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Band: Metalnews nach 'The 69 Eyes' durchsuchen The 69 Eyes
Interviewpartner: Jussi69



Gegen Ende des letzten Jahres brachten die in Gothic-Kreisen inzwischen doch sehr beliebten The 69 Eyes ihr aktuelles Album „Devils“ heraus, welches dem Erfolg des Vorgängers „Paris Kills“ allem Anschein nach noch einen drauf setzt. Im Zuge ihrer gerade stattfindenden Deutschlandtour hatte ich die Gelegenheit, mich vor ihrem Konzert in der Frankfurter Batschkapp mit Schlagzeuger Jussi69 zu unterhalten. Der machte zwar einen recht abgekämpften Eindruck, als er vom Duschen kam, stellte sich aber dennoch als sehr redseliger Gesprächspartner heraus und wir kamen ehrlich gesagt ganz schön ins Quatschen.

Marco: Wie war denn die Tour bisher?

Jussi69:
Es war toll, obwohl… Ich weiß nicht genau, wie viele Shows wir bisher gespielt haben. Das ist jetzt wohl die vierte oder fünfte, ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Aber es wird besser. Du weißt ja, die ersten Shows sind immer so eine Sache. Man probiert Sachen aus, so was wie technischen Scheiß und die Abläufe und all das. Aber jetzt wird’s besser und wir sind richtig in Fahrt gekommen. Und Spaß hatten wir auch, waren auf ein paar sehr coolen Partys.

M: Ach, wirklich?

J:
Ja, wir haben in ganz Berlin gefeiert. Und letzte Nacht waren wir in Köln, das war auch ziemlich cool.

M: Dann hat es dir in Köln gefallen?

J:
Ja! Ich mag Köln! Überhaupt mag ich Deutschland, es ist immer ein Spaß hier zu sein.

M: Man sagt den deutschen Fans ja auch nach echt toll zu sein. Gerade hier waren die beiden letzten Konzerte, die ich erlebte habe, wirklich super.

J:
Wir waren vor drei Jahren schon mal hier und es war cool.

M: Wie sind eigentlich eure Erinnerungen an das Touren in Deutschland?

J:
Es ist fast wie eine zweite Heimat für mich, ich liebe es. Deutschland war das erste Land, von Finnland abgesehen, in dem wir ausgedehnt getourt haben. So um 2000 herum haben wir angefangen, hier mehr und mehr zu spielen. Davor hatten wir eigentlich nur kleine Vier- oder Fünf-Tage-Touren und manchmal zehn Tage in Italien und so. Deutschland war das erste Land außerhalb Finnlands, in dem wir wirklich Beachtung fanden.

M: Aber ich habe gehört, dass ihr sogar in Japan einen Fan-Club habt. Und das schon, bevor ihr hier bekannt wurdet. Wie kam es denn dazu und wart ihr schon mal dort?

J:
Ja, es ist merkwürdig, aber unser erster Fan-Club überhaupt, als wir unser erstes Album herausbrachten, verdammte zwölf oder dreizehn Jahre ist das her, war der in Japan. Und er wird immer noch von derselben Präsidentin geleitet, was sehr cool ist. Wir haben sie vor kurzem getroffen, als sie nach Finnland geflogen ist. Sie fliegt gerne mal nach Finnland und zu einer ganzen Reihe anderer Orte um uns zu sehen. Es sieht so aus als gingen wir im Mai nach Japan. Ich weiß nicht, ob das schon fest steht, aber in zwei Monaten wissen wir’s genauer.
Das wird bestimmt toll, weil wir noch nie da waren und wir wollten schon immer mal hin. Ich glaube, wir verkaufen da auch ganz gut und ich schätze mal, es wird sehr aufregend.

M: Vermutlich wird es das, obwohl der Kulturschock sicher immens sein wird. Aber die Leute werden bestimmt sehr enthusiastisch sein.

J:
Ja, bestimmt. Aber ich vermute mal, Japan wird auch nicht viel anders sein als der Rest. Normalerweise bekommst du auf Tour nicht wirklich was zu sehen, mal abgesehen von deinem Hotel, dem Tourbus und dem jeweiligen Veranstalter.
Aber ich weiß nicht, vielleicht sind wir ja blöd genug, dass wir jede Nacht wie die Verrückten feiern (er fängt an zu lachen, Anm. d.Verf.). Also bekommen wir dann vielleicht wenigstens ein paar Clubs zu sehen.

