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The Pirate Ship Quintet
Rope For No-Hopers
Experimental, Instrumental, Post Rock
5.5 von 7 Punkten
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
King Fear
King Fear [ EP ]
Black Metal, Black/Death Metal
4.5 von 7 Punkten
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The Murder Of My Sweet
Bye Bye Lullabye
Female Fronted, Gothic Rock, Pop
3.5 von 7 Punkten
"Zucker bei die Fische!"
Kill Devil Hill
Kill Devil Hill
Doom Metal, Heavy Metal, Stoner Rock
5.5 von 7 Punkten bzw. 4 von 7 Punkten
"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
.: NICHT EINGELOGGT
Share: Band: Leather Nun America | |||
| Interviewpartner: John Sarnie | |||
Doom Metal genießt zwar ein im Vergleich zu früheren Dekaden immer größeres Ansehen, dennoch sind wir noch Lichtjahre davon entfernt, von einem kollektiven Hype innerhalb der Community zu sprechen. Genau diesen Umstand prangern LEATHER NUN AMERICA an, nur um dann im gleichen Atemzug ein schrecklich “ansehnliches” Album wie “Kult Occult” vorzulegen. Gitarrist und Band-Mitbegründer John Sarnie begab sich mit METALNEWS.DE auf Spurensuche hinsichtlich der eigenen Wurzeln sowie der ewigen Suche nach der eigenen Hymne. Hallo John! Ich habe Euch das erste Mal auf einem Konzert in Wien im März 2010 wahrgenommen, bei dem ihr die Menge begeistert zurücklassen konntet. Zufälligerweise stammt Euer derzeitiger Plattenverlag PsycheDOOMelic Records ebenfalls aus der Hauptstadt Österreichs. Wie denkst Du an die Europa-Tour zurück und welchen Eindruck machte das Wiener Publikum auf Dich? Wie hast Du die Stadt selbst wahrgenommen? Würdest Du anderen Bands empfehlen, dort Halt zu machen? Oh, Du warst bei der Show in Wien. Wir haben in der Tat eine wirklich tolle Europa-Tour absolvieren können und Wien kann sicherlich zu den Höhepunkten gezählt werden. Die Stadt war optisch reizvoll und sauber. Die Unterkünfte waren ebenfalls erste Klasse, ebenso das Bier beziehungsweise das Essen. Im Escape-Club fand sich ein tolles Publikum ein. Mark von PsycheDOOMelic Records lebt in der Stadt und veranstaltete eine kleine Tour für uns, um uns die schönsten Plätze zu zeigen. Ich finde, jede Band sollte einmal in ihrer Karriere in Österreich Station machen! Ihr stammt aus San Diego, einem der momentan besseren Orte auf der Welt, nicht ausschließlich aufgrund des Wetters und Euren lebendigen Lokalmatadoren. In welcher Hinsicht hat dieses südkalifornische Flair Eure Band-Philosophie mitgeprägt? Würde Ihr Euch anders anhören, wenn ihr zum Beispiel von Los Angeles oder San Francisco aus auf die Weltherrschaft strebt? Und schwingt in Euren Stücke ein gewisses südstaatliches Flair mit, das ihnen zu dem gewissem Etwas verhilft? San Diego ist derzeit ziemlich erträglich. Jetzt, im Februar, haben wir um die 20 Grad. Wir alle kommen allerdings aus ganz unterschiedlichen Staaten; ich zum Beispiel stamme aus Maryland, unser Schlagzeuger aus Connecticut. Unser Bassist kommt wiederum aus San Diego. Ich bin nicht der Meinung, dass wir von kalifornischen Bands allzu sehr beeinflusst werden. Natürlich sind hier einige coole Bands unterwegs, die heftige Musik zocken, die allerdings zum Großteil aus San Francisco stammen. Unsere Wurzeln liegen eher in der Maryland-Szene, der europäischen Kollegenschaft sowie im Metal per se. Ihr habt Eure Band 2003 aus dem Boden gestampft und bis dato vier großartige Alben hinausgefeuert, die sich allesamt voneinander unterscheiden, aber ein gemeinsames Ziel vor Augen haben: Einen geilen Musikorkan zu entfachen. Könnt ihr Eure Coolness nicht portionieren und an weitaus „brutalere“ Metal-Haufen weiterverkaufen? Vertrittst Du die nahezu allseits geteilte Meinung, dass die letzten Entwicklungsjahre des Metal nicht zu den Glanzstunden gezählt werden sollten oder bist Du eher damit beschäftigt, Deine Energie in Deine Band zu stecken, um