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Interviewpartner: Joe Duplantier

GOJIRA sind für viele DIE Metal-Band der ersten Hälfte des Jahres. „Magma“, der neueste Streich der Franzosen wird allerorts regelrecht abgefeiert, Grund genug, dass sich die Kollegen Fröwein und Reither mit Joe Duplantier zum entspannten Backstage-Talk während des ROCK IN VIENNA-Festivals trafen.




Reinhold Reither: Joe, zu allererst unser tiefstes Mitgefühl für den Verlust eurer Mutter.

Danke

RR: Hat dieses wirklich tiefschneidende Erlebnis in irgendeiner Art und Weise euren Zugang zum neuen Album geändert? Vielleicht von den Lyrics her?

Ja natürlich, sehr sogar. Die Auswirkungen des Todes unserer Mutter waren immens wie du dir sicher vorstellen kannst. Ich wollte aber nicht, dass dies einfach nur ein „Ding“ wird, welches uns beeinflusst hat, denn so ein tragischer Verlust ist eine sehr, sehr persönliche Sache. Ich war innerlich zerrissen, wir haben viel geredet, mein Bruder, meine Schwester, aber auch unsere Bandmates, das war schon sehr emotionell.

Robert Fröwein: Ihr habt ja euer eigenes Studio, das Silver Chord Studio in New York aufgebaut, Dein Bruder Mario und Du, ihr seid ja jetzt auch nach New York übersiedelt richtig?

Ja das stimmt.

RF: Und warum?

Weil ich wollte. Das war schon in meiner Kindheit ein sehnlicher Wunsch, jetzt musste ich ihn aber auch in die Tat umsetzen, sonst hätte ich diesen Traum von mir nie erreichen können, ich bin aber ein „Dream Achiever“, das ist mein Job (lacht). Meine Bandkollegen waren anfangs doch irritiert, ich hab ihnen aber gesagt „Sorry, ich muss meine Träume auch erfüllen, das ist – wie gesagt – mein Job“.

RF: Die großen Musikmetropolen sind aber eher London oder Los Angeles, warum hast du dich für New York entschieden?

Die sind einfach nicht attraktiv für mich, ebenso Paris. Ich hab schon mit 6 oder 7 Jahren angefangen von New York zu träumen, sehr klare, reale Träume, ich bin in Straßen umhergegangen und habe nach speziellen Dingen gesucht zum Beispiel. Ich hab auch meiner Mom erzählt, ich werde nach New York übersiedeln, sie meinte nur, ich sei ja noch in der Schule und möge noch ein bisschen warten. Jetzt bin ich schon mehr als fünf Jahre dort und bezeichne New York als meine Heimat, mein Kind wurde dort geboren, ich fühle mich zu Hause.

RF: Vermisst du deine eigentliche Heimat?

Meine französische Heimat vermisse ich nicht, ich bin ja oft genug dort, wir haben GOJIRA’s Headquarter nach wie vor dort, mein Vater, meine Schwester leben dort.




RF: Wolltest du eigentlich auf Grund der amerikanischen Kultur nach New York gehen, weil ich bin der Meinung, dass New York diese amerikanische Kultur gar nicht so sehr reflektiert.

Meine Mutter war ja Amerikanerin, ich bin in Frankreich geboren und aufgewachsen, daher sind Teile meiner Wurzeln an sich ja schon amerikanisch, obwohl meine Mutter in Los Angeles aufgewachsen ist. Ich liebe New York einfach, das ist der Grund, aber wollt ihr eigentlich die ganze Zeit nur über New York reden?

RR: Nein wir springen jetzt gleich zu eurem neuen Album „Magma“.

Ja bitte!

RR: Euer Silver Chord Studio haben wir ja schon angesprochen, „Magma“ ist ja das erste Album, welches, bis auf das Mastering. komplett von euch in Eigenregie aufgenommen wurde…

Ja, das war auch schon bei unserem zweiten Album „The Link“ und dem dritten „From Mars to Sirius“ so, bei „The Way Of All Flesh“ nahezu auch, da haben wir nur die Drums in LA mit Logan Mader aufgenommen, der das Album dann auch gleich abgemischt hat.

