.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Reviews von Benighted
CD Review: Benighted - Necrobreed

Benighted
Necrobreed


Brutal Death, Death Metal, Grindcore
6.5 von 7 Punkten
"Sternstunde!"
CD Review: Benighted - Carnivore Sublime

Benighted
Carnivore Sublime


Brutal Death, Death Metal, Grindcore
5.5 von 7 Punkten
"Mit Köpfchen auf die Zwölf"
CD Review: Benighted - Asylum Cave

Benighted
Asylum Cave


Death Metal, Grindcore
6.5 von 7 Punkten
"Enjoy The Violence"
CD Review: Benighted - Identisick [RE-ISSUE; CD/DVD]

Benighted
Identisick [RE-ISSUE; CD/DVD]


Death Metal, Grindcore, Hardcore
Keine Wertung
"Endlich wieder erhältlich"
CD Review: Benighted - Icon

Benighted
Icon


Death Metal, Grindcore, Hardcore
6 von 7 Punkten
"Alles im grünen Bereich bei den Umnachteten!"
Mehr aus den Genres
CD Review: Surgical Dissection - Absurd Humanism

Surgical Dissection
Absurd Humanism


Grindcore
4 von 7 Punkten
"Mittlerweile ist eine geraume Zeit zwar schon her, daß mir Vlady von FLESHLESS sein zweite... [mehr]"
CD Review: Fate - Vultures

Fate
Vultures


Death Metal, Deathcore
5 von 7 Punkten
"Hoffnung für die nächste Generation?"
CD Review: Obituary - Ten Thousand Ways To Die [EP + Live-Bonus]

Obituary
Ten Thousand Ways To Die [EP + Live-Bonus]


Death Metal
Keine Wertung
"Eher für Die-Hard-Fans geeignet"
CD Review: Fragments Of Unbecoming - The Art Of Coming Apart

Fragments Of Unbecoming
The Art Of Coming Apart


Death Metal, Melodic Death Metal
5 von 7 Punkten
"Zwischen Stockholm und Göteborg"
CD Review: Arkaik - Metamorphignition

Arkaik
Metamorphignition


Death Metal, Technischer Death Metal
5.5 von 7 Punkten
"Bereit für die nächste Dimension?"
CD Review: Iron Savior - Reforged - Riding On Fire

Iron Savior
Reforged - Riding On Fire


Power Metal, True Metal
Keine Wertung
"Klassiker auf Hochglanz"
CD Review: Eisley / Goldy - Blood, Guts And Games

Eisley / Goldy
Blood, Guts And Games


AOR, Hard Rock
5 von 7 Punkten
"Gediegen, nicht seicht"
CD Review: Pretty Boy Floyd - Public Enemies

Pretty Boy Floyd
Public Enemies


Glam Rock, Sleaze Rock
4 von 7 Punkten
"Wenn die Spandex spannt..."
CD Review: Hittman - Hittman [Re-Release]

Hittman
Hittman [Re-Release]


US-Metal
Keine Wertung
"Die richtige Band zur falschen Zeit"
CD Review: Pink Cream 69 - Headstrong

Pink Cream 69
Headstrong


Hard Rock, Heavy Metal
6 von 7 Punkten
"Halsstarrige Hard Rock-Hymnen"
Share:
Band: Benighted Homepage Metalnews nach 'Benighted' durchsuchen Benighted
Interviewpartner: Julien

Mit „Icon“ haben die französischen Brutal-Deather BENIGHTED kürzlich einen mehr als würdigen Nachfolger zum ebenfalls gelungenen Vorgänger „Identisick“ nachgelegt. Im Zuge dieser Veröffentlichung begab sich das Quintett nun mit den befreundeten Bands KRONOS und RECUEIL MORBIDE auf eine gemeinsame Tour durch Frankreich, in deren Verlauf auch ein Konzert im grenznahen Straßburg stattfinden sollte. Somit bot sich natürlich für die beiden Freiburger Metalnews -Redakteure die Möglichkeit an, im Club Molodoї direkt mit Sänger Julien zu sprechen. Dieser entpuppte sich als sehr sympathischer und zuvorkommender Gesprächspartner, der sich auch nicht durch die Blödeleien von KRONOS im Hintergrund beirren ließ und der bereitwillig über seine Band, das neue Album, anstehende Touraktivitäten sowie sein derzeitiges Unwort „Rugby“ Auskunft gab. Doch lest selbst...




