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Band: Metalnews nach 'Origin' durchsuchen Origin
Interviewpartner: Jason Keyser

Drei Jahre nach „Entity“ melden sich die US-amerikanischen Tech-Deather ORIGIN mit „neuem“ Sänger, neuem Label und natürlich neuem Studioalbum wieder zurück. Sänger Jason Keyser – Ex-SKINLESS, MUCOPUS und immerhin schon seit 2011 bei ORIGIN mit an Bord – äußert sich im Interview zu „Omnipresent“.




Hi Jason! Wie sieht's bei Euch wenige Wochen vor der Veröffentlichung von „Omnipresent“ aus? Was hast Du bis jetzt für Rückmeldungen bezüglich der vorab vorgestellten Songs, z.B. „Manifest Desolate“ und „All Things Dead“, erhalten?

Bis jetzt ist die Resonanz auf beide Songs echt fantastisch, jedoch auf unterschiedliche Art. Beim ersten Stück, das wir vorgestellt haben, d.h. „Manifest Desolate“, waren die Leute ein bisschen über die Richtung überrascht, die wir ihrer Meinung nach einschlugen. Das ist ein etwas weniger direkter bzw. brutaler Track und stellt im ganzen Albumkontext eher etwas Unterkühltes und Reduzierteres dar. Die meisten Leute mochten es aber, und viele haben die Verbindung zu Paul Ryans älterem Riffing vom „Coming Into Existence“-Demo gezogen, was er meiner Meinung nach auch vollkommen beabsichtigt hatte. Denjenigen, die diese leichte Veränderung im Sound nicht so toll fanden, ist aber spätestens beim nächsten Stück, „All Things Dead“, die Kinnlade heruntergeklappt. Das ist auf jeden Fall ein eher typischer ORIGIN-Track, was Geschwindigkeit, Intensität und Klang anbelangt, sodass die Nörgler ziemlich schnell zum Schweigen gebracht wurden. Es wird so einige Überraschungen auf „Omnipresent“ geben, so viel kann ich schon mal sagen.


Da „Entity“ ja als Trio geschrieben und auch aufgenommen wurde, stellt sich die Frage, wie sich dies nun als Quartett im Falle von „Omnipresent“ geändert hat? Inwiefern konntest Du Dich hierbei einbringen?

Paul ist in musikalischer Hinsicht immer noch der Hauptakteur beim Songwriting, indem er John [Anmerk. d. Red.: Longstreth, Drums] und Mike [Anmerk. d. Red.: Flores, Bass] die Riffs zur Verfügung stellt, in die sie dann ihren jeweils eigenen Stil einfließen lassen. Der einzige Unterschied im Vergleich zu „Entity“ ist, dass ich für die neue Scheibe derjenige war, der hauptsächlich die Texte verfasst hat, in erster Linie der Sänger ist, alle Gesangslinien arrangiert hat und auch für das Konzeptionelle zuständig war. Ich weiß, dass Paul und Mike als Protagonisten bei „Entity“ neue Einblicke als [Haupt-]Sänger erhalten haben, wobei sie da wirklich großartige Arbeit abgeliefert haben. Ich bin mir aber sicher, dass sie eher erleichtert waren, sich nun wieder etwas zurückziehen zu können und vielmehr zu betrachten, wie ein neuer Klang dann ORIGIN insgesamt beeinflussen wird.




Gibt es ein Gesamtkonzept bei „Omnipresent“, d.h., wer oder was ist z.B. allgegenwärtig? Die Menschheit oder das [anscheinend] leere Weltall um uns herum? „All Things Dead“ scheint sich ja z.B. mit der Rolle der Menschheit sowie ihrem Niedergang zu befassen? Was meinst Du?

Es gibt auf jeden Fall eine alles umspannende Geschichte innerhalb der Texte auf dem Album. Hierbei geht es um die weiter entfernte Zukunft der Menschheit, in der unsere Intelligenz und Arroganz uns dazu führt, über unsere eigene Welt hinaus zu expandieren und Kolonien im entfernten All aufzubauen. Wir sind darauf gepolt zu glauben, dass wir die Herren all dessen sind, was wir um uns herum wahrnehmen, aber wenn wir in das Unbekannte vorstoßen, finden wir erst heraus, wie unbedeutend wir eigentlich wirklich sind. Während wir das Konzept eines „Gottes“ erschaffen haben und es selbst beherrschen, nur um den menschlichen Geist zu rechtfertigen, so merken wir, dass wir tatsächlich vollkommen allein sind, wenn wir das bislang nicht Bekannte ausloten, und dass der einzige Weg, wirklich irgendwie gottgleich zu werden, darin besteht, systematisch zu einem einzigen empfindsamen Wesen im Universum zu verkümmern. Dies ohne jeglichen Vergleich, sondern nur, wenn wir wahrlich „allgegenwärtig“ werden können. Das ist jedenfalls das, was ich irgendwie rüberbringen wollte. Tatsächlich äußert sich das wohl eher in hochgestochenen Worten, die betrunken in ein teures Mikro hineingebellt werden.