M: Natürlich, ihr solltet feiern gehen. Ansonsten stell ich es mir ganz schön nervig vor nicht mehr als die Bühne und das Hotelzimmer zu sehen.

J:
Ja, das ist wahr. Ich denke, das ist fast wie arbeiten, aber ich würde es auch nach all den Jahren nicht wirklich Arbeit nennen.

M: Ach, nicht?

J:
Das ist etwas, das wir tun wollen. Das ist etwas, das wir lieben. Es ist etwas, wie soll ich sagen…wir machen das nicht in erster Linie um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, wir leben dafür!

M: Klingt toll. Gibt ja scheinbar nicht mehr viele Bands, die das so sehen. Man hat manchmal den Eindruck, es ist alles sehr oberflächlich geworden und es geht nur noch um das Aussehen und in so kurzer Zeit wie möglich so viele Alben wie möglich zu verkaufen, und das war es dann.

J:
Ja…ich meine, natürlich wäre es toll, wenn wir in jedem verdammten Land für Platin Alben verkaufen würden. Aber das ist noch immer nicht unser eigentliches Ziel. Unser Ziel ist es, dieses Abenteuer zu haben, an verschiedene Orte zu fahren und neue Dinge zu sehen. Es ist immer aufregend irgendwo hinzufahren, wo man noch nicht war, wie Japan zum Beispiel.

M: Na ja, da wir gerade von den Plattenverkäufen sprechen, eure letzten Alben haben sich ja nicht gerade schlecht verkauft. Seit „Blessed Be“ habt ihr mit jedem Album Gold in Finnland erreicht und in den anderen Ländern auch nicht unbedingt schlecht verkauft.

J:
Ja, das war zu dem Zeitpunkt ziemlich überraschend, denn wir haben diesen Scheiß da schon eine ganze Weile gemacht. Und dann, um das Jahr 2000 herum, wurde es echt merkwürdig, denn wir haben uns nie als so was wie eine Mainstreamband oder so was gesehen. Da kam es einem schon komisch vor, die ganze Zeit unsere Songs im Radio zu hören. Aber natürlich war es verdammt noch mal sehr, sehr cool, und wir fingen an jedes Konzert auszuverkaufen, das wir gaben. Das war schon bizarr, aber irgendwie gewöhnt man sich daran. Wir nahmen es aber nie als gegeben hin, man kann nicht erwarten, dass das nächste Album direkt auf Nummer eins schießt und für Platin verkauft wird. Man weiß es einfach nicht, aber wir sind sehr froh darüber, noch immer diesen Erfolg zu haben. Wir hatten das zu der Zeit aber schon lang genug gemacht um es uns nicht zu Kopf steigen zu lassen und anzufangen uns wie „Rockstars“ aufzuführen. Ich meine, Mann, wir haben so viele Freunde in Bands, die eine Million mal größer sind als wir, Leute in Bands wie HIM, The Rasmus, Nightwish und so Zeug, also was soll’s?

An dieser Stelle wurde der Lärm von den Proben der Vorgruppe ohrenbetäubend und wir lehnten uns etwas zurück, damit Jussi in Ruhe seinen Kaffee und seine inzwischen vierte Zigarette zu sich nehmen konnte und kamen dann irgendwie darauf, warum er doch sehr müde wirkte.

M: Brauchst du eine Pause? Du wirkst doch ziemlich fertig.


J:
Nein, nein. Es ist nur, wie ich gesagt habe, wir haben nach der Show in Köln gestern noch etwas gefeiert und das hier (er zeigte auf den GROßEN Kaffeebecher und seine Zigarette Anm. d. Verf.) ist ehrlich gesagt mein Frühstück (Wir hatten zu dem Zeitpunkt etwa 18.35 Uhr Anm. d. Verf.). Wir waren im Club bis um zehn Uhr morgens, da bin ich dann im Bus schlafen gegangen. Von der Sitzecke im Club direkt in den Bus.

M: Ist ja toll...(ich fing unwillkürlich an zu lachen Anm. d. Verf.)

J:
(Grinste über beide Ohren Anm. d. Verf.) Ja, es ist so ein Klischee, über diesen „Helsinki Vampires“- Lifestyle und „we’re dead until dark“- Kram zu sprechen, aber es ist verdammt noch mal sehr, sehr wahr, zumindest zurzeit.

M: Na, ich wünschte auch manchmal, ich könnte das auf Dauer so machen.