Okay, schön, Dich zu sehen. Wie geht’s Dir, Julien?

Julien: Sehr gut! Es ist das zweite Konzert unserer Tour mit KRONOS und RECUEIL MORBIDE, und gestern war eine sehr, sehr gute Show. Wir sind jetzt ein bisschen müde, da es das einzige Konzert ist, das nicht so weit weg vom nächsten entfernt ist. Gestern war glaube ich der einzige Tag, an dem wir wirklich was trinken konnten. Und durch die Zeitumstellung hatten wir eine Stunde mehr, in der man vielleicht ein wenig Schlaf bekommt. Das war cool, nehmen wir gerne [lacht]!


Ihr habt ein neues Album mit dem Titel „Icon“ veröffentlicht. Wie waren denn bis jetzt die Reaktionen auf die Scheibe? Habt ihr schon was von eurem Plattenlabel gehört oder so?

Julien: Wir sind alle total zufrieden mit diesem Album. Osmose haben uns Mails geschickt und auch angerufen, um uns mitzuteilen, dass sie die CD fantastisch finden und dass sie alles unternehmen, um es in Frankreich und Europa zu promoten, und auch in den USA und anderen Ländern der Welt. Und bis zu diesem Zeitpunkt: Die wenigen Reviews, die ich gesehen habe, sind richtig gut und sehr positiv. Daher sind wir derzeit über die Rückmeldungen sehr glücklich.


Was sind denn deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen dem letzten Album „Identisick“ und dem neuen, „Icon“? Hat sich etwas grundlegend geändert?

Julien: Oh, da gibt es wirklich einen großen Unterschied, da wir den Drummer ausgewechselt haben. Kevin ist jetzt seit eineinhalb Jahren in der Band und wenn wir mit ihm spielen, ist das für uns etwas ganz anderes als mit Fred. Er hat eine Punk/Hardcore-Einstellung und ist viel aggressiver. Fred war da wesentlich geradliniger und direkter. Kevin ist da ganz anders. Er ist noch total jung, er ist gerade mal neunzehn Jahre alt, und als er in die Band kam, war er sogar noch siebzehn. Vor BENIGHTED hat er noch nie Blast Beats gespielt, er hat sich das einfach draufgepackt. Um in die Band reinzukommen, musste er drei oder vier Tracks von „Identisick“ lernen. Er hat lediglich drei Wochen gebraucht, um sich die Blast Beats anzueignen. Und als er dann ankam, war das cool, da dachten wir uns: den nehmen wir. Wenn der das in drei Wochen schafft, dann nehmen wir ihn.
Und, um deine Frage zu beantworten, meiner Meinung nach sind die Songs auf „Icon“ origineller, da wir versuchten, jede Menge verschiedene Einflüsse zu kombinieren, um jedes Lied etwas anders klingen lassen. Ein paar kleinere Überraschungen sind in jedem Song. Und was die Produktion und den Sound betrifft, so ist es wesentlich organischer und wärmer geworden, viel natürlicher und weniger mechanisch als auf „Identisick“.


Da wir gerade von den Überraschungen in den einzelnen Songs sprechen. In „Grind Wit“ ist da zum Beispiel der HipHop-Part. Wie seid ihr denn auf die Idee kommen, etwas vollkommen anderes einzusetzen?