Passend zum textlichen Konzept gibt es ein ziemlich beeindruckendes Artwork von Colin Marks, der ja schon für „Entity“ mit Euch zusammengearbeitet hat. Ist dies nun eine Art visuelle Fortsetzung?

Ich denke nicht, dass es zwangsläufig eine Fortsetzung ist. Ich weiß, dass das Cover für z.B. „Antithesis“ vom damaligen Label ausgewählt wurde, ohne dass die Band unbedingt damit einverstanden war. Colin Marks hat dann für „Entity“ mit der Band zusammengearbeitet und ihnen genau das gegeben, wonach sie gesucht hatten. Das Kalte und Minimalistische des Weltalls, während viele andere Bands sich für miteinander kollidierende Planeten und mehrdimensionale Realitäten entschieden haben. Mit „Omnipresent“ wollten wir diese kalte Simplizität beibehalten, dies aber gleichzeitig noch eine Spur weiterentwickeln als auf „Entity“. Wir wollten die Einsamkeit und die Hilflosigkeit des Menschen angesichts der rücksichtslosen, unbekannten Kräfte eines unversöhnlichen Universums vermitteln, das ihn jederzeit umgibt und jeden Moment dazu bereit ist, ihn zu verschlingen. Colin hat das für uns perfekt eingefangen und umgesetzt.


Wie verliefen die Aufnahmen von „Omnipresent“? Ihr habt ja z.B. erneut mit Rob Rebeck aufgenommen, während Ihr diesmal auch Colin Marston [GORGUTS] mit an Bord geholt habt, was vielleicht den roher und dunkler klingenden Mix erklärt?

Die Band hat schon für zahlreiche Veröffentlichungen mit Rob Rebeck zusammengearbeitet und ist mit ihm sowie seinem Stil sehr zufrieden. Er kennt die Jungs in musikalischer Hinsicht besser, als sie sich selbst kennen, und er weiß auch genau, wann er sie anstacheln, wann er sich ein bisschen zurücknehmen und wann er Dir sagen muss, dass etwas nicht ganz so toll war. Total professionell und immer sehr ergebnisorientiert.




Auf der Limited Edition findet sich eine Coverversion von „Kill Yourself“ von S.O.D., was auf den ersten Blick als etwas merkwürdige Wahl erscheint. Wie seid Ihr auf das Stück gekommen?

Wir wussten aus unseren bisherigen Erfahrungen schon, dass wir für die Deluxe Edition und die Vinyl-Fassung wieder wegen eines Bonus-Tracks angefragt werden. Als wir aber das Songwriting für „Omnipresent“ beendeten, waren die Stücke so vollständig und fügten sich ganz genau so aneinander, wie wir das wollten, dass das bloße Hinzufügen eines weiteren Tracks diesen Fluss unserem Gefühl nach nur gestört hätte. Wir haben „Kill Yourself“ und noch andere ältere Thrash-Songs einfach aus Spaß zusammen gezockt und dann gemerkt, dass das Thema von „Kill Yourself“ tatsächlich eine sehr vereinfachte Zusammenfassung der Botschaft ist, die wir auf dem gesamten Album zu vermitteln versuchen. Vielleicht so eine Art Insider-Witz, aber wir hatten auf jeden Fall viel Spaß dabei, den Song aufzunehmen. Ich wollte noch ein paar Ausrufe wie „Mosh!“ oder „Waaaarrrr Dance“ hinzufügen, wurde aber überstimmt.


„Omnipresent“ wird in Europa über Agonia Records erscheinen. War der Vertrag mit Nuclear Blast Records ganz einfach erfüllt? Und warum ist Agonia vielleicht momentan das beste Label für eine Band wie ORIGIN?

Unser Vertrag mit Nuclear Blast für Europa war erfüllt, und soweit ich das beurteilen kann, halten sie sich mehr an neuen und „Rock“-orientierten Metal sowie ihre traditionellen Power-Metal-Geschichten. Ich sehe nicht mehr so viele Death-Metal-Bands auf ihrem Roster, und das ist ja auch in Ordnung; für „Entity“ waren sie eine prima Sache.
Agonia ist ein kleineres polnisches Label, das aber sehr daran interessiert war, mit uns zu arbeiten, und sich ganz schön reingekniet hat, um mit „Omnipresent“ eine fantastische Veröffentlichung bieten zu können. Bis jetzt haben sie ganz erstaunliche Resultate bezüglich ihrer Promotion und Preorder-Sachen gezeigt, sodass wir momentan mit ihnen sehr zufrieden sind. In Amerika arbeiten wir aber weiterhin mit Nuclear Blast USA zusammen, die uns bei der neuen Scheibe ebenfalls sehr den Rücken stärken.


