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Interviewpartner: Jason Netherton

MISERY INDEX sind wohl eine der aktivsten und produktivsten Bands der amerikanischen Death/Grind-Szene. Die Band aus Baltimore um Bandkopf und Ex-DYING FETUS-Bassist Jason Netherton wirf nun mit „Heirs Of Thievery“ ihr viertes Full-Length-Album auf den Markt. Thematisch geht es um einen anderen Blickwinkel auf die amerikanische Geschichte. Was es damit auf sich hat, über das Tourleben und was die Jungs inspiriert, darüber habe ich mit Jason gesprochen.




Hallo Jason, wie geht's?


Mir geht's gut, keine Sorge. Danke für das Interview!


MISERY INDEX gibt es jetzt fast seit zehn Jahren. Wie fühlt sich das an?

Das fühlt sich gut an! Viele gute Erinnerungen und hoffentlich kommen noch einige dazu.


Bist du zufrieden mit dem neuen Album?

Ich bin begeistert, sehr begeistert. Es ist, als ob wir auf diese Platte schon seit einer ganzen Weile zugearbeitet haben. Und während es die Vorgänger schon andeuteten, haben wir dieses Mal genau den Sound gefunden, den wir schon immer wollten. Sowohl produktionstechnisch als auch vom Songwriting her. Wir haben viel Arbeit in den Songwritingprozess gesteckt. Geschrieben und immer wieder umgeschrieben. Aber es sieht so aus, als hätte es sich ausgezahlt, weil wir immer darauf aus waren, etwas zu finden, das wir später am Album bereuen könnten.


Was ist der Unterschied zu euren vorherigen Alben? Konzeptionell, musikalisch?

Der Vorgänger „Traitors“ war für uns gedanklich sehr anstrengend. Wir hatten es fast geschafft. Die Ideen darüber, was für eine Band wir sein möchten, wenn wir mal Karriere machen, waren immer noch in der Entwicklung. [lacht] Und obwohl wir wussten, dass wir alle Grind, Crust und Death Metal mögen, versuchten wir immer noch herauszufinden, wie wir unsere persönlichen Einflüsse am besten in unsere Songs einbauen. Am Ende sollten die Lieder als solche alleine stehen können, im Gegensatz zu den unzähligen Ideen. Ich glaube, mit „Heirs Of Thievery“ hat der Feinschliff-Prozess den Höhepunkt erreicht, und wir haben endlich erreicht, worauf wir all die Jahre hingearbeitet haben.




Ihr behandelt immer politische Themen auf euren Alben. Ist die Welt so ein schlechter Ort?

Nein, es ist ein wunderschöner Ort für uns und viele andere und an vielen Stellen. Aber das bedeutet nicht, dass wir die Unterdrückten und Entrechteten vergessen dürfen, richtig? Der Gedanke dahinter ist, solange zu kämpfen und zu schreien, bis so viele Menschen wie möglich so frei und so glücklich wie möglich leben können. Es ist von unserer Position in der Welt aus einfach zu behaupten, das Leben sei schön.


Seht ihr euch selbst als eine politische Band?

Nun, „Politik“ klingt ein bisschen steril und betäubend. Ich denke, wir würden eher sagen, dass wir von Ereignissen aus dem echten Leben beeinflusst sind. Der Alltag mitsamt seinen Krisen und Herausforderungen ist, was uns in erster Linie anregt. Und darunter fällt eben auch „Politik“. Aber es ist immer nur ein Teil davon. Wir graben im Enddarm der menschlichen Gesellschaft und versuchen die herrschenden Mächte, Ordnungen und Ungerechtigkeiten, die so sehr die Menschheit dominieren, auseinander zu nehmen und herauszufordern. Manche Songs sind spezifischer. Sie orientieren sich an tatsächlichen historischen Ereignissen und beleuchten sie aus einer anderen Perspektive [„Heirs To Thievery“, „The Seventh Cavalry“]. Andere Lieder richten sich mehr an allgemeine Probleme des Systems [„Fed To The Wolves“, „The Carrion Call“] und wieder andere sind sehr persönlich [„Day Of The Dead“]. Aber vor allem wollen wir über das singen und schreien, wofür wir Leidenschaft haben und was Bedeutung hat. Und diese Inspiration finden wir in unserer wirklichen, existierenden sozialen Realität.


Was ist dann wichtiger? Die Musik oder die Texte?

Die Musik, mit Abstand. Die Musik kommt zuerst. Ohne die Musik wären die Texte tot und heimatlos. Wir konzentrieren uns immer auf die Riffs und den Song. Die Lyrics kommen, obwohl sie natürlich auch wichtig sind, immer zuletzt.


Wollt ihr mit eurer Musik aktiv etwas verändern oder wollt ihr einfach mit dem Finger auf die Dinge zeigen, die falsch laufen?

Wir sind nicht da draußen, um zu predigen oder gar selbst die Welt zu verbessern. In erster Linie wollen wir hinausschreien, was uns wirklich wütend macht, statt irgendwelche Fantasy-Lyrics auszukotzen. Trotzdem wollen wir, dass die Leute die Texte genießen, und wenn sie inspiriert werden, ist es sogar noch besser.


Auf den Vorgängeralben musste oft George W. Bush den Kopf hinhalten. Dieses Mal geht ihr in der amerikanischen Geschichte zurück. Gibt es an Obama nichts zu kritisieren?