Julien: [lacht] Es war eine Idee unseres Gitarristen Liem. Dieser Track hat ein sehr groovendes Grundgerüst, dieses Riff, [singt den Rhythmus vor]…


Das hat dann gut zum HipHop gepasst, oder?

Julien: Ja, wir haben über diese Stilart nachgedacht. Wir wussten, dass das mit extremem Metal überhaupt nichts zu tun hat. Wir haben das irgendwie cool gefunden, witzig und originell, und ich bin wirklich kein Fan von HipHop oder so, überhaupt nicht, aber ich fand diesen Part cool. Als ich den zum ersten Mal hörte, sagte ich nur: „Nein! Nein! Das machen wir echt nicht! Das ist nicht möglich!“ Und in Französisch ist es auch noch, also sind die Texte – ich finde, dass diese im Französischen ziemlich lachhaft klingen können. Es ist verdammt schwierig, da gute Lyrics zu haben, da man sehr schnell ins Lächerliche abdriften kann. Und daher sagte ich auch sofort: „Nein, das können wir nicht machen!“ Und nach ein paar Malen und mit den Samples dachte ich dann „Hey, das ist cool. Das ist originell.“ Da passiert etwas, das von einem klassischen Death-Metal-Album abweicht, wisst ihr, bapp-bapp-bapp-bapp [imitiert Blast Beats] für vierzig Minuten.


Wenn man das zum ersten Mal hört, denkt man sich „Was war denn das?!“ Man rechnet überhaupt nicht damit.

Julien: Echt? Hehe. Ja, klar, das Sample ist schräg und man bekommt den Eindruck, als ob man im Radio den Sender gewechselt hat und sich fragt, welche Band das gerade ist.


Du hast gerade den sprachlichen Aspekt angesprochen, dass französische Texte sehr leicht peinlich klingen können. Wie entscheidet ihr denn dann, ob ihr jetzt einen französischen oder einen englischen Text nehmt? Geschieht das aus dem Bauch heraus oder sagst du dir, jetzt möchte ich auf Französisch schreiben?


Julien: Ich versuche immer bei einem Album, mindestens zwei französische Texte zu schreiben. Ich mag das, aber ich kann euch sagen, dass es mir schwerer fällt, auf Französisch als in Englisch zu schreiben, weil die Leute in Frankreich sehr engstirnig sind und viel schneller darüber nachdenken, was du schreibst und was du sagst, und da wird es ganz schnell lächerlich. Für mich ist das aber cool, wir sind aus Frankreich, das ist unsere Muttersprache. Auf der Bühne denke ich mir aber: Hey, ist egal, ob ich auf Französisch oder Englisch singe, es kann eh keiner verstehen! [lacht]


Ihr habt ein interessantes textliches Konzept über Geisteskrankheiten und ähnliche Themen. Und du arbeitest auch selbst in einer Psychiatrie, oder?

Julien: Ja, das stimmt.


Eine Band, die das ähnlich macht und mir einfiel, ist IN-QUEST aus Belgien. Sie haben eine ähnliche Herangehensweise. Wieso habt ihr euch das ausgesucht? Lag es nahe, da du es tagtäglich machst und es eine gute Basis für originelle Texte darstellte?

Julien: Meiner Meinung nach sind meine Erfahrungen in diesem Gebiet ein großer Bonus für die Band, da ich diese ganzen psychischen Erkrankungen kenne und da belesen bin. Aber es wird ziemlich oft benutzt, sodass das Konzept an sich nicht so originell ist, aber meine Art, den Platz von Geisteskrankheiten in unseren Texten zu erklären, was ist real, was ist wahr; es ist nicht wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder so, wisst ihr, der Film. Meine Erfahrungen sind da wesentlich realitätsnaher und ich versuche, etwas zu beschreiben, das wirklich existiert, da ich genau weiß, wovon ich spreche, wenn ich von einer bestimmten Psychose spreche. Da gibt es so viele Unterschiede bei den Krankheiten, und das Originelle ist, finde ich, dass ich es jeden Tag durch meine Arbeit erlebe. Wir finden, dass es für eine Band wie uns wichtig ist, ein Konzept zu haben.