RR: Kommen wir zurück zum Mastering. Gerade eure Musik verlangt vom Mastering-Prozess wahrscheinlich derart viel, dass ihr das nicht mal in eurem neuen Studio hinbekommt – richtig?

Ein Album zu mastern ist schon kompliziert, du kannst dir hier auch keine Fehler leisten, weil es der letzte Prozess vor der endgültigen Fertigstellung ist. Du brauchst auch spezielle Tools dazu und Silver Chord ist eher ein Aufnahme- und Mixing-Studio, kein Mastering-Studio.

RF: Ihr seid ja im Metal-Business extrem erfolgreich, wie schätzt du eure Zukunftsaussichten ein, wie groß können GOJIRA noch werden?

Ich glaube ja nicht, dass wir wirklich extreme Musik machen, technische ja natürlich, aber wir haben schon ein weites Spektrum, welches auch Hörer außerhalb des Metal-Genres ansprechen könnte. Gerade mit „Magma“ haben wir sehr viele Einflüsse verarbeitet, die nicht zwingend im Metal verwurzelt sind. Wir sind sicher progressiver geworden, eine Ausrichtung, die wir in Zukunft noch weiter forcieren möchten.




RR: Auf „Magma“ hat sich ja auch Marios Drumming immens entwickelt, es ist jetzt nicht zwingend technischer geworden, im Gegenteil, an den notwendigen Stellen hat Mario eine gewisse Simplizität mit eingebaut, die schon beeindruckend ist.

Wir sind natürlich musikalisch gewachsen und speziell Mario hat oftmals den Wunsch geäußert, er wolle einfach viel mehr Groove einbringen. Mario ist Musik-Liebhaber, der sich weiterentwickeln möchte. Das trifft auch auf mich zu, diese Screams, ein Merkmal von GOJIRA, die waren und sind für mich persönlich schon immer irrsinnig anstrengend gewesen, ich wollte mehr als nur Wut mit meiner Stimme ausdrücken.

RR: Besonders der Einstieg in „Magma“ „Shooting Star“ zeugt von deiner Weiterentwicklung, diese Emotion in deiner Stimme, dieser durchgehende Groove, ich mein „Shooting Star“ ist kein Hit, setzt sich aber doch sofort im Ohr fest.

Das ist doch eine gute Sache oder?
Diese Singstimme hatte ich schon immer irgendwo in meinem Kopf verankert, aber erst bei „Magma“ hab ich mich dann auch getraut mehr zu singen. Auf der Bühne ist es allerdings verdammt hart, wenn du schreist hörst du nicht so viel, wenn ich aber gefühlvoll singe und dazu noch diese technischen Riffs spiele, das ist eine Herausforderung.

RR: Für mich ist ja der Titeltrack wahrscheinlich das am meisten beeindruckende Stück, welches ihr je veröffentlicht habt. Allein wie sich dieser Song in sich entwickelt und aufbaut, unbeschreiblich.

Besonders an diesem Track haben wie ewig herumgearbeitet. Mario und ich haben viel Zeit mit diesem einen Stück verbracht. Oft waren wir so fertig von unseren eigenen Erwartungen, ich hab dann einfach abgeschaltet, die Gitarre genommen und aus Spaß herumexperimentiert um wieder herunterzukommen und dann passiert es manchmal, dass wie aus heiterem Himmel solch verrückte Ideen auftauchen. Ich glaube ja, dass viele Bands damit kämpfen, weil sie es nicht schaffen sich manchmal auch scheiße zu fühlen und auch diesem Gefühl was weitaus interessanteres zu generieren.

RR: „Liberation“, der letzte Song von „Magma“ – steckte da ein Plan dahinter diesen relaxten Instrumentaltrack zum Schluss anzubieten um die Hörer vielleicht ein wenig runterzuholen?

