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Interviewpartner: Jari Mäenpää

Acht Jahre seit dem letzten Album von WINTERSUN wären schon genug Grund, mal wieder bei Mastermind Jari Mäenpää für ein Interview anzufragen. Aber: Man glaubte es zuletzt kaum, das neue Album “Time” wird demnächst wirklich veröffentlicht! Ja, wir haben es auch schon gehört und können bestätigen, dass es mindestens existiert. Also, nun ein Gespräch mit Jari Mäenpää von WINTERSUN über Computerspiele, Devin Townsend und sein eigenes neues Album “Time I”.




Jari, an “Time I” fallen einem sofort die japanischen Einflüsse auf. Sowohl der Baum auf dem Cover erinnert an das japanische Hanami und die Kirschblüten, als auch das Intro und die anderen Instrumentallpassagen lassen diesen Einfluss erkennen. Woher kommen diese Elemente?

Ja, du hast recht, das ist tatsächlich sehr auffällig. Mich hat diese Kultur eigentlich schon immer fasziniert und beeinflusst. Das reicht von dem Spiel “The Last Ninja”, das ich als Kind auf dem Commodore 64 gespielt habe bis zu Filmen wie “ Crouching Tiger, Hidden Dragon”.


War es schwer für dich, Musik in diesem Stil zu schreiben?

Nein, eigentlich nicht. Es hat sich alles sehr natürlich entwickelt. Ich hatte schon lange kleine Ideen und Ahnungen von Melodien im Kopf und setzte sie dann für das Album in diesem asiatischen Stil um.


Du bist ja bekanntlich ein großer Fan von Devin Townsend, in dessen Schaffen sich auch immer wieder Verweise auf asiatische Kulturen finden lassen. Ich denke z.B. an das Logo von STRAPPING YOUNG LAD. Gibt es da vielleicht eine Verbindung

Ich glaube, ich weiß was du meinst. Devin hat mich sehr beeindruckt und hatte definitiv sehr großen Einfluss auf mich. Ich hatte auch das Glück, ihn vor kurzem in Helsinki treffen zu können, wo ich ihn selbst interviewt habe.


Hast du seine letzten Alben gehört? Was hältst du davon?

Ich mag sie sehr, besonders “Deconstruction” natürlich. Und ich freue mich auch schon sehr auf “Epicloud”. [Anm.: Das Interview wurde einige Wochen vor der Veröffentlichung von “Epicloud” geführt.]


Okay, zurück zu deinem Album: Wir sehr haben sich denn die Songs verändert in den acht Jahren, die du an ihnen gearbeitet hast? Das Songwriting schien ja recht schnell beendet zu sein und der Produktions- und Aufnahmeprozess zog sich dann so in die Länge. Haben die Songs überhaupt noch viel mit den ursprünglichen Ideen zu tun?

Ich habe tatsächlich gleich nach dem ersten Album mit dem Songwriting angefangen und etwa eineinhalb Jahre später schon die Demos aufgenommen. 2006 hatte ich dann eigentlich das Grundgerüst, aber es war noch zu früh gewesen, um damit ins Studio zu gehen. Und mein Computer war einfach nicht gut genug, für das, was ich damals machen wollte. So hat sich leider alles sehr in die Länge gezogen.


Die Musik von WINTERSUN lässt sich meiner Meinung nach ziemlich gut als gleichzeitig melancholisch und erhaben beschreiben. Würdest du dem zustimmen?

Ich versuche immer, möglichst verschiedene Elemente in die Musik einzubauen und so für Variation und Dynamik zu sorgen. Ich versuche, jeden Song anders zu machen und viele Perspektiven zu eröffnen.


Was können wir denn von “Time II” erwarten? Warum hast du kein Doppelalbum daraus gemacht? [Weil man sonst nicht zweimal abkassieren kann, klar soweit, aber…]

Wir müssen erstmal den Mixtermin mit unseren Tourplänen abstimmen. Es ist noch unklar, wie lange wir jetzt auf Tour sein werden. Angepeilt ist als Veröffentlichungstermin Ende 2013.
Mein Lieblingssong ist der letzte auf “Time II“. Das Album wird sogar noch abwechslungsreicher als “Time I”.


Planst du eine Show mit Orchester?

Das wäre sicher interessant und steht natürlich im Raum. Ich muss das mal mit dem Management besprechen.


Hast du schon weiteres Material für kommende Alben geschrieben, wenn “Time” eigentlich schon so lange mehr oder weniger steht?

Ja, ist schreibe konstant an neuem Material. Sowohl an Texten als auch der Musik. Ich habe für etwa noch ein weiteres Album Material in der Hinterhand.


Gibt es etwas, das du mit WINTERSUN noch unbedingt erreichen möchtest?

Dieses Album veröffentlichen. Das war schon fast unmöglich. Ansonsten möchte ich versuchen, immer noch bessere Arrangements, einen noch besseren Sound und eine noch bessere Produktion zu erreichen.


Sonst noch etwas, das du gerne los werden würdest?

Vielen Dank, dass ihr das Interview gelesen habt und hoffentlich gefällt euch das neue Album.

Nicolas

Autor: Nicolas Freund [Nicki] | 04.11.2012 | 18:50 Uhr

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