Und eines, das realitätsnah ist.

Julien: Ja, genau.


Auf „Identisick“ hattet ihr pro Song jeweils eine Krankengeschichte, aber bei dem neuen Album handelt es sich laut Promo-Info um ein Konzeptalbum über eine einzelne Person, die langsam immer mehr dem Wahnsinn verfällt?

Julien. Ja, das ist richtig. Alle Lieder sind Rückblenden aus seinem Leben. Manche der Lieder auf „Icon“ drehen sich um traumatische Erfahrungen, die er in seiner Kindheit machte, und jeder Song hat mehrere Ebenen, man kann sie also unterschiedlich lesen und interpretieren. Andere Tracks erzählen von seiner Art, seine Krankheit und seine Symptome wahrzunehmen, und wieder andere beschreiben ihn, wenn er sich im Delirium befindet, wenn er bei dem Blick in den Spiegel eine andere Person sieht, deren Gesicht sich gleichzeitig verändert. All das sind reale Fakten.


Du kanntest also den Menschen persönlich, von dem deine Texte handeln?

Julien: Ja.


Aber sag mal, weiß denn dein Chef davon, dass du das für deine Texte benutzt?

Julien: Oh ja, klar.





Und für den ist das kein Problem, oder?

Julien: Hehe, das ist okay. Ich nenne ja keine Namen oder so. Ich versuche auch immer, na ja, es ist nicht genau dasselbe, denn im Endeffekt kennt ja fast kein Patient die Band kennt und dann vielleicht die Texte liest und sagt: „Oh, das klingt ja nach mir!“ [lacht] Das ist bis jetzt noch nicht passiert. [KRONOS blödeln im Hintergrund] Das sind die Typen von KRONOS. Ganz fiese Typen!


Was hat dieses Konzept nun mit dem Albumtitel zu tun? Ganz sicher keine Widmung an PARADISE LOST…

Julien: Als Konzept wird das recht oft benutzt, „Icon“. Wenn man das so sieht, dann schaut die Person auf dem Cover vielleicht eine Ikone an, oder vielleicht so eine Art Gott oder etwas in der Art, aber eigentlich bedeutet „Icon“: „Infinite Conscience Of Nothingness“. Und das bezieht sich auf seine Wahrnehmung des Nichts, das ihn umgibt, und seinen Mangel an Verstand, was die Außenwelt betrifft. Es ist eine andere Weise, seine Umgebung wahrzunehmen. Etwas, das bei ihm Stress verursacht oder ihn wütend macht. Er hat dieses Bewusstsein, dass um ihn herum einfach nichts ist.


War eure textliche Herangehensweise also der Grund dafür, den Namen der Band, BENIGHTED, also „[geistig] umnachtet“, zu wählen?

Julien: Ja, das ist ganz witzig. Als wir von der Bedeutung von „Benighted“ erfuhren, hatten wir schon so was wie „Surprised By The Dark Of The Night“ oder etwas Ähnliches gedacht. Es ist vielleicht ein guter Name, um die ganze Dimension zu beschreiben, einer Krankheit anheim zu fallen. Wir fanden das cool, also haben wir das übernommen.


Ihr wisst aber schon, dass es laut Metal Archives sechs Bands gibt, die auch BENIGHTED heißen? Drei in Schweden, zwei in den USA und ihr. Habt ihr von denen jemals gehört? Haben die gesagt: „Hey, wir haben den Namen zuerst gehabt, ihr müsst euch was anderes suchen?“

Julien: Oh ja, wir waren in Kontakt. Wir hatten da nie Stress. Wir haben einer der schwedischen Bands gemailt und die gefragt, ob die damit ein Problem hätten und die haben nur gesagt, dass es kein Problem sei. Wir spielen nicht genau die gleiche Musik, ich glaube, die machen eher Thrash Metal, und bei denen in den Vereinigten Staaten ist es eher Black Metal. Denen war es also egal, ob wir auch BENIGHTED heißen. Und so berühmt sind wir nun auch nicht. Das juckt uns nicht.