J:
Ja, (er grinste schon wieder Anm. d. Verf.) hm, ich liebe das einfach. Es gibt ja Leute, die sagen, es ist wirklich sehr nervig zu touren und man wird so verdammt müde und so. Und natürlich bekommst du nicht immer genug Schlaf, aber das ist auch alles. Ich liebe wirklich sehr, was wir tun.

M: Und zurzeit läuft es ja auch wirklich gut für euch. „Devils“ scheint schon jetzt euer erfolgreichstes Album zu sein, wenn ich nicht irre.

J:
Ich bin mir noch nicht sicher, es ist ja nun noch ziemlich frisch und ich kenne die Verkaufszahlen von hier noch gar nicht und in einigen Ländern ist es ja noch nicht mal erschienen. Wir gehen nach der Deutschlandtour nach Italien und dann muss man noch sehen, was in Spanien und Großbritannien passiert. In Großbritannien ist es ja noch nicht mal draußen, also warten wir es mal ab. In Finnland, als wir „Devils“ da rausbrachten, wann war das doch gleich? Na ja, vor ein paar Monaten schon und es war so cool. Es ist direkt auf Platz eins gelandet und hatte in so etwa einem Monat schon Gold.

M: Es erreichte eigentlich jetzt im Januar Gold.

J:
Ja? Oh, o.k.

M: Wäre es eigentlich eine riesige Katastrophe für euch, wenn euer nächstes Album sich überhaupt nicht verkaufen würde?

J:
Nein. Eigentlich denke ich, dass wir eine Art von Band sind, die sehr verschieden von diesen Bands ist, die nur von ihrer letzten Single abhängig sind. Nehmen wir mal gute Freunde von mir, Bomfunk MC’s. Die hatten diesen Hit „Freestyler“ vor ein paar Jahren, kannst du dich daran erinnern? Auf jeden Fall war das der Hit, den die hatten und wenn, wie in ihrem Fall, die nächste Single kein Hit wird, dann war es das, dann erinnert sich keiner an diese Art von Band.
Wir aber haben jetzt für so viele Jahre getourt und ich glaube nicht, dass unser Publikum direkt verschwinden würde, wenn wir ein sehr schlechtes Album machen. Ich denke, wir haben noch diese Hardcore-Fans, welche einem nicht direkt die Treue brechen. Wir sind ja schließlich keine MTV-Video-Band. Diese Bands verschwinden und sterben, wenn ihre nächste Single floppt. Ich meine, denk mal an...ich will uns jetzt nicht direkt mit Bands wie The Ramones oder AC/DC vergleichen oder so, aber die hatten ihre Fans und auch die wussten, dass einige der Alben von denen nicht so gut waren wie die anderen. Aber diese Fans kamen immer noch zu den Konzerten und liebten auch die Band immer noch. Und das, weil diese Bands etwas aufgebaut haben, durch unzählige Tourneen und das Herausbringen von einem Album nach dem anderen. Da geht es dann, wie bei uns, nicht nur um den Hype in den Medien oder den letzten Song auf MTV.

M: Da du gerade auf eure Fanbase gekommen bist: ich habe den Eindruck, dass die Mehrzahl eurer Fans weiblich ist. Denkst du, dass euer Aussehen etwas mit eurem Erfolg zu tun hat?

J:
Hey, wir sind eine Rockband, natürlich hat es etwas damit zu tun. Es geht nicht unbedingt um „gutaussehend“, aber eine Rockband sollte auch wie eine aussehen. Wie die Bands, die ich gerade erwähnt habe. Die Ramones etwa: die Hälfte ihres Rufes kam daher, dass sie Lederjacken und zerrissene Jeans trugen. Hätten sie ausgesehen wie die verdammten Village People, wären sie vielleicht nicht so erfolgreich gewesen, aber ich weiß es nicht.

M: Ich kam nur drauf, weil ich vorhin draußen ankam und etwa 90 Prozent Mädchen da rumstanden und es waren immerhin noch zwei Stunden bis zum Einlass und saukalt.

J:
Ja. Weißt du, in Finnland haben wir teilweise wirklich sehr junge Mädchen im Publikum. Ich rede hier von zehn- oder zwölfjährigen Mädchen. Aber zur gleichen Zeit, da wir in Finnland ja inzwischen so was wie eine Mainstreamband sind, haben wir auch ihre Mütter und Großmütter im Publikum. Inzwischen haben wir ja jede Art von Leuten im Publikum, vom Taxifahrer zu was weiß ich was, und das ist echt schön. Wir machen unsere Musik nicht für eine bestimmte Gruppierung. Wer auch immer uns gerne hört, ist willkommen.

