindest Du es, Eure Musik sowohl zu produzieren als auch zu mastern? Ist dies die beste Lösung, da Du genau weißt, wie alles zu klingen hat, oder kann dies auch überfordern? Mit wem würdest Du beispielsweise gerne mal zusammenarbeiten, wenn Du die Wahl hättest?

Es macht unglaublich viel Spaß, wenn Du Dich mitten in diesem Prozess befindest. Die schier endlosen Entscheidungen beim Mixen und die völlige Unmöglichkeit, sich das Material wirklich noch mal objektiv anzuhören, sind der schwierige Teil. Es gibt aber wirklich keinen Stress, da wir von außen keinerlei Druck auf uns empfinden. Wir haben schon seit den Anfangstagen betont, dass wir bei unserem Sound keine Kompromisse eingehen werden und dass wir uns kein bisschen darum kümmern, wie jetzt Alben klingen ‚sollen’ oder welche Trends es bei den Produktionen nun gibt. Wir packen einfach die Mikrofone an unsere Instrumente und spielen – ohne großes Geschiss.
Es wäre total klasse, mal mit jemandem wie Steve Albini zusammenarbeiten zu können, aber es ist schwierig zu sagen, ob wir mit dem Resultat wirklich zufrieden wären; wer kann das schon sagen?


Im Herbst bzw. Winter 2009 wart Ihr Vorprogramm von NILE auf Eurer ersten Europatour: Wie lief die Tour? Wo hat es Dir am besten gefallen?

Die Tour war absolut großartig; ich kann mich überhaupt nicht beklagen. Ich kann es ehrlich gesagt kaum abwarten, wieder zurückzukehren! Wir hatten in allen Ländern gute Konzerte, wobei Italien und Frankreich die Highlights waren. Es schien so, als hätten wir in diesen Ländern im Vorfeld schon eine etwas größere Anzahl von Fans – d.h., es gab weniger Leute mit einem verwirrten Gesichtsausdruck, haha.


Gibt es bereits Pläne für eine weitere Tour oder sogar Festivals?

Ich bin mir nicht sicher, was die Festivals anbelangt, vor allen Dingen Open Airs, da das nicht so wirklich zu dem passt, was wir machen. Wir arbeiten aber auf Fälle daran, wieder nach Europa zu kommen. Hoffentlich wird das eher früher als später geschehen.




Wie oft probt Ihr sowohl als Band als auch allein? Wie viel Zeit investierst Du in das Schlagzeugspiel? Wer hat Dich hauptsächlich beeinflusst?

Wir proben viermal pro Woche, und dann jeweils drei Stunden je Probe. Ich spiele jeden Tag so viel wie möglich Schlagzeug. Wie bei jedem Schlagzeuger, der es ernst meint, beherrscht es Dein gesamtes Denken, haha.
Meine frühen Einflüsse waren Leute wie Jimmy Chamberlain, Vinnie Paul, Igor Cavalera; danach kamen dann Flo Mounier, Tony Laureano, Pete Hammoura und Derek Roddy. Erst etwas später habe ich angefangen, mich für Drummer außerhalb der Metal-Musik zu interessieren. Die ganzen Jazz- und Fusion-Typen haben mich wirklich umgehauen, vor allem die großen Namen wie Weckl, Chambers, Colaiuta etc.


Auf welche Alben des Jahres 2011 freust Du Dich? Welche Veröffentlichungen faszinieren Dich gerade?

Hm, ich muss ja sagen, dass ich auf die neue GORGUTS gespannt bin. Ich bin mir sicher, dass die Leute erwarten, dass wir genau das sagen, haha. Die Leute von MITOCHONDRIAN haben eine neue Scheibe fertig, sodass ich mich freue, bald das ganze Album zu hören. „Paracletus“ von DEATHSPELL OMEGA ist großartig, und die Jungs von JAKOB sollten eigentlich auch dieses Jahr etwas abliefern. „Orthodoxyn“ von ARKHON INFAUSTUS ist makellos, „Ausserwelt“ von YEAR OF NO LIGHT ist wunderbar, und ich habe jetzt eine Weile die ganzen alten Scheiben von VOMITORY laufen lassen – diese Band hat was!


Wenn man die Musik von ULCERATE verfilmen würde, welcher Film könnte das sein? Wer müsste der Regisseur sein? Vermutlich etwas Dunkles und ziemlich Abgefahrenes, sodass mir zum Beispiel David Lynch einfällt?

Ich weiß nicht recht – vielleicht irgendetwas in Richtung von „The Road“ oder „21 Grams“? Etwas, wo jegliche Hoffnung verloren ist. Und ich kann auch die Lynch-Referenz nachvollziehen, aber den haben schon BOHREN UND DER CLUB OF GORE gebucht, haha.


Und damit wären wir am Ende angelangt. Besten Dank für das Interview und alles Gute, Jamie.

Vielen Dank für das Interview sowie an alle, die sich die Zeit nehmen, um herauszufinden, worum es bei uns geht. Hoffentlich sehen wir uns alle noch dieses Jahr in Deutschland! Cheers, Jamie

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 05.02.2011 | 19:11 Uhr

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