Wenn ihr dann berühmt seid, dann sieht das sicher ganz anders aus…

Julien: Hehe, vielleicht, dann kommen die vielleicht an [lacht]…


Für die Aufnahmen wart ihr wieder im Kohlekeller Studio?

Julien: Ja, das war nun für die letzten drei Alben – „Insane Cephalic Production“, „Identisick“ und jetzt „Icon“.


Wart ihr also so zufrieden, dass ihr euch entschlossen habt, erneut dorthin zu fahren, da alles gut funktionierte?

Julien: Ja, das ist ein richtig gutes Studio und Kohle ist ein guter Freund von uns. Wir schreiben öfters E-Mails und wir haben mit ihm eine sehr freundschaftliche Ebene. [lacht KRONOS-Kris aus, der sich gerade warm singt] Kohle ist sehr gut und professionell, und wir wussten ganz genau, wie wir arbeiten mussten, um das bestmögliche Resultat in den Kohlekeller Studios zu erreichen. Wir wussten, was wir im Vergleich zu „Identisick“ oder „Insane Cephalic Production“ ändern wollten, was wir nach einer gewissen Zeit nicht mehr so gut fanden, wie man die Instrumente etwas anders aufnehmen kann. Für das neue Album haben wir das Schlagzeug anders als bei „Identisick“ aufgenommen, weil die Bass Drum einen sehr mechanischen Klang hat, aber der ganze Rest ist viel organischer und als ob man live spielen würde. Das war genau das, was wir bei den neuen Kompositionen haben wollten, und der Gitarrensound ist viel wärmer und organischer. Außerdem habe ich beim Gesang ein wenig variiert, um etwas mehr Abwechslung in die Songs zu bringen. Die Becken klingen auch viel natürlicher als auf „Identisick“, das wollten wir ebenso ändern.


Du sagtest gerade, dass du verschiedene Gesangsstile benutzt hast. Jagger hat mit DISBELIEF vorgestern in Freiburg gespielt, und er erzählte, dass er von euch kontaktiert wurde? Wie kam das Ganze zustande?

Julien: Beim Komponieren dieses Songs, „Human Circles“, dachten wir, dass es cool sei, wieder einen Gast auf dem Album zu haben, und dass es auf genau diesem Track sein sollte. Und ich finde, wenn wir schon einen Gastsänger mit an Bord haben, dann sollte das jemand sein, der einen anderen Gesangsstil im Vergleich zu mir hat. Ich bin ein richtig großer Fan von DISBELIEF und er hat eine unglaubliche Stimme [macht Jagger nach], so etwas in der Art, und ich dachte, das wäre echt fantastisch, wenn er zusagen würde. Also habe ich ihm eine E-Mail geschrieben und ihm das erklärt und er sagte nur „Ja klar, ich wohne eh nicht weit vom Studio weg, ich komme dann vorbei, können wir gerne machen“. Wir haben ihn dann getroffen und innerhalb von einer Stunde war das in trockenen Tüchern. Ich habe ihm letzte Woche das Album geschickt und bin gespannt, was er dazu sagt. Er ist ein total cooler und netter Typ.


Wird es da vielleicht auch in Zukunft eine Zusammenarbeit geben?

Julien: Wir haben über total viel mit Jagger geredet und wir haben auch noch nie mit DISBELIEF zusammen gespielt. Das wäre eine echt tolle Sache. Wir haben uns auch über verschiedene Gesangstechniken unterhalten. Er sagte auch, es sei für ihn eine interessante Erfahrung gewesen, seine Stimme in Verbindung mit Blast Beats zu hören, da er das bis jetzt noch nicht kannte. DISBELIEF sind da ja viel wuchtiger und im Mid-Tempo-Bereich. Ich finde seine Stimme total klasse und dann noch der Blast dazu – das ist cool.