Wie nimmst Du eigentlich den extremen Metal heutzutage wahr – welche Grenzen gibt/gilt es noch zu überschreiten? Wie schwierig ist es Deiner Meinung nach heutzutage, noch etwas Besonderes in diesem Bereich zu erschaffen?

Das Schöne am extremen Metal war schon immer das Fehlen einer bestimmten Formel oder eines bestimmten Regelwerks, an das man sich halten musste. Während es niemals einfach ist, etwas wirklich Einzigartiges zu erschaffen, ist es umso erfrischender, wenn eine Band – vielleicht einmal pro Jahr oder so – auftaucht und etwas so Spektakuläres vom Stapel lässt, dass die ganze Szene von Aufregung erfüllt ist. Ich selbst fühle mich schlichtweg alt und bin total damit zufrieden, während der letzten 15 Jahre einfach immer das gleiche Dutzend Alben laufen gelassen zu haben, aber ab und an taucht da eine neue Gruppe von Kids auf, die meine Aufmerksamkeit erregen und mir vor Augen führen, warum ich von Anfang an so leidenschaftlich war, was diese Musik betrifft.




Wie sieht es momentan bei Euch mit Nebenprojekten aus, z.B. DIM MAK, MUCOPUS und TROGLODYTE, während John inzwischen ja nicht mehr der Schlagzeuger von GORGUTS ist?

Ich kann nicht wirklich für die anderen Bands sprechen, aber MUCOPUS sind mehr oder weniger Geschichte. Wir haben im Jahr 2007 mit „Undimensional“ ein Album veröffentlicht, das ziemlich unterging, und sind ein bisschen in Europa, Japan und der Ukraine bzw. in Russland auf Tour gewesen. Das war eine tolle Zeit und eine Gelegenheit für mich, mir in kreativer Hinsicht ein bisschen die Beine zu vertreten, ohne von Erwartungshaltungen limitiert zu werden. Alle anderen Bandmitglieder widmen sich inzwischen anderen Projekten, aber wir scherzen gelegentlich darüber, uns mal für einen Underground-Gig wieder zusammenzuraufen – entweder in Japan oder bei Euch in Wermelskirchen.
TROGLODYTE sind diesen Sommer auf Tour und sollten auf jeden Fall mal angetestet werden. Bigfoot Death Metal, wie er sein muss, auch wenn ich die Existenz von Mike Flores weder bestätigen noch abstreiten kann. Und GORGUTS werden ebenfalls auf Achse sein, aber John ist wie gesagt nicht mehr bei ihnen dabei.


Kürzlich wurde eine komplette Europatour zusammen mit ABORTED und EXHUMED für November/Dezember angekündigt. Wie sieht Deine Einschätzung zu diesem Paket aus – und wann können wir ORIGIN auch wieder als Headliner in Europa sehen?

Wir könnten uns kaum mehr auf diese Tour freuen. Wenn alle Bands dieses Tourpakets sich auf dem gleichen Level befinden und sowieso schon miteinander befreundet sind, dann ist dies die Formel für eine klasse Stimmung auf Tour und eine fantastische Energie für die Konzerte. Wir freuen uns darauf, unser neues Material zum ersten Mal in Europa live vorstellen zu dürfen und mit den Bekloppten von ABORTED und EXHUMED jede Nacht Party zu machen. Macht Euch aber auch dafür bereit, dass wir nächstes Jahr dann als Headliner sowie für Festivalauftritte wieder bei Euch unterwegs sein werden!


Wie sehen Deine momentanen Top-3-Alben auf dem MP3-Player/Ipod etc. aus, und gibt es vielleicht ein paar – alte und/oder neue – Bands, die Du uns ans Herz legen möchtest?

Meine Lieblingsalben, auf die ich immer wieder zurückgreife, sind seit einer ganzen Weile immer dieselben: BOLT THROWER – „The Fourth Crusade“, BRUJERIA – „Brujerizmo“ und IMMORTAL – „At The Heart Of Winter“. Ich werde nun nicht behaupten, dass das die besten Alben sind, die jemals gemacht wurden, aber sie bringen mich zur Ruhe.
Was neue Sachen betrifft, würde ich auf jeden Fall folgende Bands empfehlen: TROGLYDYTE, TENTACLES, FOAMING AT THE MOUTH aus New York, DICTATED aus den Niederlanden, SPLATTERED MERMAIDS aus Schweden, NERO DI MARTE aus Italien und eigentlich jede Band, mit der wir in den letzten paar Jahren auf Tour waren und die sich dann als total klasse herausgestellt hat.


Ich danke Dir für das Interview und wünsche Euch alles Gute!

Vielen Dank! Testet diesen Sommer auf jeden Fall „Omnipresent“ an! Keep it brutal, and HAIL SPACE!

Fotos: Jeffrey Sisson [Bandfoto 1], Ron Brand [Bandfotos 2 & 3]





soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 14.06.2014 | 17:34 Uhr

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