Nein gar nicht. Nicht von Beginn an. Ursprünglich hab ich „Liberation“ geschrieben um es meiner Mutter zu senden, die zu diesem Zeitpunkt gerade im Spital lag. Erst als wir „Magma“ abmischten reifte der Gedanke dieses Stück am Ende auch noch draufzupacken.

RF: Ihr seid ja jetzt schon mehr als 15 Jahre im gleichen Line-Up beisammen. Was ist das Geheimnis dahinter, normalerweise ist das ja nicht gerade üblich über so einen langen Zeitraum die gleichen Bandmitglieder zu haben.

Ja das stimmt, es sind übrigens schon 20 Jahre Mann! Wir sprechen sehr viel miteinander, wir sind auf derselben Wellenlänge und wir respektieren einander immens. Manchmal hasse ich die Jungs zwar aber tief in mir drinnen liebe ich sie ohne Kompromiss.




RF: Ist es nicht manchmal schwierig mit seinem eigenen Bruder in einer Band zusammenzuarbeiten?

Wir kommen glücklicherweise sehr gut miteinander aus, hängen auch viel gemeinsam ab.

RF: Ihr werdet ja öfters mit METALLICA oder PANTERA verglichen …

Holy Shit!

RF: … und viele sehen in GOJIRA die größte Hoffnung für die Zukunft des Metal-Genres. Lastet da nicht gewaltiger Druck auf euch?

Ja ein wenig schon, manchmal entstehen dadurch auch extrem stressige Situationen, besonders vor so richtig, richtig großen Shows. Man merkt aber auch so, dass wir größer werden, wir sind auf deutlich mehr Covers zu finden, die Radio-Shows werden immer größer, generell wird alles um uns herum größer. Ein Teil von mir ist aber genau für diese Situationen zu 100% bereit.

RF: Stehst du gerne im Rampenlicht?

Fuck Yeah! Ich weiß nicht warum, ich hasse es zwar, aber es ist lustig.

RF: In den letzten Jahren seid ihr ja mit etlichen der größeren Metal-Bands auf Tour gewesen, hast du vielleicht ein paar ganz spezielle, verrückte Erfahrungen für uns?

Ja etliche, vor allem mit METALLICA. Mit SLAYER war es jetzt nicht so verrückt, oder doch? Ah Ja, da hab ich eine Story: Vor zwei Jahren haben wir Kerry Kings Geburtstag gefeiert…

RR: … seinen 50.!

Ja, Brent von MASTODON war da, die GHOST-Guys und irgendwie lief alles aus dem Ruder. Ich musste aber am nächsten Tag zurück, mein Sohn wurde an diesem Tag in New York geboren…

RF: Du sicherlich noch immer komplett zerstört oder?

Ja natürlich! Kerry hat bei dieser Party Shots serviert, er gab mir einen, alles waren irgendwie desinteressiert und ich schrie „Hey Guys Come On It’s Kerry Kings Birthday“ und hab mit meinem Shot herumgewedelt und ihn direkt in Kerrys Gesicht geschüttet…
METALLICA waren die perfekten Gentlemen auf Tour. Sie luden uns zu einem feudalen Abendessen ein, sie mieteten hierfür gleich ein ganzes Restaurant, die komplette Crew war dabei, dies passierte zu Beginn und am Ende der Tour. Sie kamen auch jeden Tag in unsere Dressing-Rooms, sandten uns Geschenke usw., sie zollen ihren Support-Bands totalen Respekt und Support.

RF: Du erwähntest schon, dass du gerne im Spotlight stehst dazu noch eure musikalische Entwicklung, schielt ihr ein wenig auf die Mainstream-Audience?

Nein, nicht wirklich. Manchmal stellen wir uns zwar vor als Headliner aufzutreten und verdammt viel Kohle zu verdienen, aber jeder Mensch sollte sich Ziele setzen. Wir sind uns aber bewusst, dass dies eine „Sleepy Road“ und ich bin mir nicht sicher ob wir uns dahin entwickeln wollen. Aber wer weiß, vielleicht probieren wir mal einen richtigen Radio-Hit zu schreiben…

Reini

Autor: Reinhold Reither [Reini] | 07.07.2016 | 13:21 Uhr

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