so die Qualität quasi eigenhändig zu erhöhen und Dich auf die Entdeckung neuer, interessanter Combos zu konzentrieren? Ja, 2003. Sind auch schon fast zehn verdammte Jahre, wow! Das, was meiner Meinung nach eine Band cool oder heavy wirken lässt, liegt im Bestehen eines eigenen Wesens oder Biss, der in ihrer Musik vorschwebt. Trittbrettfahrer oder übertriebene Brutalität stoßen da auf keinen guten Zweig. Aber wie du schon sagtest, es sollte qualitativ hochwertige Metal-Musik sein. Es kommt immer wieder etwas um die Ecke, das die Leute komplett ausrasten lässt – mag es auch ein Strohfeuer sein, das schnell erlischt.. Da wir aber derzeit ziemlich harte Zeiten erleben, weiß ich, dass demnächst wieder Platten erscheinen, die ich gerne antesten würde. Wie so viele Andere jedoch verfüge ich derzeit nicht über die Mittel, um mir Platten zu kaufen oder Shows reinzuziehen.Diese ziemlich großen Festivals in Frankreich und Deutschland werden irgendwann zu groß sein und in viel zu großer Zahl aufscheinen.Fehlen nur noch ein paar verwässerte Bands, um das Dilemma zu perfektionieren. Ich stimme Dir daher zu; mich hat neuere Musik bislang nicht so sehr aus den Socken gehauen. Traurig, aber wahr.
An Eurer Musik fasziniert mich vor allem das bluesige, mit Eiern aus Stahl behaftete Element. Es scheint, als ob du das Erbe deiner Idole weiterführst, ohne es je erzwungen wirken zu lassen. LEATHER NUN AMERICA beweisen wieder einmal, dass man nicht wie ein Wahnsinniger Gas geben muss, um absolute Heaviness in seinem Sound zu erreichen. Beschreibe uns doch, wie die Arbeiten im Studio von sich gegangen sind und ob es während des gesamten Vorganges Phasen gegeben hat, die länger als erwartet gedauert haben und/oder auf die Du am meisten stolz bist. OK, gut. Wir mögen „bluesig“ und „mit Eiern“, das sind passende Umschreibungen, ha ha ha. Wir werden unser Erbe weiter fortführen und unserer Ursprungsform stets treu bleiben. Natürlich werden einige Unterschiede zwischen den einzelnen Stücken unvermeidbar bleiben, aber wenn du den Stil kennst, wird es Dir letzten Endes egal sein, weil Du unser Zeug kaufen, auspacken, in die Anlage stecken und bis zum Anschlag aufdrehen kannst. Dennoch sollten sich Ähnlichkeiten aufzeigen. Wir versuchen zwar, jederzeit wiedererkennbare Hits wie "Ace of Spades" zu Papier zu bringen, aber seien wir ehrlich, das ist gar nicht so einfach. Ich hoffe, wir legen mit jedem weiteren Album ein wenig in Sachen Intensität und Heaviness zu. Wir sind immer dabei, ein wenig mitzulernen. Wir legen sowohl live als auch im Studio stets einige Bricketts nach. Und natürlich versuchen wir stets, die am meisten Ärsche tretenden Stücke aller Zeiten zu schreiben! Der Aufnahmeprozess ist eigentlich schon an und für sich ein ziemlicher Seiltanzakt. Das können wir bis in alle Ewigkeit fortsetzen, indem wir zusehends weitere Layer über unseren Sound legen. Man sollte allerdings dann, wenn es am schönsten ist, aufhören – denn dann weißt Du genau, wo Du mit dem Mix stehst. Jedes Mal, wenn wir uns an eine neue Scheibe heranwagen, lernen wir etwas dazu. Beim nächsten Mal werden wir fokussierter zusammenarbeiten, sodass das Endresultat noch heftiger und kräftiger ausfällt, ohne dabei ständig auf weitere Layer bauen zu müssen. Nicht einfach zu erklären. Wir sind bereit, es noch einmal zu wagen und können diese Gelegenheit kaum erwarten! Was schätzt Du an Deiner Band derzeit am meisten? Die Chemie innerhalb der Band, die Musik, die Ihr auf Eure Nacken brechenden Alben bannt oder Eure weltweite Gefolgschaft? Inwieweit beeinflussen solche Umstände den Fortschritt von LEATHER NUN AMERICA, sowohl in musikalischer als auch in der Hinsicht, wie Du an das Wesen dieser Truppe herangehst? Ich schätze das Label und die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, um unsere Platte in Umlauf zu ringen. Und ja, die Chemie innerhalb der Band. Wir