Der Präsident ist nur eine Gallionsfigur, die – obwohl sie besser ist als die vorherige Gallionsfigur – trotzdem dem gleichen System und seinen strukturellen Ungerechtigkeiten vorsitzt. Das freundliche Gesicht an der Spitze unternimmt wenig, um das Leid der Millionen Menschen zu lindern, die am Boden der Gesellschaft in Armut leben und sich dort seit Generationen aufhalten. Es gibt immer neues Material, das die Wut schürt. Wenn sich jemand dafür entscheidet, dieses Material zu suchen, findet er es überall. Das tägliche Leben ist ein unendlicher, komplexer Wirbel der Möglichkeiten, diese Probleme zu finden, und zwar sowohl natürliche als auch künstliche. Es wird immer Benzin geben, das das Feuer schürt!


Wer genau sind die „Erben des Diebstahls“ [„Heirs Of Thievery“]?

Wie man am Titeltrack und am Cover sehen kann, ist das vorherrschende Thema Aufmerksamkeit auf bestimmte Ereignisse in der amerikanischen Geschichte zu lenken [aber auch der Kolonialgeschichte im Allgemeinen]. Sämtliche Ausbeutung, Enteignung und Gewalt, die mit der „Geburt“ unserer einherging, wird in den Geschichtsbüchern im Unterricht nicht erwähnt und wurde aus den stolzen Erzählungen über unsere Geschichte verbannt, die wir seit unserer Kindheit eingetrichtert bekommen. Es ist nicht sehr zweckdienlich, wenn man Nationalismus und Patriotismus anpreist und auf der anderen Seite bekannt ist, dass all das Land und die Ressourcen auf denen diese stolze Nation gegründet eigentlich von den Ureinwohnern weggenommen wurden. Und das durch Gewalt und Vertreibung. Die Wahrheit passt gewöhnlich nicht zur glücklichen Saubermann-Version der Realität. Und so dachten wir: Auf diesem Album zeigen wir mit dem Titel-Track einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte der USA. Erzählt aus Sicht der Verlierer, der Sklaven und der Indianer.


In den letzten Jahren habt ihr jede Menge getourt. Gibt es noch Orte, an denen ihr unbedingt spielen möchtet, aber noch nie die Gelegenheit hattet?

Wir müssen noch Afrika und Südamerika besuchen. Aber ich vermute, dass Südamerika als Nächstes dran ist. Die Szene ist dort scheinbar am Überkochen und kann es kaum erwarten. Perfekt für einen Besuch!


Wo hast du es am meisten genossen, live zu spielen?

Ich mag den Osten Kanadas, die Seeprovinzen. Ich mag es, dort einfach nur durchzufahren. Außerdem liebe ich Finnland. Dort ist es immer, als ob ich nach Hause komme. Irgendwie fühle ich mich mit dem Land und den Leuten dort verbunden. Auch Berlin und Barcelona finde ich super. Zwei absolut einzigartige Städte, mit einer Energie, die mir sehr gefällt.




MISERY INDEX mit SOTAJUMALA in Finland


Gibt es irgendetwas, das dir sofort in den Kopf kommt, wenn du an vergangene Touren denkst? Irgendwelche speziellen Ereignisse, durchgeknallte Fans, verdorbenes Essen, Krankheiten?

2007 haben wir in der Ukraine gespielt und nach einer 14-stündigen Fahrt, während der wir elfmal für Schutzgeld angehalten wurden, konnten wir endlich spielen. Die Location war vollgestopft und heiß und die PA-Anlage war beschissen. Wir bekamen Stromschläge, wenn wir uns bewegten. Als wir uns über die Situation beschwerten, fanden wir den Mischer, der sich sprichwörtlich ins Koma gesoffen hatte, am Boden hinter dem Mischpult liegen. Am Ende machte unser Merchverkäufer den Sound.


In wenigen Tagen beginnt die Tour mit ARSIS und DYING FETUS. Los geht es in eurer Heimtstadt Baltimore. Schon aufgeregt?

Ich muss sagen, es ist immer noch ein Arschtritt für meine Gefühle, mit den Jungs unterwegs zu sein. Jetzt ist es noch heftiger, wenn man bedenkt, dass es MISERY INDEX fast genau so lange gibt, wie ich nicht mehr bei DYING FETUS bin. Ich bin froh, dass wir beide Musik machen und um die Welt reisen. Vor kurzem haben John [Gallagher – DYING FETUS] und ich uns überlegt, wie erstaunlich es ist, dass wir das immer noch durchziehen – 22 Jahre, nachdem wir uns nach der Schule getroffen haben, um in unseren Garagen zu jammen. Ich denke mal, manches ist einfach vorbestimmt...


Wie du eben gesagt hast, ist es eine Weile her, dass du DYING FETUS verlassen hast. Ganze neun Jahre liegen dazwischen. In dieser Zeit gab es auch den ein oder anderen Musiker-Austausch zwischen MISERY INDEX und DYING FETUS. Bist du noch gut mit den Jungs befreundet?

Nun, mit John auf jeden Fall. Ich sehe ihn oft, wenn wir beide gerade mal nicht touren. Wir versuchen uns so oft wie nur möglich zu treffen, um ein paar Bier zu trinken oder zu angeln. Leider sind unsere Terminpläne ziemlich hektisch. Wenigstens können wir dieses mal jeden Abend zusammen abhängen und Spaß haben.


Danke Jason. Das war es soweit. Viel Spaß beim Touren und lass dich bald wieder in Deutschland blicken. Noch irgendetwas, das du unseren Lesern mitteilen willst?

Dankeschön! Und, holt euch das neue Album!



Sammy

Autor: Samuel Stelzer [Sammy] | 11.05.2010 | 12:02 Uhr

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