Auf der letzten Scheibe hattet ihr „Suffer The Children“ von NAPALM DEATH als Cover ausgesucht. Wieso habt ihr euch dafür entschieden? War das eine Ausnahme, da sich auf dem neuen Album keine Cover Version befindet?

Julien: Nein, nicht auf diesem Album. Wir haben NAPALM DEATH ausgewählt, weil alle in der Band totale Fans von NAPALM DEATH sind. Es war also überhaupt kein Problem, den Song auszuwählen. „Suffer The Children“ ist sehr bekannt und wir haben versucht, es ein wenig abzuändern, die Breaks sind ein wenig anders.


Richtig, wenn man es einfach 1:1 nachspielt, dann ist es auch eher langweilig und man kann sich das Original anhören.

Julien: Ganz genau. Man hat auch den Vorteil der Gastbeiträge. Kris von KRONOS, der sich da vorhin die Hosen ausgezogen hat [lacht], war mit dabei. Ich will da jetzt nichts verraten, aber ihr werdet nachher beim letzten Song des Abends Kris und mich zusammen singen sehen. Aber nur, wenn die Leute noch was hören wollen. Wenn sie müde sind, dann nicht, aber wenn sie sagen „Hey, Moment!“ – „Okay, wir haben da was für euch!“


Wir hatten eingangs über euer Label Osmose Productions gesprochen, für das ihr jetzt das erste Album aufgenommen habt. Wie läuft die Zusammenarbeit bis jetzt?

Julien: Ja, wir haben erst dieses Jahr unterschrieben. Wir hatten alle Produktionsaktivitäten gestoppt und nach einem neuen Label für neue Veröffentlichungen gesucht. Hervé von Osmose hat mich dann angerufen und sagte, dass er gehört habe, dass wir ohne Vertrag und verfügbar seien und dass er sehr daran interessiert sei, uns unter Vertrag zu nehmen. Wir haben nicht groß darüber nachgedacht. Osmose ist ein sehr gutes Label und deshalb haben wir gleich gesagt, dass wir das machen wollen. Wir sind sehr, sehr zufrieden mit deren Arbeit. Sie sind sehr ernst bei der Sache und außerdem auch professionell.


Was eure Tour betrifft: Es ist überraschend, dass es heute nur 5 Euro für vier Bands kostet. Das ist unglaublich preiswert. Wie macht ihr das? Ist das während der ganzen Tour so?

Julien: Nein, nein. Das ist nicht bei der ganzen Tour so, sondern liegt daran, dass sich die Möglichkeit für dieses Konzert erst recht spät ergeben hat. Also mussten wir das akzeptieren, was uns angeboten wurde, und es ist immer noch besser als ein Tag ohne Konzert. Aber das ist cool, wenn wir ein bisschen Geld kriegen. Es ist meiner Meinung nach ja fast schon zu preiswert. [lacht]


Wir haben euch in diesem Jahr in Deutschland bereits auf dem Death Feast Open Air erleben dürfen. Wie fandet ihr das Festival, was habt ihr da erlebt, vor allem, da ihr erst sehr spät noch die Chance bekamt, dort aufzutreten.

Julien: Ja, ich glaube das lag an Leif von DEW-SCENTED. Wir sind gute Freunde und ich glaube, er kannte den Organisator. Als er dann hörte, dass doch noch eine Band abgesagt hatte, sagte Leif wohl „Hey, kontaktiert doch mal die, ich kenne die, die sind cool.“ Das ist prima. Es sind sehr gute Erinnerungen für uns.


Hehe, das war es sicherlich, du warst recht aktiv im Moshpit!