sind leidenschaftlich vorgehende Männer, die sich auf ihre eigene Art und Weise kreativ einbringen. Die Umstände, die uns beeinflussen, sind der Wunsch, uns mit jedem weiteren Album und natürlich auch live weiterzuentwickeln, um so mehr Liebhaber dieser Sparte zu erreichen. Wir lieben, was wir tun. Auch wenn uns nur wenig Unterstützung zukommt, suchen wir nach wie vor nach einem Platz da draußen und arbeiten noch härter daran, noch bessere und heftigere Kunst zu erschaffen. Und da wir gerade schon dabei sind, beschreibe uns doch einmal, wie der Alltag im Leben eurer Horde im Normalfall abläuft. Wie verfährt ihr, wenn am Fortgang dieser Mannschaft geschraubt werden soll? Wie schwer ist es für euch, hinsichtlich einer Idee, einem Arrangement oder gar einem kompletten Stück auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen? Und wer entscheidet letzten Endes, wie es weitergeht? Kämt ihr – wie einige andere Gruppen, mit denen ich schon Dialoge führte – einer Demokratie mit einem Diktator an der Spitze gleich? Nun, ein normaler Tag in unserem Leben sieht zunächst einmal so aus, dass wir arm sind. Wir alle müssen einer täglichen Arbeit nachgehen, um zu überleben. Wir versuchen, so viel wie möglich an die Seite zu legen, das dieser Band zugute kommt. Natürlich würden wir unser Unterfangen 24 Stunden am Tag, sieben Mal die Woche aufziehen, wenn wir ein derartiges Ansehen im Metal erlangt haben, das es uns ebenjenes in diesem Ausmaß ermöglicht. Es ist ein Leichtes, innerhalb unserer Truppe auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Wir arbeiten als Team, um besser als die restlichen Truppen da draußen zu sein. Der jeweilige Song mag seinen Ursprung in einer Person finden, wir als Team versuchen jedoch, ihn zu einer absoluten Granate auszubauen! Und ja, wir ticken wie andere Bands in dem Sinne, dass wir demokratische Strukturen zulassen. Nun zu Eurem bislang besten Streich, "Kult Occult". Sind euch irgendwelchen speziellen Situationen widerfahren, die euch zum Schreiben an den Stücken dieses Albums animiert haben? Würdet ihr es eher als eine Ansammlung von neuen Liedern oder als Konzeptalbum betrachten? Ich bin froh, dass die Leute da draußen “Kult Occult” mögen. Reviews sind zu 90 Prozent positiv ausgefallen, einige True-Metal-Seiten konnten mit der Scheibe nichts anfangen. Im Großen und Ganzen – und wenn sich jemand dahinter geklemmt hat, der von Doom eine Ahnung hat – gab es nur Lob. Ich denke nicht, dass hinter diesem Album ein wirkliches Konzept, sondern viel mehr eine ganz normale natürliche Weiterentwicklung. Wir sind derzeit auf der Suche nach dem perfekten Song, wenn nicht sogar Album, das uns in schwindelerregende Höhen schießt. Zur Zeit sind wir jedoch eher unterbewertete Sündenböcke. Wo und wie lange habt ihr an der Scheibe geschraubt? Die Platte wurde in San Diego aufgenommen. Wir benötigten ungefähr ein Jahr für die Komplettierung, wobei wir eine Menge Zeit und Geld hineingesteckt haben, um aus ihr den deftigsten Sound herauszuholen. Am Ende konnten wir sie allerdings nur dem Standard unserer frühen Alben anpassen, weswegen wir uns dazu entschieden haben, einen neuen Producer beziehungsweise ein neues Studio in Angriff zu nehmen. Schauen wir mal, wie's wird. Eines der Stücke auf dem neuen Album - "Anointed With Blood Of The Snake" – wurde schon auf die Split-EP mit IRON HEARSE draufgepackt, mit denen ihr vor zwei Jahren die europäischen Länder beackert habt. War es ursprünglich als Teaser für das nun erschienene Werk angedacht und inwiefern hat es sich im Gegensatz zu damals weiterentwickeln können? Ja, der Song auf dem Split-Siebenzöller ist derselbe wie auf dem Album. Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir er von Anfang als Teaser gedacht war, sondern weil wir einfach neues Material auf diese EP packen wollten, um unsere Europa-Tour ein wenig ankurbeln zu können.