M: Das ist erstaunlich. Ich meine, hier seid ihr ja auch nicht mehr wirklich Underground. Aber es ist recht offensichtlich, dass sich eine bestimmte Gruppe zu eurer Musik und zu euren Konzerten hingezogen fühlt. Da ist es lustig zu hören, dass Otto-Normal-Verbraucher in Finnland auf eure Konzerte kommt.

J:
Ja, es hat auch eine Weile gedauert, sich daran zu gewöhnen in einen Supermarkt zu gehen um Milch und Brot zu kaufen und dabei einen unserer Songs auf der Stereoanlage im Laden zu hören. Das hatten wir vorher nicht. Früher wussten wir, wie unsere Fans aussehen, aber inzwischen kann man das nicht mehr so genau sagen. Es könnte so ziemlich jeder sein.

M: Eigentlich ist das doch toll, Vielfalt ist doch wünschenswert.

J:
Absolut, klar.

M: Kommen wir mal zum neuen Sound auf „Devils“. Hat ein bisschen was von Danzig, wie ich finde.

J:
Das klingt gut. Weißt du, vorher hatten wir ja „Paris Kills“ rausgebracht und davor wurden wir irgendwie kategorisiert, die Leute versuchten uns dieses Gothic-Metal-Label aufzudrücken. Das hat uns ziemlich gelangweilt, denn wir haben uns nie als Metalband in diesem Sinne gesehen und das hat uns genervt. Wir dachten echt über diese Leute: mensch, ihr könnt uns nicht in diese verdammte Schublade stecken, denn wir sind The 69 Eyes und wir sind wir selbst! Deshalb wollten wir diese Leute mit „Paris Kills“ echt vor den Kopf stoßen. Da verpassten wir dem Album diesen wirklich poppigen 80er Popsound mit einem Haufen Keyboards und all das. Sogar unsere Plattenfirma hat gemeint, wir wären bescheuert und würden unsere Fans verlieren. Tja, danach mussten sie kommen und sagen: sorry Jungs, wir haben uns geirrt, ihr habt mit dem Album eure Hörer verdreifacht.
Dann wollten wir uns natürlich auch nie wiederholen, haben nie dasselbe Album zweimal
aufgenommen. Während wir mit „Paris Kills“ auf Tour waren, dachten wir, wir müssten dringend wieder das Blut und den Schweiß zurück in unsere Musik kriegen. Mit dem neuen Album wollten wir wirklich rocken und zuerst sollte „Devils“ nur nach zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug, eben nach einem echten Rockalbum klingen. Aber dann ergab es sich, dass ein paar der Songs wirklich großen Orchestersound und diese Art Bombast brauchten. Also haben wir es zur Hölle auch gemacht, weil die Songs es brauchten. Wie „Sisters Of Charity“, der braucht einfach diesen gigantischen Sound, den er hat.

M: O.K. Mal noch was anderes. Du sagtest, ihr hättet euch nie wiederholt, etwas, das ihr aber auf jedem Album seit „Blessed Be“ dabei hattet, ist ein Song über einen Film. So wie „Brandon Lee“, „Betty Blue“ oder „Lost Boys“. Seid ihr große Filmfans?

J:
Ja, sind wir...“Brandon Lee“ geht übrigens nicht wirklich um den Film. Aber „Lost Boys“ ist vollkommen von dem Film inspiriert. Als ich ein kleiner Junge war, hatte ich nur ein einziges VHS-Band und das war der Film Lost Boys. Also habe ich den so etwa 200 mal gesehen. Ich bin ein riesiger Fan des Films und er ist ja auch ein klassischer Rock n’ Roll-Vampirfilm, und wäre unsere Band eine Gang aus einem Film, wären wir die Lost Boys. Das ist irgendwie natürlich für uns, und der Text passt auch wirklich gut zu The 69 Eyes, und die Band passt zu dem Film. Du weißt schon, der ganze „dead until dark“-Kram und so. Gott, ich liebe diesen Film wirklich.

M: Ja, ich mag ihn auch. Hast du mal Near Dark gesehen? Der kam im selben Jahr in die Kinos.

J:
Nein.

M: Ist so eine Art Vampir-Road-Movie. Offenbar Low Budget ohne große Stars, aber mit vielen B-Movie-Größen. Ist leider an den Kinokassen ganz schön gefloppt, hat aber inzwischen Kultstatus.

J:
Oh, scheiße. Den habe ich nie gesehen, wie hieß er?