Julien: Ja! [lacht]





Habt ihr vielleicht irgendwelche schrägen Anekdoten zu erzählen, die euch während der Konzerte oder mit den Fans passiert sind?

Julien: Hm, gestern war es sehr klasse, weil direkt vor der Bühne ein paar Tische standen. Die Fans sind die ganzen Tische hochgeklettert und hochgesprungen, die natürlich irgendwann zu Bruch gegangen sind. Gestern war auch mein Geburtstag und irgendjemand [schaut verheißungsvoll in Richtung von Gitarrist Olivier, der gegenüber sitzt] posaunte es dann aus und fing an „Happy Birthday“ zu singen. Das war jedenfalls das erste Mal, dass sechshundert Leute mir ein Geburtstagsständchen gebracht haben, hehe. Das ist echt eine super Sache, eine Tour zu beginnen, soviel ist klar.


Und gibt es noch weitere Neuigkeiten, da euch ja die jetzige Tour nur durch Frankreich führt? Gibt es schon Pläne für eine größere Europatour?

Julien: Ja, wir arbeiten gerade zusammen mit Osmose daran. Eigentlich war geplant, Anfang nächsten Jahres mit CHIMAIRA und HATE ETERNAL auf Tour zu gehen, aber es war dann doch nicht möglich. Ich mache mir da aber keine großen Sorgen. Es wird sicher nicht so schwer sein, Anfang 2008 als Opener für eine größere Band aufspringen zu können. Ich denke, dass wir da fündig werden können.


Gibt es da favorisierte Bands, mit denen ihr gerne losziehen würdet, wenn ihr das entscheiden könntet?

Julien: Oh, wir denken oft über NAPALM DEATH nach, dann noch CRYPTOPSY, DYING FETUS – die Bands, deren Grundeinstellung und die Art, Musik zu machen, uns sehr nahe ist. Diese französische Tour ist nur mit sehr guten Freunden. Mit KRONOS haben wir schon so oft zusammen gespielt, dass wir mit dem Zählen aufgehört haben. Es sind Kumpels.


Was sind denn eure musikalischen Haupteinflüsse?

Julien: Unsere Einflüsse? NAPALM DEATH, ganz klar. Unser Bassist und unser Schlagzeuger hören sich viel Hardcore an, aber da weiß ich jetzt keine Namen, da ich das selbst nicht oft anhöre. Unser Gitarrist fährt total auf die brasilianische Szene ab, also KRISIUN und so.


Gehen wir mal ein wenig in euer Privatleben hinein? Du hast ja erzählt, was du arbeitest, aber wie sieht es mit den anderen Jungs in der Band aus?

Julien: Olivier arbeitet in einer Schule. Er steht vor den Prüfungen, um dann Lehrer zu werden.


Für was genau?

Julien: Für jüngere Schüler, aber mir fällt jetzt nicht die genaue Bezeichnung ein. [fragt Oliver, der gegenüber sitzt] Ah, Schüler bis zehn Jahre.


Und welche Fächer?

Olivier: Alle Fächer! [lacht]

Julien: Und Liem [Anmerk.: Gitarre] hat mit Merchandise zu tun, während Eric [Anmerk.: Bass] in einer Bank arbeitet, und unser Drummer ist ein fauler Kerl [lacht].


Okay, und auf deiner MySpace-Seite stand, dass du gerne Rugby spielst. Wie war das denn für dich, als Frankreich neulich im Halbfinale ausgeschieden ist und sich letztendlich mit dem vierten Platz begnügen musste?

Julien: Oh Gott! Rugby! [Olivier lacht] Das sind ganz schlechte Erinnerungen. Man muss sie natürlich trotzdem unterstützen, auch wenn sie mal schlechter sind. Ich bin mit der französischen Leistung aber echt unzufrieden.

Olivier: Sagt mal, habt ihr eigentlich ein deutsches Rugby-Team?