Gibt es auf der Platte irgendwelche Momente, auf die du besonders stolz bist, weil sie der Band dabei geholfen haben, weiter zu wachsen oder steckt hinter all dem einfach eine Menge Schweiß und eiserner Wille? Vielleicht darauf, verschiedene Stimmungen eingefangen zu haben, insbesondere den Bogen von schnellen zu langsamen sowie von heftigen zu ruhigeren Abschnitten. Der Fortschritt innerhalb der Band kommt meines Erachtens durchaus gut zur Geltung. Wir probieren uns immer an neuen Blickwinkeln, möchten aber nichtsdestotrotz unsere Wurzeln im Kurzzeitgedächtnis behalten. Von allen Texten, welche du für dieses Album verfasst hast, liegt dir welcher besonders am Herzen? „Murderkkult“ und „Damiana“ fielen mir da spontan ein. Was durchaus amüsant ist, zumal wir die ersten großen Rteaktionen auf unsere akustische Sachen hatten. Das sparen wir uns dann für das nächste Album auf. Wenn "Kult Occult" als Soundtrack für einen Film verwendet wäre, welcher Art von Film würde er denn am besten stehen? Das wäre dann ein im Siebziger-Jahre-Stil gedrehter „Biker Expolitation“-Film. Die Samples, die man übrigens beim ersten und letzten Song zu hören bekommt, stammen von Jack Nicholson's Part in „Easy Rider“. Wenn LEATHER NUN AMERICA die Zukunft dieses Subgenres prägen würden, hättet ihr eurer Meinung nach das, was es braucht, um all den Miesepetern, Pessimisten, Kritikern und Scheiße redenden Metalheads, die sich gerne kleinere Combos zum intellektuellen Herumstoßen aussuchen, Paroli zu bieten? Oh wow, tolle Frage. Ich glaube, ich weiß, worauf du hinaus willst! Wir wünschen uns, Spuren in diesem Genre zu hinterlassen. Wir haben uns mit vollem Enthusiasmus aus dem absoluten Nichts nach oben gerockt. Nach recht harten neun Jahren sind wir aber trotzdem nur ein besserer Zaungast. Ich kann Dir ein Lied davon singen, wie unfreundlich manche Reviews ausgefallen sind. Der Zuschauerdrang in den Staaten kann ebenso recht mager ausfallen, aber wir schreiten trotzdem unbeirrt voran. Wenn es doch mehr solche miesen Reviews, Schlechtrederei und dergleichen über uns geben würde, hätten wir zumindest schon einmal einen Schritt nach vorne gemacht, was Publicity betrifft. Jede Publicity ist mir recht. Ich wünschte, wir hätten etwas mehr als jetzt in diesem Genre zu sagen. Kurzum: Wir sind bescheiden und bereit, anzufangen! Wir sind fast am Ende, allerdings möchte ich noch ein Thema anreißen: Was ist die Essenz oder die Agenda von LEATHER NUN AMERICA? Wann und aus welchen Gründen ist in dir das Gefühl entsprungen, dass du selbst als Komponist tätig sein musst? Gibt es eine Art Hauptbotschaft, die mit diesem Projekt unmittelbar verknüpft ist? Ich finde, wir tragen weder eine besondere Botschaft noch eine Agenda nach außen. Die Essenz in unserem Tun findet sich, oder soll ich sagen, wünsche ich mir in der beseelten Art und Weise, wie wir Ohr und Verstand in Beschlag nehmen. Wenn wir dem Hörer irgendetwas in ihm regen und ihm vielleicht sogar etwas bedeuten, sind wir schon sehr glücklich. Wir verfügen zwar über keine Fan-Massen, dafür aber um einige Wenige, die in unser Schaffen glauben, was schon zumindest etwas ist. Natürlich wäre es uns genehm, wenn wesentlich mehr Leute auf unsere Konzerte gehen, aber dann wäre es ja keine Untergrund-Musik mehr. Die paar Fans, die voll auf uns abfahren, sind offensichtlich das für uns erreichbare Maximum. Danke Dir vielmals für Deine Antworten und alles Gute für die Zukunft! Willst Du noch irgendetwas hinzufügen? Danke für dieses Möglichkeit und das Interview. Es war recht umfangreich und sehr gut von Dir vorbereitet. Meine derzeitige Lieblingsband heißt GALLOW GOD, kommt aus England und sind ebenfalls auf unserem Label PsycheDOOMelic vertreten. Hört sie Euch mal an und Danke nochmals! Micha | |||
| Autor: Michael Bambas [Micha] | 09.02.2012 | 22:27 Uhr | |||
Weiteres zu Leather Nun America bei Metalnews
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| 04.02.12 | ![]() | Leather Nun America Kult Occult 5.5 von 7 Punkten |
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