M: Near Dark

J:
Muss ich mir merken, da gibt es wohl keine DVD-Version von, oder?

M: Eigentlich kam letztes Jahr in den Staaten eine ziemlich gute Uncut-Version heraus.

J:
Gut zu wissen, den muss ich mir ansehen.

M: Sag mal, willst du dich vor eurem Auftritt noch etwas entspannen, wir können gerne Schluss machen.

J:
Ach quatsch, mir geht’s gut. Ich werde nur was essen, das ist alles.

M: Na gut. Da gibt es eine Frage, die ich stellen muss, sonst reden ein paar meiner Freunde nicht mehr mit mir. In euren Anfangstagen sagte man euch gerne mal nach, ihr wärt nur eine Möchtegern-Type O Negative-Band. Was sagst du dazu?

J:
Ich denke, wir sind eine Rock n’ Roll-Band. Hört man sich unsere Songs wie z.B.„Lost Boys“ an, dann hat man sehr 80er-lastige, nach Billy Idol klingende Rocksongs, die offenbar Pop genug sind um im Radio zu laufen. Hört man sich jetzt Type O Negative an, die sind so was von Metal. Versteh mich nicht falsch, ich stehe echt auf die Band, aber die sind dieser schwere Black Sabbath-mäßige Kram, mit einer sehr, sehr heavy Atmosphäre und Zehn-Minuten-Songs und all das. Das ist schon ein mächtiger Unterschied wie ich finde. Vermutlich kommt es daher, dass Jyrki und Bazzie lange schwarze Haare haben und von Jyrkis tiefer Stimme. Ansonsten glaube ich nicht, dass wir viel gemeinsam haben.

M: Damit sind wir wieder beim Aussehen gelandet, scheint ja doch nur noch darum zu gehen.

J:
Wohl auch, aber ich denke, dass es auch mit Jyrkis tiefer Stimme zu tun hat. Er hat schon sehr früh angefangen so tief zu singen, seit er ein kleiner Junge war. Das sieht jetzt natürlich keiner mehr. Die Leute sehen nicht weiter als bis zu der Tatsache, dass er so tief singt und versuchen uns dann wegen der naheliegendsten Sache zu vergleichen. Sie denken nicht weiter darüber nach, woher das wirklich kommt. Ich will damit sagen, Jyrki trägt immer noch seinen Elvis-Fanclub-Mitgliedsausweis mit sich herum, er ist ein riesiger Elvis-Fan und steht auch sehr auf Roy Orbison und liebt Johnny Cash. All diese Typen sangen in diesen tiefen Stimmlagen.
Wie auch immer... mit welcher Band wir auch verglichen wurden, mir ist aufgefallen, dass es immer sehr gute Bands sind, die ich sehr mag. Also ist es für mich ein Kompliment.
Es macht mir eigentlich nichts aus, wir sind schon mit so vielen Bands verglichen worden, aber die waren immer ziemlich gut. Du hast ja gerade Type O Negative erwähnt und es wurden auch schon The Cult und Billy Idol genannt und ich stehe auf alle diese Gruppen.
Wir wurden sogar schon mit HIM verglichen, und das kapiere ich nun wirklich nicht. Verstehe mich nicht falsch, ich liebe HIM, also ist es eigentlich toll. Aber ich weiß nicht, vergleicht man z.B. „Join Me In Death“ mit einem unserer Songs, dann kann ich die Verbindung nicht erkennen.

M: Ich ehrlich gesagt auch nicht. Da du aber gerade auf Bands wie HIM gekommen bist. Es ist schon erstaunlich, wie viele finnische Bands wie ihr selbst, eben HIM und auch Apocalyptica, um nur einige zu nennen, zurzeit sehr erfolgreich sind.

J:
Das ist mir auch aufgefallen. Bei den meistverkauften Genre-Alben in Europa waren auf den ersten drei Plätzen, glaube ich, irgendwie HIMs letzte Platte, Nightwish und The Rasmus, dabei kommen wir alle aus so einem kleinen Land, und das ist verdammt cool. Irgendwie merkwürdig, aber trotzdem großartig.

M: Ja, merkwürdig trifft es, wie du schon sagtest, kleines Land, wenig Einwohner. Das wirkt manchmal wie eine Verschwörung um von Finnland aus das Musikbusiness zu übernehmen (wir lachen beide kurz Anm. d. Verf.).

J:
Ich weiß nicht, es ist schon sehr komisch. Aber das ist Glück für uns und ich finde es toll. Die Leute fragen uns immer, ob es Eifersüchteleien und Konkurrenzkampf oder so was zwischen uns gibt und irgendwie verstehe ich die Frage einfach nicht, ist eine echt komische Frage. Das ist hier doch kein sportlicher Wettkampf oder so. Wenn man mal bedenkt, dass The Rasmus richtig gut in Indien verkaufen, dann werden die dort wahrscheinlich mal ein Interview geben, in dem sie nach anderen finnischen Bands gefragt werden und das wiederum hilft den anderen. Gott, wenn irgendwer Erfolg hat, ist das doch nicht so als würde er dir damit etwas wegnehmen, eigentlich hilft er dir damit.

M: Ich hatte - ehrlich gesagt - nicht den Eindruck von Konkurrenz zwischen euch. Es wirkt vielmehr, als wärt ihr alle gut miteinander befreundet.

J:
Ja, das ist zwar schon wieder so ein Klischee, aber wir sind tatsächlich eine große Familie. Lustigerweise probten wir z.B. im selben Haus wie HIM, Children Of Bodom und The Rasmus. Wir alle in demselben verdammten Gebäude.

M: Hat der gute Ville Valo nicht auch in eurem Video zu „Wasting The Dawn“ mitgewirkt?

J:
Oh ja (er grinste schon wieder Anm. d. Verf.)! Er war in dem Video. Er sollte Jim Morrison darstellen und hatte die ganze Zeit Jyrkis Klamotten an. Das war eine wirklich spaßige Sache.

M: Da wir gerade von euren Videos sprechen, euer Video zu „Lost Boys“ habt ihr ja in den Staaten gedreht und Bam Margera war der Regisseur, wenn ich mich nicht irre.

J:
(Das Grinsen wurde noch breiter) Oh ja, das war ja so ein Spaß!

M: Ehrlich? Wie hoch war die Krankenhausrechnung (Jetzt konnten wir uns beide ein herzhaftes Lachen nicht mehr verkneifen Anm. d. Verf.)?

J:
Keine Krankenhausrechnung, aber dafür jede Menge anderer Rechnungen. Bam ist ein Freund von mir und wir haben schon seit zwei Jahren darüber gesprochen, gemeinsam ein Video zu machen. Jetzt hat es endlich geklappt und ich bin sehr froh darüber, denn es war so verdammt lustig.
Weißt du, Bam ist...o.k, natürlich ist Bam total bescheuert und versaut ständig irgendwas, aber zur gleichen Zeit ist er wahnsinnig talentiert und alles andere als blöd. Du weiß ja, was die Leute denken, wegen Jackass und so. Aber er hat ein solches Talent und riesige Energien und eine irre Leidenschaft für alles, was er tut. Dadurch hat es einfach unglaublich Spaß gemacht mit ihm zu arbeiten. Eigentlich waren die Aufnahmen in Hollywood ohnehin nur eine Ausrede um dort feiern zu können (worauf wir wieder anfangen zu lachen Anm. d. Verf.).
Es war also...Na ja, das ganze Video geht eigentlich nur darum wie die Lost Boys abhängen und feiern, und das haben wir getan, und so sieht es auch aus.

M: Jetzt hast du mich, ich werde ein wenig neidisch.

J:
(Wieder mit seinem sehr breiten Grinsen Anm. d. Verf.) Ja, einfach nur die Sau raus lassen, es war so cool.

M: Was darf man denn dann von eurem X-rated-Video für die kommende Single „Feel Berlin“ erwarten?

J:
Oh, das X-rated Video. Na ja, wir haben jede Menge Mädchen drin und die haben nicht unbedingt viel an...und dann sind eben ein paar Szenen dabei, die man nicht im Fernsehen zeigen sollte. Das ist eigentlich schon alles (was angesichts des fetten Grinsens schwer zu glauben war Anm. d. Verf.).

M: Na, ich kann damit leben.

J:
Eigentlich haben wir es auch nur gemacht um uns zu amüsieren.

M: Es gibt schlimmere Gründe etwas zu tun.

J:
Hehehe, allerdings.

M: O.k., noch irgendwas, das du den Fans mitteilen möchtest?

J:
Ja! Das hier hat erst angefangen! Seid einer von uns...The Lost Boys!

M: Dann vielen Dank und viel Spaß bei eurem Auftritt.

J:
Danke dir und wir sehen uns dann nachher.

Mr.Vandemar

Autor: Marco Cardoso [Mr.Vandemar] | 20.02.2005 | 00:44 Uhr

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