Na ja, es gibt zwar ein Nationalteam, aber das hat sich noch nie für eine WM-Endrunde qualifizieren können. Wir konzentrieren uns da lieber auf den Fußball.

Julien: Ich bin echt so was von enttäuscht. Ich kann mich eigentlich nur an ein gutes Spiel erinnern, das war gegen die All Blacks aus Neuseeland. Das war ein sehr positives Ergebnis, aber alles andere war Mist.


Kommen wir ein wenig zur Musik zurück: Du hast von Hardcore-Einflüssen in der Band gesprochen. Findest du, dass Metalcore und Hardcore den jüngeren Fans die Möglichkeit gibt, auf die Death-Metal-Szene aufmerksam zu werden? Sie überhaupt erst einmal darauf zu bringen, dass es eine Brutal-Death-Szene gibt? Auf euren Shirts steht zum Beispiel auch „Brutal Deathcore“, was ja recht eindeutig ist. Sicherlich habt ihr bisher nicht nur mit reinen Death-Metal-Bands gespielt, sondern vielleicht auch mit Metalcore-Bands. Ihr habt ja auch sehr verschleppte Slam Parts in eurer Musik?

Julien: Ja, das ist richtig. Meiner Meinung nach ist das ein sehr guter Weg, die Kids in die Richtung von total extremer Musik zu führen. Death Metal, Black Metal oder Thrash. Wenn man jung ist, kommt man da nicht so schnell hin, sondern hört wohl eher Hardcore-Bands oder auch Punk. Bei extremem Metal hingegen – es ist eher schwierig, direkt mit dieser Art von Musik zu beginnen. Die Ohren müssen sich auch erst einmal daran gewöhnen. Man muss sich da langsam steigern, bis hin zu Blast Beats, und man muss auch erst einmal lernen, das Gespielte überhaupt zu verstehen und nachzuvollziehen. Das ist das Problem, wenn man das vorher nie gehört hat, dass man sich denkt: „Was geht denn da ab?!“ Das ist wohl für alle genau gleich.


Und nun zur letzten Frage: Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Habt ihr vielleicht schon Ideen für das nächste Album? Eventuell ein Patient, der da perfekt reinpassen würde?

Julien: Hehe, nein, darüber denke ich gerade noch nicht nach. Wir haben jetzt erst einmal die Promotion für „Icon“ zu erledigen. Wir müssen eine Europatour auf die Beine stellen. Außerdem haben wie vor, einen Video Clip zu einem Song von „Icon“ zu machen, aber welcher Song das dann wird, wissen wir noch nicht genau. Darüber werden wir dann nach der Tour durch Frankreich nachdenken. Ich denke mal, dass das so gegen Ende des Jahres dann angegangen wird – das Video und die Europatour. Alles danach wird sich einfach zeigen.


Okay, möchtest du vielleicht noch etwas an unsere Leser loswerden?

Julien: Okay, vielen Dank erst mal. Erwähnt bloß nicht das Wort „Rugby“! Was ein Horror! [lacht] Ich hoffe sehr, bald wieder nach Deutschland zu kommen, um euch die Songs von „Icon“ live präsentieren zu können. Wir wissen einfach, dass Deutschland ein absolutes Metal-Land ist; für uns auf jeden Fall. Wir sind sehr stolz, wenn wir dort spielen können, und wir hoffen, so bald wie möglich wieder dort auftreten zu können. Man kann einfach nicht vorgeben, eine bekannte Extrem-Metal-Band zu sein, wenn man nicht auch in Deutschland bekannt ist. Wirklich! Die Meinung der deutschen Fans ist uns tatsächlich sehr wichtig, da eure Szene sehr umfangreich und ausgereift ist und so eine Art Referenz darstellt. Wir werden sehen. Wir werden bald vorbeischauen und dann sehen wir mal, was wir bewirken können.


Julien, vielen Dank und bis demnächst.

Julien: Ich danke euch!

sk, soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 01.11.2007 | 12:39 Uhr

Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin