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Interviewpartner: Josh Gilbert

Heute findet das letzte Konzert der AS I LAY DYING-TRIVIUM-Europa-Tour in Spanien statt. Wie könnte man den Abschied also besser feiern als mit einem Interview mit dem Bassisten Josh Gilbert? Ganz genau! Der cleane Sänger der amerikanischen Metalcore-Band verliert bei uns einige Worte über die Konzeptionierung der Songs, erläutert uns den Aufnahmeprozess von „Awakened“ und gewährt uns einen Einblick, wie ihr neuer Produzent Bill Stevenson mitgewirkt hat.




Hey Josh! Zunächst einmal Glückwunsch zu eurem neuen Album! Seid ihr Jungs seit dem Release von “Awakened” beschäftigt gewesen?

Natürlich! Zwei Tage nach dem Aufnehmen der Tracks haben wir in Deutschland auf Festivals gespielt. Direkt danach waren wir auf der Rockstar Mayhem Tour in den Staaten. Jetzt sind wir am Schluss der Europa Tour mit Trivium angekommen und starten nächsten Monat in Kanada. 2012 war ein viel beschäftigtes Jahr für uns!

„Awakened“ scheint einfach noch aggressiver und eingängiger zur selben Zeit zu sein, großartig für Live-Auftritte. Wenn ihr an euren neuen Songs gearbeitet habt, hing dieses Ziel von Beginn an in euren Köpfen?

Wir malen uns immer aus, wie ein Song live über die Bühne geht, obwohl wir manchmal ein bestimmtes Lied eher als „Album-Track“ ansehen, um die Stimmung auf der Scheibe anzukurbeln. Ich denke „Awakened“ ist definitiv das erste Album, von dem ich überzeugt sagen kann, dass ich es gerne von Anfang bis Ende live spielen würde.

Könntest du uns einen Einblick in den Songwriting Prozess geben? Wie lief das im Allgemeinen ab?

Normalerweise beginnt eine Song-Idee als Pro Tools-Demo mit Software-Drums, welche zwischen den Band-Mitgliedern kursiert. Nachdem ungefähr ein Dutzend solcher Ideen die Runde gemacht haben, beginnen wir uns auf die zu begrenzen, die wir gerne im Proberaum jammen würden. Von da an picken wir uns die gefühlt Besten raus und konzentrieren uns bessere Demos mit Probe-Gesang zu schaffen. Ich würde sagen, dass wir mindestens 25-30 Songs geschrieben haben, bevor wir die Auswahl für die finale Platte getroffen haben.




Dieses Mal habt ihr häufiger cleane Vocals verwendet und es gab keine Lieder mit Tim als einzigen Sänger. War es unbeabsichtigt oder plant ihr deinen Anteil am Gesang in der Zukunft zu erhöhen?

Es war definitiv nicht beabsichtigt. Ich glaube wir haben in der Vergangenheit die „gesanglichen“ Lieder „gezählt“ und die Anzahl von Nummern mit dieser Eigenschaft eingeschränkt. Auf dieser Scheibe wiederum platzierten wir Gesang dort, wo es sich nötig anfühlte und nicht um einfach mehr zu haben, der Song stand im Vordergrund. Meine Lieblingsstellen auf dem neuen Album sind die Wechselspiele zwischen Tim und mir, wenn wir beide auf bestimmten Songs singen wie „No Lungs To Breathe“, „Cauterize“ und „Wasted Words“.

Laut meinem Promo-Zettel hattet ihr im Vergleich zu euren älteren Alben nur wenig Zeit, um „Awakened“ aufzunehmen. Hat es das Resultat beeinflusst?

Das stimmt. Wir nahmen dieses Album in dreieinhalb Wochen auf im Gegensatz zu den sechs bis sieben Wochen der vergangenen Beiden. Ich denke die Zeitknappheit hat die Scheibe auf eine positive Art und Weise beeinflusst, indem wir uns auf unseren Songwriting-Instinkt verlassen mussten. Wir hatten einfach nicht die Zeit Details zu überdenken und ich denke, das verleiht „Awakened“ sein spontanes Gefühl.




Ihr habt zum ersten Mal mit Bill Stevenson zusammengearbeitet. Wie hat er „Awakened“ beeinflusst? Hat er neue Ideen in die Runde gebracht oder hat er euch nur eine frische Perspektive auf Eure gegeben?

Bill kam ins Spiel nachdem wir uns für zwölf Songs entschieden hatten. Er half uns dabei etwas „Fett“ der Spielzeit bestimmter Songs zu entfernen, aber die Riffs waren bereits seit einiger Zeit fertig. Was Bill an den Tisch brachte war ein neuer Blickwinkel auf die Songstruktur anstatt vier Stunden mit einem Gitarren-Riff-Abschluss zu verbringen. Er würde uns ermutigen uns selbst zu fragen, ob die Refrains zu früh oder zu spät ansetzen, ob eine Strophe nachhinkt oder ob die Drums einen Impuls brauchten. Er ermutigte Tim und mich zudem an eine vereinfachte Herangehensweise an den Gesang im Studio … keine gedoppelten Melodien oder Harmonien für mich, nur ein einzelner Lead Vocal Track und ein Harmonie-Teil wenn nötig.

Danke für das Interview! Dir ist die wichtige Aufgabe überlassen, die letzten Worte zu hinterlassen.

Danke für all eure Unterstützung über die Jahre und für das Lesen dieses Interviews!

Champ

Autor: Nico Carvalho [Champ] | 18.11.2012 | 11:52 Uhr

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